Petersilie: Standort im Beet, Wohnung und Balkon

Petersilie (bot. Petroselinum crispum), im Süden Deutschlands sowie in Österreich auch als Peterle bezeichnet, gehört zu den beliebtesten Küchenkräutern. Ob auf dem Butterbrot, an Gemüsegerichten, an Geflügel oder Fisch, im Omelette oder in der Salatsauce: Die würzigen Blättchen lassen sich sehr vielseitig verwenden. Dem Kraut haftet allerdings der Ruf an, recht kompliziert und anspruchsvoll zu sein. Lesen Sie in diesem Artikel, an welchem Standort das Küchenkraut optimal gedeiht – im Gartenbeet oder auch im Topf.

Petersilie: Infos zum Standort

Im Beet

Viele beliebte Küchenkräuter brauchen einen möglichst sonnigen Platz im Garten, damit sie tüchtig wachsen und ihr volles Aroma entfalten. Nicht so die Petersilie. Sie braucht für Ihr Gedeihen zwar Licht, aber bitte keine direkte Sonne. Am besten pflanzen Sie das diesbezüglich empfindliche Kraut an einen hellen Standort, der bestenfalls über die Mittagsstunden schattiert ist. Sehr gut eignet sich auch ein halbschattiges Plätzchen, an dem die zarten Blättchen keinen Schaden nehmen.

Boden

Auch im Hinblick auf den Boden stellt die Petersilie gänzlich andere Ansprüche als viele andere Kräuter, weshalb Sie sie besser nicht in ein Kräuterbeet pflanzen. Optimal ist der Untergrund, wenn er …

  • nährstoffreich und humos ist,
  • locker und gut durchlässig,
  • eher lehmig
  • und leicht feucht.

Petersilie selber kultivieren

Zudem sollte die Erde möglichst kühl bleiben, da die Petersilienwurzeln auf Hitze sensibel reagieren. Auch aus diesem Grund ist ein halbschattiger Standort die beste Wahl. Ebenfalls problematisch ist trockene Erde, denn auch wenn Petersilie keine Staunässe verträgt, Trockenheit mag sie noch weniger. Beides führt dazu, dass die Pflanze innerhalb kürzester Zeit zunächst gelbe, welke Blätter bekommt und anschließend abstirbt.

Keine Doldenblütler

Wer Petersilie ins Beet sät oder pflanzt, ist mit einer Mischkultur gut beraten. Besonders gut verträgt sich das Kraut mit Radieschen, Tomaten, Zwiebeln, Rettich oder Schnittlauch. Doch Vorsicht: Der beliebte Doldenblütler ist hochgradig unverträglich mit sich selbst, was bedeutet, dass nach dem Anbau von zweijährigen Petersilie der Standort gewechselt werden muss. Anschließend sollte mindestens drei Jahre lang weder das Küchenkraut noch ein anderer Doldenblütler an demselben Platz im Gartenbeet gesetzt werden. Auch eine Mischkultur mit anderen Doldenblütlern funktioniert nicht, weil sich die Gewächse gegenseitig behindern.

Ergo sind …

  • Kräuter wie Kerbel, Liebstöckel, Dill, Kresse, Koriander
  • Anis und Kümmel
  • Süßdolde und Bibernelle
  • Gemüse wie Möhren und Pastinaken
  • Knollen- und Stangensellerie
  • Knollenfenchel und Fenchel

… tabu im Petersilienbeet.

Tipp: Wenn das Peterle im Gartenbeet kleine, weiße Flecken auf den Blättern bekommt und nicht so recht wachsen will, ist der Standort zu sonnig. In diesem Fall hilft nur, die Pflanze auszugraben und umzusetzen.

Auf dem Balkon

Wenn Sie das Küchenkraut auf dem Balkon anbauen wollen, haben Sie gute Karten: Mit dem richtigen Platz und guter Pflege gedeiht der Doldenblütler sehr gut in Topf oder Kasten. Bezüglich Lichtintensität und Substrat gelten dieselben Regeln wie für die Pflanzung im Beet, nur auf die besonderen Bedingungen eines Pflanzgefäßes abgestimmt:

  • keine volle Sonne, insbesondere nicht über die Mittagszeit
  • besser Halbschatten bzw. Schattierung über die Mittagsstunden
  • nährstoffreiches, humushaltiges Substrat
  • Kräutererde ist ungeeignet

Petersilie auf dem Balkon

Erfahrungsgemäß wächst Topfpetersilie sehr gut in Kompost- oder Humuserde, auch handelsübliche Pflanz- oder Blumenerde kann verwendet werden. Verwenden Sie am besten ein torffreies bzw. torfreduziertes Produkt: Diese sind in ihrer Struktur lockerer und krümeliger, was das Küchenkraut mit einem kräftigeren Wachstum goutiert. Torfhaltige Substrate neigen zum Verhärten, was wiederum den empfindlichen Wurzeln erhebliche Probleme bereitet.

Tipp: Säen Sie Ihre Topfpetersilie am besten selbst an und versuchen Sie nicht, vorgezogene Kräuter aus dem Supermarkt auf dem Balkon zu kultivieren. Diese sind in Gewächshäusern unter speziellen Bedingungen sehr schnell herangezogen und für den sofortigen Verbrauch gedacht. Auf dem Balkon oder der Fensterbank überleben diese Exemplare meist nicht lange.

In der Wohnung

Wenn Sie keine Möglichkeit haben, Topfpetersilie draußen oder ausgepflanzt im Garten zu kultivieren, so gedeiht das Kraut auch in der Wohnung gut – vorausgesetzt, das Pflanzgefäß steht an einem passenden Platz und Sie pflegen das Kraut richtig. Im Gegensatz zu anderen Kräutern sollte Petersilie

  • nicht direkt an einem Südfenster stehen
  • ein nach Westen oder Osten gerichtetes Fenster eignet sich besser
  • oder hinter einem Südfenster – aber nicht direkt dahinter
  • oder mit Schattierung über die Mittagszeit (Gardine oder Jalousie)
  • im Winter keine warme Heizungsluft von unten
  • diese trocknet das Substrat zu schnell aus
  • Wurzeln vertragen die aufsteigende Wärme nicht
  • im Winter sind Temperaturen zwischen 18 und 21 Grad Celsius optimal

Petersilie im Topf

Auf diese Weise lässt sich das Küchenkraut übrigens nicht nur über die Sommer-, sondern auch über die Wintermonate in der Wohnung kultivieren. So haben Sie immer frische Blättchen griffbereit und versorgen sich und Ihre Lieben dazu auch noch mit frischen Vitaminen in der kalten Jahreszeit.

Tipp: Damit Sie im Frühjahr schneller ernten können, lässt sich das langsam keimende Küchenkraut ab Februar vorziehen. Die jungen Pflänzchen kommen je nach Witterung zwischen April und Mai ins Beet.