Petersilie vermehren

Die Petersilie gehört aufgrund ihres charakteristischen Aromas und der zahlreichen Verwendungsmöglichkeiten zu den Klassikern in der Küche. Angeboten wird das Kraut entweder in Töpfen oder als Saatgut für die eigene Anzucht im Garten oder in Kübeln. Als Alternative bietet sich zum Vermehren von Petersilie die Nutzung selbst gewonnener Saat an. Die Ernte der Samen gestaltet sich unproblematisch und ermöglicht die Anzucht einer großen Zahl Petersilienpflanzen.

Petersiliensamen gewinnen

Petersilie
Prof. Dr. Otto Wilhelm Thomé, Illustration Petroselinum crispum0, bearbeitet von Plantopedia, CC0 1.0

Wenn Sie sich für die Vermehrung über Saatgut entschieden haben, müssen Sie natürlich zuerst einmal die notwendigen Samen gewinnen. Dafür müssen Sie Ihre Petroselinum crispum überwintern, denn Petersiliensamen sind erst ab der zweiten Saison verfügbar. Der Grund: Es handelt sich um eine zweijährige Pflanze, die im ersten Jahr viel Grün und im Folgenden Blüten und Samen ausbildet. Über den Winter zieht sich das oberirdische Grün in die Überdauerungsknospen zurück, um Energie zu sparen. Im Frühling treibt die Petersilie erneut aus und bildet Blüten aus. Nach der Blütezeit, die von Juni bis Juli andauert, steht die Ernte an. Zu erkennen sind die Samen, da sie an den Dolden sitzen und die Blüten komplett ersetzen.

Das erleichtert die Ernte. Sobald Sie das dunkelbraune Saatgut erkennen, können Sie es auf die folgende Art gewinnen:

  • reife Samen lokalisieren
  • von den Dolden absammeln
  • Hände genügen
  • in ein kleines Gefäß legen

Nach der Ernte der Petersiliensamen werden die Gewächse aus dem Beet entfernt und entsorgt. Dafür bietet sich ein Kompost sehr gut an. Petersilie ist nach der Blüte ungenießbar und sollte daher nicht mehr in der Küche verwendet werden. Ausschließlich die Samen lassen sich zur Vermehrung nutzen, der Verzehr wird nicht empfohlen. Da die Samen keinen Reiz zum Keimen benötigen, müssen Sie diese über den Winter nicht stratifizieren. Es ist aber notwendig, sie zu trocknen. Dafür werden sie an einem Platz mit ausreichend Frischluft gelagert, bis sie trocken sind. Da dies nur wenige Tage dauert, müssen Sie die Petersiliensamen danach lagern:

  • Samen in Tüte füllen
  • Material: Papier, Pergamentpapier
  • gut verschließen
  • trocken lagern
  • nicht warm lagern

Da eine Petersilie abhängig von der Größe recht viele Samen ausbildet, haben Sie in den meisten Fällen genügend Saatgut für die kommende Saison zur Verfügung. Die Haltbarkeit nach dem Trocknen beträgt etwa drei Jahre.

Hinweis: Verzehren Sie das Saatgut der Petersilie nicht. Das enthaltene Apiol ist in hohen Mengen ungenießbar und giftig für den Menschen, speziell für schwangere und geschwächte Personen.

Aussaat

Nach der Ernte folgt im Frühjahr die Aussaat. Aufgrund der langen Keimzeit wird Petroselinum crispum bereits im Februar in Töpfen vorgezogen oder ab März ab einer Bodentemperatur von 8°C ins zum Vermehren ins Beet ausgesät. Anzuchterde genügt für die Topfpflanzen. Alternativ können Sie Petersilie im August aussäen. Folgen Sie dabei diesen Schritten:

  • Samen in Wasser einweichen
  • Dauer: 6 bis 8 Stunden
  • Beet auflockern
  • Reihen ziehen
  • Reihenabstand: 15 cm
  • Pflanztiefe: 2 bis 3 cm
  • in Pflanzreihen aussäen
  • mit Erde bedecken
  • anfeuchten

Petersilie pflanzen

Die Exemplare im Freien werden anschließend keimen und können pikiert werden, nachdem sie groß genug sind. Topfpflanzen werden bei einer Temperatur von 20°C bis 25°C an einem hellen, aber nicht sonnigen Ort vorgezogen. Das Substrat muss ebenfalls feucht gehalten werden, wofür sich eine Klarsichtfolie oder ein Mini-Gewächshaus anbietet.

Tipp: Petersilienpflanzen lassen sich besonders gut als Anzuchtreihe zusammen mit Radieschen ziehen, da diese deutlich schneller keimen und geerntet werden können. Auf diese Weise müssen Sie nicht auf den Platz verzichten, während Sie auf Ihre Petersiliensamen warten.

Stecklinge

Mit Stecklingen wird eine Alternative zur klassischen Aussaat geboten, die sich ebenso einfach ausführen lässt. Wenn Sie bereits ein gesundes Exemplar im Garten haben, bietet sich die Nutzung der Kopfstecklinge an, da nach kurzer Zeit eine komplette Pflanze aus diesen wächst. Wählen Sie für diese Art der Vermehrung ausschließlich Kopfstecklinge von gesunden Petersilien aus, die über einen üppigen Wuchs verfügen. Diese müssen eine Länge von fünf bis zehn Zentimetern haben und sollten noch keine Blütenknospen ausgebildet haben. Ebenso müssen die untersten Blattpaare entfernt werden. Gehen Sie anschließend wie folgt vor:

  • Anzuchttöpfe vorbereiten
  • Substrat: Kompost und Sand
  • Kopfstecklinge in Substrat stecken
  • gut anfeuchten
  • unter Plastikhaube oder Folie stellen
  • Standort: 20°C bis 25°C
  • schattig
  • immer feucht halten

Sobald die Kopfstecklinge weitere Blattpaare gebildet haben, können Sie diese selektieren und in neue Töpfe zum Vermehren umziehen lassen. Danach müssen sie noch einen Winter ausharren, bevor sie ins Freiland gepflanzt werden können.

Tomaten zur richtigen Zeit pikieren

Tipp: Viele Gärtner fragen sich, ob eine Anzucht über Ableger ebenfalls möglich ist, da die Triebe des Doldenblütlers recht biegsam sind. Da sich an diesen jedoch keine Augen befinden, bieten sich Ableger nicht zum Vermehren der Pflanze an.