Petersilie vorziehen - Titel

Petersilie ist ein beliebtes Küchenkraut, das vielen Speisen eine würzige Note verleiht. Bei der Anzucht sind Geduld und Fingerspitzengefühl gefragt, insbesondere was die Keimung betrifft. Hier kann Vorziehen der Petersilie sinnvoll sein.

Auf den Punkt gebracht

  • Petersilie (Petroselinum crispum) ist ein Dunkelkeimer
  • keimt sehr langsam und unregelmäßig
  • Keimdauer bei Direktsaat im Frühjahr mindestens vier Wochen
  • aufgrund der ungünstigen Bedingungen, Vorziehen im Frühjahr empfehlenswert
  • bei Spätaussaaten im August kann auf das Vorziehen verzichtet werden

Petersilie vorziehen – Zeitpunkt

In Töpfen kann Petersilie (Petroselinum crispum) praktisch das ganze Jahr über ausgesät werden, denn die erforderlichen Keimbedingungen sind im Haus leichter zu bedienen als draußen im Beet. Soll das würzige Kraut so früh wie möglich im Garten angebaut werden, kann man Petersilie vorziehen, beispielsweise auf der Fensterbank. Dadurch kann man in der Regel bereits ab März beginnen.

Anleitung

Für eine bestmögliche Erfolgsquote sollte man vor allem beim Saatgut auf gute Qualität achten. Das der Petersilie ist bis zu zwei Jahre keimfähig. Je älter das Saatgut, desto geringer die Keimrate. Als Aussaatgefäße bieten sich kleine Töpfe, Schalen, ein handelsübliches Minigewächshaus oder Blumenkästen an. Um die Keimung zu beschleunigen, macht es Sinn, die Samen vor dem Säen für einige Stunden in handwarmem Wasser einzuweichen. Unbedingt notwendig ist das jedoch nicht.

Petersiliensamen
  • Anzuchtgefäße mit nährstoffarmer Anzuchterde befüllen
  • Oberfläche des Substrats möglichst eben halten
  • vorgekeimte oder unbehandelte Samen auf dem Substrat verteilen
  • etwa einen Zentimeter mit Erde bedecken
  • Petersilie ist Dunkelkeimer und benötigt zunächst kein Licht
  • leicht andrücken und dann gut anfeuchten
  • idealerweise mithilfe einer handelsüblichen Sprühflasche
  • das Ganze an einen warmen Platz stellen
  • keiner direkten Sonneneinstrahlung aussetzen
  • Boden während der kompletten Keimdauer gleichmäßig feucht halten
  • bei Temperaturen zwischen 20 und 25 Grad, Keimung innerhalb von 14 Tagen
  • kann teilweise auch etwas länger dauern
  • gleichbleibende Substratfeuchte und Temperaturen vorausgesetzt

Selbst wenn das Substrat nur kurzzeitig austrocknet, können die Keimlinge absterben. Sobald sich die ersten Keimlinge zeigen, können sie an einen etwas kühleren Platz mit Temperaturen um 15 Grad gestellt werden. Ab einer Größe von fünf bis acht Zentimetern bzw. wenn sie zusätzlich zu den Keimblättern erste richtige Blätter entwickelt haben, kann man die jungen Sämlinge an ihren endgültigen Platz im Garten umpflanzen. Vorausgesetzt, es besteht keine Frostgefahr mehr. Der Boden sollte jetzt mindestens acht Grad warm sein.

Vorgezogene Petersilie pflanzen

Im Garten wächst Petroselinum crispum an hellen bis halbschattigen Standorten, wobei sie im Halbschatten am besten gedeiht. Ein dauerhaft sonniger Platz sollte gemieden werden. Damit überschüssiges Gieß- oder Regenwasser gut abfließen kann, sollte der Boden vor allem tiefgründig, durchlässig und humos sein sowie nährstoffreich. Gut ist ein neutraler pH-Wert zwischen 6,5 und 7,5. Im besten Falle wurde der Boden bereits im Herbst mit Kompost oder einem anderen organischen Dünger angereichert.

  • zum Pflanzen Reihen ziehen
  • in Abständen von 20-30 cm
  • kleine Pflanzlöcher ausstechen
  • Abstände hier etwa zehn Zentimeter
  • etwas organischen Dünger in jedes Pflanzloch geben
  • Vorsicht beim Entnehmen der Pflänzchen
  • Wurzeln sehr zart und empfindlich
  • Pflänzchen so tief einsetzen wie zuvor im Topf
  • Erde leicht andrücken und vorsichtig angießen

Bei der Anzucht von Petersilie ist darauf zu achten, sie nicht jedes Jahr am selben Standort zu pflanzen. Grund hierfür ist die Unverträglichkeit mit sich selbst und anderen Doldenblütlern wie Dill, Fenchel, Karotten oder Sellerie. Deshalb sollte man eine Anbaupause von mindestens vier bis fünf Jahren einhalten. Gute Pflanzpartner im Garten sind beispielsweise Tomaten, Spinat, Radieschen und Mangold. Zu Kopfsalat sollte ausreichend Abstand eingehalten werden.

Tipp: Wenn man beim Umpflanzen die feinen Wurzeln minimal stutzt, verzweigt die Petersilie besser.

Petersilie einpflanzen

Weitere Pflege

Einmal ausgepflanzt benötigt Petroselinum crispum nur wenig Pflege. Die beschränkt sie in der Regel auf regelmäßiges aber witterungsabhängiges Gießen und das Entfernen von Unkräutern. Dieses Küchenkraut benötigt viel Feuchtigkeit, verträgt aber keine Staunässe. Um das Unkraut in Schach zu halten, ist es wichtig, den Boden regelmäßig aber vorsichtig aufzulockern, sodass sich Unkräuter gar nicht erst ausbreiten können.
Auf zusätzlichen Dünger kann man verzichten, sofern man bei der Pflanzung Kompost oder einen anderen organischen Dünger verabreicht hat. Da dieses Kraut zweijährig ist, sollte man es insbesondere in rauen Lagen mit einer isolierenden Schicht aus Reisig oder Vlies vor starken Frösten schützen und an frostfreien Tagen mäßig bewässern.

Tipp: Petersiliensamen sind übrigens giftig, sie sollten also nicht verzehrt werden.

Häufig gestellte Fragen

Warum keimt die Petersilie nicht?

Petersilie vorziehen ist in der Regel unproblematisch, sofern die Bedingungen stimmen. Wenn die Samen beim Vorziehen nicht keimen, kann das u. a. daran liegen, dass sie von schlechter Qualität bzw. bereits zu alt sind. Andere Gründe könnten ein zu trockener oder sogar ausgetrockneter Boden, ein ungünstiger Standort oder zu starke Temperaturschwankungen sein.

Sollte man Petersilie generell vorziehen?

Vor allem im Frühjahr, wenn die Keimbedingungen im Freien noch nicht optimal sind, kann man Petersilie vorziehen. Bei späteren Aussaaten im Sommer kann man darauf in der Regel verzichten. Wenn man so früh wie möglich ernten möchte, ist es eher ratsam, die Samen vorkeimen zu lassen.

Ab wann kann man vorgezogene Petersilie ernten?

Petersilie, die ab März vorgezogen wurde, kann oft schon im späten Frühjahr geerntet werden.