Blaue Fächerblume, Scaevola aemula – Sorten, Pflege und Vermehren

Blaue Fächerblume, Scaevola aemula
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Blütenfarbe
gelb, rosa, violett, weiss, blau
Standort
Halbschatten, Sonnig, Vollsonne
Blütezeit
Mai, Juni, Juli, August, September, Oktober
Wuchsform
aufrecht, ausladend, buschig, Staude, Überhängend
Höhe
bis zu 100 Zentimeter hoch
Bodenart
sandig, lehmig, kiesig
Bodenfeuchte
mäßig feucht, frisch
pH-Wert
schwach sauer
Kalkverträglichkeit
Kalktolerant
Humus
humusreich
Giftig
Nein
Pflanzenfamilien
Goodeniengewächse, Goodeniaceae
Pflanzenarten
Immergrüne Bodendecker, Balkonpflanzen
Gartenstil
Steingarten, Blumengarten

Die Blaue Fächerblume gehört zu den dauerhaft blühenden Pflanzen. Von Anfang Mai bis weit in den Oktober hinein erfreut die immergrüne Staude den Betrachter durch eine üppige, dichte Blütenpracht. Mit ihren langen Trieben bringen die Pflanzen Farbe in den Steingarten. Und in Hängeampeln zaubern sie eine malerische Atmosphäre auf Terrasse und Balkon. Die aus Australien stammenden Gewächse sind pflegeleicht, ihr Bedarf an Sonnenlicht und Wasser darf dennoch nicht unterschätzt werden.

Steckbrief

  • Familie: Goodeniengewächse
  • lateinischer Name: Scaevola aemula
  • weitere Bezeichnungen: keine bekannt
  • Standort: vollsonnig, Halbschatten wird toleriert
  • Wuchsbreite: 45 cm
  • Wuchshöhe: 20 – 100 cm
  • Wuchsform: aufrecht wachsend
  • Blütezeit: Mai bis Oktober
  • Blütenfarben: blau, weiß, rosa, gelb (abhängig von der Sorte)
  • Laub: immergrün, ei- bis spatelförmig, behaart
  • Giftigkeit: nicht giftig, es sind keine Nebenwirkungen durch den menschlichen Verzehr bekannt
  • Kalkverträglichkeit: verträgt nur bedingt Kalk im Boden und Gießwasser

Standort

Sommerzeit ist Blütenzeit. Und die Fächerblume gehört definitiv dazu. Scaevola aemula ist eine relativ junge Einwanderin, die erst seit wenigen Jahrzehnten die heimischen Blumenkästen und Beete ziert. Der Ursprung der Asterartigen liegt in Australien und Tansania. Dort kann man die ausdauernd krautige Pflanze in sandigen Küstenregionen und auf trockenen, lehmhaltigen Sandböden antreffen.

Mit ihrer violettblauen Blüte bringt die Fächerblume Farbe in den Garten und auf den Balkon. Aufgrund ihrer langen, teilweise hängenden Triebe ist eine erhöhte Position ratsam. In Blumenampeln und -kästen kommt die immergrüne Staude besonders gut zur Geltung.

Blaue Fächerblume mit ihren kleinen, dichten Blüten

Folgende Anforderungen stellt das Gewächs an ihren Pflanzort:

  • sonnig
  • warm
  • nicht zur Unterpflanzung von Bäumen geeignet

Pflege

Die australische Schönheit ist eine kleine Sonnenanbeterin, der es gar nicht sonnig genug sein kann. Mit dunklen Standorten, wie beispielsweise auf der Nordseite des Gartens, kommt sie nicht zurecht. Das höchste Maß an Toleranz bringt die Fächerblume bei halbschattigen Plätzen auf.

Durch ihr hängendes Erscheinungsbild lassen sich die Stauden im Stein- bzw. Sandgarten auf Mauern und Felsvorsprünge pflanzen. In ihrem ursprünglichen Habitat ist das Gewächs heftigen Winden und Stürmen ausgesetzt. Zugluft im Garten fügt der robusten Pflanze in unseren Breitengraden keinen Schaden zu.

Das richtige Substrat

Schwere, verdichtete Böden im Freiland hemmen das Wachstum und die Blütenbildung von Scaevola aemula. Um diesem Problem zu entgehen, sollte das Erdreich vor der Kultivierung aufbereitet werden.

Vermischen Sie das Substrat mit folgenden Komponenten:

  • Sand
  • Lehm
  • Humus

Mit einem hohen Kalkgehalt im Boden kommt die Fächerblume nicht zurecht. Das Mineral lagert sich in den Wurzeln ab und vermindert die Aufnahmefähigkeit von Wasser und Nährstoffen. Ist die Pflanze über einen längeren Zeitraum Kalk ausgesetzt, kann dies zu ihrem Tod führen. Es ist nicht ungewöhnlich, dass passionierte Gärtner im Abstand von mehreren Jahren eine professionelle Analyse ihres Erdreichs durchführen (lassen). Damit ist man auf der sicheren Seite und kann auf einen Überschuss bzw. Mangel im Boden schnell reagieren bzw. die notwendigen Schritte einleiten.

Bei Stauden in der Blumenampel können Sie auf herkömmliche Blumenerde aus dem Handel zurückgreifen. Mischen Sie ein paar Handvoll Sand und Lehm unter das Substrat. Auf Kompost oder Humus können Sie verzichten. Die notwendigen Nährstoffe erhalten die Pflanzen über einen Flüssigdünger.

Blaue Fächerblume mit immergrünem Laub

Pflanzen

Die Blütenranken der Fächerblume können eine imposante Länge von über 100 cm erreichen. Es ist sinnvoll, der Staude eine erhöhte Position zu geben. Hier kommt sie gut zur Geltung und kann ihre volle Blütenpracht entwickeln. Nicht in jedem Garten bietet sich dazu die Möglichkeit. Die Kultivierung in Gefäßen bringt viele Vorteile für Scaevola aemula mit sich.

Sie können die Pflanze mitsamt Kübel beispielsweise an einen anderen Platz umsetzen oder sie direkt ins Winterquartier umsiedeln. Welche Art von Gefäß Sie verwenden, spielt für die Pflege der Fächerblume keine Rolle.  Der Druck der Wurzeln ist gering, sodass Plastiktöpfe keinen Schaden nehmen.

Abflusslöcher im Kübel sind wichtig, damit überschüssiges Gieß- und Regenwasser zügig abfließen kann. Das Zusetzen der Öffnungen mit Substrat können Sie mittels einer Drainage verhindern. Diese muss aus porösem Material bestehen. Viele Gärtner greifen auf Lavasplitt zurück, kleine Kieselsteine bzw. feine Tonscherben haben sich für diese Aufgabe ebenfalls gut bewährt.

Die Schicht sollte ungefähr 3 bis 5 cm hoch sein. Abhängig von der Größe des Kübels. Eine dicke Lage Erde trennt die Drainage von den Wurzeln der Fächerblume. Nach dem Kauf sollte die Pflanze zügig in ein neues Gefäß umgesetzt werden. Gönnen Sie den Staudenwurzeln zuvor ein ausgiebiges Bad im kalkfreien Wasser. Die noch anhaftende, alte Erde können Sie bedenkenlos entfernen.

  • Drainage am Kübelboden anlegen
  • vermischen Sie normale Blumenerde mit Sand und Lehm
  • die Pflanze bis zum oberen Wurzelrand einsetzen
  • etwaige Hohlräume mit Substrat auffüllen

Welke bzw. störende Triebe können Sie bei der Pflanzung schneiden. Sobald sich die Staude am neuen Platz und im frischen Substrat akklimatisiert hat, zeigt sie das durch ihr kräftiges Wachstum.

Gießen

Von der ursprünglichen Heimat der Blauen Fächerblume sollte man sich nicht beirren lassen. Die Staude kommt mit einer kurzen Trockenphase zurecht. Ist sie allerdings über einen längeren Zeitraum hinweg Trockenheit ausgesetzt, führt dies zuerst zum Verlust der Blüte und kann schlussendlich den Tod der Pflanze zur Folge haben. Lassen Sie es nicht soweit kommen und führen Sie der australischen Zierstaude regelmäßig Wasser zu.

  • nicht in der Mittagszeit gießen
  • der Wurzelballen darf nicht austrocknen
  • Staunässe vermeiden
  • bei der Überwinterung mäßig gießen

Gegossen wird mit kalkfreiem Wasser. Sofern die Möglichkeit besteht, sollten Sie auf aufgefangenes Regenwasser zurückgreifen. Dieses lässt sich leicht mit einem ausreichend großen Behälter im Garten auffangen und ist kalkfrei. Ein Umstand, den viele exotische Pflanzen zu schätzen wissen. Schützen Sie die Pflanzen vor stehender Nässe. Im Freiland erfolgt dies über das regelmäßige Mulchen des Bodens. Bei Kübelpflanzen können Sie eine Drainage am Gefäßboden anlegen.

Blaue Fächerblume blüht von Mai bis Oktober

Düngen

Die üppige Blütenpracht fordert ihren Tribut. Scaevola aemula ist keine stark zehrende Staude, braucht in der Hauptvegetationszeit trotzdem ein gewisses Maß an Nährstoffen.

  • Pflanzen im Freiland regelmäßig mit Kompost versorgen
  • alternativ können Hornspäne eingesetzt werden
  • gedüngt wird von April bis Ende August

Fächerblumen im Topf sollten mit einem Flüssig- bzw. Langzeitdünger gedüngt werden. Kompost, Kaffeesatz oder auch andere organische Stoffe, welche die Gewächse mit Nährstoffen versorgen können, sind für Topfpflanzen ungeeignet. Die Mikroorganismen sind nicht in der Lage, das Material komplett zu verarbeiten.

Fäulnis und Schimmelbildung können auftreten. Dünger mit einem hohen Eisengehalt regt und unterstützt die Blütenbildung der australischen Schönheiten. Um eine Überversorgung mit Nährstoffen zu vermeiden, sollten die Produkte aus dem Handel nur nach Packungsanleitung eingesetzt werden. Fahle Verfärbungen der Blätter kann ein Hinweis auf einen Mineralmangel sein. Düngen Sie unverzüglich nach, um die Staude nicht weiter zu schwächen.

Schneiden

Wird die Fächerblume als einjährige Staude kultiviert, entfällt ein Rückschnitt. Um die Beseitigung verwelkter Blütenstände kümmert sich die Pflanze selbst. Diese fallen einfach ab und machen Platz für die nachfolgenden Blüten. Wenn Sie Scaevola aemula überwintern, können Sie im Frühjahr abgestorbene und schwache Triebe komplett einkürzen. Tragen Sie bei der Arbeit Handschuhe. Dies dient zum Schutz, auch wenn die Staude nicht giftig ist und keine Beschwerden beim Kontakt mit dem Pflanzensaft nachgewiesen wurden.

Blaue Fächerblume bringt Farbe in den Garten

Überwintern

Sobald die Temperaturen im Freiland unter 10° C rutschen, ist für die Fächerblume der Umzug in einen frostsicheren Raum angebrochen. Das neue Quartier sollte hell sein. Temperaturen zwischen 10° – 12° C sind die beste Voraussetzung für eine erfolgreiche Überwinterung.

  • Heizquellen meiden
  • die Asternartigen müssen gegossen werden
  • verzichten Sie auf Dünger
  • vor direktem Sonnenlicht schützen

Immergrüne Pflanzen sollten in der kalten Jahreszeit nicht vernachlässigt werden. Selten ist es Kälte, die zum Tod der Gewächse führt, sondern Trockenheit. Sie müssen die Stauden nicht mit der gleichen Intensität wie im Sommer gießen. Überprüfen Sie ein bis zwei Mal in der Woche das Substrat. Bei Bedarf mit lauwarmem, kalkfreiem Wasser gießen.

Sobald die ersten warmen Sonnenstrahlen die Natur im Garten zum Leben erwecken, können auch die überwinterten Fächerblumen ihr Winterquartier, zumindest zeitweise, räumen. Es ist nicht auszuschließen, dass die UV-Strahlung den Pflanzen in den ersten Tagen zusetzt und Verbrennungen auf den Blättern auftreten.

Diese lassen sich durch ein langsames Eingewöhnen vermeiden. Schützen Sie die australischen Ziergewächse beispielsweise mit einem Sonnenschirm vor der Mittagssonne. Die Laubverfärbungen sind keine Gefahr für die Pflanze.

Vermehren

Scaevola aemula ist eine kleine Diva, wenn es um das Thema „Vermehrung“ geht. Die Aussaat ist mehr als nur ein Geduldsspiel und klappt nur in seltenen Fällen. Eine weitere, erfolgversprechende Methode ist das Schneiden von Stecklingen. Der optimale Zeitraum für diese Maßnahme liegt im Frühling. Die Stauden stehen noch im vollen Saft und haben noch kaum Energie für die Bildung der Blüten aufgewendet.

  • verwendet werden nicht blühende, leicht verholzte Kopfstecklinge
  • schneiden Sie diese mit einer Länge von 6 – 8 cm ab
  • bis auf zwei obere Blattpaare den Trieb vollständig entlauben
  • den Steckling zu 2/3 in ein Gefäß mit magerer Erde einpflanzen
  • das Erdreich darf nicht austrocknen – gleichmäßig feucht halten
  • Staunässe beim Gießen darf nicht entstehen

Damit die Bildung der Wurzeln erfolgreich ist, können Sie auf ein paar Tipps zurückgreifen:

  • schrägen Sie das untere Ende des Triebs mit einem Messer an
  • die Schnittstelle mit Bewurzelungspulver benetzen
  • Temperaturen von 20° bis 25°C sind optimal

Blaue Fächerblume, Scaevola aemula ist eine pflegeleichte Pflanze

Der Standort sollte hell, aber nicht sonnig sein. Direktes Sonnenlicht trocknet das Substrat schnell aus und stresst die Stecklinge unnötig. Um hohe Umgebungstemperaturen zu erreichen, können Sie die Anzuchtgefäße in ein Gewächshaus stellen. Mit kleinen Holzstäben und einer durchsichtigen Folie lassen sich ähnliche Bedingungen auch auf der Fensterbank schaffen.

Stecken Sie die Stäbe an den Rand des Pflanzkübels und legen Sie die Folie darüber. Diese sollte keinen direkten Kontakt zu den Gewächsen haben. Ein treibhausähnlicher Effekt entsteht. Ob und wann die Ausbildung der Wurzeln erfolgreich war, lässt sich am Erscheinen von neuen Blättern und Trieben erkennen.

Krankheiten

Krankheiten und Schädlinge

Scaevola aemula ist robust, schadhafte Insekten wie Minierfliegen und Blattläuse machen dennoch nicht vor der australischen Staude Halt. Um die Schädlinge effektiv zu bekämpfen, sollten Sie folgende Maßnahmen beherzigen.

  • Pheromonfallen in Form von Klebetafeln aufstellen
  • mit Brennnessel- bzw. Ackerschachtelhalm-Sud gießen
  • stark befallene Triebe entfernen
  • das Vorkommen natürlicher Fressfeinde fördern

Die richtige Pflege stärkt die Widerstandsfähigkeit der Gewächse. Gesunde Pflanzen sind in der Lage, sich selbst vor den Insekten zu schützen.

Sorten

Die Fächerblume ist keine Einzelkämpferin. Weltweit ist die Pflanze mit ungefähr 130 Sorten sowie einer Vielzahl von Hybridformen vertreten. Die einzelnen Arten unterscheiden sich überwiegend in der Blütenfarbe. Die Färbungen gelb, rosa, blau und weiß kommen dabei in verschiedenen Variationen vor. Interessante Sorten sind beispielsweise die nun Folgenden.

Blaue Fächerblume wächst bis zu 100 Zentimeter hoch

Scaevola aemula „Crystal“

  • strahlend weiß mit einer gelben Mitte präsentieren sich die Blüten dieser Sorte

Scaevola aemula ‚Saphira‘

  • wie ein Wasserfall aus blauen Blüten wirkt diese Fächerblumen Art

Scaevola aemula ‚Whirlwind White“

  • mit ihrer Kombination aus weißen und lilafarbenen Blüten ist diese Staude ein besonderer Vertreter ihrer Art

Noch sind die andersfarbigen Sorten der Blauen Fächerblume eine Rarität in heimischen Gärtnereien. Aus diesem Grund lohnt es sich, diese Exemplare im Garten zu vermehren.

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