Currykraut, Helichrysum italicum: Pflege und Schneiden

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Blütenfarbe
gelb
Standort
Sonnig, Vollsonne
Blütezeit
Mai, Juni, Juli, August
Wuchsform
aufrecht, buschig
Höhe
bis zu 60 cm hoch
Bodenart
sandig, lehmig, kiesig
Bodenfeuchte
sehr trocken, mäßig trocken
Kalkverträglichkeit
Kalktolerant
Humus
humusarm
Giftig
Nein
Pflanzenfamilien
Korbblütler, Asteraceae
Pflanzenarten
Arzneipflanzen, Beetpflanzen, Duftkräuter, Heilkräuter, Küchenkräuter
Gartenstil
Apothekergarten, Bauerngarten, Italienischer Garten, Topfgarten

Sie sind ein Fan von Curry, mediterranen Gewürzen oder aromatischen Grünoasen? Helichrysum italicum, besser bekannt unter dem Namen Currykraut, ist eine aus dem Mittelmeerraum stammende Gewürz- und Zierpflanze, deren Blätter und Blüten in zahlreichen Gerichten verwendet werden können. Um die goldgelben Blüten in voller Pracht und den intensiven Geruch genießen zu können, ist eine angemessene Pflege vonnöten. Vor allem die Überwinterung des Korbblütlers darf nicht außer Acht gelassen werden.

Steckbrief

  • Gattung: Strohblumen (Helichrysum)
  • Familie: Korbblütler (Asteraceae)
  • Trivialnamen: Italienische Strohblume, Italienische Immortelle
  • Wuchshöhe: 20 – 60 cm
  • Blätter: würzig riechende, lange Blätter in silbergrauer Farbe und ganzrandig
  • Blüte: goldgelbe Korbblüten, angeordnet in traubigen Dolden
  • Blütezeit: Mai bis Mitte August
  • Herkunft: Maghreb über Südeuropa bis Zypern
  • bevorzugt Kalk
  • wirkt effektiv gegen Mücken, Fliegen und andere Plagegeister

Standort

Currykraut
Pflegeleicht, aber der Standort muss stimmen: Das Currykraut.

Beim Currykraut handelt es sich um ein typisches mediterranes Kraut, das in den hiesigen Breitengraden nur schwer zurechtkommt, wenn ein falscher Standort gewählt wird. Zwar ist das Currykraut nicht anspruchsvoll, doch ist sie auf bestimmte Eigenschaften angewiesen, die die Vitalität und dadurch die Bildung aromatischer Triebe unterstützen:

  • Lichtbedarf: sonnig
  • direkte Sonne bevorzugt
  • Mittagssonne stellt kein Problem dar
  • trocken
  • warm

Da es in Deutschland nicht wirklich möglich ist, Helichrysum italicum ins Freie zu pflanzen, sollten Sie zudem darauf achten, dass der Standort vor starken Winden geschützt ist. Die Immortelle kann in Kübeln leicht umgeweht werden, da sie nicht wirklich schwer ist. Dafür können Sie das Kraut ebenfalls auf der Fensterbank platzieren, solange Frischluft zur Verfügung ist. Die zahlreichen Einsatzmöglichkeiten machen die Pflanze so beliebt und erhält sie ausreichend Sonne, können Sie sich über ein intensives Curry-Aroma freuen. Die Aromaentwicklung ist nämlich zu einem Teil stark abhängig vom Standort. Je mehr Sonne, desto intensiver wird das Aroma und desto üppiger fällt die Ernte aus.

Hinweis: Wenn Sie sich für das Fensterbrett, den Balkon oder die Terrasse als Standort entscheiden, schaffen Sie sich eine effektive Barriere gegen Mücken, Fliegen und Käfer. Die ätherischen Öle in der Pflanze sind unangenehm für die Insekten und aus diesem Grund halten diese Abstand von den Gewächsen.

Vorgezogene Topfpflanzen kaufen

Bevor Sie das Currykraut effektiv „anbauen“ können, müssen Sie sich erst einige Exemplare besorgen. Angeboten werden vorgezogene Immortellen entweder von Fachhändlern, im Internet oder Gartencenters. Wie Sie sich sicher vorstellen können, schwankt die Qualität der angebotenen Kräuter erheblich und aus diesem Grund müssen Sie bei der Anschaffung einige Punkte beachten, um kein zu geschwächtes oder gar ein krankes Exemplar zu erwerben. Diese lassen sich häufig nur noch mit großem Aufwand retten. Achten Sie deshalb auf folgende Punkte:

  • nasses Substrat
  • Lagerung an kühlem Standort
  • vertrocknete Zweige

Vertrocknete Zweige sind typisch nach dem Winter und stellen nicht unbedingt eine Gefahr dar, solange Sie die Pflanze nach dem Kauf sofort schneiden. Staunässe dagegen ist tödlich für das Gewächs und kann selbst nach kurzer Zeit zum Verenden führen. Wenn Sie das Substrat überprüfen und dieses zu nass ist, lohnt sich ein Kauf nur in den seltensten Fällen. Ist das mit einem kühlen Standort kombiniert, sollten Sie unbedingt die Finger von dem Exemplar lassen. Im Idealfall topfen Sie die Pflanze nach dem Kauf um. Ebenso müssen Sie darauf achten, dass es sich bei der gekauften Pflanze wirklich um Currykraut handelt. Häufig werden andere Arten der Gattung Helichrysum als Italienische Strohblume angeboten, obwohl das nicht der Fall ist.

Hinweis: Wenn Sie nach den besten Sorten für den heimischen Garten suchen, finden sich vier Varietäten, die besonders zu empfehlen sind. ‚Nanum‘ ist mit einer maximalen Wuchshöhe von 25 Zentimetern eine der kleinsten Sorten, ‚Weißes Wunder‘ ist besonders in der Küche beliebt und ‚Darlington‘ verfügt über die beste Winterhärte, muss aber trotzdem geschützt werden.

Substrat

Helichrysum italicum
Das Substrat der Strohblume sollte sich unbedingt durch hohe Durchlässigkeit auszeichnen.

Bevor Sie Helichrysum italicum  um- oder eintopfen können, benötigen Sie ein geeignetes Substrat, das der Pflanze ausreichend Halt und eine gute Nährstoffversorgung ermöglicht. Wichtig beim Currykraut ist vor allem die Struktur des Substrats. Geeignet sind:

  • Kräutererde
  • Gartenerde
  • durchlässig
  • sandig
  • schwach humos

Das Substrat muss so gestrickt sein, dass sich kein Wasser sammeln kann, da Staunässe der größte Feind der Immortelle ist. Selbst lehmige Gartenerde kann verwendet werden, solange Sie ausreichend Sand untermischen, um die Struktur zu verbessern und effektiv die Feuchtigkeit weiterzuleiten. Achten Sie zudem darauf, dass die Erde nicht zu viele Nährstoffe enthält, da dies zu einem starken Sprießen der Pflanze führt. Das wiederum verbraucht viel Energie und führt zu einem Aromaverlust, was nicht gewünscht ist.

Umtopfen

Nach dem Erwerb der Pflanzen ist es wichtig, diese in ein neues Gefäß umzusetzen, das mit frischem Substrat gefüllt ist. Dadurch sorgen Sie für mehr Platz und erleichtern es dem Gewächs, sich effektiv zu etablieren und mit neuer Kraft auszutreiben. Umgetopft wird Currykraut nur sehr selten, da es eine Maximalgröße von 60 Zentimetern erreicht und das Wurzelreich ebenfalls ab diesem Punkt aufhört, sich auszuweiten. Aus diesem Grund müssen Sie nur umtopfen, wenn die folgenden Anzeichen zu erkennen sind:

  • Kraut schwächelt
  • Substrat trocknet stark aus
  • Pflanze trocknet schneller aus
  • hellere Blattfarbe
  • Wurzeln wachsen aus Abzugslöchern

Das ist jedoch nur selten der Fall. Sie können auch alle zwei Jahre umtopfen und auf diese Weise auf Nummer sicher gehen. Besonders bei älteren Exemplaren ist das hilfreich, um die Vitalität zu erhalten. Im Durchschnitt benötigt ein ausgewachsenes Currykraut einen Topf mit mindestens 25 Zentimetern Durchmesser, um gesund und effektiv wachsen zu können. Diese müssen über Abzugslöcher verfügen, damit keine Staunässe entstehen kann, die fatal für den Korbblütler wäre. Gehen Sie beim Umtopfen wie folgt vor:

  • Pflanze aus Topf lösen
  • altes Substrat entfernen
  • Drainage anlegen, falls nicht vorhanden
  • Drainagematerial: Blähton
  • Schichtdicke: mindestens fünf Zentimeter
  • Pflanze erneut einsetzen
  • mit Substrat auffüllen
  • leicht andrücken
  • angießen

Mehr Aufwand wird für das Umtopfen nicht benötigt. Der beste Zeitpunkt für diesen Schritt ist direkt nach der Entnahme aus dem Winterquartier im Frühjahr, wenn die Tage länger werden und die Temperaturen dauerhaft ansteigen. Ähnlich wie das Umtopfen gelingt das Pflanzen von Helichrysum italicum ins Freiland, wenn das bei Ihnen möglich ist. Nur sollten Sie dabei für die Drainageschicht Kies verwenden.

Hinweis: Wenn Sie ein Fan von Küchenkräutern sind, können Sie das Currykraut zusammen mit anderen Gewächsen in einem großen Kübel anbauen. Hierfür sind vor allem Thymian (bot. Thymus), Salbei (bot. Salvia), Lavendel (bot. Lavandula) und Bohnenkraut (bot. Satureja) geeignet.

Pflege

Gießkanne
Bei der Pflege des Currykrauts kommt die Gießkanne nur selten zum Einsatz.

Wenn Sie sich für Currykraut als Zier- oder Kräuterpflanze entscheiden, werden Sie von der Anspruchslosigkeit der Art begeistert sein. Das Italienische Strohkraut benötigt nur wenig Pflege und kommt gut alleine zurecht, solange Sie für einen guten Winterschutz sorgen und die Pflanze vor zu viel Feuchtigkeit schützen. Die pflegeleichte Art ermöglicht den problemlosen Einsatz in der Küche ohne großen Aufwand und die Nutzung der Blätter, die auf viele verschiedene Weisen verwendet werden können.

Gießen

Wie es für viele mediterrane Kräuter der Fall ist, benötigt das Currykraut nur geringe Mengen Wasser und bevorzugt sogar länger Trockenheit als andere Pflanzen. Solange Sonne und Wärme vorhanden sind, gibt sich das Gewächs mit wenig Feuchtigkeit zufrieden, was sogar der Fall über den Winter ist. Gewässert wird das Currykraut ausschließlich, wenn das Substrat trocken ist. Nutzen Sie hierfür am besten eine Fingerprobe, um die Trockenheit des Substrats zu überprüfen. Da es sich bei der Italienischen Immortelle um eine kalkliebende Pflanze handelt, können Sie problemlos Leitungswasser verwenden, selbst wenn dieses härter ist. Es ist sogar möglich, das Substrat zu kalken und danach zu gießen, um das Gewächs mit dem Stoff zu versorgen.

Düngen

Während das mediterrane Kraut mit wenig Feuchtigkeit zurechtkommt, müssen Sie etwas stärker auf die Nährstoffzugaben achten. Gedüngt wird Helichrysum italicum ausschließlich über die Sommerzeit, da Düngezugaben über Herbst und Winter dazu führen würden, dass die Pflanze zu stark austreibt und auf diese Weise über die kalte Jahreszeit Schaden nimmt. Die folgenden Schritte erleichtern das jährliche Düngen:

  • Kräuterdünger verwenden
  • Dünger sollte flüssig sein
  • über Gießwasser verabreichen
  • alle vier Wochen düngen

Sie können ebenfalls zu Beginn der Saison reifen Kompost unter die Erde mischen, zum Beispiel wenn Sie erst Ende Frühling umtopfen. Dadurch stehen dem Currykraut genügend Nährstoffe für den gesamten Sommer zur Verfügung. Übertreiben Sie es aber mit dem Düngen nicht, da die Immortelle nicht auf übermäßig viel Nährstoffe angewiesen ist.

Schneiden und ernten

Currykraut
Geerntet werden können die Blätter des Currykrauts über das ganze Jahr.

Das Currykraut wird hauptsächlich aufgrund der ätherischen Öle angebaut. Der Geruch, der stark an Curry erinnert, lässt sich in Gerichten, Tees und Ölen verwenden, was die Nutzung für den Menschen interessant macht. Wichtig für die Nutzung der Pflanze ist die regelmäßige Ernte, die zur gleichen Zeit als Schnittmaßnahme funktioniert und mehrere Vorteile hat:

  • Pflanze bleibt kompakt
  • Energie wird für Aromen genutzt
  • Vitalität verbessert sich

Insgesamt kommen drei Anlässe für einen Schnitt in Frage. Die Ernte findet immer dann statt, wann Sie das Currykraut nutzen wollen. Dafür schneiden Sie einfach einen Trieb ab und fügen diesen zu Ihrem Gericht hinzu. Auf die gleiche Weise können Sie die Blüten abschneiden und Gerichte einfärben, da sie gelbe Farbstoffe enthalten, die sich hervorragend in Speisen präsentieren. Sie können das gesamte Jahr über die Blätter ernten, sogar über den Winter. Sie können die Triebe sogar zu Bünden zusammenbinden und kopfüber trocknen. Weiterhin müssen Sie das Currykraut im Frühling nach dem Überwintern schneiden:

  • scharfe und desinfizierte Schere verwenden
  • über den Winter abgestorbene Triebe lokalisieren
  • den abgestorbenen Teil abschneiden

Mehr wird für diesen Schnitt nicht benötigt. Es geht bei diesem nur darum, dass die Strohblume von abgestorbenem Grün befreit wird. Diese Triebspitzen erfrieren meist und aus diesem Grund müssen Sie sie schneiden. Ein weiterer Schnitt sollte nach der Blüte erfolgen, wenn Sie die Pflanze nicht über diese Zeit dauerhaft abgeerntet haben. Schneiden Sie hierfür einfach verwelkte Blüten ab und Triebe, die vertrocknet sind. Nach dem Schneiden werden die Reste einfach auf dem Kompost entsorgt.

Hinweis: Achten Sie darauf, die in der Küche verwendeten Triebe nach der Nutzung immer aus dem Essen zu entfernen. Sie sind unverdaulich und können zu Magenbeschwerden führen, wenn sie verzehrt werden.

Überwintern

Currykraut
Die Überwinterung ist einer der wichtigsten Punkte bei der Pflege der Italienischen Immortelle.

Das Currykraut überlebt deutsche Winter meist nicht und muss daher spätestens ab einer nächtlichen Außentemperatur von 10°C ins Winterquartier befördert werden. Dieses sollte eine dauerhafte Temperatur von 10°C ohne große Schwankungen aufweisen und ohne Zugluft auskommen. Gut geeignet sind Wintergärten, ungenutzte Räumlichkeiten und helle Garagen. Falls Sie den Kübel im Freien überwintern wollen, müssen Sie die folgenden Maßnahmen anwenden:

  • geschützte Hauswand als Standort wählen
  • Weidenmatte um den Kübel und die Pflanze wickeln
  • Kordeln sind empfehlenswert zum Binden
  • alternativ Reisig auf Fichte verwenden
  • damit Pflanze komplett bedecken

Es kann trockenes Laub als Wärmespeicher verwendet werden. Egal für welche Methode Sie sich entscheiden, verzichten Sie auf Wasserzugaben über die Winterzeit.

Tipp: Falls Sie in einer wintermilden Region wie den deutschen Weinbaugebieten oder den Bodensee-Inseln wohnen, ist eine Pflanzung im Freien möglich, aber aufgrund der nicht vorhandenen Winterhärte immer noch schwierig. Wenden Sie in diesem Fall einen ähnlichen Winterschutz an und achten Sie besonders gut auf die Vitalität der Pflanze, um mögliche Frostschäden schon früh zu bemerken.

Vermehren

Es gestaltet sich sehr einfach, Helichrysum italicum zu vermehren. Als besonders effektiv hat sich die Stecklingsvermehrung erwiesen. Zwar können Sie Saatgut in Anzuchterde stecken und auf Keimlinge hoffen, doch ist das seltener von Erfolg gekrönt wie die Verwendung von Stecklingen. Falls sich jedoch nach etwa zwei Wochen bei einer Temperatur von etwa 18°C Keimlinge zeigen, müssen Sie diese danach selektieren und in angemessenes Substrat umziehen lassen. Wenn Sie das beliebte Würzkraut vermehren wollen, werfen Sie einen Blick auf die folgende Anleitung:

  • Zeitpunkt: Frühling bis Sommer
  • noch nicht verholzte Triebe der Pflanze abschneiden
  • sollten keine Blütenknospen aufweisen
  • Töpfe mit Anzuchterde füllen
  • diese mit Sand anreichern
  • Stecklinge in der Erde platzieren
  • in Minigewächshaus oder Anzuchtkasten platzieren
  • für ausreichend hohe Luftfeuchtigkeit sorgen
  • Standort sollte hell genug sein
  • Wartezeit bis zur Bewurzelung: mindestens vier Wochen
  • ab diesem Zeitpunkt täglich Haube öffnen
  • Frischluft verbessert das Wachstum

Innerhalb der nächsten Wochen achten Sie auf die Größe der Jungpflanzen und topfen diese um, wenn der Platz gering wird. Ab diesem Zeitpunkt wird auf die gewohnte Pflege gesetzt.

Schädlinge und Krankheiten

Strohblume
Die Italienische Strohblume erweist sich als äußerst robust.

Einer der großen Vorteile am Currykraut ist die äußerst hohe Resistenz gegen Krankheiten und Schädlinge. Es gibt keine bekannten Schädlinge oder Krankheiten, vor denen Sie sich bei der Haltung des Küchenkrauts fürchten müssen. Zusammen mit anderen resistenten Küchenkräutern, darunter Thymian und Zitronenmelisse (bot. Melissa officinalis), können Sie entspannt die geernteten Aromen genießen. Die einzigen Probleme entstehen durch Pflegefehler, die, Sie jedoch schnell und wirksam beheben können.