Blumen-Esche, Fraxinus ornus: Pflege von A-Z | Ist sie giftig?

Blumenesche
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Blütenfarbe
weiss
Standort
Sonnig
Blütezeit
April, Mai, Juni
Wuchsform
aufrecht
Höhe
bis zu 15 m hoch
Bodenart
steinig, sandig
Bodenfeuchte
sehr trocken, mäßig trocken, mäßig feucht, frisch
pH-Wert
alkalisch
Kalkverträglichkeit
Kalktolerant
Humus
humusreich
Giftig
Nein
Pflanzenfamilien
Ölbaumgewächse, Oleaceae
Pflanzenarten
Blütenbäume, Parkbäume, Ziergehölze
Gartenstil
Baumgarten, Parkanlage, Waldgarten

Die Blumen-Esche, die ursprünglich im östlichen Mittelmeerraum und in den Bergen Südeuropas beheimatet ist, wird auch in unseren Breitengraden immer beliebter. Aufgrund Ihres Blütenschmucks hat Sie den Namen Blumen-Esche erhalten. Die Blütenstände sehen aus wie kleine Blumensträuße, die im Baum hängen. Trotz ihrer Herkunft ist Fraxinus ornus auch hier absolut winterhart und benötigt nur als junger Baum ein wenig Schutz, auch sonst ist die Pflanze recht pflegeleicht und daher für Hobbygärtner mit wenig Zeit gut geeignet.

Steckbrief

  • botanischer Name: Fraxinus ornus
  • weitere Namen: Manna-Esche
  • ursprünglich Mittelmeerraum und Südeuropa
  • gehört zur Familie der Ölbaumgewächse (Oleaceae)
  • weiße, große Blütenrispen
  • Blütezeit von April bis Juni
  • maximale Wuchshöhe: 15 Meter
  • kugelförmiger, aufrechter Wuchs
  • lange, schmale Blätter
  • süßer Saft aus Astwunden
  • laubwerfend nach goldgelber Färbung

Pflege

Die Blumen- oder auch Manna-Esche ist ein recht pflegeleichter Baum, der am geeigneten Standort nicht viel benötigt. So bildet er jedes Jahr seine wunderschönen Blüten aus, die im Herbst entstehenden Früchte sind jedoch nicht verzehrbar. Vermehrt werden kann der Baum jedoch nicht über Samen, sondern über Stecklinge. Wem dies zu viel Arbeit ist, der kann Fraxinus ornus auch im Handel als Containerware erwerben. Der Baum wird in den Mittelmeerländern als Heilpflanze genutzt. Der in den Zweigen und dem Stamm enthaltene Saft besteht aus dem Zucker Mannitol. Aus diesem können medizinische Zusatzstoffe sowie Süßstoff gewonnen werden.

Blüte & Blütezeit

Blumen-Esche
Ihre cremeweißen Blüten machen die Blumen-Esche zu einem echten Hingucker.

Im April beginnt die Zeit der Blüte und hält bis zum Juni an. Die Blüte beginnt gleichzeitig mit dem Austrieb der Blätter. Die sich am Anfang aufrecht entfaltenden Blütenrispen hängen später über. Die Rispen bestehen hierbei aus vielen weißen Einzelblüten, die sich wie folgt zusammensetzen:

  • jede Rispe etwa 10 bis 20 cm lang
  • sehr leicht
  • erinnern an Blumensträuße
  • angenehmer, süßer Duft
  • Pollen gute Nahrung für Hummeln und Bienen

Hinweis: Ab Oktober reifen aus den verblühten Rispen dann die Flügelfrüchte. Diese sind dunkelbraun und erinnern an Paddel. Allerdings handelt es sich hierbei nicht um genießbare Früchte, giftig sind sie jedoch ebenfalls nicht.

Bodenbeschaffenheit & Standort

Der ideale Standort für die Blumen-Esche ist vollsonnig. Schatten verträgt sie nicht, daher ist ein Platz vor einer nach Norden gerichteten Hauswand auch nicht geeignet. Demgegenüber bevorzugt sie einen Standort mit viel Wärme, auch Hitze wird vertragen. Ebenso stellt eine längere Trockenheit ebenfalls kein Problem dar. Auch sollte bei der Wahl des geeigneten Standortes darauf geachtet werden, dass der Baum im Alter tiefreichende Wurzeln besitzt. So sollten der ideale Platz sowie die dortige Bodenbeschaffenheit wie folgt aussehen:

  • aufgrund der Wurzeln als Hangbefestigung geeignet
  • darauf achten, dass keine unterirdischen Leitungen laufen
  • auch für Vorgarten geeignet
  • Boden steinig, kalkhaltig und sandig
  • muss gut durchlässig sein
  • verdichtete und schwere Böden vermeiden
  • Steingarten ideal

Tipp: Sie können die Blumen-Esche, die gerne ohne direkte Konkurrenz zu anderen Bäumen steht, als Solitär als Mittelpunkt in Ihren Garten pflanzen. Legen Sie hierfür in der Mitte einen kleinen Steingarten an, in dem sich der Baum sowie weitere Bodendecker-Pflanzen wohl fühlen. Dies kann zum optischen Highlight Ihres Gartens werden. Eine Bank unter dem Baum bietet einen schattigen Sitzplatz.

Düngen & Gießen

Blumen-Esche
Auch bei den Nährstoffgaben erweist sich die Manna-Esche als sehr genügsam.

Weder viel Dünger noch viele Wassergaben benötigt die Blumen-Esche. Denn sie übersteht auch eine längere Trockenheit in einem weniger nährstoffreichen Boden. Wichtig ist, dass sie genügend Kalk erhält. So sollte hier noch das Folgende beachtet werden:

  • zweimal im Jahr Boden rund um Wurzeln kalken
  • bei Trockenheit kann gegossen werden
  • hierzu eine Gießkanne Wasser an die Wurzeln geben
  • ist aber nicht unbedingt notwendig
  • Wasser kann gut gespeichert werden
  • Regen reicht in der Regel vollkommen aus
  • Nährstoffe aus dem aufgebrachten Mulch reichen aus
  • dieser wird im Winter als Frostschutz ausgelegt
  • keine chemischen Dünger nutzen

Für das Gießen der Blumen-Esche kann auch gut Leitungswasser genutzt werden, da dieses, je nach Region, viel Kalk enthält. So wird der Baum in einem Arbeitsgang direkt mit zwei Sachen, Wasser und Kalk, versorgt.

Tipp: Damit die Pflanzen, die kalkunverträglich sind, nicht mit dem verstreuten Kalk in Berührung kommen, sollten Sie dieser immer in einem genügenden Sicherheitsabstand zu der Blumen-Esche pflanzen.

Krankheiten & Schädlinge

Viele Eschenarten werden von einem Pilz befallen, der zum Triebsterben führt. Bei den Blumen-Eschen wurde diese Krankheit bislang jedoch noch nicht beobachtet. Auch ansonsten ist der Baum sehr robust und kaum anfällig für Krankheiten oder auch Schädlinge. Dennoch können die Manna-Esche, wenn auch in seltenen Fällen, Gallmilben oder Schildläuse befallen. In einem solchen Fall sollte wie folgt vorgegangen werden:

  • Gallmilben verursachen Missbildungen
  • es bilden sich Pocken, zum Beispiel auf Blättern
  • bei Erkennen befallene Stellen sofort entfernen
  • eventuell Zweige zurückschneiden
  • Gallmilben richten an Manna-Eschen nur optischen Schaden an
  • Schildläuse siedeln sich entlang der Blattmitte an
  • erkennbar durch kleine panzerartige Gebilde
  • Blätter werden durch ansaugen geschädigt
  • Baum kräftig abduschen
  • mit Sud aus Rainfarn, Brennnesseln oder Knoblauch einsprühen

Handelt es sich um einen stärkeren Befall, dann helfen hier auch Spritzungen mit Raps- oder Paraffinöl. Durch den Ölfilm kann eine weitere Ausbreitung verhindert werden, da die Läuse ersticken.

Tipp: Die geschädigten, abgeschnittenen Teile sollten Sie nicht auf den Kompost geben, ansonsten könnten sich die Schädlinge im ganzen Garten verbreiten. Doch das Holz der Blumen-Esche eignet sich gut als Feuerholz und muss auch nicht durchtrocknen. So können Sie die geschädigten Zweige in eine Feuerstelle oder den Kamin geben und verbrennen.

Pflanzen & Pflanznachbarn

Blumen-Esche
Die Pflanzzeit zwischen Containerware und wurzelnackten Exemplaren variiert.

Wenn eine Blumen-Esche als Containerware angeschafft wurde, dann kann der Baum das ganze Jahr über eingepflanzt werden. Einzig sollte darauf geachtet werden, dass nicht in einer Frostperiode gepflanzt wird. Die wurzelnackten Bäumchen hingegen werden im Herbst oder einem milden Winter gepflanzt. Da sie zu dieser Zeit ohne Laub sind, können Sie besser gehandhabt werden. Bei der Pflanzung sollte auf weitere Bäume als direkte Pflanznachbarn verzichtet werden, denn die Manna-Esche wünscht keine Konkurrenz in direkter Nähe. Beim Pflanzen sollte wie folgt vorgegangen werden:

  • Pflanzloch ausheben
  • doppelt so groß und tief wie Ballen
  • Wurzelballen in Wasser setzen
  • Erde mit Kompost vorbereiten
  • eventuell Sand oder Kies untermischen
  • auf Lochboden Drainage anlegen
  • aus Steinen, Tonscherben oder Kies
  • Baum einsetzen
  • eventuell stabilisieren
  • Erde einfüllen und andrücken

Nach dem Pflanzen und in den ersten Wochen sollte Fraxinus ornus gut gewässert werden, damit die Wurzeln gut wachsen und anwurzeln können. In der Folgezeit ist eine ständige Wässerung dann nicht mehr notwendig.

Hinweis: Da der Baum nur sehr langsam wächst, sollten Sie beim Pflanzen direkt eine Stütze mit anlegen. Denn ansonsten könnte der schlanke Stamm bei starkem Wind schnell brechen. Kleine Bäume sind so auch besser vor unachtsamen Tieren oder Menschen geschützt.

Schneiden

Blumen-Eschen sind sehr langsam wachsende Bäume die bis zu zehn Meter hoch werden, wenn sie ausgewachsen sind. Durch das sehr langsame Wachstum von etwa 20 Zentimetern im Jahr dauert es jedoch viele Jahre, bis die Manna-Esche ihre volle Größe erreicht. Da sie von Natur aus zudem eine Wuchsform besitzt, die sehr harmonisch anmutet ist es sinnvoller, den Baum nicht zu schneiden. Denn auch eine Verzweigung kann durch einen Schnitt nicht angeregt werden. So kann aber in den folgenden Fällen über einen Schnitt nachgedacht werden:

  • Äste wachsen übereinander
  • Äste werden zu lang
  • dann im Frühjahr kappen
  • so weit wie nötig zurückschneiden
  • auch die Krone stutzen
  • immer dann, wenn Baum für Platz zu hoch ist
  • eine Blüte fällt in dem Jahr geringer aus

Überwintern

Rindenmulch
Rindenmulch ist ein solider Winterschutz für die Manna-Esche.

Bei jungen Bäumen, die gerade erst eingepflanzt wurden, sollte ein leichter Überwinterungsschutz gewährleistet werden. Hierzu kann der Boden rund um die Wurzel mit Laub oder Rinde gemulcht werden. Der Vorteil des Mulchens liegt nicht nur im Frostschutz sondern auch darin, dass die Feuchtigkeit besser in der Erde gespeichert wird. Zudem werden mit der Zeit Nährstoffe freigegeben, die die Pflanze nutzen kann. Ältere Blumen-Eschen benötigen in der Regel überhaupt keinen Winterschutz.

Hinweis: Es ist immer sinnvoll, Beete nicht nur im Winter zu mulchen, daher sollten Sie auch der Blumen-Esche diese Maßnahme gönnen, da Mulch Verdunstungs- und Frostschutz bietet sowie der Baum hierdurch gleichzeitig auch Dünger erhält.

Vermehren

Auch wenn der Baum in seinen Früchten im Herbst Samen bildet, so ist es dennoch sehr schwer, hieraus eine neue Pflanze zu erziehen. Einfacher geht das Vermehren über Stecklinge. Hierfür muss jedoch ein bereits älterer Baum vorhanden sein, denn von sehr jungen Blumen-Eschen, die noch keine drei Jahre alt sind, können keine Stecklinge genommen werden. Bei der Vermehrung wird dann wie folgt vorgegangen:

  • Triebspitzen entnehmen
  • etwa 20 bis 30 Zentimeter lang
  • untere Blätter entfernen
  • kleinen Topf mit Torf und Sand füllen
  • Steckling einstecken
  • an geschützten und schattigen Platz stellen
  • gut feucht halten
  • Gewächshaus ideal
  • auch unbeheizter Wintergarten
  • nicht in warmer Wohnung im Winter

Über den Winter bilden sich die Wurzeln und der neue Baum ist im nächsten Frühjahr bereit zum Einpflanzen. Hierfür sollte jedoch der letzte Frost im Mai abgewartet werden und die junge Pflanze daher erst nach den Eisheiligen ins Beet gesetzt werden.

Giftigkeit

Auch wenn aus den Zweigen und dem Stamm bei einer Verletzung oder dem Schneiden ein milchiger weißer Saft austritt, so ist dieser absolut ungiftig. Hierbei handelt es sich um einen alkoholähnlichen Zuckersaft, dem Mannitol. Gerade auf Sizilien wird der Baum zur Gewinnung dieses Saftes angebaut und für Folgendes genutzt:

  • in der Medizin
  • als Abführmittel
  • bei Nierenversagen
  • als Bindemittel für Tabletten
  • als Süßstoff für Diabetiker

Auch ihn den Früchten oder den Blüten und Blättern befinden sich keine giftigen Inhaltsstoffe und der Baum kann unbedenklich auch in einem Garten kultiviert werden, in dem sich kleine Kinder oder Haustiere aufhalten.