Paprika mit braunen Flecken – was tun, wenn Paprika faulen?

Paprika mit braunen Flecken

Paprika mit braunen Flecken bereiten Hausgärtnern reichlich Kopfzerbrechen. Statt mit appetitlich glänzenden Schalen den Reifeprozess zu durchlaufen, sind die tropischen Früchte vor der Ernte übersät mit glasigen, bräunlichen Nekrosen. Fragen Sie sich nicht länger, was zu tun ist, wenn Paprikaschoten faulen. Dieser Ratgeber informiert Sie über die Ursachen eines der häufigsten Schadbilder im Anbau von Capsicum annuum. Praxiserprobte Erläuterungen beleuchten die richtige Vorgehensweise und geben Tipps für eine effektive Vorbeugung.

Symptome

Charakteristische Symptome – ein Überblick

Das Unheil nimmt schleichend seinen Anfang, längst bevor die Früchte erntereif sind. An den Blütenansatzstellen zeigen sich erste Gewebeveränderungen in Form wässriger, grau-brauner oder dunkelbrauner Nekrosen. Im weiteren Verlauf bilden sich auf der gesamten Schale braune Flecken. An verschiedenen Paprika-Sorten sinken die faulen Stellen ein und verhärten sukzessive. Häufig ist parallel zu beobachten, dass junge Blätter und Blüten deformiert wachsen oder im Wuchs deutlich zurück bleiben. Im Endstadium des Dilemmas fallen die Paprika nach einer kurzen Phase der Notreife ab.

Blütenendfäule

Ursache: Blütenendfäule

Treten im Anbau von Paprika die beschriebenen Symptome auf, sind Gärtner mit Blütenendfäule konfrontiert. Dabei handelt es sich nicht um eine typische Pflanzenkrankheit, ausgelöst durch Pilze, Viren oder Bakterien. Vielmehr resultieren braune Flecken auf reifenden Paprikaschoten aus verschiedenen Mangelerscheinungen infolge von Versäumnissen in der Pflege.

Blütenendfäule auch an Tomaten
Blütenendfäule auch an Tomaten

Akuter Befall

Richtig handeln bei akutem Befall – so geht es

Treten erste Symptome von Blütenendfäule auf, besteht dringender Handlungsbedarf. Sind Paprikaschoten erst einmal durch braune Nekrosen betroffen, sind diese Früchte verloren. Inwiefern sie für den Verzehr geeignet sind, wird unter Fachleuten kontrovers diskutiert. Damit nicht weitere Paprika an den Trieben faulen, gehen Sie nach folgender Strategie vor.

  • alle Schoten mit braunen Nekrosen abpflücken und entsorgen
  • Blattdüngung mit  Spezial-Kalzium-Dünger, wie Düngal Calcium, im Abstand von 8 bis 10 Tagen
  • Stickstoff-Düngung reduzieren oder vorerst vollständig einstellen
  • mithilfe von Boden-Testset den pH-Wert ermitteln
  • saures Erdreich mit einem pH-Wert unter 5,5 aufkalken
  • ab sofort regelmäßiger gießen und starke Schwankungen in der Wasserversorgung vermeiden

Kalkmangel im Boden und Substrat beeinträchtigt den Transport wichtiger Nährstoffe in Blätter, Triebe und Früchte. Sofern Sie Ihre Paprikapflanzen bislang mit Regenwasser gegossen haben, stellen Sie die Wasserversorgung bitte unverzüglich um auf normales Leitungswasser. An Paprika im Kübel können Sie den Prozess der Regeneration beschleunigen, indem Sie die Pflanze umtopfen in frisches Substrat.

Vorbeugen

Mangelerscheinungen vorbeugen – Tipps für Beet, Treibhaus und Balkon

Sie nehmen Blütenendfäule im Anbau von Paprikapflanzen den Schrecken, wenn Sie Mangelerscheinungen gezielt vorbeugen. Die folgenden Tipps fassen kurz und knapp die wichtigsten Vorkehrungen zusammen, damit Paprika im Beet, Treibhaus und Balkon nicht faulen.

  • im Beet: regengeschützter, sonniger Standort in humoser, nährstoffreicher Erde mit einem pH-Wert von 6,2 bis 7,0
  • im Treibhaus: täglich lüften gegen zu hohe Luftfeuchtigkeit, bei praller Mittagssonne beschatten
  • im Kübel auf dem Balkon: unter einem Vordach platzieren am sonnigen, luftumspülten Standort
gesunde Paprikapflanze
gesunde Paprikapflanze

Dreh- und Angelpunkt für eine erfolgreiche Vorbeugung von Blütenendfäule ist eine umsichtige Pflege. Gießen Sie die Erde im Beet, Treibhaus und Kübel, sobald die Oberfläche antrocknet. Trockenstress führt ebenso zu Kalziummangel, wie eine zu hohe Luftfeuchtigkeit oder Temperaturen von mehr als 25 bis 28 Grad Celsius. Aus Sicht der Nährstoffversorgung verursacht eine Stickstoffüberdüngung ebenfalls braune Flecken und lässt Paprika innerhalb kurzer Zeit faulen. Mineralische Düngemittel mit einer geballten Ladung an Stickstoff haben im Paprikabeet nichts zu suchen. Demgegenüber decken organische Dünger, wie Kompost, Brennnesseljauche oder Bio-Gemüsedünger den Nährstoffbedarf perfekt ab. Ergänzende Gaben von Gesteinsmehl oder Algenkalk beugen Kalziummangel vor und halten den pH-Wert im Lot.

Braunfäule

Ursache: Braunfäule infolge Pilz-Infektion

Können betroffene Hausgärtner Blütenendfäule als Ursache für braune Flecken ausschließen, rückt eine gefürchtete Pilz-Infektion in den Fokus. Phytophthora-Sporen sind die Erreger der Kraut- und Braunfäule, die den Anbau von Kartoffeln und Tomaten zu einem riskanten Unterfangen macht. Da Paprika-Sorten ebenfalls zu den Nachtschattengewächsen zählen, verschonen die Pilze diese Pflanzen nicht. Vielmehr hat sich mit Phytophthora capsici eine Unterart der Pilzgattung gebildet, die sich auf den Befall von Paprikapflanzen spezialisiert hat.

Braunfäule-infizierte Pflanzen roden

Fatalerweise sind die Symptome ähnlich einer Blütenendfäule, was die Diagnose für den Laien schwierig macht. Als Indiz sind im privaten Anbau Kartoffeln zuerst betroffen, gefolgt von Tomaten- und Paprikapflanzen. Hadern Sie bereits im Kartoffelbeet mit der Kraut- und Braunfäule, kann der Übergriff auf Ihren Paprika-Anbau nicht ausgeschlossen werden. Als weiteres Unterscheidungskriterium breiten sich bei einer Pilzinfektion braune Flecken in Kombination mit weiß-grauem Schimmelrasen vorab auf den Blättern und Trieben aus, bevor die Früchte faulen. In Ermangelung effektiver Bekämpfungsmittel für private Anwender, sollten mit Braunfäule infizierte Paprikapflanzen zeitnah gerodet und vernichtet werden.

Abwehrmaßnahmen

Pilzkrankheit vorbeugen statt bekämpfen – Tipps für natürliche Abwehrmaßnahmen

Am sonnigen, regengeschützten Standort haben listige Pilzsporen schlechte Karten. Ein ausgewogener Wasser- und Nährstoffhaushalt, wie bereits für die Prävention gegen Blütenendfäule empfohlen, hält ebenfalls die Braunfäule auf Abstand. Ergänzend zu den optimalen Standort- und Pflegebedingungen, können Sie Paprika mit folgenden Maßnahmen gegen braune Flecken wappnen.

  • resistenten Paprikasorten den Vorzug geben
  • den Anbau begleiten mit Stärkungsmitteln, wie Lebermoosextrakt oder Schachtelhalmbrühe
  • jede Pflanze maximal mit drei Trieben ziehen
  • jegliche Verletzungen von Trieben und Früchten vermeiden
  • Paprikapflanzen regelmäßig ausgeizen für ein luftiges Wachstum
  • Wurzelscheiben mulchen mit Stroh zur Vermeidung von Spritzwasser
  • Pflanzen nicht beregnen
Riesen-Schachtelhalm, Equisetum telmateia
Riesen-Schachtelhalm, Equisetum telmateia

Kleine Verletzungen an Paprikaschoten lassen sich nicht immer vermeiden. Behandeln Sie kleine Risse oder Löcher infolge von Insektenstichen zeitnah, bilden sich keine braunen Nekrosen und die Schoten können nicht faulen. Zu diesem Zweck lassen Sie 20 bis 30 Gramm Zwiebelschalen in 1 Liter abgekochtem Wasser einige Tage ziehen. Wenn sich die Flüssigkeit braun färbt, seihen Sie die Schalen ab. Pinseln Sie bedenkliche Schadstellen mit der Tinktur regelmäßig ein, bleibt pathogenen Erregern dieser Zugang zur Pflanze verschlossen.

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