Ananassalbei, Salvia elegans – Anbau, Pflege und Verwendung

Ananassalbei, Salvia elegans, Salvia rutilans
Steckbrief und Pflege-Infos öffnenschließen
Blütenfarbe
rot
Standort
Halbschatten
Blütezeit
Juli, August, September
Wuchsform
aufrecht, buschig, Zwergstrauch
Höhe
bis zu 80 Zentimeter hoch
Bodenart
sandig, lehmig, kiesig
Bodenfeuchte
mäßig feucht
Kalkverträglichkeit
k.A.
Humus
k.A.
Giftig
Nein
Pflanzenfamilien
Lippenblütler, Lamiaceae
Pflanzenarten
Duftkräuter, Zwergsträucher, Duftpflanzen
Gartenstil
Steingarten, Landhausgarten, Cottage Garten

Ananassalbei erobert in Deutschland zunehmend die Gärten. Die Blätter von Salvia elegans Vahl, auch Salvia rutilans genannt, duften bei jeder Berührung angenehm nach Ananas. Das macht die Pflanze, die auch unter dem Namen Honigmelonen-Salbei bekannt ist, für die Küche interessant. Ursprünglich stammt das Gewächs aus der Familie der Lippenblütler aus den Bergen Guatemalas. Auch in Mexiko ist Salvia rutilans heimisch. Mit leuchtend roten Blüten schmückt sich die Pflanze zwischen Juli und September. Dann ist die Zeit für die Ernte von Blättern und Blüten der mehrjährigen Pflanze gekommen.

Steckbrief

  • Wachstum: mehrjährig Pflanze, treibt jährlich neu aus Wurzelstöcken
  • Wuchs: schnell, kräftig, aufrecht
  • Wuchshöhe: 40 bis 80 Zentimeter
  • Wuchsbreite: 30 bis 40 Zentimeter
  • Blüte: einfach
  • Blütenfarbe: leuchtend rot
  • Blütenform: ährenförmig
  • Blütezeit: Juli bis September
  • Blatt: lanzettlich, fein behaart, rau
  • Laub: Laub abwerfend
  • Laubfarbe: grün
  • Standort: halbschattig, warm, gern in der Morgen- und Abendsonne, Schutz vor praller Mittagssonne
  • Boden: durchlässig, reich an Nährstoffen, sandig-humos, ideal: Mischung aus Lehm, Sand sowie Kompost
  • Gießen: Boden nicht austrocknen lassen, regelmäßig gießen sorgt für durchgängig feuchten Boden, Staunässe vermeiden, in Kübeln Drainage erforderlich
  • Düngen: organischer Dünger, während des Wachstums alle vier Wochen

Familie der Lippenblütler

Der Ananassalbei wird der Gattung Salvia, zu Deutsch Salbei, zugeordnet. Über neunhundert Arten zählt diese Gattung. Kultiviert werden kann der Honigmelonen-Salbei nicht nur im Beet oder in einer Rabatte. Auch auf Töpfen und in Kübeln macht sich das Gewächs hervorragend.

Pflanzen-Systematik:

  • botanischer Name: Salvia elegans Vahl
  • Synonym: Salvia rutilans
  • Ordnung: Lippenblütlerartige
  • Familie: Lippenblütler
  • Unterfamilie: Nepetoideae
  • Gattung: Salbei (Salvia)
  • Art: Honigmelonen-Salbei
  • robust und leicht zu pflegen

Ananassalbei wird auch Honigmelonen-Salbei genannt

Pflege

Für die Kultivierung von Ananassalbei braucht der Anfänger nur ein wenig Geschick. Die Pflanze aus dem südamerikanischen Hochland ist robust und vor allem pflegeleicht. Allerdings kommt es auf ein Mindestmaß an Pflege und vor allem den richtigen Platz im Garten an. Ist er einmal gewählt, braucht der Honigmelonen-Salbei nur noch ein wenig Zuwendung und Aufmerksamkeit.

Standort

Standort sorgfältig auswählen

Auch für eine so robuste Pflanze wie Salvia elegans Vahl muss der Standort mit ein wenig Bedacht ausgewählt werden. Die Pflanze ist zwar ausgesprochen robust und wächst selbst unter nicht ganz so günstigen Bedingungen. Erfüllt der Standort jedoch nicht die für das Gedeihen idealen Voraussetzungen, bleibt der aromatische Salbei unscheinbar und klein. Darüber hinaus leidet das, was der Kenner des Ananassalbeis so schätzt: Aroma. Wird der Bereich für die Pflanze dagegen mit Sorgfalt gewählt, bedankt sich der Honigmelonen-Salbei mit einem üppigen Wachstum und hervorragendem Aroma.

Gießen

Ananassalbei verträgt keine lang anhaltende Trockenheit. Für den Boden rund um seine Wurzeln wünscht sich der Honigmelonen-Salbei eine gleichmäßige Feuchtigkeit. Deshalb gehört zur regelmäßigen Pflege der Pflanze eine gute und ausreichende Bewässerung. Ausreichend zu gießen heißt jedoch nicht, die Pflanze zu fluten. Denn stehende Nässe, so genannte Staunässe, vertragen die Wurzeln des Ananassalbeis nicht. Deshalb sollte auch die Gartenerde am Standort gut durchlässig sein. Ist sie zu schwer, lohnt es sich, den Boden mit Sand, Kiesel oder Kompost aufzulockern. Dann fließt das Gießwasser gut ab.

Düngen

Am besten im Wachstum düngen

Der Ananassalbei braucht für das prächtige Gedeihen organischen Dünger. Die Gabe von Nährstoff erfolgt während der Phase des Wachstums. Dann wird alle vier Wochen eine Düngung in den Boden gegeben. Der Gärtner achtet dabei darauf, für dem Honigmelonen-Salbei ausschließlich  organische Düngemittel einzusetzen.

Pflanzen

Pflanzen in Kübeln oder auf Töpfen

Salvia elegans Vahl ist nicht winterhart. Viele Gärtner setzen den Ananassalbei deswegen von Anfang an lieber in Töpfe oder Kübel. Dort lässt sich die aromatische Pflanze sehr gut kultivieren. Allerdings sollte man ein Gefäß wählen, das mindestens zehn Liter Fassungsvermögen aufweist.

Der Vorteil bei der Pflanzung in Kübeln besteht darin, dass sich der Gärtner hier das passende Substrat selbst zusammenmischen kann. Empfohlen ist eine Melange aus Sand, Lehm und Kompost und zwar zu jeweils gleichen Teilen. Auch beim Anbau des Honigmelonen-Salbeis in Kübeln und Töpfen sollte man die Empfindlichkeit der Pflanzen gegen Staunässe berücksichtigen. Eine Drainage ist perfekt. Dafür werden Kies oder Tonscherben über die Abflusslöcher auf den Boden des Topfes gelegt.

Das Gefäß mit den Pflanzen steht am besten an einem warmen Platz im Halbschatten. Hier sollte es die Sonne am Morgen und am Abend genießen dürfen. Starke Sonneneinstrahlung in den Mittagsstunden schadet dem Salbei und sollte deshalb unbedingt vermieden werden.

Ananassalbei wächst schnell und kräftig

Für die kalte Jahreszeit wandert der Topf mit dem Salbei am besten in den Wintergarten. Auch in einem hellen Treppenhaus kann die kälteempfindliche Pflanze gut überwintern. Es sollte ausreichend mit Licht durchflutet sein, da die aromatische Pflanze auch in den Wintermonaten ausreichend Licht braucht. In seinem Winterquartier braucht das Gewächs Temperaturen zwischen fünf bis etwa fünfzehn Grad. Wasser braucht der Ananassalbei im Winter kaum. Auf Dünger verzichtet der Gärtner in den Wintermonaten vollkommen.

Übrigens: Hat sich Salvia elegans Vahl im Topf oder im Kübel gut durchwurzelt, sollte die Pflanze umgetopft werden. Das darf aber nur im Frühling vorgenommen werden. Im Winter und vor allem bei Frost ist das Umtopfen für die Pflanze schädlich.

Anleitung für gesundes Wachstum im Kübel:

  • ausreichend große Gefäße, mindestens 10 Liter
  • Substrat zu gleichen Teilen aus Sand, Lehm und Kompost
  • Drainage schützt vor Staunässe
  • hell und lichtreicher Ort, keine Mittagssonne
  • im Winter niemals umtopfen
  • wenig Gießen und gar nicht Düngen

Überwintern im Freien

Findet sich für den Ananassalbei kein geeignetes Winterquartier, kann man versuchen, die Pflanze im Freien zu überwintern. Soll sie in den kalten Monaten und bei Frost im Freiland bleiben, muss die Pflanze auf jeden Fall zunächst einmal radikal zurückgeschnitten werden. Danach wird der Wurzelballen an der ausreichend dick mit Stroh oder Laub abgedeckt. Einen gewissen Schutz benötigt auch der Boden des Topfes oder des Kübels.

Eine gute Idee ist es, das Gefäß auf eine isolierende Unterlage zu stellen. Gut geeignet ist ein Block aus Styropor oder aus Holz. Anschließend umhüllt man das Pflanzgefäß noch mit einer Folie mit Luftpolstern oder mit Gartenvlies. Ein guter Platz für Kübel mit Ananassalbei, die im Freien bleiben müssen, ist eine geschützte Wand mit Ausrichtung nach Süden.

Ananassalbei wächst bis zu 80 Zentimeter hoch

Der aromatische Salbei kann nur dann im Freibeet überwintern, wenn er ausreichend abgedeckt und so von außen winterhart gemacht wird. Bewährt haben sich hier Abdeckungen aus Laub oder Stroh sowie mit großen Tannenwedeln. Sie isolieren die Pflanzen gut gegen trockene Kälte und schneidige Winde. Bewässert wird nur sporadisch und ausschließlich an Tagen, die frostfrei sind.

Hat der Gärtner Glück, treibt das Salbei-Gewächs im Frühjahr erneut aus. Dann kann die Winterabdeckung weichen. Hier geht man jedoch vorsichtig und vor. Stück für Stück mit steigenden Temperaturen wird die Abdeckung entfernt. Komplett verschwindet sie erst dann, wenn Salvia rutilans ohne Schutz zurechtkommt.  Erfahrungsgemäß ist das im Mai nach den Eisheiligen der Fall.

Schneiden

Pflanzen gekonnt schneiden

Der richtige Schnitt des Ananassalbeis fördert seine  Blühfreudigkeit. Es empfiehlt sich, den Halbstrauch regelmäßige zu schneiden und dabei auf einen kräftigen Rückschnitt zu setzen. Der ideale Zeitpunkt dafür ist das Frühjahr. Die Pflanze sollte noch nicht zum Austrieb angesetzt haben. Salvia rutilans wird bis zu einer Hand breit über dem Gartenboden abgeschnitten.

Auch das Zurückschneiden während des Wachstums der Pflanze lohnt sich. Allerdings ist das alte Holz für einen Schnitt tabu. Triebe dürfen dagegen um bis zu ein Drittel erfolgen. Durch geschicktes Zurückschneiden gelingt es dem Gärtner außerdem, der Pflanze eine bestimmte Form zu geben.

Vermehren

Gewächse erfolgreich vermehren

Eine gute Methode zur Vermehrung von Salvia elegans sind Stecklinge.

Stecklinge des Ananassalbeis für das Vermehren gewinnen:

  • im Spätsommer aus unverholzten Trieben schneiden
  • acht bis zehn Zentimeter Länge
  • Blätter im unteren Drittel entfernen
  • restliche Blätter halbieren

Die vorbereiteten Triebe werden in ein Glas gegeben. Dieses wird etwa fünf Zentimeter hoch mit Wasser aufgefüllt und danach mit einer Folie oder einem transparenten Deckel abgedeckt.

Ananassalbei findet auch Verwendung als Küchenkraut

Am besten entwickeln sich junge Triebe einem warmen und hellen Ort. Direkte Sonneneinstrahlung sollte aber unterbleiben. Nach etwa zwei Wochen zeigen sich die ersten Wurzeln. In diesen ersten 14 Tagen brauchen die Stecklinge regelmäßig frisches Wasser. Ein kompletter Wechsel an jedem Tag ist die beste Methode, das Wasser für die gesunde Entwicklung der Stecklinge und ihrer Wurzeln frisch zu halten.

Auf Anzuchterde gesetzt werden die Stecklinge, wenn die Wurzeln etwa 1,5 Zentimeter bis 2,5 Zentimeter lang sind. Während der kommenden Wintermonate bilden die neuen Pflanzen ihre kräftigen Wurzelsysteme au. Das Substrat sollte während der gesamten Zeit feucht bleiben. Die endgültige Pflanzung der jungen Pflanzen an ihrem Standort im Freien erfolgt nach den Eisheiligen ab Mitte Mai.

Variantenreich in Haus und Küche verwenden

Salvia elegans kann in der Küche in zahlreichen Varianten verwendet werden. Dazu erfolgt die Ernte der Blätter zwischen Mai und Oktober. Die Blüten der aromatischen Pflanze erntet man erst dann, wenn sie sich vollständig entwickelt haben.

Einsatz frischer Pflanzenteile in der Küche:

  • für Tee einen gehäuften Esslöffel der Blätter auf einen viertel Liter kochendes Wasser, zehn Minuten ziehen lassen
  • Blätter und Blüten als Küchenkräuter in Quark und Fruchtsalat
  • zum Konservieren in Gläser mit selbst gefertigten Gelee
  • für Duftsträuße und Potpourris

Konservieren der Pflanze

Zum Konservieren des Ananassalbeis bietet sich die Trocknung an. Allerdings verliert sich das Aroma der Pflanze im trockenen Zustand. Möchte man Salvia rutilans in der Küche verwenden, sollte man möglichst frische Blüten und Blätter nutzen.

Zur Konservierung trocknen

Die Blätter der Pflanze lassen sich für die spätere Verwendung in der Küche ausgezeichnet trocknen. So bleiben sie lange haltbar und können noch wochenlang zum Würzen von Speisen und für Tees genutzt werden. Sollen die Blätter zur Konservierung trocknen, empfiehlt sich die Ernte kurz vor der Blütezeit. Das Geheimnis für eine erfolgreiche Trocknung besteht darin, die Feuchtigkeit gezielt aus den Pflanzenteilen abziehen zu lassen. Nur dann schimmeln die Blätter nicht.

Schritt für Schritt trocknen:

  • Blätter auf Küchenkrepp geben
  • alternativ: flache Teller
  • luftige und warme Plätze wählen
  • Prozess des Trocknens vollständig abschließen
  • erst dann Lagerung in dunklen Behältern

Ein Trick für die erfolgreiche Trocknung des Ananassalbeis ist die Verwendung von Kieselgel. Dieses Trocknungsmittel saugt hervorragend Flüssigkeit auf und verhindert durch diese Art der gründlichen und trocknenden Wirkung das Schimmeln und Welken von Trocknungsgut. Ein verschließbares Gefäß wird am Boden mit den Kugeln des Kieselgels bedeckt. Darauf werden die Teile der Pflanze geschichtet.

Am Schluss kommt auf die letzte Pflanzenschicht noch einmal das Trocknungsmittel. Sorgfältig wird das Gefäß verschlossen. Der Prozess des Trocknens dauert etwa eine Woche. Kieselgel ist gesundheitlich unbedenklich. Die getrockneten Pflanzenteile sind deshalb zum Verzehr zu gebrauchen.

Krankheiten

Schädlinge und Krankheiten sind eher selten

Salvia elegans gehört zu den widerstandsfähigen Pflanzen. Gegen Krankheiten und Schädlinge ist die Pflanze gut gewappnet. Selten kommt allerdings der Befall mit Thripsen vor. Das sind geflügelte Insekten, die sich an den Blattzellen der Pflanze zu schaffen machen und diese leer saugen. Dadurch wird die Pflanze schwächer.

Ananassalbei, Salvia elegans wird auch als Salvia rutilans bezeichnet

Schadbild Thripsen:

  • silbrige Punkte am Blatt
  • gehemmtes Wachstum bei jungen Pflanzenteilen
  • Blätter braun und verkrüppelt
  • schwärzliche Kotflecken an der ganzen Pflanze

Schädlinge gezielt bekämpfen

Der Befall durch die Thripsen wird am besten bereits im Vorfeld verhindert. Eine regelmäßige Kontrolle der Unterseiten am Blatt beugt vor. Gibt es bereits Verfärbungen an einzelnen Blättern, werden diese umgehend ausgezupft. Sind nur einzelne Pflanzen betroffen, müssen diese Exemplare vereinzelt werden. So wird Ansteckung vermieden.

Gegen den Befall mit Thripsen hilft eine Sprühlösung. Sie wird aus Wasser und Schmierseife hergestellt. Eine Behandlung erfolgt in regelmäßigen, möglichst kurzen  Abständen. Blaue Klebefallen werden gegen fliegende Schädlinge eingesetzt.

Chemische Insektizide zu kaufen, lohnt nicht, um Thripsen zu bekämpfen. Zu bedenken ist vor allem, dass die Pflanze verzehrt werden soll. Außerdem basieren die meisten Präparate, die es zu kaufen gibt, auf Ölmischungen. Sie verstopfen die Poren des Blattes und schaden der Pflanze mehr als sie nützen.

Wirkung als Heilkraut

Im Honigmelonen-Salbei sind neben ätherischen Ölen auch Vitamine und Saponine enthalten. Beim Letzteren handelt es sich um sekundäre Pflanzenstoffe, die in wässriger Lösung einen Schaum bilden. Sie sind für den bitteren Geschmack verantwortlich und für den menschlichen Verzehr unbedenklich.

Als Heilpflanze hat der Ananassalbei allerdings keine Bedeutung, weil eine therapeutische Wirkung der Inhaltsstoffe nicht bekannt ist.  Nur in der volkstümlichen Medizin Mittelamerikas wird die Pflanze zur Senkung von Blutdruck genutzt.

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