Petersilie ernten

Petersilie (bot. Petroselinum crispum) gehört in allen Variationen zu den beliebtesten Küchenkräutern und sollte in keinem Garten fehlen – schließlich geht nichts über eine aromatische Kräuterküche. Wie und wann Sie das vielseitige Kraut am besten ernten und was beim Schneiden zu beachten ist, erfahren Sie in diesem Artikel. Mit unseren Tipps wachsen sowohl ins Beet gepflanzte als auch Topfpetersilie anschließend noch besser – für eine üppigere Ernte und mehr Geschmack.

Wann Petersilie ernten?

Grundsätzlich gibt es keinen konkreten Termin oder Zeitraum, in dem Sie Petersilie am besten ernten. Sie können ganzjährig zu Messer oder Schere greifen, sofern Sie ein paar Blättchen in der Küche brauchen. Am besten schmeckt das Kraut frisch geschnitten, zudem ist es nicht besonders lange lagerfähig – schon nach wenigen Tagen im Kühlschrank verlieren die Stängel ihr charakteristisches Aroma.

Petersilie selber kultivieren

Dennoch sollten Sie nicht nur so viel abschneiden, wie Sie gerade verbrauchen. Mit einem regelmäßigen, kräftigen Rückschnitt regen Sie das Wachstum der Pflanze an und sorgen so für eine reiche Ernte. Überschüssige Petersilie lässt sich sehr gut einfrieren und behält auf diese Weise ihr Aroma. Die zurückgeschnittene Pflanze treibt anschließend stark aus und entwickelt ein buschiges Äußeres mit zahlreichen Blättchen.

Tipp: Im Gegensatz zur Blattpetersilie wird Wurzelpetersilie frühestens ab Oktober geerntet. Die langen, an Pastinaken erinnernden Rüben können bis zum Februar im Boden bleiben und bei Bedarf einfach herausgezogen werden. Das Blattgrün schmeckt der Blattpetersilie sehr ähnlich und wird ebenso verwendet. Dieses ernten Sie jedoch nur im Sommer.

Darf man Petersilie nach der Blüte verwenden?

Eine Einschränkung gibt es jedoch beim Erntezeitpunkt: Sobald Petersilie anfängt zu blühen, dürfen Sie sie nicht mehr verwenden. Ab diesem Moment produziert das Kraut vermehrt giftiges Apiol, welches unangenehme Folgen im Verdauungstrakt nach sich zieht. Die Folge sind Krämpfe und Durchfall, bei übermäßigem Verzehr können auch Herzrhythmusstörungen auftreten. Des Weiteren verliert Petersilienkraut ab diesem Zeitpunkt seinen Geschmack.

Petersilie gehört zu den Basiskräutern
Petersilie

Der richtige Erntezeitpunkt im Überblick:

  • ganzjährig möglich
  • auch im Winter
  • sobald ein Stiel mindestens 3 Blattpaare hat
  • ab der beginnenden Blüte nicht mehr

Tipp: Wenn Sie das Kraut im Winter aus dem Gartenbeet ausgraben und in einen Topf setzen, können Sie es noch bis zum Frühjahr verwenden. Ein Auspflanzen im Frühjahr lohnt sich dann jedoch nicht mehr, weil die Petersilie anschließend zu blühen beginnt. Auch für die Samenproduktion sind solche Exemplare ungeeignet, weil sie keine Winterruhe hatten und deshalb kaum für die Aussaat geeignete Samen entwickeln werden.

Richtig schneiden

Damit die Petersilienpflanze von dem Schnitt profitiert und nicht anschließend eingeht, kommt es ganz wesentlich auf die richtige Vorgehensweise an. Beachten Sie daher beim Abschneiden diese Hinweise:

  • Stängel mit wenigstens drei Blattpaaren verwenden
  • knapp über dem Boden abschneiden
  • nicht nur einzelne Blättchen abzupfen
  • diese wachsen nicht mehr nach, Stängel bleibt kahl
  • Stängel immer von außen nach innen abschneiden
  • Pflanzenherz unbedingt stehenlassen!
    • erkennbar an dickeren Stielen in der Pflanzenmitte
    • Petersilie stirbt sonst ab

Petersilie gehört zu den am meisten verbreiteten Küchenkräutern

Verwenden Sie für den Schnitt eine scharfe und zuvor desinfizierte Gartenschere oder ein ebensolches Messer, damit keine Krankheitskeime (etwa von anderen, zuvor geschnittenen Pflanzen) übertragen werden. Gelbe Blätter entfernen Sie gleich und entsorgen diese.

Tipp: Petersilie muss vor dem Winter nicht zurückgeschnitten werden, Sie können sie auch einfach so im Beet lassen und bei Bedarf weiter ernten. Erst wenn es richtig frostig wird, schneiden Sie die Pflanzen zurück und frieren sie – fein gehackt – für die weitere Verwendung ein. Sie treibt im Frühjahr aus und kann bis zur Blüte zwischen Juni und Juli noch verwendet werden – kurz zuvor sind die Blätter besonders aromatisch.