Passionsblume geht plötzlich ein: was tun? | Ursachen

Passionsblume, Passiflora

Dass die Passionsblume im Herbst oder Winter einige gelbe Blätter bekommt, ist völlig normal. Diese können einfach herausgenommen werden. Wird die exotische Passiflora jedoch plötzlich komplett welk, steckt mehr dahinter. Panik ist in diesem Fall jedoch meist nicht angebracht, denn hinter den schlaffen Blättern stecken in der Regel keine gefährlichen Krankheiten, sondern Pflegefehler, die sich mit einer Portion Fürsorge wieder beheben lassen.

Passionsblume geht plötzlich ein

Manchmal kauft man Pflanzen, ohne genau zu wissen, wie man sie richtig pflegt. Sollen sie sich gut entwickeln und womöglich kräftig blühen, stellt sich die Frage nach dem perfekten Standort. Ebenso wichtig ist es zu wissen, wie häufig Sie gießen und düngen müssen. Aus diesem Grund passiert es ab und zu, dass die sonst so robuste Passionsblume welke Blätter bekommt und die Blüten abwirft. Geht die exotische Kletterpflanze plötzlich ein, stellt sich die Frage, welche Ursachen infrage kommen und was zu tun ist.

Ursachen

Sollten Sie bemerken, dass Ihre Passiflora zu schwächeln beginnt, erfordert das Ihr Eingreifen. Je früher Sie die Ursache herausfinden und Maßnahmen gegen den Missstand ergreifen, umso größer ist die Chance, die kränkelnde Pflanze wieder neu zu beleben. Viele Hobbygärtner stehen diesem Problem jedoch recht hilflos entgegen und fragen sich, was zu tun ist. Erst einmal heißt es, Ruhe zu bewahren. Da die Ursachen für die welken Blätter vielfältig sein können, gehen Sie am besten systematisch vor. Unterziehen Sie dafür die gesamte Pflanze und auch die äußeren Einflüsse einer eingehenden Betrachtung.

Trockenheit

Passionsblumengewächse haben im Verhältnis zu ihrem üppigen Laubkleid nur ein recht spärlich ausgebildetes Wurzelwerk. Aus diesem Grund reagieren die Pflanzen sowohl auf Staunässe als auch auf Trockenheit sehr empfindlich. Geht eine Passionsblume plötzlich ein, liegt das in den allermeisten Fällen an einem ungünstigen Gießverhalten. Gerade während der Blüte benötigt die Passionsblume sehr viel Wasser. Bei Wassermangel oder starker Hitze vertrocknen die Blüten vorzeitig und die Blätter werden zunächst gelb und welk, später vertrocknen sie und fallen ab.

Maßnahmen

Um zu überprüfen, ob der Wurzelballen ausgetrocknet ist, reicht es nicht aus, nur einen Blick in den Topf zu werfen. Oft ist die Erde nur oberflächlich angetrocknet und bereits einen halben Zentimeter unterhalb dieser trockenen Schicht ist der Ballen noch feucht. Drücken Sie deshalb den Daumen oder Zeigefinger etwas tiefer in die Erde. Ist das komplette Substrat staubtrocken, fehlt der Passiflora einfach nur Wasser. Abhilfe schafft ein kurzes Tauchbad, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen. Lassen Sie den Topf danach aber gut abtropfen, damit es nicht zu Staunässe kommt.

Hinweis: Benutzen Sie zum Gießen von Passionsblumen Regenwasser oder kalkarmes Leitungswasser, denn die meisten Arten reagieren empfindlich auf hohe Kalkgehalte.

Passionsblume ist eine exotische Schönheit

Staunässe

Stehen Passionsblumen für längere Zeit im Wasser, kann es zum Faulen und Absterben der Wurzeln kommen. Schauen Sie deshalb zunächst in den Übertopf. Hat sich hier Wasser angestaut? Riechen Wasser und Wurzelballen bereits faulig? Wenn ja, dann reicht es meist nicht aus, die Passionsblume einfach nur für einige Tage trocken stehen zu lassen. Durch die abgestorbenen Wurzeln können Pilze in die Pflanze eindringen und die Passionsblume geht unweigerlich ein.

Vorgehen

Entfernen Sie so viel des Substrates wie möglich. Ist der gesamte Ballen verfault, hat auch Umtopfen keine Wirkung mehr. Bei nur teilweisem Absterben schneiden Sie die betroffenen Triebe mit einem sauberen Messer oder Schere ab. Anschließend pflanzen Sie die Passionsblume in einen neuen, sauberen Topf mit frischem, durchlässigem Substrat. Vergessen Sie nicht, gleich eine Drainageschicht aus Tongranulat anzulegen. Legen Sie am besten einige Kieselsteine in den Übertopf, damit das Wasser zukünftig besser aus dem Ballen abfließen kann.

Hitzeschäden

Bei einigen Problemen, die bei der Passionsblume auftreten, ist die direkte Ursache nicht mehr erkennbar, wenn der Schaden auftritt. Das ist vor allem bei kurzfristig auftretenden hohen oder auch zu niedrigen Temperaturen der Fall. An besonders heißen oder auch windigen Tagen können die jungen Triebe von Passionsblumen, die den Sommer auf dem Balkon oder der Terrasse verbringen, nicht in gleichem Maße über die Wurzeln mit Wasser versorgt werden, wie zeitgleich die Feuchtigkeit über die Blätter verdunstet. Das ist auch dann möglich, wenn die Erde im Topf eigentlich ausreichend feucht ist. In diesem Fall lassen jedoch meist nur die jüngeren Triebe die Blätter hängen und werden welk. Färben sich die Blätter silbrig, handelt es sich um einen Sonnenbrand.

Maßnahmen

In den meisten Fällen sind die welken Triebe nicht mehr zu retten. Stellen Sie die Pflanze unbedingt an einen geschützten Standort, damit das Problem zukünftig nicht mehr auftritt:

  • Südfenster: für leichte Beschattung in den Mittagsstunden sorgen
  • alternativ an Ost- oder Westfenster stellen
  • Balkon: Schutz vor der prallen Mittagssonne
  • alternativ Wurzelbereich beschatten

gelbe Passionsblume, Passiflora

Kälteschaden

Ob eine Passionsblume winterhart ist, hängt vor allem von der jeweiligen Art und dem Standort ab. Das natürliche Verbreitungsgebiet der rund 500 Arten der Passiflora zieht sich vom warmen Süd- und Mittelamerika bis ins kühlere Nordamerika. Die meisten Arten stammen aus den tropischen und subtropischen Regionen der Erde und sind bei uns nicht winterhart.

Maßnahmen

Sind einzelne Triebe erst einmal erfroren, können sie nicht reanimiert werden und sterben ab. Warten Sie einfach ein paar Tage ab und schneiden Sie die vertrockneten Stellen großzügig heraus.

  • Balkonpflanzen unbedingt rechtzeitig ins Winterquartier stellen
  • je nach Art zwischen 5 °C und 15 °C
  • immer so hell wie möglich
  • Wohnung auf Zugluft prüfen (gekipptes Fenster, zugiger Flur)
  • Standort verändern

Stirbt die gesamte Passiflora ab, hilft nur noch die radikale Methode. Schneiden Sie alle Triebe bis etwa zehn Zentimeter über dem Boden ab und überwintern die Pflanze kühl aber frostfrei. Im kommenden Frühjahr wird sich zeigen, ob die Passionsblume den Kälteschock überlebt hat und neu austreibt. Vergessen Sie nicht, das Substrat gelegentlich zu überprüfen und eventuell verhalten zu gießen.

Lichtmangel

Bis zu einem gewissen Grad ist es völlig normal, wenn Passionsblumen im Winterquartier ein paar Blätter fallen lassen. Färbt sich das Laub jedoch großflächig gelb, kommen folgenden Ursachen infrage:

  • kalte Luft
  • ein Platz direkt über der Heizung
  • zu wenig Licht

Abhilfe

Passionsblumen benötigen auch in den Wintermonaten sehr viel Licht, allerdings am besten in Kombination mit einem kühlen, frostfreien Quartier. Eine dunkle oder zu kalte Überwinterung übersteht die Pflanze nicht und geht ein. Im Notfall sorgt eine spezielle Pflanzenleuchte für mehr Licht.

Falsche Nährstoffmengen

Sowohl zu niedrige als auch zu hohe Nährstoffgehalte im Substrat haben einen erheblichen Einfluss auf die Gesundheit der Passionsblume. Die Rankpflanze gehört zu den Starkzehrern, die im Frühjahr und Sommer regelmäßig gedüngt werden sollte. Während der Wintermonate wird das Düngen komplett eingestellt. Wer mit kalkhaltigem Leitungswasser gießt, erhöht damit den pH-Wert im Substrat, sodass die Pflanze kein Eisen mehr aufnehmen kann und es zu einer Chlorose kommt. Diese ist an den bleichen Blättern mit dunklen Adern zu erkennen.

Vorgehen

Relativ alte und große Pflanzen, die darüber hinaus noch in einem beengten Pflanzgefäß wachsen, sollten vorzugsweise einmal in der Woche gedüngt werden, um eine sichere Versorgung zu gewährleisten. Halten Sie sich bei den Mengen jedoch immer an die empfohlene Dosis auf der Verpackung. Eisen-Chelate versorgen die Pflanze kurzfristig mit dem wichtigen Spurenelement.

  • in einen größeren Topf umtopfen
  • möglichst viel der alten Erde entfernen
  • frisches, gut durchlässiges Substrat verwenden

Hinweis: Nach dem Umtopfen müssen Sie für einige Wochen gar nicht düngen, da die Pflanze bestens mit Nährstoffen versorgt wird.

Krankheiten und Schädlinge

Zwar sind die exotischen Kletterpflanzen recht robust und widerstandsfähig, trotzdem können gelegentlich Krankheiten oder saugende Insekten auftreten. Handeln Sie nicht früh genug, geht die Pflanze an Schwäche ein.

Tipp: Stellen Sie neu gekaufte Passionsblumen zunächst vorbeugend isoliert von den übrigen Pflanzen auf, um nicht den kompletten Bestand zu gefährden.

Spinnmilben beim aneinander Abseilen
rote Spinnmilben

Läuse und Milben

Vor allem in zu warmen oder zugigen Winterquartieren sind die Pflanzen anfällig für einen Befall mit Spinnmilben und Blattläusen. Untersuchen Sie Ihre Pflanze daher regelmäßig, vor allem an den Unterseiten der Blätter und den Triebspitzen.

Erste Hilfe

Schneiden Sie alle stark befallenen Pflanzenteile heraus und entsorgen diese im Hausmüll. Anschließend duschen Sie die Blätter gründlich ab. Zum Einsprühen gegen die Plagegeister empfiehlt sich eine Mischung aus Wasser, Spülmittel und Alkohol oder Neemöl in Wasser. Sprühen Sie die Passionsblume mit Hilfe einer Blumenspritze drei Tage in Folge ein (Blattunterseiten nicht vergessen). Dann noch einmal nach einer und nach zwei Wochen, um die Folgegeneration abzutöten.

Tipp: Zur Vorbeugung gegen einen Schädlingsbefall sollte der Kletterstar im Winter öfter mit Wasser eingesprüht werden.

Pilzinfektionen

Wird innerhalb nur weniger Tage die ganze Passionsblume welk und sind weder Trockenheit noch Staunässe ursächlich, dann ist eine Infektion der Leitbündel mit Pilzen oder Bakterien wahrscheinlich. Jetzt geht es darum, schnell zu handeln, denn bei einem fortgeschrittenen Pilzbefall ist die Pflanze nicht mehr zu retten. Zu erkennen ist ein Pilzbefall recht leicht:

  • gesunde Leitbündel: schwammartig und weiß
  • bei Pilzinfektion: hohle Stängel, Braunfärbung im Inneren

Maßnahmen

Schneiden Sie alle welken Triebe großzügig ab. Damit der Pilz nicht weiter vordringen kann, müssen Sie mit sauberem, sterilem Werkzeug bis ins gesunde Gewebe schneiden. Gleichzeitig ist es notwendig, die Pflanze auszutopfen die Wurzeln genauer zu betrachten.

  • faulige Wurzeln entfernen
  • neuen Topf verwenden (erneute Infektionsgefahr)
  • alternativ: alten Topf mit kochendem Wasser spülen
  • in frisches, gut durchlässiges Substrat topfen

Für die nächsten Wochen ist es notwendig, die Passionsblume halbschattig und geschützt aufzustellen, um die Neubewurzelung anzukurbeln. Bitte düngen Sie die Pflanze in dieser Zeit nicht, da hohe Nährstoffmengen das Wurzelwachstum hemmen.