Pflanzen umtopfen

Damit Zimmerpflanzen lange gesund bleiben und wachsen, müssen Sie sie von Zeit zu Zeit umtopfen. Wie Sie dabei am besten vorgehen, erläutern wir Ihnen in neun grundlegenden Schritten – für herrlich grüne und üppig blühende Pflanzen.

1. Auswahl des richtigen Substrats

Aus dem Substrat bezieht die Pflanze ihre Nährstoffe. Es dient außerdem dem Halt ihrer Wurzeln und soll so beschaffen sein, dass diese immer von einer leichten Feuchte umgeben sind. Zugleich muss aber auch genug Luft hineingelangen, sonst kommt es zu Fäulnis. Das heißt, ein gutes Substrat speichert Feuchtigkeit und ist zugleich luftdurchlässig. Diese Pflanzerden können Sie selbst nach Rezept mischen oder auf Fertigerden aus dem Fachhandel zurückgreifen. Viele Zimmerpflanzen wachsen in auf ihre Bedürfnisse abgestimmten Spezialerden optimal. Nehmen Sie für Ihre Gewächse nur qualitativ hochwertige Substrate. Bei Billigangeboten aus dem Discounter sind für die Pflanzengesundheit so relevante Punkte wie

Substrat Blumenerde

  • Wasserspeichervermögen
  • Luftdurchlässigkeit
  • Nährstoffgehalt
  • pH-Wert
  • hygienische Beschaffenheit
  • und Humusgehalt

oftmals nicht zufriedenstellend.

Für Zimmerpflanzen geeignete Substrate sind unter anderem diese:

  • Blumenerde: besteht klassischerweise aus Torf, Ton und Nährstoffen. Hierin wachsen die meisten Pflanzen sehr gut, was Sie nach dem Umsetzen an der raschen Durchwurzelung und Neubildung von Trieben bemerken.
  • Einheitserde: ist von beständig guter Qualität und besteht aus 60 % Weißtorf und 40 % Lehm oder Ton. Typ P ist nur wenig gedüngt (geeignet für schwachzehrende Pflanzen), Typ T stärker.
  • Spezialerden für Kakteen, Azaleen oder Palmen: sind auf die speziellen Bedürfnisse dieser Pflanzengruppen perfekt abgestimmt
  • Blähton: Die wasseraufnahmefähigen Blähtonkugeln geben den Wurzeln Halt. Ihre Nahrung ziehen die Pflanzen aus dem Wasser und der zugefügten Nährlösung.
  • Epiphytensubstrat: geeignet für Baumbewohner und Luftwurzler wie Farne, Bromelien oder Orchideen.
hochwertiges Orchideensubstrat
hochwertiges Orchideensubstrat

Tipp: Unsere Torfgebiete werden rapide abgebaut, wobei einzigartige Ökosysteme unwiederbringlich verloren gehen. Ersetzen Sie deshalb torfhaltige Erden durch alternative Substrate, zum Beispiel durch Tongranulate. Sphagnum, Osmunda und Baumfarn stehen zudem unter Naturschutz und dürfen nicht aus der Natur entnommen werden. Gute Alternativen sind Steinwolle oder Rinde, auch Styroporschnitzel eignen sich (auch wenn diese selbst nicht sonderlich umweltfreundlich sind).

2. Der ideale Umtopftermin

Üblicherweise sollte man Zimmerpflanzen etwa alle zwei bis drei Jahre umpflanzen, manche schnellwachsenden Arten in jungen Jahren auch jährlich. Wann es wieder Zeit zum Umtopfen der Pflanze ist, erkennen Sie an diesen Anzeichen:

  • Erde ist fast gänzlich durchwurzelt
  • Erde riecht muffig
  • Pflanze ist wurzelkrank oder hat Schädlinge im Substrat (Trauermücken, Wollläuse)
  • Wurzeln aus dem Topf herauswachsen
  • Pflanze bereits den Topf gesprengt hat

Der ideale Umtopftermin ist für meisten Pflanzen das Frühjahr zwischen Ende Februar und Anfang bis Mitte April. Ansonsten gilt: Pflanzen immer nach der Blüte umtopfen. Das neue Gefäß sollte rundum zwei Zentimeter größer sein als das alte.

3. Vorbereitung und Austopfen

Einige Stunden vor dem Umpflanzen sollten Sie die Pflanze kräftig gießen, dies erleichtert Ihnen das Austopfen. Insbesondere bei Tongefäßen ist dieser Schritt wichtig, da das Substrat an dem groben Material anhaftet. Beim Austopfen der Pflanze gehen Sie wie folgt vor:

  • alten Topf entfernen
  • dazu Topf rundum auf die Tischkante klopfen
  • damit lösen Sie das Substrat vom Topfrand
  • Topf zerschlagen, wenn dieser sehr fest sitzt
  • Plastiktopf bei Bedarf aufschneiden
  • oberste Erdschicht abbröckeln
  • Wurzelfilz vorsichtig mit Stäbchen lockern

Achten Sie darauf, insbesondere die Wurzeln möglichst wenig zu beschädigen.

4. Schneiden

Ein Wurzelschnitt ist nur dann nötig, wenn die Wurzeln braunschwarz und faul sind. Auch bei sehr alten Zimmerpflanzen, die Sie nicht mehr in größere Töpfe setzen möchten, kann ein Zurückschneiden des Wurzelgeflechts sinnvoll sein. Dann jedoch müssen Sie entsprechend die oberirdischen Pflanzenteile ebenfalls zurücknehmen, um das Gleichgewicht zu wahren. Zudem empfiehlt sich ein Rückschnitt der Triebe, wenn ältere Pflanzen zu verkahlen drohen. Dies ist beispielsweise bei der beliebten Birkenfeige (Ficus benjamina) notwendig, aber auch beim Fensterblatt (Monstera) und anderen großwüchsigen Zimmerpflanzen. Gehen Sie beim Schneiden folgendermaßen vor:

Bonsai schneiden

  • Die Schnittstelle verläuft etwa einen halben Zentimeter über einer Knospe.
  • Triebspitzen nicht schneiden, sondern ausknipsen.
  • Dies vor allem bei Jungpflanzen vornehmen, damit diese sich besser verzweigen.
  • Ältere Pflanzen kräftiger zurückschneiden, bei Bedarf bis zu zwei Dritteln.
  • Empfehlenswert bei starkem Wachstum, Verkahlung oder zu langen Trieben mit weiten Abständen zwischen den Blättern.
  • Bei sehr buschigen Zimmerpflanzen einen von zwei eng stehenden Zweigen wegnehmen.
  • Schnittstellen zum Schutz vor Krankheitserregern mit Holzkohle einpudern.

Vorsicht: Nicht alle Zimmerpflanzen vertragen einen Rückschnitt!

5. Drainage anlegen

Die wenigsten Zimmerpflanzen vertragen Staunässe, deshalb ist zur Vorbeugung eine Drainage im Topf so wichtig. Legen Sie dazu eine Tonscherbe auf das Abzugsloch des neuen Pflanzgefäßes (verhindert ein Verschlämmen desselben) und füllen Sie anschließend eine etwa fingerdicke Schicht Blähton, Tongranulat oder Kies ein. Bei großen Töpfen bzw. Kübeln darf diese Drainageschicht gut fünf bis zehn Zentimeter dick sein. Topfen Sie die Pflanze anschließend ein, wie Sie das am besten machen, erklären wir Ihnen in den nächsten beiden Abschnitten. Dann gießen Sie sie kräftig an und stellen sie an einen hellen und fußwarmen Standort. Bodenwärme fördert die Wurzelneubildung.

6. Grün- und Blütenpflanzen umtopfen

Beim Umpflanzen von Blatt- und Blütenpflanzen gehen Sie wie folgt vor:

Pflanze umtopfen

  • Handfläche auf Topferde halten, Topf umdrehen
  • Wurzelballen vorsichtig herauslösen
  • Wurzelfilz auflockern
  • nicht durchwurzelte Erde abbröckeln
  • kranke Wurzeln abschneiden, zu lange einkürzen
  • Drainage wie beschrieben in den neuen Topf einfüllen
  • dann etwas Substrat einfüllen
  • Pflanze mittig auf gleicher Höhe wie zuvor einsetzen
  • dabei festhalten
  • Erde auffüllen und fest andrücken

Formen Sie einen etwa einen Zentimeter tiefen Gießrand, das erleichtert Ihnen später das Wässern Ihrer Zimmerpflanzen.

Tipp: Orchideen und andere epiphytisch wachsende Pflanzen müssen nicht zwangsläufig in Erde gepflanzt werden. Sie können Sie auch an ein Rindenstück binden und so die natürlichen Lebensbedingungen nachbilden. Umhüllen Sie hierfür die Luftwurzeln rundum mit Pflanzstoff und binden Sie das Gewächs mit zerschnittenen Damenstrümpfen fest ans Holz an.

7. Kakteen umtopfen

Viele Kakteenarten sind wegen ihrer harten Dornen schwer umzutopfen. Bei diesen gehen Sie am besten so vor:

Kaktus umtopfen

  • Kaktus vorsichtig mit Styroporstücken als Schutz aus dem Topf heben.
  • Wurzelballen mit Stäbchen lockern.
  • Kranke und vertrocknete Wurzeln entfernen.
  • Topfboden wie zuvor beschrieben drainieren.
  • Kaktus auf gleicher Höhe wie zuvor in den Topf setzen.
  • Substrat einfüllen und andrücken.

Anschließend die Pflanze gut angießen, dies fördert die Neubildung der Wurzeln.

8. Weitere Pflege

Nach dem Umtopfen gießen Sie die Pflanzen nur so viel, dass die Erde nicht austrocknet. Erst wenn sich neue Triebe zeigen, pflegen Sie die Gewächse wieder nach ihren individuellen Ansprüchen. Das ist wichtig, damit sich keine Staunässe und anschließend Wurzelfäulnis bilden. Auch auf eine Düngung verzichten Sie vorerst, da die meisten Pflanzsubstrate für Zimmerpflanzen ohnehin vorgedüngt sind. Erst sechs bis acht Wochen nach dem Umpflanzen muss das erste Mal wieder gedüngt werden.

Tipp: Das Erneuern der obersten Erdschicht empfiehlt sich bei großen Zimmerpflanzen, die Sie aus Platzgründen nicht mehr umtopfen wollen sowie bei Gewächsen, die auf eine solche Maßnahme empfindlich reagieren. Palmen beispielsweise vertragen das Umpflanzen oftmals nicht besonders gut.

9. Umstellen auf Hydrokultur

Hydrokultur beim Usambaraveilchen

Sie können ein notwendiges Umtopfen dafür nutzen, Ihre Pflanzen auf Hydrokultur umzustellen. Dies erfordert ein sehr sorgfältiges Auswaschen des Wurzelwerks, da keinerlei Erdreste übrig bleiben dürfen. Für die Hydrokultur gibt es im Handel spezielle Pflanzgefäße sowie Substrate auf der Basis von Blähton. Dabei handelt es um Tongranulat, welches für unterschiedliche Pflanzengruppen in verschiedenen Größen erhältlich ist. Blähton ist wasserspeichernd, lässt ausreichend Luft an die Wurzeln, gibt diesen gleichzeitig Halt und ist zudem strukturstabil, das heißt, das Material verrottet nicht.

Die Hydrokultur ist ideal für alle, die häufig zu viel oder zu wenig gießen. Die Tonbröckchen saugen Wasser wie ein Schwamm auf, geben es aber nur nach und nach gemäß dem pflanzlichen Bedarf ab. Für die Umstellung benötigen Sie einen Korbtopf (meist aus Kunststoff, im Fachhandel) sowie einen passenden Übertopf. Und so gehen Sie dabei vor:

  • Erde aus Wurzelballen restlos ausspülen.
  • zu lange Wurzeln kürzen, braune (verfaulte) wegschneiden
  • Pflanze auf gewaschenen Blähton setzen
  • Pflanzkorb mit Blähton auffüllen
  • Korbtopf in Übertopf stellen
  • handwarmes Wasser anzeigen

Hydrokultur bei Zimmerpflanzen

Ein spezieller Hydroanzeiger hilft Ihnen dabei, das richtige Maß beim Gießen zu finden. Tongranulat muss in der Regel nicht ausgetauscht werden. Es kann jedoch notwendig sein, dieses von Zeit zu Zeit zu reinigen – etwa, weil sich durch das Wässern Kalk darauf absetzt. Das Umtopfen von einem Tongranulat in neues ist für die Pflanze kein Stress, weil der Wurzelballen völlig intakt bleibt und lediglich in das neue Substrat eingebettet wird.