Petersilie säen, Mondkalender

Petersilie ist eines der beliebtesten Würzkräuter und eine Bereicherung für jede Küche. Das gilt sowohl für glatte als auch krause Arten, die sich in Blattform und Geschmack unterscheiden. Sie sollte in keinem Garten fehlen, kann aber auch im Topf auf Fensterbank oder Balkon kultiviert werden. Allerdings ist beim Anbau etwas Fingerspitzengefühl gefragt, damit die Samen überhaupt keimen können. Die wichtigsten Faktoren dabei sind der richtige Standort und die Bodenbeschaffenheit.

Aussaat

Optimale Bedingungen für eine Aussaat

Die Anzucht von Petersilie gelingt nicht immer, teilweise geht die Saat gar nicht auf oder nur sehr unregelmäßig. Das kann u.a. an einem zu kalten, zu nassen oder zu trockenem Boden liegen. Zudem können Schnecken oder Schadpilze im Boden der Saat oder den jungen Pflänzchen den Garaus machen. Um so wichtiger sind ein guter Standort und die Bodenbeschaffenheit.

  • Standort sollte hell aber vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt sein
  • vorzugsweise halbschattiges Plätzchen wählen
  • gleichmäßig feuchte und tiefgründige Böden bevorzugen
  • Boden sollte humusreich und nicht zu leicht sein
  • überschüssiges Regen- und Gießwasser sollte gut ablaufen können
  • saure Böden durch Kalken verbessern
  • in mageren Boden reifen Kompost oder gut abgelagerten Stallmist einarbeiten
  • auch Hornmehl und Hornspäne zur Bodenverbesserung geeignet
  • Boden einen Monat vor der Aussaat gründlich auflockern
  • gegebenenfalls etwas Algenkalk oder Gesteinsmehl unterarbeiten

Petersilie braucht einen hellen Standort

Wärme

Wärme beschleunigt Keimdauer

Petersilie hat eine vergleichsweise lange Keimdauer von bis zu 4 Wochen. So kann sie leicht von Unkräutern überwuchert werden. Die Anzucht erfordert also etwas Geduld. Ist das Saatgut zu alt, kann die Keimung komplett ausbleiben. Die Keimfähigkeit liegt bei etwa 2 Jahren.

Wärme kann die Keimung unterstützen. Die Bodentemperatur sollte zum Zeitpunkt der Aussaat mindestens 8 °C betragen. Folglich ist eine zu frühe Aussaat insbesondere im Freien nicht empfehlenswert. Wärmere Temperaturen sind nicht nur für die Keimung förderlich, auch das Kraut  kann sich besser entwickeln. Gegenbefalls kann man die Pflänzchen im Haus vorzuziehen.

Zeitpunkt

Bester Aussaat-Zeitpunkt

Der richtige Zeitpunkt für die Aussaat von Petersilie ist abhängig davon, ob man im Freiland oder im Topf, beispielsweise als Vorkultur oder zur dauerhaften Kultivierung auf der Fensterbank säen möchte. Ist der Boden bei einer Freilandaussaat kälter als 8 °C, wird die Saat nicht aufgehen. Teilweise wird empfohlen, von März bis spätestens Mitte Juni zu säen.

Bessere Chancen für eine Keimung soll eine Aussaat zwischen August und September bieten. Dann ist es wesentlich wärmer, sodass sich das Kraut schneller entwickeln kann. Auch Schädlinge oder die gefürchtete Petersilienkrankheit spielen dann kaum noch eine Rolle. Sind die Winter eher mild, kann man mit etwas Glück im Folgejahr noch bis etwa Mai Petersilie ernten. In einem Frühbeet lässt sie sich auch im Herbst noch aussäen. Am sichersten ist es, die Petersilie in der Wohnung oder einem Gewächshaus vorzuziehen. Für eine dauerhafte Haltung auf der Fensterbank ist eine ganzjährige Aussaat möglich.

Aussaatanleitung

Samen, die man zur Aussaat benötigt, kann man kaufen oder von bereits vorhandenen Pflanzen gewinnen. Petersilie wächst zweijährig. Zur Bildung von Blüten und somit auch Samen kommt es allerdings erst im zweiten Jahr. Sobald die Pflänzchen verblüht sind, können die kleinen Samen geerntet werden. Aber wie erfolgt die Aussaat und wie tief wird gesät?

Petersilie selber kultivieren

Im Beet

Vor dem Säen, weicht man die Samen für einige Stunden in lauwarmem Wasser ein, um die Keimung zu unterstützen und die Keimdauer etwas abzukürzen. Wenn man sie anschließend aus dem Wasser nimmt, kann es passieren, dass die glitschigen Samen an den Fingern kleben bleiben. Mischt man sie dann mit etwas Sand, lassen sie sich besser in der Erde verteilen.

  • Boden vor der Aussaat wässern
  • etwas abtrocknen lassen und die Samen verteilen
  • dazu Saatreihen mit Abständen von 15 – 20 cm ziehen
  • Samen dünn in die Reihen streuen
  • pro laufenden Meter etwa 50 Samenkörner rechnen
  • nicht jedes Korn keimt, deshalb nicht zu wenige auszubringen
  • Samen in einer Tiefe von 1 bis 1,5 cm aussäen

Geht es darum, wie tief die Samen in den Boden müssen, ist zu berücksichtigen, dass sie zu den Dunkelkeimern gehören und dementsprechend mit Erde bedeckt werden müssen. Nun sollte der Boden bis zur Keimung gut feucht gehalten werden. Ist die Erde zu trocken, verzögert das die Keimung zusätzlich oder sie bleibt aus. Sobald sich die ersten Blätter nach den Keimblättern zeigen, werden die Sämlinge in Abständen von 10 cm zueinander und 20 cm zu anderen Kräuter- oder Gemüsepflanzen vereinzelt.

Tipp: Bei einer Aussaat im Freien ist es ratsam, zusammen mit den Petersiliensamen eine sogenannte Markiersaat, bestehend aus Radieschensamen, auszubringen. Da Radieschensaat relativ schnell keimt, sind die Reihen besser zu erkennen und die Bereiche können besser unkrautfrei gehalten werden.

schmackhafte Petersilie selber säen

Im Topf

Eine Aussaat im Topf ist in der Regel das ganze Jahr über möglich. Sollen die Pflänzchen später im Garten ausgepflanzt werden, kann man im Februar säen. Dazu füllt man einen oder mehrere kleine Töpfe mit handelsüblicher Anzuchterde und sät pro Topf bis zu 10 Samen aus. Auch hier werden sie wieder etwa 1 cm dick mit Erde bedeckt. Die Substratoberfläche wird gut angefeuchtet und das Ganze an einen warmen Platz gestellt. Sobald die Sämlinge aufgelaufen bzw. ca. 5 cm hoch sind, können sie auf eine Pflanze pro Topf vereinzelt werden.

Tipp: Beim Vereinzeln sowohl im Beet als auch im Topf sollte man behutsam vorgehen, um zu verhindern, dass die Wurzeln beschädigt oder die Pflänzchen umgeknickt werden.

Fruchtfolge beachten

Damit die Petersiliensaat tatsächlich aufgeht, sollte man auf die Fruchtfolge achten. Dazu muss man wissen, dass Petersilie mit sich selbst, und allen anderen Doldenblütlern wie z.B. Karotten, Dill, Fenchel oder Sellerie unverträglich ist. Folglich sollte sie frühestens nach 3 – 4 Jahren am selben Standort bzw. dort angebaut werden, wo zuvor bereits Doldenblütler standen. Auch Salat ist ein schlechter Pflanznachbar.

Petersilie ist eines der beliebtesten Würzkräuter

Standortwechsel

Ein jährlicher Standortwechsel ist optimal. Es gibt aber auch Pflanzennachbarn, die sich positiv auf die Petersilie auswirken können und sich für eine entsprechende Mischkultur eignen. Dazu zählen Zwiebeln, Porree, Schnittlauch, Tomaten, Rettich, Radieschen, Gurken und Erdbeeren. Wurzelpetersilie eignet sich für Mischkulturen mit Grünkohl, Brokkoli, Bohnen und Endivien.

Mondkalender

Aussaat mithilfe des Mondkalenders

Einige Hobbygärtner orientieren sich bei Aussaat- und Pflanzzeiten auch am aktuellen Mondkalender. Er gibt für unterschiedliche Pflanzenarten die günstigsten Tage für eine Aussaat vor, wofür es jedoch keinerlei wissenschaftliche Beweise gibt. Dabei spielen u.a. die Mondphasen mit zunehmendem und abnehmendem Mond, die nach 12 Tierkreiszeichen benannt werden, eine wichtige Rolle.

Die Tierkreiszeichen des aufsteigenden Mondes sollen sich lt. Mondkalender nicht gut zum Säen eignen. Dagegen soll sich die Zeit des absteigenden Mondes positiv auf eine Aussaat auswirken. Neben den Sternzeichen haben auch die vier Elemente Feuer/Wärme, Wasser, Erde und Luft/Licht eine bestimmte Bedeutung. Wärme soll auf die Frucht wirken, Erde auf die Wurzel, Licht auf die Blüte und Wasser auf das Blatt.

Petersilie braucht einen humusreichen Boden

Blattpetersilie wird den Blattpflanzen bzw. Blatttagen zugeordnet. Sie sollen vorzugsweise in der Zeit vom 19.02. – 20.03., vom 22.06. – 22.07. und vom 23.10 – 22.11. ausgesät werden. Im Gegensatz zu normaler Blattpetersilie wird Wurzelpetersilie den Wurzelpflanzen und Wurzeltagen zugeordnet. Für eine Aussaat bedeutet das, dass für sie vom 21.04. – 21.05., vom 23.08. – 22.09. und vom 21.12. – 19.01 die beste Zeit für eine Aussaat ist.

Für dieses Küchenkraut sind insbesondere die sogenannten Wurzel- und Blatttage interessant. Die Wurzeltage sind günstig für die Aussaat, Pflege, Pflanzung und Ernte von Wurzelgemüse, wie der Wurzelpetersilie, während es an den Blatttagen ausschließlich um Blattpflanzen geht, zu denen neben Blattsalaten, Spinat, Lauch und Mangold auch Blattpetersilie gehören.

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