Berglorbeer, Lorbeerrose, Kalmia latifolia – Ist sie giftig? Pflege-Infos

Berglorbeer, Lorbeerrose, Kalmia latifolia
Steckbrief und Pflege-Infos öffnenschließen
Blütenfarbe
rosa, rot, weiss
Standort
Halbschatten, Sonnig, Vollsonne
Blütezeit
April, Mai, Juni
Wuchsform
aufrecht, ausladend, buschig, mehrjährig
Höhe
bis zu 250 Zentimeter hoch
Bodenart
sandig, kiesig
Bodenfeuchte
mäßig feucht, frisch
pH-Wert
neutral, schwach sauer
Kalkverträglichkeit
Kalkintolerant
Humus
humusreich
Giftig
Ja
Pflanzenfamilien
Heidekrautgewächse, Ericaceae
Pflanzenarten
Ziergehölze, Immergrüne Sträucher, Bodendecker
Gartenstil
Heidegarten, Moorbeet, Ziergarten

Der Berglorbeer ist in den heimischen Gärten noch selten zu sehen. Auch als Kübelpflanze ist Kalmia latifolia nicht sehr verbreitet. Und das, obwohl sie von April bis Juni wunderschöne Blüten hervorbringt. Auch ist der Strauch aus der Familie der Heidekrautgewächse anspruchslos in der Pflege. Einzig der Standort sollte gut überlegt sein. Die Pflanze wächst langsam und erreicht eine Höhe von rund einem Meter. Daher ist sie auch für kleine Ziergärten geeignet. Von Schädlingen wird sie auch nicht häufig befallen und Krankheiten treten zum Glück sehr selten auf. Wo liegt also der Haken? Der Berglorbeer ist sehr giftig. Sein Gift ist für Tiere und Menschen tödlich. So passt die Lorbeerrose nicht in Haushalte mit kleinen Kindern oder in solche mit Haus- oder Nutztieren. Für den achtsamen Pflanzenfreund ist sie aber eine echte Bereicherung.

Steckbrief

  • botanischer Name: Kalmia latifolia
  • Familie: Heidekrautgewächse (Ericaceae)
  • Gattung: Lorbeerrosen (Kalmia)
  • Trivialnamen: Berglorbeer, Breitblättrige Lorbeerrose
  • nicht duftend
  • mehrjährig: ja
  • Wuchshöhe: im Garten bis maximal 2,50 Meter, realistisch sind 50 bis 100 Zentimeter
  • Blätter: elliptisch bis lanzettlich, mittelgrün
  • immergrün
  • Blüte: traubige oder doldenartige Blütenstände mit bis zu 40 Blüten
  • Blütenfarbe: weiß, rosa, rot oder schwarz
  • Blütezeit: April bis Juni, sortenabhängig
  • Herkunft: Ost-Staaten der USA
  • sehr giftig für Mensch und Tier
  • winterhart bzw. frostbeständig
  • nicht kalktolerant

Standort

Der Berglorbeer ist, was seinen Standort betrifft, sehr anspruchslos. Er bevorzugt ein sonniges Plätzchen, ist aber auch mit einem hellen und halbschattigen Standort zufrieden. Die Pflanze ist winterhart, reagiert aber empfindlich auf späten Frost im Frühling. Da der Strauch sehr langsam wächst, braucht er auch nicht viel Platz. Deshalb eignet er sich auch für kleine Ziergärten. Er kann als Solitär oder in der Hecke gepflanzt werden. Dann sollte der Pflanzabstand ungefähr die halbe Wuchsbreite haben. Und man sollte bedenken, dass es Jahre dauert, bis die Hecke eine ordentliche Höhe erreicht hat, um als Sichtschutz zu dienen.

Berglorbeer mit roter Blütenfarbe

  • vollsonniger Standort ist ideal
  • keine starke Mittagssonne
  • windgeschützt
  • winterhart und forstbeständig

Boden

Wie an den Standort stellt der Berglorbeer auch an den Boden keine hohen Ansprüche. Das Erdreich sollte in erster Linie durchlässig und locker sein. Kalkhaltige Böden mag die Pflanze nicht.

  • feuchter, humushaltiger Boden
  • neutral bis leicht sauer
  • locker und durchlässig
  • schwere Böden auflockern, mit Sand oder kleinen Kieselsteinen mischen
  • schwere Böden zudem mit Humus versehen

Pflege

Der Berglorbeer ist eine pflegeleichte Pflanze. Ist sie mit dem Boden und dem Standort zufrieden, wächst sie ohne großen Aufwand, allerdings sehr langsam. Pro Jahr wächst sie zwischen 10 und 30 Zentimeter. Die schwierigste Aufgabe bei der Pflege ist, ein ideales Plätzchen für die Lorbeerrose zu finden. Einzige Aufgabe für den Gärtner ist dann noch, für ausreichend Wasser zu sorgen.

Pflanzen

Die Lorbeerrose ist nicht frostempfindlich. Sie kann im Garten als Freiland- oder als Topfpflanze kultiviert werden. Für das Auspflanzen sollte ein frostfreier Tag im Herbst oder Frühjahr gewählt werden. Die ideale Größe für das Pflanzloch ist doppelte Größe des Wurzelballens. Damit die Lorbeerrose einen guten Start hat, sollten Sie die ausgehobene Erde mit Humus, Kompost oder verrottetem Laub mischen. Einem schweren Boden sollte man etwas Sand hinzufügen.

Kalmia latifolia mit seinen elliptischen Blättern

  • Auspflanzen zwischen September und Mai
  • Boden gut auflockern
  • schlecht durchlässige Böden mit einer Drainageschicht versehen (Kies oder Tonscherben)
  • Pflanze vor dem Einsetzen gut wässern
  • Gießrand um die Pflanze formen
  • Neigung des Gießrandes ist zur Mitte hin
  • gut angießen

Kübelkultur

Wie beim Auspflanzen im Garten muss auch bei der Kübelkultur darauf geachtet werden, dass das Substrat gut locker und durchlässig ist. Am besten ist eine Drainageschicht am Boden des Pflanzgefäßes. Da der Lorbeerbaum in kalkhaltiger Erde sehr schlecht gedeiht, sollte für die Kübelkultur am besten Rhododendron-Erde verwendet werden. Der Wurzelballen sollte im Pflanzgefäß genügend Platz haben. Auch hier ist die doppelte Größe des Ballens ideal. Nachdem die Pflanze eingesetzt ist, sollte man sie gut angießen.

Gießen

Ist der Strauch ausgepflanzt, hängen zusätzliche Wassergaben von der Temperatur und der Witterung ab. Die Lorbeerrose verträgt kürzere Trockenperioden ganz gut. Regnet es jedoch zu wenig, muss nachgeholfen werden. Eine zusätzliche Wassergabe erfolgt, wenn der Boden an der Oberfläche trocken ist. Eine Schicht Rindenmulch um die Lorbeerrose herum hält die Feuchtigkeit und verhindert, dass der Boden zu schnell austrocknet.

Bei der Kultivierung als Kübelpflanze darf das Substrat nicht austrocknen. Hier muss die Erde gleichmäßig feucht gehalten werden. Gießen Sie den Berglorbeer am besten mit Regen- oder kalkfreien Gießwasser. Staunässe sollte jedoch vermieden werden.

Kalmia latifolia ist ein Heidekrautgewächs

Düngen

Ein ausgepflanzter Berglorbeer sollte einmal im Jahr gedüngt werden, um die Pflanze zu stärken bzw. ihr Wachstum anzuregen. Die beste Zeit dafür ist das Frühjahr. Befindet sich die Pflanze in einem nährstoffarmen Erdreich, darf durchaus öfter gedüngt werden. Grundsätzlich gilt aber: Weniger ist mehr.

  • organischer Dünger wie Kompost oder Hornspäne
  • alternativ Rindenmulch

Umtopfen

Aufgrund ihres langsamen Wachstums muss der Strauch nicht jedes Jahr umgetopft werden. Ragen die Wurzeln aus dem Kübel hervor, sollte die Pflanze in ein neues, größeres Pflanzgefäß umgesetzt werden. Da die Lorbeerrose ein humusreiches, durchlässiges Substrat bevorzugt, sollte dieses alle zwei Jahre erneuert werden. Wichtig ist, dass beim Umtopfen wieder eine Drainageschicht angelegt wird, und das Pflanzgefäß mit Abzugslöchern versehen ist. Beide Maßnahmen beugen Staunässe prima vor.

Schneiden

Da die Lorbeerrose langsam wächst, braucht er keinen regelmäßigen Schnitt, ist aber gut schnittverträglich. Man kann ihm im Frühjahr auslichten und die Triebe regelmäßig einkürzen. Das fördert ein buschigeres Wachstum der Pflanze.

Berglorbeer mit weißer Blütenfarbe

Schneiden Sie dazu vor allem junge:

  • Pflanzen kurz hinter einem nach außen gerichteten Auge
  • kompletter Rückschnitt nicht notwendig
  • schwache Triebe entfernen
  • falsch wachsende Triebe entfernen
  • Auslichten ist möglich, aber selten erforderlich

Verwelkte Blüten sollten entfernt werden. Das sieht nicht nur hübscher aus, es regt den Strauch auch an, weitere Blüten zu entwickeln. Wird Verblühtes nicht abgenommen, steckt die Lorbeerrose ihre Kraft in die Samenbildung und entwickelt dementsprechend weniger Blüten.

Wegen ihrer Giftigkeit müssen alle abgeschnittenen Teile der Pflanze, also Triebe, Blätter und verwelkte Blüten, sofort sicher entsorgt werden. Für das Arbeiten an der Pflanze selbst sollten unbedingt Handschuhe getragen und auch auf einen Augen- und Mundschutz nicht verzichtet werden. Ältere Pflanzen neigen im unteren Bereich zu Verkahlungen. Um die kahlen Stellen zu kaschieren, können niedrige Stauden unter den Strauch gepflanzt werden, etwa Vergissmeinnicht oder Purpurglöckchen.

Giftigkeit

Alle Pflanzenteile des Berglorbeers sind für Mensch und Tier sehr giftig. Besonders viel Gift enthalten die Blätter des Berglorbeers. Sie können für Mensch und Tier sogar tödlich sein. In der seiner Heimat, den USA, sterben jedes Jahr viele Schafe, weil sie an der Pflanze genascht haben. Deshalb wird sie dort auch „Lambkill“, also Lammtöter, genannt.

Beim Arbeiten mit der Pflanze sollte daher, wie bereits erwähnt keineswegs, auf Handschuhe  verzichtet werden. Ebenfalls empfiehlt sich das Tragen eines Mund- und Augenschutzes. Für Familienhaushalte mit kleinen Kindern oder Haushalten mit Tieren ist die Pflanze nicht geeignet. Vergiftungen treten nicht nur bei Hunden und Katzen auf, sondern auch bei Nutztieren und sogar bei Pferden. Das Gift im Berglorbeer ist Acetylandromedol. Symptome des Wirkstoffes sind Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Schwindel. Hinzu kommt eine erhöhte Speichelbildung. In schlimmen Fällen kann das Gift zu einer Verlangsamung der Herztätigkeit und zur Atemlähmung führen.

Bereits ein Hautkontakt mit der Lorbeerrose kann Juckreiz, Rötungen und Brennen verursachen. Das Gift des Berlorbeers ist auch in seinem Honig zu vorhanden. Daher darf der Honig nicht verzehrt werden. Für Bienen ist er jedoch ungiftig. Da das Gift der Pflanze zum Tod führen kann, sollte auch bei ungiftigem Berglorbeer, der manchmal  im Handel angeboten wird, kein Risiko eingegangen werden. Verzichten Sie also auch bei diesen Pflanzen nicht auf die erforderlichen Vorsichtsmaßnahmen.

Kalmia latifolia blüht von April bis Juni

Überwintern

Die Lorbeerrose ist winterhart und sehr frostbeständig. Einen Kälteschutz brauchen nur Pflanzen, die in rauhen Lagen ausgepflanzt worden sind. Auch sollten junge Pflanze in den ersten Wintern geschützt werden. Geeignet dafür sind Tannenzweige oder Reisig. Steht der Strauch im Garten an einem windigen und kalten Platz, sollte er mit einem Vlies vorsichtshalber geschützt werden.

Überwintern als Kübelpflanze

Der Berglorbeer braucht kein Winterquartier. Mit etwas Hilfe übersteht er den deutschen Winter auch auf Balkon oder Terrasse ohne Probleme. Wichtig ist, dass der Wurzelballen im Kübel nicht durchfriert. Umschließen Sie dazu das Pflanzgefäß mit einem Vlies, einer Jute oder Folie. Damit auch vom Boden her keine Kälte eindringen kann, empfiehlt es sich, die Pflanze auf einen Styropor- oder Holzblock zu stellen.

Vermehren

Berlorbeer kann grundsätzlich durch Stecklinge oder Samen vermehrt werden. Beide Formen sind aber nicht sehr erfolgsversprechend. So wurzeln Stecklinge nur selten an und die Vermehrung mit Samen funktioniert nur bei Wildformen. Da man im Handel fast nur Zuchtformen bekommt, entfällt für den Hobbygärtner diese Form der Vermehrung. Die einzige Form der Vermehrung, die vielleicht erfolgreich ist, ist jene über Absenker.

  • vor dem ausgewählten Trieb einen Kanal ausheben
  • den nicht verholzten Trieb in den Kanal ziehen
  • mit ausreichend, aber nicht zu viel Erde bedecken
  • Triebspitze muss noch herausschauen
  • Trieb mit Steinen oder anderen Gewichten beschweren, so hält er seine neue Position
  • regelmäßig gießen, um die Wurzelbildung zu fördern

Ist der Absenker sehr widerspenstig, kann er mit einfachen Hilfsmitteln „gezwungen“ werden, am Boden zu bleiben. So können sie ihn mit Heringen aus der Campingsausrüstung oder einem Krampen am Boden halten.

Kalmia latifolia ist giftig in seinen Pflanzenteilen

Krankheiten

Krankheiten und Schädlinge

Krankheiten und Schädlinge treten beim Berglorbeer sehr selten auf. Da er giftig ist, schmeckt er auch Schädlingen nicht sonderlich. Gelegentliche Fraßspuren von Raupen oder Käfern gehören zu den natürlichen Schädlingskennzeichen. Allerdings treten diese in geringem Ausmaß aus, sodass in den meisten Fällen Gegenmaßnamen nicht zwingend nötig sind.

Dickmaulrüssler

Leider schmecken die Wurzeln der Lorbeerrose aber den Larven des Dickmaulrüsslers. Dies kann bis zum Tod der Pflanze führen. Sollten Sie den gefürchteten Käfer – gut erkennbar an seinem Rüssel – entdecken, leiten Sie sofort entsprechende Gegenmaßnahmen ein.

Blattfleckenkrankheit

Der Berglorbeer ist, was Krankheiten anbetrifft, anfällig für die so genannte Blattfleckenkrankheit. Sie stellt für die Lorbeerrose keine ernsthafte Gefahr dar, sieht aber optisch nicht schön aus. Zeigt die Pflanze Symptome einer Krankheit, handelt sich zumeist um Pflegefehler. So bilden sich bei zu viel Dünger Nekrosen an den Blatträndern. Dunkle Standorte oder Staunässe führen zu welken, herabhängenden Trieben und führen im schlimmsten Fall zu Wurzelfäule. Bekommen die immergrünen Blätter im Winter unansehnliche, braune Stellen, erhalten sie zu viel Wintersonnen und / oder zu viel kalte Windböen. Deshalb wählen Sie den Standort nach Sommer- und Winterbedingungen aus.

No votes yet.
Please wait...