Petersilie (Petroselinum crispum) verleiht dem Essen das entscheidende Aroma – vor allem wenn sie aus eigenem Anbau stammt. Das schmackhafte Kraut lässt sich sowohl im Beet als auch im Topf auf der Fensterbank kultivieren. Leider gilt die Pflanze als sehr eigenwillig was den Standort und die Pflege betrifft. Was tun, wenn die Petersilie plötzlich gelb wird und sind die Blätter trotzdem noch essbar?

Ursachen

Färbt sich die Petersilie aus dem Topf gelb, liegen dem häufig Pflegefehler zu Grunde. Das Kraut stellt hohe Ansprüche an die Einhaltung der passenden Bedingungen und reagiert schon bei kleinsten Unstimmigkeiten sehr sensibel. Stellt der Gärtner eine Farbveränderung der Blätter fest, sollte er folgende Faktoren prüfen und gegebenenfalls verbessern:

  • ungünstige Standortverhältnisse
  • falsches Gießverhalten
  • Krankheiten und Schädlinge

Der richtige Standort

Anders als mediterrane Kräuter fühlt sich die Petersilie im Halbschatten wohl. Zu warme und sonnige Standorte verursachen schnell einen Sonnenbrand auf den Blättern. Dies könnte ein Grund für die gelbe Färbung der Petersilie sein. Vor allem wenn der Gärtner das Gewächs im Topf auf der Fensterbank kultiviert, verstärkt die Glasscheibe die Hitze des Sonnenlichts.

Tipp: Petersilie aus dem Supermarkt sollte der Gärtner der Plastikschale entnehmen und die Kräuter in einen größeren Topf umpflanzen. Das garantiert eine längere Frische. Alternativ setzt er die Pflanze direkt ins Beet.

Das geeignete Substrat

Das Küchenkraut verträgt keine Staunässe. Die Erde sollte daher möglichst locker und durchlässig sein. Zudem fördert humusreiches Substrat den Wuchs, indem es die Petersilie optimal mit den notwendigen Nährstoffen versorgt, die die Pflanze in großen Mengen benötigt. Dieses Merkmal muss der Gärtner vor allem bei der Haltung im Balkonkasten beachten. Bepflanzt er diesen jährlich aufs Neue, besitzt die Fruchtfolge hohe Relevanz. Baut der Gärtner nämlich über Jahre Doldenblütler in ein und demselben Blumenkasten an, ist die Erde bald ausgelaugt. Nach der Ernte der Petersilie muss er den Topf daher von Grund auf erneuern, ehe er Petroselinum crispum im Folgejahr einpflanzt. Neben Petersilie gehören auch

  • Möhre
  • Dill
  • und Fenchel

zu den Doldenblütern.

Hinweis: Kann der Gärtner einen falschen Standort als Ursache ausschließen, ruft häufig ein Molybdän- oder Magnesiummangel des Substrats die gelbe Färbung der Petersilie hervor. Ein besonderes Indiz für diesen Grund sind zunächst weiße Flecken auf den Blättern, ehe die Pflanzen vollständig gelb werden. Im Fachhandel erhält der Gärtner speziell für diesen Mangel ausgelegten Dünger.

Petersilie gelb

Die angemessene Wassergabe

Die Wassergabe erfordert sehr viel Fingerspitzengefühl. Es gilt, das richtige Maß zwischen nicht zu trockener und nicht zu nasser Erde zu finden. Dabei kann die Fingerprobe helfen. Erst wenn die oberste Substratschicht komplett angetrocknet ist, erfolgt die nächste Wässerung. Eine zu lange Trockenperiode darf aber auch nicht eintreten. Häufig vergessen Gärtner auch, dass sich das Gießwasser obgleich einer Drainage im Untersetzer staut. Bei der Kultivierung auf der Fensterbank muss der Gärtner überschüssiges Wasser unbedingt abgießen.

Zum Gießen empfiehlt sich warmes Leitungswasser am besten, um der Vorliebe für kalkhaltige Erde gerecht zu werden.

Krankheiten und Schädlinge

Dass die Blätter der Petersilie gelb werden, ist keine Seltenheit und hat sogar einen eigenen Namen. Botaniker sprechen auch von der Petersilien-Krankheit. Doldenblüter sind besonders anfällig für Schädlinge wie

  • Wurzelläuse
  • Nematoden
  • Pilzsporen
  • Maden

Meistens nistet sich das Ungeziefer im Substrat ein und ernährt sich von den Wurzeln. Für das menschliche Auge sind die winzigen Schädlinge kaum sichtbar. Bleibt zusätzlich eine adäquate Fruchtfolge aus, vermehren sich die Parasiten umso mehr.

Einem solchen Krankheitsfall lässt sich vorbeugen, indem der Gärtner die Petersilie erst im August aussät. Zu dieser Jahreszeit haben sich die Schädlinge längst zurückgezogen. Pflanzen, die der Gärtner in Anzuchttöpfen vorgezogen hat, sind meistens robuster gegen die Parasiten.

Hinweis: Ein Komposthaufen im Garten ist schön und gut, kann der Gärtner doch immer frischen, organischen Dünger davon beziehen. In diesem Fall sollte er aber ausschließlich Blumenerde aus dem Fachhandel für seine Töpfe verwenden. Zersetztes Material vom Komposthaufen könnte von vorne herein Schädlinge enthalten.

Verschiedene Arten der Vergilbung

Nicht immer färben sich die Blätter durchgehend gelb. Auch Flecken oder Farbnuancen sind möglich. Diese liefern wichtige Hinweise, um welche Krankheit oder welchen Pflegefehler es sich handelt.

Petersilie gelb

  • Blätter verfärben sich vollständig gelb: Trockenheit, Staunässe oder verkrusteter Boden, Maßnahme: Pflegegewohnheiten ändern
  • gelbe Flecken beziehungsweise hellgrünes oder weißes Mosaikmuster: Infektion mit dem Petersilien-Y-Virus verursacht durch Blattläuse, Maßnahme: gelbe Triebe entfernen, nicht auf dem Kompost entsorgen
  • schwache Gelb- oder Weißfärbung der Blätter zum Teil mit Rotstich: Infektion mit verschiedenen Virenarten, häufig Nekrosen, kann bei zu später Behandlung zum Absterben der gesamten Pflanze führen, Maßnahme: alle befallenen Triebe großzügig entfernen, nicht auf dem Kompost entsorgen

Ist gelbe Petersilie trotzdem noch essbar?

Zwar mindert eine Verfärbung der Blätter auch die optische Wirkung, jedoch baut der Gärtner das Kraut in der Regel zum Verzehr an. Stellt sich also die Frage, ob gelbe Petersilie noch essbar ist.

Generell besteht keine Gesundheitsgefahr. In erster Linie leidet lediglich der Geschmack. Die Blätter verlieren ihr frisches Aroma, schmecken fad und trocken. Sind Schädlinge die Ursache, können die Triebe auch zu faulen beginnen. In diesem Fall ist vom Verzehr abzuraten.

Ist die Pflanze jedoch verblüht, eignet sie sich keineswegs mehr für die kulinarische Verwendung. Nach der Blüte bildet Petersilie den giftigen Stoff Apiol, welcher die Blätter nicht nur ungenießbar macht, sondern auch gesundheitliche Auswirkungen hat.