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Leerer Mörtelkübel

Pflanzen im Mörtelkübel: giftig oder lebensmittelecht?

Er ist preiswert, groß und vielseitig einsetzbar. Viele Menschen nutzen den Mörtelkübel sogar als Topf für ihre Pflanzen. Für Blumen mag es noch gehen. Doch ist darin gewachsenes Obst und Gemüse wirklich gesundheitlich unbedenklich?

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Auf den Punkt gebracht

  • Mörtelkübel aus PP (Polypropylen) und PE (Polyethylen) sind unbedenklich
  • neuer Kübel kann am Anfang unangenehm riechen
  • Kübel mehrmals spülen und 3 bis 4 Tage im Freien ausdünsten lassen
  • nur einwandfreie Kübel nutzen, beschädigte und poröse Exemplare aussortieren
  • Mörtelkübel aus PVC ist nicht lebensmittelecht, sondert krebserregende Stoffe ab

Mörtelkübel aus PE

PE steht für den Kunststoff Polyethylen. Dieser Stoff fällt unter die Kategorie lebensmittelecht. Er ist der am meisten verwendete Kunststoff hierzulande. In der Lebensmittelbranche kommt er als Hauptbestandteil von

  • Joghurtbechern
  • Gefrierbeuteln
  • diversen Lebensmittelverpackungen

oft sogar in direkten Kontakt mit Lebensmitteln. Da die ursprüngliche Bestimmung eines Mörtelkübels nichts mit Lebensmitteln zu tun hat, ist auf ihm das Zeichen für Lebensmittelechtheit (Glas-Gabel-Symbol) natürlich nicht angebracht. Doch auch ohne diese Kennzeichnung gilt er nach aktuellem Wissen als unbedenklich für den Anbau essbarer Pflanzen.

Dose mit verschiedenen Symbolen
Diese Symbole auf einer Dose weisen unter anderem auf Lebensmittelechtheit (ganz links), Geschirrspüler- (2. v. links) sowie Mikrowelleneignung (ganz rechts) hin.

Hinweis: Dem PE werden manchmal Weichmacher beigemischt. Ob ein bestimmter Mörtelkübel davon betroffen ist, lässt unter Umständen nicht immer nachvollziehen.

Mörtelkübel aus PP

Auch PP, was für Polypropylen steht, ist ein Stoff, der in der Industrie häufig Verwendung findet. So kommt er unter anderem für Lebensmittelverpackungen zum Einsatz. Da bei der Herstellung von PP keine Weichmacher eigesetzt werden, gilt dieser Kunststoff im Vergleich mit anderen Kunststoffen als unbedenklicher. Zudem lässt sich Polyethylen gut recyclen, sodass die Umwelt weniger mit Müll belastet wird. Somit sind Mörtelkübel aus PP ebenfalls als Pflanzgefäße brauchbar.

Hinweis: Neue Mörtelkübel riechen oftmals unangenehm nach Plastik. Doch keine Sorge, der Geruch ist durch den Herstellungsprozess bedingt und verfliegt bald.

Mörtelkübel aus PVC

PVC wurde früher häufig verwendet. Inzwischen ist bekannt, dass das Material krebserregende Stoffe abgeben kann. Mörtelkübel werden zwar selten aus PVC angeboten, doch es gibt sie. In ihnen sollten keine essbaren Pflanzen angebaut werden.

Tipp: Manchmal steht bei der Artikelbeschreibung unter Herstellungsmaterial lediglich der Sammelbegriff „Kunststoff“. Ist es nicht möglich, das Material nachträglich zweifelsfrei zu ermitteln, sollten Sie den Mörtelkübel besser nicht als Pflanzbehälter kaufen.

Pflanzgefäß vorbereiten

Mörtelkübel reinigen

Um einen unangenehmen Geruch loszuwerden, sollte der Kübel vor dem Pflanzen richtig gereinigt werden. Dabei werden auch eventuell anhaftende Fremdstoffe aus dem Produktionsprozess, die ggf. gesundheitsbedenklich sind, beseitigt.

  • Kübel mit Spülmittelwasser und weichem Lappen reinigen
  • mehrmals gründlich mit klarem Wasser ausspülen
  • an der frischen Luft ausdünsten lassen (ca. 3-4 Tage)
  • bei Restgeruch Vorgang wiederholen

Tipp: Bevor Sie den Mörtelkübel mit Kartoffeln, Tomaten und Co. bepflanzen, bohren Sie unbedingt noch einige größere Löcher in den Boden. Damit stellen Sie sicher, dass sich kein Gießwasser stauen kann.

Bedenken gegen Mörtelkübel

Auch wenn Mörtelkübel aus PP und PE für den Anbau von Gemüse und Obst genutzt werden können, sind sie nicht vorbehaltlos zu empfehlen. Bepflanzte Mörtelkübel stehen in der vollen Sonne, damit Pflanzen Licht und Wärme bekommen. Dabei werden die Kunststoffe von der Sonne zersetzt. Zwar macht die schwarze Färbung das Material UV-beständig, dennoch kann nicht gänzlich ausgeschlossen werden, dass sich nach Jahren Mikropartikel lösen und durch Gießwasser in die Pflanzenerde und schließlich in die Früchte gelangen. Nutzen Sie aus diesem Grund wirklich auch nur neuwertige, einwandfreie Kübel.

Bodendecker in Mörtelkübel

Tipp: Sobald Sie bei einem Mörtelkübel eine Veränderung in der Beschaffenheit bemerken, wie Porosität oder Farbveränderung, sollten Sie die Nutzung als Pflanzgefäß vorsichtshalber beenden, oder zumindest nur Zierblumen anpflanzen.

Häufig gestellte Fragen

Schützt eine Auskleidung mit klarer Folie vor eventuellen Schadstoffen?

Ist ein Mörtelkübel aus PP oder PE gefertigt, ist keine Folie notwendig. Bedenken Sie zudem, dass nicht alle Folien automatisch lebensmittelecht sind. Auch sie können aus bedenklichen Kunststoffen bestehen.

Welche essbaren Pflanzen kann ich in den Mörtelkübel pflanzen?

Mörtelkübel eignen sich im Prinzip für alle Gemüse- und Obstsorten. Doch bewährt haben sie sich vor allem für Kartoffeln und Tomaten. Hier ist das Verhältnis von eingesetztem Raum und Ertrag optimal.

Können an Kartoffeln aus dem Kübel Schadstoffe haften?

Kartoffelknollen wachsen in der Erde heran. Die eine oder andere Knolle wird daher direkten Kontakt mit dem Kübel bekommen. Schälen Sie die Kartoffeln vor dem Kochen oder waschen Sie sie gründlich mit einer Gemüsebürste. So entfernen Sie eventuell anhaftende Stoffe, die vom Kübelmaterial stammen.

Autor
Mirko ist zwar studierter Anglist, beherrscht aber auch die Sprache der Pflanzen perfekt. Er wuchs quasi im Schrebergarten seiner Großeltern auf und verbringt den Großteil seiner Freizeit in der Natur, wenn er nicht gerade schreibt.

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