Welche Pflanzen mögen keinen Kaffeesatz? | 23 Pflanzen

Pflanzen ohne Kaffeesatz

Hobbygärtner sind immer bemüht, so wenig Chemie wie möglich im eigenen Garten einzusetzen. Daher wird auch beim Dünger darauf geachtet, hier überwiegend Hausmittel zu nutzen. Auch Kaffeesatz ist ein beliebter Dünger für Pflanzen im Garten. Dennoch vertragen nicht alle Pflanzen die sich im Kaffeesatz befindlichen Inhaltsstoffe, hier sollten Alternativen zum Düngen genutzt werden. Im folgenden Artikel wurde eine Liste der Gartenpflanzen erstellt, die mit Kaffeesatz als Dünger nicht so gut zurechtkommen.

Kaffeesatz als Dünger

Der Satz aus dem verwendeten Kaffeefilter ist unter vielen Hobbygärtnern als Düngemittel sehr beliebt. So werden die Gewächse mit Stickstoff, Kalium, Phosphor und Schwefel versorgt. Vor allem der Stickstoffgehalt ist bei Kaffeesatz aber sehr hoch, womit zahlreiche Pflanzen dann wiederum nicht so gut zurechtkommen. So benötigen die einen Pflanzen Stickstoff als Grundlage für ein üppiges und intensives Wachstum. Andere Pflanzen vertragen keinen Kaffee und wachsen dann nur in die Höhe, bilden aber weder Blüten noch Früchte aus. Und auch der leicht saure Charakter von Kaffee mit einem pH-Wert zwischen 6,5 und 6,8 ist für viele Pflanzen gar nicht geeignet. Im Folgenden wurden die Pflanzen mit einer Unverträglichkeit gegen Kaffeesatz in die folgenden Kategorien untergliedert:

  • Obstgewächse
  • Gemüsepflanzen
  • blühende Pflanzen
  • immergrüne Gewächse

Tipp: Mitunter kann es auch eine Frage der Dosierung sein, ob eine Pflanze Kaffeesatz verträgt oder nicht. Hierzu gehört vor allem auch das Verhältnis zwischen Bodenbeschaffenheit und der Menge des zugefügten Kaffeesatzes.

Obstgewächse

Bei vielen Obstsorten, die in den hiesigen Gärten zu finden sind, sollte auf das Düngen mit Kaffeesatz verzichtet werden, um eine reichhaltige Ernte zu gewährleisten. So gehören zu den unverträglichen Pflanzen die keinen Dünger aus Kaffeesatz wünschen die folgenden Obstgewächse:

Apfel (Malus domestica)

  • Gattung der Rosengewächse (Rosaceae)
  • kann bis vier Meter hoch werden
  • laubabwerfend
  • viele verschiedene Sorten
  • nährstoffreicher Boden bevorzugt
  • Standort sonnig bis halbschattig
  • Düngung mit Kompost empfohlen
  • regelmäßiger, jährlicher Schnitt
  • Blüte im Mai
  • Früchte im Herbst

reife Äpfel am Baum

Brombeeren (Rubus fruticosus)

  • Familie der Rosengewächse (Rosaceae)
  • eine der ältesten Obstarten
  • ursprünglich in Wäldern beheimatet
  • aufrecht- oder liegend wachsende Ranken
  • benötigen Rankhilfe
  • Standort sonnig
  • kalkarmer Boden neutraler bis basischer pH-Wert
  • leicht feucht halten
  • Kompostdüngung wird empfohlen
  • regelmäßiger Schnitt erforderlich

Brombeeren

Erdbeeren (Fragaria)

  • Familie der Rosengewächse (Rosaceae)
  • Ernte von Mai bis Herbst
  • viele verschiedene Sorten
  • mehrmals fruchttragende und einmalig tragende
  • nur wenig Dünger geben
  • zu viele Nährstoffe regen nur Laubwachstum an
  • Blüten und Früchte werden vermindert
  • Pflanzen vor zu viel Nässe von oben schützen
  • an heißen Tagen regelmäßig gießen
  • nur von unten an die Wurzeln

Erdbeeren sind sehr schmackhafte Beerenfrüchte

Johannisbeeren (Ribes)

  • Familie der Stachelbeergewächse
  • viele verschiedene Sorten
  • seit Jahrhunderten in Bauerngärten
  • als Strauch oder Hochstamm kultivierbar
  • Blüte im Frühjahr
  • Früchte im Juli
  • halbschattiger bis sonniger Standort
  • Kompost und Mulch als Dünger
  • nach der Ernte schneiden

Rote Johannisbeere, Ribes rubrum

Pfirsich (Prunus persica)

  • ursprüngliche Heimat Mittel- und Nordchina
  • seit Mittelalter im Orient sowie am Mittelmeer
  • Nektarinen eine Unterart
  • geschützter, sonniger Standort
  • Boden nährstoffreich und tiefgründig
  • mit Kompost düngen und mulchen
  • regelmäßig gießen
  • Blüte im Mai
  • Früchte im Juli und August

Pfirsichbaum, Prunus persica

Pflaume (Prunus domestica)

  • Familie der Rosengewächse (Rosaceae)
  • Unterarten Zwetschge, Mirabelle und Reneklode
  • Ursprung auch in Europa
  • sonniger Standort
  • nährstoffreicher, durchlässiger Boden
  • Blütezeit im Frühjahr
  • Fruchtreife sortenabhängig
  • mit Kompost düngen
  • regelmäßig während Fruchtreife gießen

Pflaume, Prunus domestica

Stachelbeeren (Ribes uva-crispa)

  • Familie der Stachelbeergewächse (Grossulariaceae)
  • Urform in Asien, Nordafrika und Europa verbreitet
  • lichter Standort bevorzugt
  • leicht feuchter Boden
  • humos und nährstoffreich
  • häufig gießen für gute Ernte
  • statt Kaffeesatz mit Kompost und Hornspänen düngen
  • alternativ organischen Beerendünger nutzen
  • Ernte im August
  • als Strauch, Spalier oder Hochstamm kultivierbar

Stachelbeeren am Strauch

Gemüsepflanzen

Gerne werden Gemüsebeete im Garten angelegt, denn frisch aus dem eigenen Garten geerntet direkt auf den Tisch ist Trend. Das Gemüse darf hierbei natürlich nicht mit chemischen Mitteln in Verbindung kommen, damit es auch rein biologisch bleibt. Kaffeesatz wird hier immer wieder gerne als Dünger verwendet, doch nicht alle Gemüsesorten vertragen die Inhaltsstoffe gleich gut. Daher sollte bei den folgenden Gemüsepflanzen auf Kaffeesatz als Dünger besser verzichtet und auf andere Alternativen zurückgegriffen werden:

Mangold (Beta Vulgaris)

  • auch als Krautstiel bekannt
  • botanisch verwandt mit Roter Bete
  • zweijährige Pflanze
  • gleichmäßig feuchte Erde
  • humoser, nährstoffreicher Boden
  • sonniger bis halbschattiger Standort
  • als Dünger Hornspäne und Kompost nutzen
  • mäßige Düngung reicht aus da Mittelzehrer
  • zwei Monate nach Aussaat erntebereit
  • bedingt winterhart

Mangold ohne Kaffeesatz düngen

Möhre (Daucus carota ssp. sativus)

  • Familie der Doldenblütler (Apiaceae)
  • in hiesigen Breitengraden Kulturmöhre angebaut
  • stammt von Wilder Möhre ab
  • beheimatet in Nordafrika, Asien und Europa
  • verschiedene Farben je nach Sorte
  • frühe und späte Sorten
  • lehmig-sandiger, lockerer Boden
  • Kompostschicht auf die Saat ausbringen
  • ausreichend mit Wasser versorgen
  • Reife nach etwa 70 Tagen

Möhren als Wintergemüse

Schwarzwurzel (Scorzonera hispanica)

  • Familie der Korbblütler (Compositae)
  • auch „Spargel des kleinen Mannes“
  • ursprünglich aus Südeuropa
  • sandig-humoser lockerer Boden
  • darf nicht zu feucht sein
  • wenig gießen
  • sonniger bis halbschattiger Standort
  • mit organischem Gemüsedünger statt Kaffeesatz versorgen
  • Erntezeit ist der Oktober
  • zerbrechliche Wurzeln vorsichtig ausgraben

Schwarzwurzel, Scorzonera mag keinen Kaffeesatz

Sellerie (Apium graveolens)

  • Stangensellerie (Apium graveolens var. dulce)
  • Knollensellerie (Apium graveolens var. rapaceum)
  • seit Antike Heilpflanze im Mittelmeerraum
  • Standort sonnig bis lichter Schatten
  • Starkzehrer
  • daher nährstoffreicher Boden
  • kalkhaltig und feucht
  • Boden mit Kompost und Algenkalk anreichern
  • Hornmehl mehrmals im Jahr zugeben
  • kann mit abgestandenem Kartoffelwasser gedüngt werden

Sellerie, Apium

Hinweis: Es gibt einige biologische Dünger als Hausmittel, die auch die Gewächse gut vertragen, die keinen Kaffeesatz als Dünger erhalten sollen. Hierzu gehören Hornmehl oder -späne, Bananenschalen oder Holzasche.

Blühende Pflanzen

In keinem Garten und Vorgarten dürfen die üppigen Blütenbeete fehlen. Damit die Pflanzen hier auch ihre wunderschöne Blüte entfalten und den Garten in ein buntes Meer verwandeln können, benötigen sie Dünger. Für die folgenden blühenden Pflanzen ist der Satz aus dem Kaffeefilter allerdings kaum geeignet:

Astern (Aster)

  • Familie der Korbblütler (Asteraceae)
  • ursprünglich aus Afrika und Amerika
  • über 180 Sorten
  • viele verschiedene Blütenfarben
  • Blütezeit ist der Herbst
  • Boden mit leichtem Nährstoffgehalt
  • kann mit Kompost angereichert werden
  • kalkhaltiger Boden oft bevorzugt
  • manche Sorten für Steingarten geeignet
  • sonniger Standort

Astern mögen keinen Kaffeesatz Dünger

Chrysanthemen (Chrysanthemum)

  • Familie der Korbblütler (Asteraceae)
  • ursprünglich aus Ostasien
  • viele verschiedene Sorten
  • herbstblühende Stauden
  • mehr- oder einfarbige, gefüllte oder ungefüllte Blüten
  • hochwertige Blumenerde aus dem Handel nutzen
  • dann kann weiteres Düngen ausfallen
  • trockene Erde bevorzugt
  • Boden nährstoffreich, durchlässig und kalkhaltig
  • sonniger Standort

Chrysanthemen gibt es in vielen verschiedenen Farben

Clematis (Clematis)

  • auch unter Waldrebe bekannt
  • Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae)
  • beheimatet in Asien, Nord-Amerika und Europa
  • starkwüchsige Kletterpflanze
  • Standort bevorzugt Wurzeln im Schatten
  • oberer Teil der Pflanze gerne auch in Sonne
  • gleichbleibend feuchter, humoser und durchlässiger Boden
  • mulchen um Feuchtigkeit zu speichern
  • bietet gleichzeitig Dünger
  • mit Kompost und Hornspänen düngen

Clematis Sorten sind unterschiedlich winterhart

Gladiole (Gladiolus)

  • auch Schwertblume oder Siegwurz
  • Familie der Schwertliliengewächse (Iridceae)
  • beheimatet in Afrika, Vorderasien und Südeuropa
  • bis zu 1,50 Meter Wuchshöhe
  • Blüte von Juni bis September
  • tiefgründiger und durchlässiger Boden
  • sehr nährstoffreich und frisch
  • sonniger und windgeschützter Standort
  • mit Kompost und Hornmehl düngen
  • Knollen außerhalb der Erde überwintern

Gladiolen mögen keinen Kaffeesatz

Kugeldistel (Echinops)

  • Familie der Korbblütler (Asteraceae)
  • auffällige, kugelige Blütenbälle
  • mit vielen kleinen Einzelblüten
  • auf langen Stängeln
  • Wuchshöhe bis zu zwei Metern
  • Blütezeit zwischen Juli und September
  • Standort sonnig
  • nährstoffreicher und durchlässiger Boden
  • bevorzugt mit Kompost düngen
  • Pflanze ist sehr anpassungsfähig

Kugeldisteln vertragen keinen Kaffeesatz

Nelke (Dianthus)

  • ursprünglich in Griechenland und Italien beheimatet
  • Hybriden werden für die Gärten genutzt
  • viele verschiedene Sorten in unterschiedlichen Blütenfarben
  • Blüte von Juni bis September
  • sonniger und warmer Standort
  • Boden gleichmäßig feucht aber eher nährstoffarm
  • bei langen Trockenperioden vermehrt gießen
  • Kompost bei der Pflanzung
  • einjährige Pflanzen keine weitere Düngung

Nelke, Dianthus

Pfingstrose (Paeonia)

  • eigene Pflanzenfamilie Pfingstrosengewächse (Paeoniaceae)
  • als Halbsträucher, Stauden und Sträucher
  • früher als Heilpflanze große Bedeutung
  • in allen Teilen leicht giftig
  • Blüten in vielen verschiedenen Farben und Formen
  • Blütezeit zwischen April und Mai
  • mineralischer und humosarmer Boden
  • lehmig, feucht und durchlässig
  • sonniger bis halbschattiger Standort
  • kalium- und phosphatbetont düngen

Pfingstrosen mögen keinen Kaffeesatz

Rosen (Rosa)

  • namensgebend für Familie der Rosengewächse (Rosaceae)
  • viele verschiedene Sorten
  • Unterscheidung in Kulturrosen und Wildrosen
  • für alle gilt Standort sonnig und luftig
  • Boden durchlässig, humos und sandig-lehmig
  • zwei Mal im Jahr düngen
  • einmal im Frühjahr mit Kompost und Hornmehl
  • zweites Mal im Juni
  • Rückschnitt ist wichtig

Rose

Sonnenröschen (Helianthemum-Hybriden)

  • Familie der Zistrosengewächse (Cistaceae)
  • beheimatet in Kleinasien und am Mittelmeer
  • Zwergsträucher
  • Blütezeit im Frühsommer
  • Blüten an Rispen
  • viele verschiedene Farben
  • vollsonniger Standort
  • geöffnete Blüten nur bei Sonne
  • trockener, durchlässiger, kalkhaltiger Boden
  • statt mit Kaffeesatz mit Kompost regelmäßig düngen
Gelbes Sonnenröschen, Helianthemum nummularium
Gelbes Sonnenröschen, Helianthemum nummularium

Wicke (Lathyrus odoratus)

  • ursprüngliche Heimat Süditalien
  • Familie der Schmetterlingsblüher (Faboidae)
  • einjährige Kletterpflanze
  • bis zu 1,50 Meter hoch
  • Blütezeit zwischen Juni und September
  • viele verschieden Blütenfarben
  • sonniger bis halbschattiger, windgeschützter Standort
  • keine pralle Mittagssonne
  • mäßig feuchter und nährstoffreicher Boden
  • kalkhaltig mit hohem pH-Wert

Edelwicke, Lathyrus odoratus

Immergrüne Gewächse

Immergrüne Gewächse sind in der Regel Sträucher oder kleine Bäume, die oft als Hecken im Garten angelegt werden. Diese sollen natürlich schnell wachsen, damit sie einen guten Sichtschutz bieten. Daher düngen viele Hobbygärtner hier auch mit dem Satz aus dem Kaffeefilter, um den Sträuchern genügend Stickstoff zu bieten. Die folgenden immergrünen Gewächse vertragen den Dünger aus Kaffee jedoch nur bedingt:

Buchsbaum (Buxus)

  • namensgebend für Familie der Buchsbaumgewächse (Buxaceae)
  • heimisch auf der gesamten Nordhalbkugel
  • in hiesigen Breitengraden Gewöhnlicher Buchsbaum (Buxus sempervirens)
  • sonniger bis halbschattiger Standort
  • heiße Standorte vor Südwand meiden
  • kalkhaltiger, leicht feuchter Boden
  • reifen Kompost als Dünger nutzen
  • ganzjährig Mulchschicht auflegen
  • gut schnittverträglich
  • kann in viele verschiedene Formen geschnitten werden

Buchsbaum, Buxus

Perückenstrauch (Cotinus coggygria)

  • Familie der Sumachgewächse (Anacardiaceae)
  • verwandt mit dem Essigbaum
  • gerne als Solitär gepflanzt
  • als Strauch ebenso hoch wie breit
  • Äste hängen in Schleppen herunter
  • Früchte überziehen im Herbst den Strauch
  • sieht aus, wie ein perückenartiger Schleier
  • sonniger Standort bevorzugt
  • kalkhaltiger, wenig nährstoffreicher, trockener Boden
  • muss wenig gedüngt werden
Perückenstrauch, Cotinus coggygria mag keinen Kaffeesatz
Perückenstrauch, Cotinus coggygria

Hinweis: Immergrüne Gewächse, die in der Regel als Hecke kultiviert werden, sollen natürlich schnell wachsen. Hierzu verhilft der Stickstoff im Kaffee. Keinen Kaffee sollten Sie jedoch verwenden, wenn die Sträucher unverträglich auf sauren Boden reagieren. Denn Kaffee macht den Boden mit jedem Düngevorgang ein wenig saurer, was dann nicht vertragen wird.