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Eibenhecke, Eibe, Taxus: Pflanzen, Pflege und Schneiden

Eibenhecke (Taxus)
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Blütenfarbe
gelb, grün
Standort
Schatten, Halbschatten, Sonnig
Blütezeit
März, April, Mai
Wuchsform
aufrecht, buschig, mehrjährig
Höhe
bis zu 150 Zentimeter hoch
Bodenart
sandig, lehmig, kiesig, tonig
Bodenfeuchte
mäßig feucht, frisch
pH-Wert
schwach sauer, alkalisch
Kalkverträglichkeit
Kalktolerant
Humus
humusreich
Giftig
Ja
Pflanzenfamilien
Eibengewächse, Taxaceae
Pflanzenarten
Heckenpflanzen, Balkonpflanzen, Kübelpflanzen, Ziergehölze
Gartenstil
Heckengarten, Apothekergarten, Bauerngarten, Grabbepflanzung, Naturgarten, Waldgarten, Wildgarten

Großer Beliebtheit erfreut sich die Eibe, die als Eibenhecke oder Solitär in zahlreichen Gärten zu finden ist. Aber auch im Kübel macht sich diese Pflanze wunderschön und setzt durch ihre roten Fruchtbeeren farbliche Akzente. Sie ist leicht zu pflegen, benötigt aber einen regelmäßigen Schnitt. Die Pflanz-, Pflege- und Schnitt-Anleitung zeigt Ihnen, wie Sie den Bedürfnissen einer Eibe gerecht werden können.

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Pflege

Die Eiben zählen zu den genügsamen und anspruchslosen Pflanzen. Sie mögen die Sonne ebenso wie sie auch im Schatten gedeihen, wenn der Boden bestimmte Voraussetzungen erfüllt. Um ein dicht bewachsenes Nadelkleid zu erreichen, Krankheiten und Schädlingen vorzubeugen sowie die Form Ihren Wünschen entsprechend zu gestalten, muss die Eibenhecke regelmäßig geschnitten werden. Ansonsten stellt sie keine großen Ansprüche an ihre Pflege, sodass sie sich auch leicht von jedem Laien einpflanzen lässt und lange Freude als Hecke oder Topfpflanze bereitet.

Taxus baccata Fastigiata, Säuleneibe
Taxus baccata Fastigiata, Säuleneibe

Diese dekorative Hecken- und Topfpflanze besticht nicht nur durch ihre Optik, sondern auch ihre Pflegeleichtigkeit. Einmal an einen optimalen Standort gestellt und richtig eingepflanzt, benötigt sie nur wenig Pflege. Mit dieser Anleitung zum Pflanzen, Pflegen und Schneiden erfahren Sie, wie Sie eine perfekte Basis für ein kraftvolles und gesundes Gedeihen schaffen.

Standort

Die Eibe ist in der Wahl des Standortes recht flexibel. Es eignen sich sowohl schattige Plätze als auch sonnige Orte. Optimal ist allerdings ein halbschattiger Standort. Steht sie zu dunkel, verringert sie ihre Wachstumsgeschwindigkeit. Bei zu sonnigen Standorten können vor allem bei abwechselndem Regen/Schnee und starker Sonneneinstrahlung zu Vertrocknungen kommen. Insbesondere junge Eibenhecken reagieren überempfindlich auf starke, direkte Sonneneinstrahlung. Oft sind gelbe Nadeln die Folge.

Hinweis: Eiben mit einem hohen Wachstum sollten windgeschützt stehen. Starker Wind könnte eine ausgewachsene Spitzenform auseinander biegen.

Bodenbeschaffenheit

Eine besondere Basis für ein gesundes Gedeihen, bildet in der Regel die Bodenbeschaffenheit. Auch hier stellt die Eibenhecke keine besonderen Ansprüche und wächst nahezu in jedem Boden.

Vorteilhaft macht sich ein Boden mit folgenden Eigenschaften:

  • humos und nährstoffreich
  • wasserdurchlässig
  • lehmige oder sandig-lehmige Konsistenz
  • kalkhaltig
  • leicht saurer pH-Wert

Ist der Boden zu sandhaltig, kann Kompost eingearbeitet werden, um einen leicht sauren pH-Wert zu erzielen. Stark saurer Boden, wie er zum Beispiel bei Moorböden zu finden ist, ist nicht für Eiben geeignet.

Substrat

Ebenso kalkhaltig, leicht lehmig und vor allem wasserdurchlässig sollte das Substrat sein. Optimal eignet sich zum Beispiel Bonsai-Erde oder spezielle Blumen- und Kübelpflanzenerde, die Anteile an Sand und Tongranulat besitzen. Das Substrat kann zusätzlich mit Bimskies gemischt sein, um die Wasserdurchlässigkeit zu verbessern und Staunässe zu vermeiden.

Cephalotaxus, Kopfeiben
Kopfeiben (Cephalotaxus) zählten früher zu den Eiben, werden heute aber als eigene Gattung geführt.

Pflanzen

So anspruchslos Eiben sind, so benötigen Sie dennoch eine fachgerechte Einpflanzung, um dort viele Jahre verbringen zu können.

Pflanzzeit

Für das Pflanzen von Eiben eignen sich sowohl der Frühling als auch der Herbst. Grundsätzlich darf im Frühjahr zur Pflanzzeit kein Bodenfrost mehr bestehen und je größer der Abstand bis zur Frostzeit im Herbst ist, desto besser kann sich die Eibenhecke unbeschadet im neuen Boden verwurzeln.

Eiben, die in einen Topf gepflanzt werden sollen, können bereits im April vor den Eisheiligen eingesetzt werden. Allerdings sollte der Kübel dann auf Styropor oder ein Holzbrett gestellt werden, sodass ein eventueller Bodenfrost keine Kälte zu den Wurzeln aufsteigen lässt.

Pflanzen im Garten

Beachten Sie zunächst folgende Details, bevor es ans Pflanzen der Eibe geht:

  • mind. zwei Meter Pflanzabstand für breitwachsende Eiben
  • 40 Zentimeter Abstand für schmalwachsende Eiben
  • Pflanzenballen vor Einpflanzen für 24 Stunden in Eimer mit Wasser stellen
  • sonnenfreier Tag beste Einpflanzzeit

So gehen Sie beim Pflanzen vor:

  • Pflanzloch (doppelt so tief und dreimal so breit als Wurzelballen) graben
  • drei Zentimeter hohe Drainageschicht aus Quarzsand oder Kies auf Pflanzlochboden anlegen
  • ausgehobenen Boden gegebenenfalls anreichern (siehe „Bodenbeschaffenheit)
  • als Erstdüngung Hornspäne oder Urgesteinsmehl mit in Boden einarbeiten
  • Wurzelballen in Pflanzloch setzen
  • restliche Erde ins Pflanzloch geben und gut festtreten
  • großzügig gießen
  • Boden in nächsten Wochen gut feuchthalten

Pflanzen im Topf

Das Pflanzen in einen Topf oder einen Kübel ähnelt dem Pflanzen ins Beet. Achten Sie hier nur darauf, dass die Substrat-Oberschicht circa zwei Zentimeter tiefer als der Topfrand ist. Auf diese Weise wird ein Überlaufen nach dem Gießen verhindert. Ideal bietet sich auch die Verwendung eines Untertellers an. Hier kann überschüssiges Wasser aufgesammelt und abgeschüttet werden. So entsteht keine Staunässe.

Gießen

Vor allem Jung- und Topfpflanzen benötigen viel Wasser. Der Boden sollte nie austrocknen und stets gut feucht gehalten werden. Achten Sie darauf, dass keine Staunässe entsteht, die eine Eibenhecke nicht verträgt. Hilfreich ist es vor allem an warmen Sommertagen, eine Schicht Kies oder Rindenmulch auf die Erd- oder Substratoberfläche auszubreiten. Dies verhindert ein Verdunsten von Feuchtigkeit und hält die Feuchtigkeit länger im Bodeninneren.

Taxus cuspidata, Japanische Eibe
Taxus cuspidata, Japanische Eibe

Düngen

Auch in Puncto Düngung zeigt sich die Eibe pflegeleicht. Während beim Einpflanzen ein Vorratsdünger aus Hornspäne oder Urgesteinsmehl die ersten Monate ausreichend Nährstoffe und Mineralien abgibt, reicht danach eine Düngung mit Kompost oder speziellem Koniferen- und Tannendünger. Dieser sollte einmal im Jahr eingearbeitet werden.

Gießen Sie nach dem Düngen stets großzügig.  Auf diese Weise verteilt sich der Dünger besser und kann einfacher von den Wurzeln aufgenommen werden. Zusätzlich zum Düngen können Sie mit kalkhaltigem Wasser gießen, da die Eibenhecke viel Kalk zum Gedeihen benötigt. Die optimale Zeit zum Düngen ist im Frühjahr.

Tipp: Alternativ zu kalkhaltigem Wasser kann Kalidünger alle sechs bis acht Wochen vom Frühjahr bis zum Herbst verabreicht werden.

Schneiden

Um nicht Jahre auf ein voll-wüchsiges Gesamtbild warten zu müssen, sollte ein regelmäßiger Schnitt einmal im Jahr einem Radikal-Schnitt alle paar Jahre vorgezogen werden.

Folgendes sollten Sie über einen richtigen Schnitt wissen:

  • vor allem langsam wachsende Eiben sollten einmal im Jahr geschnitten werden
  • Frühling optimale Schnittzeit
  • nicht nach Ende Juni schneiden
  • Heckenschnitte bequem mit elektrischer Heckenschere vornehmen
  • für gleichmäßig gerade Schnitte Seil spannen
  • im Frühjahr eventuell erfrorene Triebe abschneiden
  • bei stark verkahlten Eiben radikalen Rückschnitt vornehmen
  • alle Zweige mindestens um die Hälfte oder maximal bis auf 10 Zentimeter kürzen

Hinweis: Tragen Sie dabei stets Handschuhe, da die Eibe in allen Pflanzenteilen giftig ist.

Taxus baccata, Europäische Eibe
Taxus baccata, Europäische Eibe

Überwintern

Die Eibenhecke beziehungsweise die Eibe ist winterhart. Sie benötigt also keine besonderen Maßnahmen zum Schutz vor Kälte. Hier müssen Sie lediglich darauf achten, dass auch im Winter der Boden gut feucht gehalten wird, da durch die Wintersonne die Wasserverdunstung hoch ist. Vor allem in einen Topf gepflanzte Eiben an sonnigen Standorten haben ein erhöhtes Austrocknungsrisiko. Kontrollieren Sie dementsprechend oft die Boden- beziehungsweise Substratfeuchte.

Während der Wintermonate erhält die Eibe keinen Dünger und sollte auf keinen Fall geschnitten werden. Jungpflanzen im ersten und zweiten Jahr sollten allerdings vor extremer Kälte zumindest durch einen windarmen Standort geschützt werden.

Hinweis: Kübel mit Jungpflanzen sind auf eine Unterlage zu stellen, wie zum Beispiel Styropor. So gelangt die Bodenkälte nicht zu den Wurzeln.

Vermehren

Sie haben verschiedene Methoden zur Auswahl, um die Eibe zu vermehren. Nicht selten sät sich die Eibe selbst aus, beziehungsweise ihr Samen wird durch Vögel, bei denen die Heckenpflanze sehr beliebt ist, ausgetragen. Eine kontrollierte Vermehrung können Sie entweder über die Aussaat oder über Stecklinge vornehmen.

Aussaat

Etwas kompliziert zeigt sich die Vermehrung durch eine Aussaat, wenn nicht fertige Samen im Tütchen in Gartenfachhandel benutzt werden. Die Eibe zählt zu den sogenannten Frostkeimern und entsprechend müssen die Samen behandelt werden. Den Samen können Sie circa Ende Mai nach der Blütezeit den roten Früchten entnehmen, wenn sie braun gefärbt sind. Im Anschluss müssen Sie sie stratifizieren. Das bedeutet einer Kältebehandlung aussetzen.

Dazu gehen Sie wie folgt vor:

  • Fleisch entfernen
  • Kerne stratifizieren
    • Samen mit feuchtem Substrat vermischen
    • Samen bei Temperaturen zwischen zwei und acht °C kaltstellen (Kühlschrank oder im Freiland)
    • Samen sollten dunkel stehen
    • Samen regelmäßig kontrollieren und auf Wurzelbildung untersuchen
    • sind erste Wurzeln erkennbar, kann Samen ausgesät werden
    • Stratifizieren kann bis zu 18 Monaten dauern
  • Neupflanze nicht zu tief ins Pflanzloch stecken
  • spezielles Anzuchtsubstrat verwenden
  • Jungpflanze mäßig feuchthalten
Taxus baccata Fastigiata, Säuleneibe
Taxus baccata Fastigiata, Säuleneibe

Stecklinge

Einfacher gestaltet sich eine Vermehrung durch Stecklinge. Diese können Sie nach dem Schnitt im Frühjahr beziehungsweise bis Juni einfach gewinnen.

Gehen Sie dabei wie folgt vor:

  • zwei- oder dreijährige Triebabschnitte mit mindestens 20 Zentimeter Länge abschneiden
  • Seitentriebe sowie Triebspitzen um rund die Hälfte kürzen
  • im unteren Bereich alle Nadeln und Triebe entfernen
  • Rinde im unteren Bereich circa fünf Zentimeter hoch abschaben
  • windgeschützten Schattenplatz wählen
  • Steckling nur wenige Zentimeter in humusreiche, lockere und durchlässige Erde stecken
  • als Substrat eignet sich ein Sand-Torf-Gemisch
  • Erde gut feuchthalten
  • empfohlene Temperatur: 20 °C
  • Wurzelbildung spätestens am Wachstum neuer Blätter zu erkennen
  • Steckling im Anschluss in normale Erde umpflanzen oder umtopfen

Krankheiten

Die Eibenhecke zählt zu den robusten und unempfindlichen Pflanzen. Artenspezifische Krankheiten gibt es nicht. Überwiegend führt eine zu nasse Haltung zu Erkrankungen.

Wurzelfäule

Hat sich Staunässe durch zu viel Feuchtigkeit gebildet, reagiert die Eibe meist zügig mit einer Wurzelfäule. Kleine Eiben können Sie auspflanzen und den Wurzelballen für circa zwei Tage trocken legen. Schneiden Sie faule Wurzelteile ab und pflanzen Sie die Eibe anschließend in frische und trockene Erde ein. In der Regel erholt sich die Eibe wieder.

Schädlinge

Auch Schädlinge, die speziell Eiben befallen, gibt es nicht. Allerdings verirren sich hin und wieder Läuse auf die Eibenhecken, vor allem, wenn in der unmittelbaren Umgebung Läuse Pflanzen befallen haben und sich dann auf die Eibe ausbreiten. Meist handelt es sich hier um die Napfschildlaus., die auch über starken Wind auf eine Eibe gelangen kann.

Napfschildlaus

Die Napfschildlaus ist überwiegend in Großstädten zu Hause und ist nach ihrem Schutzschild benannt worden, der einem Napf ähnelt. Dieser sorgt dafür, dass sogar chemische Insektizide ihr meist nichts anhaben können. Mit Alkohol können Sie den Panzer aufweichen, sodass Insektizide effektiv wirken können. Zu erkennen ist die Napfschildlaus an ihrer gerundeten, braunen Oberfläche, die mit weißen Punkten bestückt ist. Vornehmlich setzt sich die Napfschildlaus in Kolonien an den Pflanzenstielen und Blättern fest.

Sie scheidet Honigtau aus, der wiederum für ein Verkleben der Blätter sorgt und diese dadurch weder Sauerstoff noch Licht aufnehmen können. Ein Absterben ist nach einer Braunfärbung der Nadeln die Folge.

Sorten

Bechereibe (Taxus media 'Hicksii')
Bechereibe (Taxus media ‚Hicksii‘)
SorteEigenschaften
Europäische Eibe
(Taxus baccata)
häufigste Art
wird sehr alt
erreicht Höhe von bis zu 15 Metern
Tafeleibe/Kisseneibe
(Taxus baccata ‚Repandens‘)
Bodendecker
maximal 50 Zentimeter hoch
Bechereibe
(Taxus media ‚Hicksii‘)
Wuchshöhe von bis zu 4 Metern
findet überwiegend als Solitär Verwendung
Säuleneibe
(Taxus baccata ‚Fastigiata‘)
schlanker Wuchs
Wuchshöhe von bis zu 5 Metern, Wuchsbreite bis zu 2 Meter
Gelbe Säuleneibe
(Taxus baccata ‚Fastigiata Aurea‘)
Abwandlung der Säuleneibe
auffällige gelb-grüne Färbung der Nadeln
bleibt etwas kleiner (bis zu 3 Meter)
Japanische Eibe
(Taxus cuspidata)
zahlreiche Größen und Nadelfarben
Gold-Eibe
(Taxus baccata ‚Elegantissima‘)
gelb-gestreifte Nadeln
färben sich nach und nach weiß-bunt
schimmern je nach Sonnenlicht grün

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