Passionsblumen überwintern – so bringen Sie sie durch den Winter

Passionsblumen überwintern

Die exotischen Passionsblumen mit ihren charakteristischen Blüten sind ein wahrer Blickfang. Mit 530 Arten erfreut die Familie der „Passiflora“ alle, die extravagante Blumen lieben. Die Kletterpflanze stammt ursprünglich aus Südamerika und wurde von Ureinwohnern als Heilpflanze eingesetzt. Um in Deutschland überleben und ihre volle Pracht entfalten zu können, brauchen Passionsblumen eine besondere Pflege – vor allem in der kalten Jahreszeit. Wir erklären Ihnen, wie Sie die prachtvolle Blume richtig überwintern.

Überwintern im Freien

Passionsblumen überwintern – draußen

In Regionen mit einem milden Klima kann die Überwinterung der „Passiflora“ auch im Freien geschehen. Die Kletterpflanze verträgt Temperaturen bis zu – 8 °C. Die abgeworfenen Blätter und die vertrockneten Ranken kommen im Frühjahr wieder nach. Wichtig ist jedoch, dass Sie im Winter die Wurzeln der Pflanze gut schützen.

Das können Sie ganz einfach mit einer dicken Schicht aus Laub tun. Steht die Passionsblume an einem sehr kalten Ort oder in der Zugluft, sollten Sie sie zusätzlich mit aufgestellten Tannenzweigen schützen oder mit Fichtenästen umwickeln. Die natürliche Schutzschicht erfüllt gleich zwei Funktionen: Sie spendet wohltuende Wärme und hält den Regen fern.

  • Wurzeln vor Kälte schützen
  • Schutzschicht aus Laub oder Fichtenästen bauen
  • nur mäßig bewässern
  • nur an Tagen ohne Frost gießen

Passionsblumen im Gartenbeet

Beim Überwintern im Freiland darf die Passionsblume nur an frostfreien Tagen bewässert werden, da das gefrierende Wasser der Pflanze sonst schaden könnte. Einige Züchtungen der Passionsblume sind frostresistent. Es ist jedoch sinnvoll, auch diese Arten in der kalten Jahreszeit zu schützen. So haben Sie lange Freude an ihrer exotischen Schönheit.

Überwintern in Räumen

Passionsblumen überwintern – drinnen

Das Überwintern der „Passiflora“ ist auch möglich, indem Sie die Pflanze hereinholen und umtopfen. Je nach klimatischen Bedingungen beginnt die Passionsblume im September oder Oktober damit, sich auf die kühleren Monate und den Frost einzustellen. Das bedeutet, dass Sie die exotische Kletterpflanze in dieser Zeit von draußen in die Wohnung holen und in ihr Winterquartier bringen sollten. Der späteste Zeitpunkt hierfür sollte jedoch Anfang November sein. Dann kann sich die Passionsblume leicht an ihre neue Umgebung anpassen.

  • im September oder Oktober
  • spätestens im November

einige Passionsblumen sind frostresistent

Rückschnitt

Bevor die Blumen ins Haus kommen, ist ein Rückschnitt zu empfehlen. So verliert die Pflanze während des Winters nicht zu viel Kraft. Einige Sorten erreichen eine Wuchshöhe von bis zu 10 Metern. Das Zurückschneiden erleichtert es Ihnen daher auch, für die Passionsblumen in der Wohnung einen geeigneten Platz zu finden.

Die „Passiflora“ wächst aus starken Haupttrieben. Die Blütenpracht ist aber an den jungen Seitentrieben zu sehen. Deshalb sollten diese auf 15 bis 20 Zentimeter zurückgeschnitten werden. Drei bis fünf Augen sollten stehenbleiben. Dann treibt die Passionsblume umso kräftiger aus und es bilden sich starke Verzweigungen. Das führt zu einer üppigeren Blüte im nächsten Jahr.

  • Rückschnitt
  • auf 15 bis 20 Zentimeter
  • 3 bis 5 Augen stehenlassen

Passionsblume ist eine exotische Schönheit

Werkzeug

Für das Zurückschneiden sollten Sie ein scharfes und sauberes Messer verwenden. Sinnvoll ist es, auch die verblühten Blüten zu entfernen. Sonst würde die Pflanze zu viel Kraft durch das Bilden der Samen und der Früchte vergeuden. Es würde weniger Energie für die Blüte zur Verfügung stehen. Das Entfernen des Verblühten sorgt dafür, dass Sie sich im nächsten Jahr an einer großen Blütenpracht erfreuen können.

  • sauberes, scharfes Messer
  • Verblühtes entfernen

Dann pflanzen Sie die Blumen in einen passenden Topf und bringen sie an einen hellen Standort. Hierfür bietet sich ein Kalthaus mit 6 bis 8 °C an. Ansonsten sollte es ein Platz sein, der den Winter über durchgehend maximal 10 °C aufweist. Geeignet sind Räume, die nach Norden oder Nordosten ausgerichtet und nicht beheizt sind. Ein guter Ort ist zum Beispiel ein helles Treppenhaus, in dem in den Wintermonaten keine Heizung angemacht wird.

  • heller Standort
  • ideal sind 6 bis 8 °C
  • maximal 10 °C

sich öffnende Passionsblumen Blüte

Gießen

Damit die Passionsblume gut über den Winter kommt, sollte sie so trocken wie möglich bleiben. Gießen Sie sie deshalb während ihrer Ruhephase nur mäßig. Sie braucht nur so viel Wasser, dass sich die Erde leicht feucht anfühlt. Düngen brauchen Sie die Pflanze im Winter gar nicht. Bei Temperaturen unter 10 °C wirft die „Passiflora“ ihre Blätter ab. Im nächsten Frühjahr wachsen diese jedoch schnell wieder nach.

  • nur mäßig gießen
  • gar nicht düngen

Im nächsten Frühjahr können Sie die „Passiflora“ je nach Wetterlage ab März oder April wieder hinaus ins Freie setzen. Am liebsten mag sie einen nährstoffreichen Boden, der locker ist und viel Lehm enthält.

  • ab März oder April nach draußen
  • nährstoffreicher, lehmhaltiger, lockerer Boden

Passionsblume mit ihrer einzigartigen Blüte

Passionsblumen vertragen die direkte Sonneneinstrahlung. Nach dem Überwintern sollte sie aber zunächst langsam an die Sonne gewöhnt werden, bevor sie wieder ein volles Sonnenbad genießen kann. Ansonsten besteht die Gefahr, dass die zarte Blume eine Art „Sonnenbrand“ bekommt. Da der Rückschnitt bereits im Herbst erfolgt ist, brauchen Sie im Frühjahr nur noch die schwachen Triebe und die braunen Spitzen entfernen. Dieses ist jedoch nicht zwingend erforderlich, denn die „Passiflora“ gedeiht auch so wunderbar und erfreut Sie mit ihren prächtigen Blüten.

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