Parasolpilz erkennen – Verwechslung vermeiden | Ist der Parasol giftig?

Der Parasolpilz oder auch Riesenschirmpilz ist einer der imposantesten und größten Blätterpilze in den hiesigen Breitengraden. Er wächst bis zu 50 Zentimeter hoch und erreicht hierbei einen Durchmesser von etwa 40 Zentimeter. Doch kann der Parasol auch gegessen werden oder ist er giftig? Mit welchen anderen Pilzarten könnte er verwechselt werden? Im nachfolgenden Artikel wird der Pilz mit seinen Eigenschaften und Erkennungsmerkmalen einmal vorgestellt.

Weitere Namen

Nicht nur unter Parasolpilz oder Riesenschirmpilz ist diese Pilzsorte bekannt. Pilzkenner haben viele Namen für den imposanten Pilz. So wird der Parasol unter anderem auch wie folgt genannt:

  • Gemeiner Riesenschirmling
  • Großer Schirmling
  • Riesenschirmling
  • Paukenschläger
  • Schulmeisterpilz
  • Schnitzelpilz
  • lat. Name: Macrolepiota Procera

Da der junge Pilz den Hut noch geschlossen hält, erinnert er an einen Paukenschläger. Wird der Pilz älter, öffnet sich der Hut und erinnert dann an einen Schirm. Hieraus sind die verschiedenen Namen entstanden. Schnitzelpilz hingegen heißt dieser Pilz, weil sein Hut in der Regel wie ein Schnitzel paniert zubereitet wird.

Ältere Parasolpilze öffnen ihren Hut.

Aussehen

Der Parasolpilz ist ein stattlicher und großer Pilz, der zur Gattung der Blätterpilze gehört. Sein Merkmal sind vor allem die bräunlichen großen Schuppen und der braune Buckel auf seinem Hut. Die Manschette unterhalb des Hutes ist verschiebbar. So ist das Aussehen des Pilzes wie folgt zu beschreiben:

  • schlanker Stiel bis 50 cm hoch
  • zwei Zentimeter breit
  • hohl
  • nach unten dicker in einer Knolle mündend
  • fest im Boden eingewachsen
  • unter dem Hut ein lederartiger Ring
  • kann verschoben werden
  • Ring unterhalb bräunlich
  • auf Oberseite heller
  • etwa 40 cm breiter Hut

Auf der Oberhaut des Hutes bilden sich sparrige Schüppchen. Der Parasol verbreitet ein weißes Sporenpulver.

Unter dem Hut des Parasol sitzt ein lederartiger Ring

Besondere Merkmale

Vor allem der Ring in der Mitte des Stieles ist ein besonders Merkmal, um den Parasolpilz zu erkennen damit es zu keiner Verwechslung kommt. Denn der Ring muss sich zwingend verschieben lassen. Bleibt er bei Berührung fest am Stiel haften, dann handelt es sich in der Regel nicht um einen Riesenschirm und auch nicht um einen Parasol. Ist der Pilz noch jung, ist der Hut geschlossen, dieser öffnet sich mit zunehmenden Alter jedoch immer mehr. Weitere besondere Merkmale des Parasol sind:

  • duftet bei Anfassen
  • riecht angenehm nussig
  • Stiel besitzt weiße Lamellen

Verwechslungsgefahr

Eine Verwechslung des Parasolpilzes kommt vor allem mit anderen Schirmlingen vor, da die Pilze dieser Gattung sich alle recht ähnlich sehen. Besonders der Safran Riesenschirmling ist sehr ähnlich, besitzt jedoch beim Anschnitt einen roten Saft, der die Schnittstelle rot färbt. Somit können die beiden Pilzarten gut unterschieden werden. Der Safran Riesenschirmling ist jedoch genießbar und wird auch gerne in der Küche verwendet. Mit seinen folgenden Verwandten wird der Parasolpilz ebenso gerne verwechselt:

  • Schlanker Riesenschirmling
  • Olivbrauner Safranschirmling
  • spitzschuppiger Stachel-Schirmling
  • Gift-Riesenschirmpilz

Von diesen Sorten ist jedoch nur der Gift-Riesenschirmpilz als giftig zu nennen. Dabei ist der Gift-Riesenschirmpilz vor allem an seinem schlechten Geruch nach saurem Kompost zu erkennen. Dabei äußert sich Gift hier in der Regel in Beschwerden des Magen- und Darmtraktes. Da der Parasolpilz jedoch einen angenehmen Geruch verströmt, sollte hier eine Verwechslung schnell erkannt werden. Der spitzschuppige Stachel-Schirmling ist zwar ungiftig, er löst jedoch bei Verzehr eine Alkoholunverträglichkeit aus und ist daher ungenießbar.

Der Safranschirmling lässt sich durch roten Saft beim Anschnitt vom Parasol unterscheiden
Safranschirmling

Parasolpilz giftig?

Der Pilz ist leicht giftig, wenn er roh ist. Er kann roh Beschwerden hervorrufen, die allerdings bei gesunden Personen nicht als lebensbedrohlich eingestuft werden. Doch daher darf diese Pilzart nur in gekochter oder gebratener Form verzehrt werden. Denn bei rohem Verzehr können die folgenden Beschwerden auftreten:

  • Magenbeschwerden
  • auch Darmkrämpfe
  • Erbrechen und Übelkeit

Doch wer unter einer angeborenen Prädisposition leidet, sollte auch im gekochten oder gebratenen Zustand auf den Verzehr des Parasol verzichten. Denn in einem solchen Fall wird auf das Eiweiß im Pilz allergisch reagiert.

Geschmack

Unter den Speisepilzen gehört dieser Pilz zu den Delikatessen. Je nachdem ob jung oder bereits älter genossen, bietet er zudem verschiedene Geschmacksrichtungen. Nur der große Schirm ist in der Küche zu verwerten, der Stiel hingegen ist faserig, zäh und holzig und daher nicht genießbar. So ist der Geschmack des Parasol wie folgt zu beschreiben:

  • nussartig
  • erinnert leicht an Erdnussbutter
  • älterer Pilz verliert süßen Geschmack
  • angenehmer Geruch
  • Fleisch zart und weich
  • leicht schwammig
  • saftig

Die Hüte des Parasolpilzes werden in der Regel wie ein Schnitzel, paniert oder auch unpaniert, in der Pfanne gebraten. Alte Hüte sind zum Verzehr hingegen nicht mehr zu empfehlen, denn sie werden dürr und zäh. Die jungen Hüte werden vor der Zubereitung nicht gewaschen sondern nur mit einem feuchten Tuch gereinigt und dann in große Stücke geteilt.

Die Hüte des Parasolpilzes können wie ein Schnitzel paniert und gebraten werden

Vorkommen

Wer den Parasolpilz selbst suchen möchte, der sollte lichte Wälder aus Nadel- oder Laubgehölz aufsuchen. Denn zwischen Juni und Oktober findet sich der Parasol vor allem an waldnahen Wiesen oder Lichtungen. Weitere Standorte sind wie folgt zu nennen:

  • an Straßen- oder Wegesrändern
  • vornehmlich auf Sand-, Kalk- oder Lehmböden
  • treten einzeln auf
  • aber auch in Gruppen

Quelle zur Giftigkeit: www.123pilze.de

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