Blauer Hibiskus, Alyogyne huegelii – Pflanzen und Pflege-Anleitung

Blauer Hibiskus, Alyogyne huegelii
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Blütenfarbe
violett, blau
Standort
Halbschatten, Vollsonne
Blütezeit
Mai, Juni, Juli, August, September
Wuchsform
aufrecht, ausladend, buschig, Halbstrauch
Höhe
bis zu 130 Zentimeter hoch
Bodenart
steinig, sandig, lehmig
Bodenfeuchte
mäßig feucht, frisch
pH-Wert
neutral, schwach sauer
Kalkverträglichkeit
Kalktolerant
Humus
humusreich
Giftig
Nein
Pflanzenfamilien
Malvengewächse, Malvaceae
Pflanzenarten
Gartenpflanzen, Ziersträucher
Gartenstil
Steingarten, Terrassengarten

Der Blaue Hibiskus ist eine faszinierende Pflanze, die in den Sommermonaten heimische Gärten und Parkanlagen durch ihre 10 cm großen Blüten aufwertet. Malvengewächse sind vielseitig, bei der Kultivierung stellt dieser dauerblühende Halbstrauch jedoch ein paar spezielle Anforderungen. Alyogyne huegelii ist ein Gewächs, das in warmen Gebieten heimisch ist. Im Kübel fühlt sich die krautig wachsende Pflanze wohl und kann auf diese Weise unproblematisch im Wintergarten und Freiland aufgestellt werden.

Steckbrief

  • Familie: Malvengewächse (Malvaceae)
  • lateinischer Name: Alyogyne huegelii
  • weitere Bezeichnungen: Blauer Hibiskus, Eibisch
  • Herkunft: Australien
  • Standort: vollsonnig bis halbschattig
  • Wuchshöhe: 50 – 130 cm
  • Blütezeit: Mai bis September
  • Blütenfarbe: blau, violett
  • Laub: 3- bis 5- fach gelappt, behaart, dunkelgrün, immergrün
  • Giftig: es gibt keinen Hinweis auf eine Unverträglichkeit
  • Kalkverträglich: kommt mit geringen Mengen Kalk im Boden und Wasser zurecht

Standort

Blau blühende Pflanzen sind eine Seltenheit im Garten. Eine Ausnahme bildet der aus Australien stammende Halbstrauch. Mit einer maximalen Wuchshöhe von 1,30 m ist der Blaue Hibiskus nicht gerade unauffällig. In seinem natürlichen Habitat in Australien ist die Pflanze im sandigen und steinigen Gelände anzutreffen. Warme Regionen werden von dem aparten Strauch bevorzugt besiedelt.

Pflege

Geschützt vor Kälte und Wind kann Alyogyne huegelii hier gut wachsen und seine Blütenpracht ausbilden. Im Steingarten und auf sonnigen Terrassen entfalten die Büsche ihre volle Schönheit. Die Blütenfarbe der Malvengewächse variiert dabei, abhängig vom Licht und Betrachtungswinkel, zwischen reinem Blau über Violett bis hin zu Rosa.

  • vor Zugluft schützen
  • vollsonnige Plätze werden bevorzugt
  • heller Halbschatten wird toleriert
Hibiskusstrauchblätter
Hibiskusstrauchblätter

Die 10 cm großen Blüten der Halbsträucher brauchen viel Sonnenlicht, um sich in ihrer vollen Pracht zu zeigen. Dunkle Standorte wirken sich nicht nur negativ auf die Blütenbildung aus, sondern können das gesamte Wachstum des Blauen Hibiskus beeinträchtigen. Der Dauerblüher ist frostempfindlich, aus diesem Grund ist er nur für die Haltung als Kübelpflanze geeignet. Diese Art der Kultivierung bringt viele Vorteile mit sich, erhöht allerdings auch den Pflegeaufwand.

Substrat

Der Halbstrauch aus Übersee mag es sonnig und warm, trotzdem reagiert er empfindlich auch trockene Böden. Im Kübel ist es schwierig, konstant einen gewissen Feuchtigkeitspegel im Substrat zu gewährleisten. Das geringe Gefäßvolumen und eine dunkle Färbung des Gefäßes lassen das Wasser in der Erde schnell verdunsten.

  • humusreiche Blumenerde ist eine ideale Grundlage
  • das Substrat sollte ungefähr zu 1/3 aus Sand oder Lavagrus bestehen
  • geringe Mengen Lehm erhöhen die Bodenfeuchtigkeit
  • der pH-Wert sollte zwischen 5 – 7 liegen
  • Kalk im Boden hemmt nicht das Wachstum

Eine Beschattung des Wurzelbereichs bzw. des kompletten Kübels ist sinnvoll und minimiert den Wasserbedarf von Alyogyne huegelii. Wer sich die Arbeit machen möchte, kann die mehrjährige Pflanze im Sommer direkt ins Zierbeet umsetzen. Sorgen Sie für eine Dränage im Boden. Bei Topfpflanzen wirkt eine 4 cm hohe Schicht aus porösem Material, wie beispielsweise Tonscherben oder Lavasplitt, gefährlicher Staunässe entgegen. Im Garten kann man eine ähnliche Wirkung mit kleinen Kugeln aus Blähton erreichen. Diese lockern dauerhaft den Boden auf und lassen überschüssiges Regenwasser schneller abfließen.

Gegen einen geringen Kalkanteil im Substrat hat die Pflanze nichts einzuwenden. Beim Aufbereiten des Erdreichs ist es wichtig, die hinzugefügten Komponenten gründlich durchzumischen. Zu viel Kalk im Wurzelbereich verbrennt die unterirdischen Pflanzenteile und kann bei jungen und geschwächten Gewächsen zum Absterben führen. Verfärbte und verwelkende Blätter in der Vegetationszeit können ein erster Hinweis auf einen zu hohen Kalkanteil im Boden sein.

Gießen

Weder mit Trockenheit, noch mit Staunässe, kommt der Blaue Hibiskus zurecht. Es ist wichtig, das richtige Mittelmaß für „seine“ Zierpflanze zu finden. Kleine Pflanzgefäße erhöhen den Aufwand, an heißen Sommertagen muss das Substrat hier mehrmals täglich überprüft werden. Gießen Sie bevorzugt mit aufgefangenem Regenwasser. Das Wässern während der Mittagszeit ist kontraproduktiv, bewährt hat sich die Versorgung mit der wertvollen Flüssigkeit am Vormittag und frühen Abend. In diesen Stunden verdunstet weniger Wasser. Gegossen wird, sobald sich die obere Erdschicht trocken und krümelig anfühlt.

  • das Wasser darf sich nicht im Übertopf stauen
  • im Sommer sollte die Kübelpflanze nicht sich selbst überlassen werden
  • während der Winterruhe die Pflanze mäßig gießen
  • die Feuchtigkeit im Substrat sollte konstant bei ungefähr 50 % liegen
  • nicht über die Blätter gießen
Hibiskusstrauch im Garten
Hibiskusstrauch im Garten

Eine lang anhaltende Trockenphase nimmt Alyogyne huegelii ihrem Gärtner übel. Der Halbstrauch reagiert mit Blütenabwurf und verwelkten Blättern auf den Wassermangel. Von diesem Pflegefehler erholt sich der Blaue Hibiskus nur langsam. Trocknet der Wurzelballen der Pflanze im Winterquartier aus, kann die Blütenbildung im Frühling darunter leiden. Der Feuchtigkeitsgehalt im Substrat sollte in dieser Zeit um die 30 % betragen.

Düngen

Die gut 10 cm großen Blüten der mehrjährigen Halbsträucher sind ein Blickfang im Garten. Je nach Lichteinfall variiert die Farbe zwischen Hellviolett und Reinblau. Stimmen Standort und Pflege, dann präsentiert sich der Halbstrauch bis in den Spätsommer hinein mit dieser aparten Pracht. Der intensive Duft lockt viele Schmetterlinge an, für welche die großen Blüten eine ergiebige Nahrungsquelle darstellen. In der Vegetationszeit ist der Blaue Hibiskus auf Nährstoffe angewiesen. Ein Langzeit- oder Flüssigdünger aus dem Handel hat sich für diese Aufgabe bewährt.

  • gedüngt wird von März bis Ende August
  • an die Angaben der Verpackungsanleitung halten
  • im Winter nicht düngen

Der letzte Punkt betrifft auch Pflanzen, die ihren Aufenthalt ganzjährig im Wintergarten haben. Hier sorgt nicht die Temperatur für eine Verlangsamung des Stoffwechsels, sondern die Lichtverhältnisse. Wenn die Tage kürzer werden, reduziert das australische Gewächs sein Wachstum. Auch wenn Alyogyne huegelii eher zu den Schwachzehrern gehört, können Nähr- und Mineralstoffe in dieser Zeit die Pflanze unnötig schädigen. Bei der Kultivierung im Beet ist es ratsam, dem Boden vor dem Umsetzen mit Humus anzureichern. Mulchen Sie das Erdreich regelmäßig und bringen Sie Hornspäne, Reisig oder Kaffeesatz aus.

Pflanzen

Alyogyne huegelii  ist eine Hibiskus-Sorte, die empfindlich auf Frost reagiert. Bei Temperaturen unter 5° C kann die Pflanze irreparable Schäden erleiden. Das „Schönwetter-Gewächs“ eignet sich aus diesem Grund bevorzugt für die Kultivierung im Kübel. Hier gibt es einige Faktoren, mit denen Sie das Wachstum und die Blühfreudigkeit der Halbsträucher fördern können.

  • das Gefäß sollte ausreichend groß sein
  • Substrat aufbereiten
  • eine Dränage am Kübelboden anlegen

Blauer Hibiskus, Alyogyne huegelii mit halb geöffneter Blüte

Trotz seiner Größe kommt der Blaue Hibiskus ohne Rankhilfe aus. Meist sind die Malvengewächse als Ballenware im Handel erhältlich. Die Töpfe sind klein und die Pflanzen sollten unverzüglich umgetopft werden. Gönnen Sie den Wurzeln der Halbsträucher zuvor ein ausgiebiges Wasserbad. Sobald sich keine Luftblasen mehr zeigen, ist das Substrat gesättigt und die Pflanze kann in ein stabileres Gefäß umziehen.

Wintergärten sind schön und praktisch, allerdings kann nicht jeder Gärtner einen solchen Raum sein Eigentum nennen. Wer sich an Topfpflanzen im Garten stört, kann den Blauen Hibiskus mit einem Trick ins Zierbeet pflanzen. Graben Sie große Gefäße im Garten ein. Die Kübel müssen groß genug sein, damit die Wurzeln der Gewächse sich optimal entfalten können. Sobald kein Spätfrost mehr droht, können Sie den Hibiskus in diese vorbereiteten Töpfe umsetzen. Der Umzug ins Winterquartier steht an, sobald die Temperaturen dauerhaft den einstelligen Bereich erreichen.

Es ist nicht ungewöhnlich, dass sich das Wurzelgeflecht der Pflanzen selbstständig macht und durch die Abflusslöcher im Kübelboden wächst. Heben Sie die Pflanze behutsam an und durchtrennen Sie die Wurzeln an deren tiefsten Punkt.

Umtopfen

Malvengewächse wachsen langsam, was beim Thema Umtopfen durchaus von Vorteil sein kann. Der Wechsel in ein größeres Gefäß steht erst an, wenn die unterirdischen Pflanzenteile den Kübel komplett ausfüllen. Von einem radikalen Zurückschneiden des dichten Geflechts wird abgeraten. Alyogyne huegelii erholt sich nur langsam von derartigen Maßnahmen und bis zur erneuten Blütenbildung können viele Monate vergehen. Den Umzug in einen neuen Topf sollten Sie im Frühling vornehmen, noch bevor die Pflanze vollständig aus ihrem Winterschlaf erwacht ist.

Schneiden

Ein klassischer Rück- und Formschnitt ist bei dem mehrjährigen Malvengewächs nicht notwendig. Wird die Schere bzw. das Messer richtig angesetzt, können Sie den Blauen Hibiskus zu einem buschigen, mehrtriebigen Wuchs anregen.

  • welke Blüten regelmäßig entfernen
  • abgestorbene Triebe und Blätter können ganzjährig geschnitten werden
  • Triebspitzen im Frühjahr abzwicken
  • quer wachsende Stängel sollten Sie im Frühjahr einkürzen

Überwintern

Die Zierpflanze mit den großen blauen Blüten reagiert empfindlich auf niedrige Temperaturen. Wenn im Spätsommer der Garten winterfest gemacht wird, sollten Sie das Gewächs in einen frostsicheren Raum umsetzen. 5° bis 8° C sind optimal für die Überwinterung der australischen Schönheiten. Sobald sich im März die ersten warmen Sonnenstrahlen zeigen, können Sie die Pflanze für ein paar Stunden täglich in den Garten umsetzen. Kahlfrost und eisige Winde können den Gewächsen zusetzen, stellen Sie die Halbsträucher deswegen rechtzeitig zurück ins Winterquartier.

  • im Winter mäßig gießen
  • der Wurzelballen darf nicht austrocknen
  • nicht düngen
  • die Umgebungstemperatur sollte 8° C nicht überschreiten

Bei Alyogyne huegelii im Wintergarten müssen Sie nur wenig verändern. Sofern möglich, sollten Sie die Temperatur absenken und die Pflanze weiterhin mit Wasser versorgen. Das Umstellen in einen kühleren Raum sollte nicht erfolgen.

Hibiskus mit dichtem Blattwerk
Hibiskus als Gartenpflanze

Vermehren

Blauer Hibiskus lässt sich über Kopfstecklinge leicht vermehren. Durch diese Maßnahme wird gleichzeitig ein buschiger Wuchs der Pflanze gefördert. Die vegetative Art der Vermehrung wird bei vielen mehrjährigen Kübelpflanzen angewandt. Zwischen Januar und März werden ausgereifte, aber noch nicht komplett verholzte Triebenden mit einer scharfen Schere geschnitten. Kürzen Sie diese auf ca. 10 bis 15 cm ein und entfernen Sie das Laub und Knospen. Nur 2 Blattpaare am oberen Triebende bleiben bestehen und versorgen den Steckling mit dem lebenswichtigen Sonnenlicht.

Zuviel Laubanteil würde zu viel unnötige Energie verbrauchen. Die Bildung der notwendigen Wurzelmasse verzögert sich und fällt nur mäßig aus.

  • das untere Stängelende mit einem Messer anschrägen
  • den Steckling 2/3 tief in magere Anzuchterde einsetzen
  • der Standort muss warm sein
  • einen vollsonnigen Platz auf der Fensterbank meiden
  • das Substrat gleichmäßig feucht, nicht nass, halten

Der Hibiskus ist nicht giftig, beim Umgang mit der Pflanze ist das Tragen von Arbeitshandschuhen eher obligatorisch. Allerdings kann ein hohes Maß an Hygiene die Vermehrung von Schädlingen und Pilzerregern im Garten minimieren. Der Aufenthalt in einem Minigewächshaus, bei einer hohen Luftfeuchtigkeit, erhöht und beschleunigt das Wachstum der Wurzeln. Im Gartenfachhandel können Sie die kleinen Treibhäuser für die Fensterbank kaufen. Alternativ zaubern Sie mithilfe einer perforierten Folie und Holzstäbchen das Konstrukt einfach selbst.

  • Stäbe am Gefäßrand bzw. im Substrat anbringen
  • Substrat kräftig anfeuchten
  • Folie darüber spannen und täglich für 30 Minuten abnehmen

Ein weißer Flaum auf dem Substrat ist häufig auf Schimmelsporen zurückzuführen. Erhöhen Sie den Luftaustausch, indem Sie die Löcher im Material vergrößern. Die Stecklinge brauchen ungefähr 3 bis 4 Wochen, ehe die Wurzeln ausgebildet sind. Topfen Sie die jungen Pflanzen um, sobald sich neue Triebe und Blätter zeigen. Bereits in diesem Stadium lässt sich ein kompakter, buschiger Wuchs erzielen. Dafür muss der Haupttrieb um ein paar Zentimeter eingekürzt werden. Gewöhnen Sie die frisch gezogenen Stecklinge langsam an einen vollsonnigen Standort. Damit beugen Sie Verbrennungen an den Blättern vor.

Die Vermehrung durch Aussaat ist möglich, gleicht allerdings eher einem Geduldsspiel. Um die Keimhemmung der Samen zu brechen, muss die Schale leicht angeraut und in ein mehrstündiges Wasserbad gelegt werden. Bei ungefähr 25° C, einem hellen Standort und einer hohen Luftfeuchtigkeit sollten sich die ersten Triebspitzen nach ungefähr 4 bis 6 Wochen zeigen. Der Nachteil: Das Saatgut keimt unzuverlässig.

Blauer Hibiskus, Alyogyne huegelii mit violett-blauer Blüte

Schädlinge

Schädlinge bekämpfen

Krankheiten treten bei den robusten Malvengewächsen eher selten auf. Verfärbungen an den Blättern ist häufig die Ursache eines Mangels bzw. lässt sich auf einen Pflegefehler zurückführen.

  • gelbe und weißliche Flecken können ein Hinweis auf eine Über- oder Unterversorgung von Nährstoffen sein
  • eine kümmernde Wuchsform und schwächelnde Blüten deuten auf Lichtmangel hin
  • Wurzelfäule äußert sich durch einen strengen Geruch, der aus dem Erdreich kommt

Junge und geschwächte Pflanzen sind anfällig für Blattläuse. Die Zellsaft saugenden Insekten besiedeln bevorzugt die Unterseite der Blätter und Triebachsen. Ein Befall mit den Zellsaft saugenden Schädlingen lässt sich leicht mit folgenden Maßnahmen bekämpfen.

  • mit Ackerschachtelhalm- bzw. Brennnessel-Sud gießen
  • das Malvengewächs mit einer verdünnten Seifenlauge abwischen
  • betroffene Pflanzen von anderen Gewächsen separieren
  • spezielle Klebefallen aufstellen
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