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Bärlauch, Allium ursinum: Pflege und Steckbrief

Bärlauch Allium ursinum
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Blütenfarbe
weiss
Standort
Schatten, Halbschatten
Blütezeit
März, April, Mai
Wuchsform
mehrjährig, Überhängend
Höhe
bis zu 50 Zentimeter hoch
Bodenart
lehmig, kiesig
Bodenfeuchte
sehr feucht, frisch
pH-Wert
neutral, schwach alkalisch, alkalisch
Kalkverträglichkeit
Kalktolerant
Humus
humusreich
Giftig
Nein
Pflanzenfamilien
Lauchgewächse, Alliaceae
Pflanzenarten
Bodendecker, Schattenpflanzen, Wildkräuter
Gartenstil
Naturgarten, Waldgarten

Der Bärlauch ist eine Wildpflanze, die aufgrund ihres intensiven Aromas als Küchenkraut geschätzt wird. Aufgrund der Verwechslungsgefahr mit anderen Pflanzen ist es sinnvoller den Wald-Knoblauch, gezielt im Garten zu kultivieren.

Standort

Einen geeigneten Platz im Garten für den Bärlauch (Allium ursinum) zu finden, ist nicht ganz einfach. Im Frühjahr zum Austrieb benötigt er einen sonnigen bis maximal halbschattigen Platz. Über den Sommer mögen es die Pflanzen, wenn der Standort schattig ist.

Ideal ist der Wald-Knoblauch als Unterpflanzung bei Laub abwerfenden Bäumen oder Hecken. Bedingt geeignet sind auch Plätze, die vormittags viel Licht bekommen und etwa ab Mittag bzw. dem frühen Nachmittag im Schatten liegen.

Bärlauch mag feuchte und schattige Auenwälder
In der Natur findet sich Bärlauch häufig an Bächen.

Tipp: Wenn Sie einen Beerengarten haben, können Sie die Pflanzen auch dort als Unterpflanzung nutzen. Die Bärlauchzwiebeln profitieren hier zudem vom regelmäßigen Mulchen der Bärensträucher.

Boden

Allium ursinum bevorzugt einen nährstoffreichen und humosen Boden. Von Vorteil ist es, wenn der Boden immer mäßig feucht ist. Es darf sich allerdings keine Staunässe bilden, denn anderenfalls würden die Zwiebeln zu faulen beginnen.

Substratmischung:

  • 2 Teile reifer Kompost
  • 1 Teil einjähriger Kompost
  • 1 Teil Sand

Damit der Boden humos bleibt, können Sie im Herbst den Platz mit den Pflanzen mit einer dicken Schicht Laub mulchen. Zerkleinern Sie das Laub vorher mit dem Rasenmäher, dann verrottet es über den Winter schneller. Sollten Sie das Laub nicht zerkleinern können, räumen Sie nicht verrottetes Laub im Frühjahr weg. Dadurch kann sich der Boden besser erwärmen und die Blätter sprießen schneller.

Bärlauch-Setzling im Beet
Bärlauch benötigt die richtige Bodenmischung, um gut zu gedeihen.

Hinweis: Entwickeln sich die Pflanzen nicht gut, kann es sein, dass der Boden zu sauer ist. Arbeiten Sie im zeitigen Frühjahr etwas Kalk in den Boden ein.

Pflanzen

Haben Sie im Handel Bärlauch gekauft, dann ist der beste Zeitpunkt für die Pflanzung ebenfalls das Frühjahr.

Anleitung zur Pflanzung

  • trockene Pflanzen für 30 Minuten in einen Kübel mit Wasser stellen
  • Pflanzloch in doppelter Wurzelballengröße ausheben
  • Wurzeln beim Entfernen des Topfes nicht beschädigen
  • Pflanzen mittig positionieren und mit Substrat auffüllen
  • angießen

Wie viele andere Lauch-Arten schätzt auch der Bärlauch keine Beschädigung der Wurzeln. Dies führt meist zu einem verringerten Wuchs, bis sich die Wurzeln wieder erholt haben. Daher ist es wichtig, die Pflanzen vorsichtig aus dem Topf zu heben. Alternativ können Sie den Topf auch vorsichtig zerschneiden.

Wenn Sie verhindern möchten, dass sich die Pflanzen über ein bestimmtes Gebiet hinaus ausbreiten, sollten Sie eine Rhizom-Sperre verwenden. Dazu reicht es aus, wenn Sie von einem großen Topf oder Trog den Boden abschneiden und dies als Umrandung verwenden.

Düngen

In der Pflege ist der Wald-Knoblauch nicht aufwendig. Eine Düngung ist in der Regel nicht notwendig, wenn Sie die Fläche regelmäßig mulchen. Haben Sie kein geeignetes Laub zum Mulchen zur Verfügung, können Sie, sobald sich die ersten grünen Spitzen zeigen, eine dünne Schicht reifen Kompost ausbringen. Die Pflanzen treiben dann durch den Kompost wieder durch.

Bärlauch wird häufig mit Giftpflanzen verwechselt
Zwischen Ende März und Anfang Mai zeigt Bärlauch seine weißen Blüten. Die Blütenkapseln enthalten übrigens, die für eine Aussaat benötigten, Samen. Diese können im Juni oder Juli geerntet werden.

Gießen

Hat der Wald-Knoblauch einen geeigneten Standort, müssen Sie die Pflanzen nicht wässern. Lediglich in sehr trockenen Sommermonaten brauchen sie etwas mehr Pflege und der Boden sollte gelegentlich durchdringend gewässert werden. Achten Sie allerdings darauf, dass sich keine Staunässe bildet.

Schneiden

Bei der Pflege ist der Rückschnitt gänzlich zu vernachlässigen. Im Sommer ziehen die Blätter ein und zersetzen sich rasch.

Ernten

Geerntet kann die gesamte Pflanze werden, da sie in allen Teilen verwendbar ist. Dadurch können fast ganzjährig Teile vom Bärlauch geerntet werden.

Folgende Teile sind verwendbar:

  • Zwiebeln
  • Blätter
  • Knospen
  • Blüten
  • Samen
Frisch geerntete Bärlauchblätter

Im zeitigen Frühjahr werden die frischen und zarten Blätter geerntet. Sobald sich die Blütenknospen zeigen, verlieren die Blätter an Geschmack und werden zäh. Dann ist die richtige Zeit die Knospen und im Anschluss die geöffneten Blüten zu ernten. Die grünen Samen können ebenfalls verwendet werden. Ganzjährig ist es möglich, die Zwiebeln zu ernten und ebenfalls zu verkochen.

Vermehren

Allium ursinum lässt sich wahlweise über Aussaat oder Teilung vermehren.

Aussaat-Anleitung

  • Boden im Freiland feinkrümelig vorbereiten
  • Samen gleichmäßig verteilen
  • Samen andrücken
  • angießen
  • mit Vlies vor Vögeln schützen

Der ideale Zeitpunkt für die Aussaat ist der Herbst, da die Samen einen Kältereiz zum Keimen benötigen. Sollten Sie im Herbst nicht mehr die Zeit für eine Aussaat gefunden haben, ist es möglich die Samen noch im zeitigen Frühjahr zu säen. Bei einer Aussaat im Frühjahr ist die Keimrate etwas geringer.

Teilung

Bärlauch bildet auch Brutzwiebeln aus, wodurch sich über die Jahre ein dichter Teppich aus den Pflanzen bilden kann. Die Pflanzen können dann durch Teilung vermehrt werden. Der beste Zeitpunkt dafür ist ebenfalls der Herbst. Dazu graben Sie die Zwiebeln einfach aus und pflanzen sie verteilt an anderen Stellen wieder ein.

Viel Bärlauch

Hinweis: Bei einem sehr dichten Bestand ist es von Vorteil, wenn Sie die Pflanzen teilen. Dadurch können sich die Zwiebeln besser entwickeln und es bilden sich größere Blätter.

Überwintern

Bei der Überwinterung ist der Bärlauch ebenfalls einfach in der Pflege. Bringen Sie im Herbst eine Schicht Laub aus, das ist ausreichend, damit die Pflanzen geschützt sind. Wenn Sie kein Laub zur Verfügung haben, können Sie den Platz mit den Pflanzen auch locker mit Tannenzweigen abdecken.

Entfernen Sie die Zweige bzw. nicht verrottetes Laub spätestens im März. Anderenfalls würde die Abdeckung die Erwärmung des Bodens durch die Sonne mindern. Dadurch würden die Zwiebeln erst verspätet treiben.

Tipp: Wenn Sie den Austrieb auf größeren Flächen staffeln wollen, können Sie auch die Mulchschicht bzw. die Tannenzweige gezielt auf einzelnen Stellen liegen lassen und erst später entfernen.

Krankheiten

Gelegentlich kann es passieren, dass einzelne Blätter von Rostpilzen befallen werden. Entfernen Sie befallene Blätter und entsorgen Sie sie im Restmüll. In der Regel treiben die Zwiebeln im nächsten Jahr wieder gesund aus.

Schädlinge

Der Bärlauch ist gegenüber Schädlingen nicht besonders anfällig. Gelegentlich knabbern Schnecken an ganz jungen Blättern und manchmal finden auch Wühlmäuse einzelne Zwiebeln schmackhaft. Beide richten in der Regel aber keinen nennenswerten Schaden bei den Pflanzen an.

Verwechslungsgefahr

Ein Grund, warum der Wald-Knoblauch im Garten gezielt gepflanzt wird, ist die Gefahr, ihn in freier Natur mit Giftpflanzen zu verwechseln. Verwechslungsgefahr besteht dabei insbesondere mit Maiglöckchen (Convallaria majalis) und Herbstzeitlose (Colchicum autumnale).

Maiglöckchen (Convallaria majalis)
Maiglöckchen (Convallaria majalis)

Folgende Pflanzen sehen dem Bärlauch außerdem noch ähnlich:

  • Echtes Salomonssiegel (Polygonatum odoratum)
  • Vielblütige Weißwurz (Polygonatum multiflorum)
  • Gefleckter Aronstab (Arum maculatum)
  • Schneeglöckchen (Galanthus)
  • Frühlingsknotenblumen (Leucojum vernum)
  • Osterglocken (Narcissus pseudonarcissus)

Ebenfalls verwechselt kann der Bärlauch mit dem sogenannten Wunder-Lauch (Allium paradoxum) werden. Der ist jedoch nicht giftig und ebenfalls essbar.

Hinweis: Bei einer gezielten Kultur im Garten lässt es sich ebenfalls nicht sicher ausschließen, dass sich giftige Doppelgänger ansiedeln. Prüfen Sie daher bei der Ernte der Blätter immer jedes einzelne Blatt.

Häufig gestellte Fragen

Wie lange dauert es bis zur ersten Ernte nach der Aussaat?

Damit sie schöne Blätter bilden, benötigen die Pflanzen etwas Zeit schöne Zwiebeln zu bilden. Bei guten Bedingungen kann die Ernte bereits im zweiten Jahr nach der Aussaat erfolgen. Es ist jedoch empfehlenswerter mindestens drei Jahre zu warten, bis die ersten Blätter geerntet werden.

Lässt sich Bärlauch auch im Topf kultivieren?

Ja, allerdings ist er im Topf deutlich aufwendiger in der Pflege. Wichtig bei dieser Form der Kultur ist ein geeigneter Standort und eine ausreichende Versorgung mit Wasser vor allem in den Sommermonaten, wenn die Pflanzen bereits eingezogen sind. Anderenfalls können nicht genug Ressourcen in der Zwiebel gespeichert werden, was zu einem kümmerlichen Austrieb führen würde.

Sollte Bärlauch frisch oder gekocht verwendet werden?

Frische Bärlauchblätter sollten nur in kleinen Mengen gegessen werden, da empfindliche Menschen mit Magenproblemen reagieren können. Wesentlich besser verträglich ist der Bärlauch, wenn er verkocht wird.


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