Colakraut, Limo-Pflanze, Artemisia abrotanum: Pflege

Eberraute, Colakraut - Titel
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Blütenfarbe
gelb
Standort
Halbschatten, Sonnig, Vollsonne
Blütezeit
Juli, August, September
Wuchsform
mehrjährig, Halbstrauch
Höhe
60 - 100 cm
Bodenart
sandig, lehmig
Bodenfeuchte
mäßig trocken
pH-Wert
neutral, schwach sauer
Kalkverträglichkeit
Kalktolerant
Humus
humusarm
Giftig
Nein
Pflanzenfamilien
Korbblütler, Asteraceae
Pflanzenarten
Kräuter
Gartenstil
Bauerngarten, Landhausgarten

Colakraut, auch Limo-Pflanze oder Eberraute genannt, ist besonders wegen ihres fruchtig-zitronigen Aromas und dem intensiven Cola-Geschmack beliebt. Was Sie bei der Kultivierung der schönen Zierpflanze beachten sollten, erfahren Sie hier.

Steckbrief

  • botanischer Name: Artemisia abrotanum
  • Trivialnamen: Eberraute, Colakraut, Limo-Pflanze, Zitronen-Eberraute
  • Pflanzenfamilie: Korbblütler (Asteraceae)
  • Gattung: Artemisia
  • mehrjährige krautige Pflanze bis Halbstrauch
  • Wuchshöhe: 60 bis 100 cm (gelegentlich bis 150 cm)
  • Blätter: eiförmig, stark gefiedert
  • Blüten: rispenförmige, gelbliche Blütenstände
  • Blütezeit: Juli bis September
  • winterhart

Eberraute (artemisia abrotanum)

Standort

Bezüglich ihres Standortes stellt die Pflanze nur wenig Ansprüche und ist in der Lage, sich auch an nicht ganz so optimale Orte im Garten anzupassen. Am liebsten steht sie jedoch in der vollen Sonne und verträgt deshalb auch Hitze und Trockenheit gut. In Bauern- und Klostergärten zierte sie früher Gewürz- und Kräuterbeete. Heute ist sie vorwiegend in Steingärten zu finden.

  • Lichtbedarf: sonnig bis vollsonnig
  • verträgt auch Halbschatten
  • warm und windgeschützt

Tipp: Wegen ihrer enormen Größe von bis zu über einem Meter Wuchshöhe sollte die Zitronen-Eberraute vorzugsweise im Hintergrund eines Beetes stehen.

Boden

Die Artemisia abrotanum bevorzugt trockene, gut durchlässige Böden. Deshalb hat es sich bewährt, dem Gartenboden Sand, Kies oder auch andere kleine Steine unterzumischen. Besteht Vernässungsgefahr im Beet, muss zusätzlich eine Drainageschicht angelegt werden. Im Allgemeinen kann man sie jedoch auf allen Gartenböden anbauen, die gut entwässert sind.

  • normaler, durchlässiger Gartenboden
  • leicht feucht bis trocken
  • pH-Wert: 6,3 bis 7,6
  • vorzugsweise leicht kalkhaltig
  • auch neutrale und leicht saure Böden
  • hoher Lehmanteil
  • auch karge, sandhaltige Böden

Hinweis: Limo-Pflanzen zeigen sich robuster und aromatischer, wenn sie auf einem trockenen, nährstoffarmen Boden wachsen.

Verwechslungsgefahr

Es gibt zwei Kulturtypen der Artemisia abrotanum. Die Kampfer-Eberraute riecht intensiv nach Kampfer und ist daher eher sparsam zu verwenden. Die Zitronen-Eberraute (Artemisia abrotanum „Citrina“) ist die Variante, die auch als Cola-Kraut, Zitronenkraut oder auch Colastrauch bekannt ist.

Eberraute, Colakraut
Quelle: 4028mdk09, Eberraute April 2012, bearbeitet von Plantopedia, CC BY-SA 3.0

Pflanzen

Ins Gartenbeet oder einen Pflanzkübel können Sie das Colakraut ab dem zeitigen Frühjahr einpflanzen. Ist der Boden nicht ganz optimal zur Kultivierung des Strauches, ist jetzt noch Zeit, ihn ein wenig zu verbessern. Damit die Pflanze optimale Wachstumsbedingungen vorfindet, lockern Sie den Gartenboden gut zwei Spaten tief auf und entfernen alte Wurzeln, Steine und Unkraut. Bei sehr sandigen Böden hat es sich bewährt, etwas Kompost oder Humus einzuarbeiten. Schwere Gartenböden lassen sich durch Zugabe von Sand durchlässiger für Wasser machen. Eventuell ist auch eine Drainageschicht aus Kies, Sand oder Tongranulat notwendig.

  • Zeitpunkt: nach den Eisheiligen Mitte Mai
  • Einpflanztiefe: wie zuvor im Topf
  • Pflanzabstand: mindestens 40 cm

Kultivierung im Kübel

Einer der schlimmsten Feinde des Colakrauts ist Staunässe. Aus diesem Grund muss der Topf unbedingt genügend Abzugslöcher im Boden enthalten, um überschüssiges Wasser abzuleiten. Eine zusätzliche Drainageschicht verhindert, dass die Wurzeln im Wasser stehen.

  • Blumenerde für mediterrane Pflanzen
  • normaler Gartenboden mit hohem Lehm- und Sandanteil
  • pH-Wert: neutral oder leicht kalkhaltig

Pflege

Die Pflege der Cola-Pflanze gestaltet sich recht unkompliziert, denn das Gewächs zeigt sich sehr robust und stellt kaum Ansprüche.

Gießen

Obwohl Limo-Pflanzen trockenheitstolerant sind, benötigen Jungpflanzen ausreichend Feuchtigkeit. Staunässe hingegen vertragen sie nicht. Bei etablierten Pflanzen beschränkt sich die Pflege auf ein zusätzliches Wässern in lange anhaltenden Trockenperioden oder an sehr heißen Tagen. Bei einer Kultivierung im Kübel benötigt die Pflanze ein wenig mehr Aufmerksamkeit als im Beet. Prüfen Sie das Substrat an warmen Tagen am besten mit dem Finger auf Feuchtigkeit. Nur dann, wenn die Erde ganz trocken ist, sollten Sie erneut gießen.

Düngen

Als Schwachzehrer benötigt die Limo-Pflanze kaum zusätzliche Nährstoffe. Lediglich auf sehr nährstoffarmen, sandigen Böden sollten Sie den Boden im Frühjahr mit etwas reifem Kompost düngen. Der darin enthaltene natürliche Dünger reicht dann für die gesamte Wachstumsperiode aus.

Colakraut (Artemisia abrotanum)

Schneiden

Die krautige Staude wächst als Halbstrauch und erreicht nach etwa fünf Jahren ihre endgültige Wuchshöhe. An einem optimalen Standort und bei guter Pflege kann sie eine Wuchshöhe bis zu 150 Zentimeter erreichen. Dabei bildet die Limo-Pflanze viele aufrechte, verzweigte Stängel, die im Laufe der Jahre stark verholzen. Damit das Colakraut nicht von unten verkahlt und immer schön kompakt und dicht wächst, empfehlen sich zwei Rückschnitte im Jahr.

1. Herbst

Der erste Schnitt erfolgt im Herbst. Gegen Ende Oktober kann die Pflanze stark zurückgeschnitten werden. Schneiden Sie die Triebe etwa auf die Hälfte der Länge zurück.

2. Frühjahr

Da die Triebe bei eisigen Temperaturen gelegentlich Frostschäden davontragen, ist es sinnvoll, sie vor dem Neuaustrieb im Frühjahr noch einmal zu kontrollieren und Abgestorbenes auszulichten. Wer seine Pflanze kompakt halten möchte, kürzt die Triebe im Frühjahr bis auf etwa zehn Zentimeter über Bodenniveau ein.

Überwintern

Das Zitronenkraut ist in frostfreiem Winterklima immergrün, in kalten Regionen wirft die Pflanze jedoch ihr Laub ab. Gut eingewachsenes Colakraut übersteht die kühlen Temperaturen in unseren Gärten in der Regel problemlos. Ein zusätzlicher Winterschutz ist aus diesem Grund nicht notwendig. Lediglich Jungpflanzen, Kübelpflanzen und bodennah zurückgeschnittene Exemplare sind etwas empfindlicher.

  • Winterhärtezone: Z6 (-17,8 bis -23,4 Grad)
  • Jungpflanzen: Abdeckung mit Laub oder Reisig
  • Kübelpflanzen: Topf vor dem Durchfrieren schützen
  • bei extremem Rückschnitt: Abdecken mit Laub und Reisig
 Colakraut (Artemisia abrotanum)
Quelle: Jamain, Artemisia abrotanum J1, bearbeitet von Plantopedia, CC BY-SA 3.0

Vermehren

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Pflanze zu vermehren:

1. Samen

Ganz einfach ist es, die Limo-Pflanze aus Samen selbst zu ziehen. Dazu ist in der Regel jedoch gekauftes Saatgut notwendig, da der Halbstrauch in winterkalten und rauen Lagen oft nicht bis zur Ausreifung der Blüten gelangt. Legen Sie die Samen auf die angefeuchtete Erde und drücken sie vorsichtig an. Eberrauten gehören zu den Lichtkeimern, deshalb sollten Sie die Samen nicht mit Substrat bedecken.

  • Zeitpunkt: Spätwinter bis Frühsommer (Gewächshaus oder Wohnung)
  • Substrat: Aussaaterde, Kakteenerde, Lehm-Sand-Gemisch
  • pH-Wert: neutral oder leicht alkalisch
  • eventuell mit etwas Kalk vermischen
  • Temperatur: um 20 Grad
  • Standort: hell, ohne direkte Sonne
  • Keimzeit: 3 bis 6 Wochen

Halten Sie die Erde nur leicht feucht, lassen sie aber nicht komplett austrocknen. Die Samen keimen in der Regel innerhalb weniger Wochen und können nach weiteren zwei Wochen vereinzelt werden. Sobald die Sämlinge mehr als 15 Zentimeter groß sind, pflanzen Sie sie an ihren endgültigen Platz.

2. Stecklinge

Sobald die Pflanze groß genug ist, können Sie das Colakraut außerdem durch Stecklinge vermehren. Diese bilden relativ schnell Wurzeln und können dann ins Freiland oder einen Kübel umgepflanzt werden.

  • Zeitpunkt: Juli bis August
  • gesunder, kräftiger Trieb
  • leicht verholzt
  • Länge: 10 bis 15 cm
  • untere Blätter entfernen
  • Substrat: Anzuchterde oder sandhaltiges Lehmgemisch
  • Einstecktiefe: etwa 3 cm

Tipp: Der erste Blattknoten sollte unterhalb des Erdniveaus liegen, damit der Steckling daraus Wurzeln austreiben kann.

3. Teilung

Wenn sie die zitronige Eberraute alle vier bis fünf Jahre teilen, bleiben die Pflanzen jung und robust. Sie erhalten nicht nur Pflanzen, die mit der Mutterpflanze völlig identisch sind, sondern auch gleich eine ansprechende Größe haben.

Krankheiten und Schädlinge

Bei der Artemisia abrotanum sind keine ernsthaften Insektenprobleme oder Krankheiten bekannt. Anfällig ist der Halbstrauch jedoch gegenüber Wurzelfäule in feuchten und schlecht entwässerten Böden.

Häufig gestellte Fragen

Ist die Limo-Pflanze giftig?

Nein, die feinfiedrige Eberraute ist nicht giftig. Im Gegenteil, sie hat eine lange Tradition als Heilpflanze und wird wegen ihrer ätherischen Öle und Bitterstoffe gegen Beschwerden wie Bronchitis, Magenbeschwerden, Schlafstörungen und Regelschmerzen eingesetzt. Verwenden Sie dazu aber ausschließlich die jungen Triebspitzen, da alle anderen Pflanzenteile sehr hohe Mengen an Bitterstoffen enthalten und deshalb ungenießbar sind.

Zu welchen Pflanzen passt das Colakraut gut?

Die Zitronen-Eberraute ist eine gute Begleitpflanze für alle Kohlarten im Gemüsebeet. Im Obstgarten kann sie helfen, Schädlinge fernzuhalten. Auf trockenen, kalkhaltigen Böden in der Sonne wächst eine Vielzahl von Pflanzen, die perfekt für die Vergesellschaftung der Zitronen-Eberraute sind. Im Kräuter- und Gemüsebeet sind Erdbeeren, Brombeeren, Sellerie und Obstbäume gute Partner. Im Blumenbeet passt die Limo-Pflanze zu: – Astern – Blaukissen – Clematis – Disteln – Nelken – Phlox – Sommerflieder

Kann ich die Limo-Pflanze als Beeteinfassung verwenden?

Die Artemisia abrotanum ist sehr schnittverträglich und lässt sich deshalb problemlos auch zur Begrenzung und Einfassung von Beeten verwenden. Beachten Sie dabei aber, dass die Pflanze sehr wuchskräftig ist und nicht so niedrig gehalten werden kann wie eine Beeteinfassung aus Buchsbaum. Sie lässt sich eher als eine Art Hecke mit Wuchshöhen zwischen 40 und 70 cm erziehen.