Passionsfrucht und Maracuja: das sind die 4 Unterschiede

Passionsfrucht und Maracuja

Maracuja oder Passionsfrucht? Über die richtige Bezeichnung der Tropenfrüchte wird viel diskutiert. Während die Einen die Meinung vertreten, es handle sich um die gleichen Früchte, halten die Anderen dagegen, dass es einen Unterschied zwischen ihnen gibt. Die Wahrheit liegt jedoch, wie fast immer, in der Mitte, denn für beide Früchte werden in Europa die Bezeichnungen „Passionsfrucht“ und „Maracuja“ oft synonym verwendet.

Name

Der Name „Maracuja“ ist im Portugiesischen ein Lehnwort aus der Tupi-Sprache, die auf die Zeit vor der Eroberung Südamerikas und auf die portugiesische Kolonialzeit zurückgeht. Übersetzt bedeutet „Mara“ Speise und „Cuja“ Gefäß. Die Bezeichnung „Passionsfrucht“ geht auf die christlichen Einwanderer Südamerikas zurück. Denn sie meinten, in den Blüten von Passiflora (Passionsblume) symbolisch die Passion Christi zu erkennen. So sollen nach damaliger Auffassung, beispielsweise die zehn Blütenblätter für die Apostel (ohne Judas und Petrus) stehen und die fünf Staubblätter die fünf Wunden Christi symbolisieren.

Unterschiede

Auch wenn die Namen der tropischen Früchte synonym verwendet werden, lassen sich doch Unterschiede feststellen, denn in Deutschland gibt es einen Unterschied zwischen Passionsfrucht und Maracuja. Dieser lässt sich an den folgenden Punkten festmachen:

  • botanische Bezeichnung
  • Aussehen
  • Geschmack
  • Botanisch Bezeichnung

Beide Früchte bzw. beide Pflanzen gehören zur Gattung der Passionsblumen (Passiflora). Zur Art „Passiflora edulis“ gehören verschiedene Sorten und Formen. Im Handel sind die Früchte der Formen Purpurgranadilla (Passiflora edulis forma edulis) und Gelbe Granadilla (Passiflora edulis forma flavicarpa) erhältlich. Die Bezeichnung „Form“, abgekürzt f., stellt in der botanischen Systematik eine Rangstufe unterhalb der Art da. Sie wird in der Regel für visuelle Abweichungen verwendet.

Passionsfrucht, Passiflora edulis forma edulis

Aussehen

Der wesentlichste Unterschied zwischen beiden Früchten ist ihr Aussehen, auf welches bereits die Namen Purpur- bzw. Gelbe Granadilla hinweisen. F. flavicarpa hat eine braun-violette Schale, die mit zunehmendem Reifegrad runzelig wird. Die glatte Schale von f. edulis ist gelb. Weitere Unterscheidungsmerkmale sind die Größe und die Form der Früchte.

Purpurgranadilla erreichen maximal die Größe eines Hühnereis und haben eine kugelige bis ovale Form. Die gelben Früchte sind hingegen deutlich größer. Sie werden zwischen acht und zwölf Zentimeter lang und haben eine ovale bis eiförmige Form.
Im Inneren der Früchte finden sich viele Samen, denn die Früchte sind botanisch gesehen Beeren. Sie sind von einem saftigen Gelee in gelboranger Farbe umgeben. Die Farbe der Samen ist bei den beiden Früchten unterschiedlich. F. edulis hat schwarze Samen, f. flavicarpa braune Samen.

Geschmack und Inhaltsstoffe

Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten. Auch ist er vom Reifegrad und Wachstumsbedingungen der Pflanzen abhängig. Deshalb können hier nur allgemeine Aussagen getroffen werden. So gelten die Früchte der Gelben Granadilla, der Maracuja, deren Säuregehalt höher ist, als etwas weniger aromatisch als jene der Purpurgranadilla, der Passionsfrucht. Dies mag ein Grund sein, warum in vielen deutschen Supermärkten eher die kleinen, runzeligen Früchte angeboten werden, obwohl die gelben Früchte süßer sein sollen.

Bei den Inhaltsstoffen ist kein wesentlicher Unterschied festzumachen. Der Saft bzw. das Gelee der Früchte enthält neben Zucker, reichlich Vitamin C sowie Niacin (früher Vitamin B3) und Riboflavin (früher Vitamin B2).

Tipp: Um den tatsächlichen Unterschied zu schmecken, sollten Sie beide Früchte einmal ausprobieren.

Maracuja, Passiflora edulis forma flavicarpa

Verwirrung im Handel

Ob Sie im Handel Maracujas oder Passionsfrüchte kaufen, hängt oft vom Anbieter ab. In deutschen Supermärkten hat sich jedoch folgende Begrifflichkeit für die Tropenfrüchte eingebürgert:

  • gelbe Frucht = Maracuja
  • violett-braune Frucht = Passionsfrucht

Auf Fertigprodukten, die im Handel angeboten werden, sind meist die violett-braunen Maracujas zu sehen, da diese optisch besser wirkt als die gelbe Tropenfrucht. So ist es durchaus möglich, dass auf der Verpackung die kleinen Maracujas zu sehen sind, obwohl das Produkt Passionsfrüchte erhält. Dieser Umstand mag sich zwar im Geschmack nicht so deutlich bemerkbar machen, sorgt aber oft für Verwirrung. Außerdem wird vermutet, dass dieser Werbetrick dazu geführt hat, dass der Name „Maracuja“ geläufiger als „Passionsfrucht“ ist.