Ficus microcarpa Ginseng – Pflege von A-Z

Bonsai richtig schneiden
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Blütenfarbe
keine Blüte
Standort
Halbschatten, Sonnig
Wuchsform
aufrecht, ausladend
Höhe
bis zu 25 Meter hoch
Bodenart
lehmig
Bodenfeuchte
mäßig trocken, mäßig feucht
Kalkverträglichkeit
Kalkintolerant
Humus
humusreich
Giftig
Ja
Pflanzenfamilien
Maulbeergewächse, Moraceae
Pflanzenarten
Zimmerpflanzen
Gartenstil
Wintergarten, Wohngarten

Die Chinesische Feige ist immer häufiger in den Wohnräumen zahlreicher Pflanzen- und vor allem Bonsai-Freunde zu entdecken. Mit seinen freiliegenden Luftwurzeln und der geringen Höhe wird er vor allem als Bonsai oder kleine Palme angeboten, doch wächst er in seiner tropischen Heimat in Südostasien als staatlicher Baum, dessen Krone Ausmaße von fast 300 Metern annehmen kann. Anspruchslos in der Pflege bietet er sich perfekt für deutsche Wohnzimmer und Wintergärten an.

Steckbrief

  • botanischer Name: Ficus microcarpa
  • Gattung: Feigen (Ficus)
  • gehört in die Pflanzenfamilie der Maulbeergewächse (Moraceae)
  • Trivialnamen: Indischer Lorbeer, Lorbeerfeige, Ficus „Ginseng“, Ginseng Bonsai
  • immergrüner Baum, Strauch oder mit ausladender Krone
  • Wuchshöhe: natürlicher Wuchs von 15 bis 25 m
  • Stammdurchmesser: bis 50 cm
  • Blätter: elliptische, hell- bis dunkelgrüne Laubblätter bis 8 cm Länge
  • Frucht: eiförmig, gelbliche oder rötliche, zum Teil dunkelrote Färbung
  • Reifezeit: August – Dezember
  • Herkunft: Ostasien, von Nepal bis zu den Salomonen, tropisches Nordaustralien
  • nicht winterhart
  • giftig für Haustiere
  • produziert weißen Milchsaft bei Schnittwunden
  • anfällig für Staunässe

Verwechslungsgefahr

Die Lorbeerfeige wird häufig im Handel mit dem Ficus Ginseng gleichgezeigt, der aus dem Chinesischen Feigenbaum (Ficus retusa) gezogen wird. Beide Pflanzen sehen sich äußerst ähnlich, auch wenn sie aus anderen Regionen Ostasiens stammen, unterschiedliche Blattformen haben und verschiedene Maximalhöhen erreichen. Aus diesem Grund benötigt Microcarpa eine andere Pflege als die Verwandtschaft. Ursache für die Verwechslung ist die Tatsache, dass beide Pflanzen als „Ficus Bonsai“ angeboten werden.

Bonsai in Form schneiden

Standort

Beim Standort für die Feige kommt es vor allem darauf an, ihr genügend Wärme und Feuchtigkeit zu bieten, sowohl Zugluft aller Formen zu vermeiden. Da er aus Ostasien stammt und sogar in Australien und auf den japanischen Ryukyu-Inseln vorkommt, bevorzugt die Pflanze ein feuchttropisches Klima. Da die Lorbeerfeige in Mitteleuropa hauptsächlich im Topf angeboten wird, ist es leicht, einen Standort in der Wohnung, auf dem Balkon im Sommer oder dem Gewächshaus zu ermöglichen, der folgende Eigenschaften haben sollte:

  • Lichtbedarf: sonnig, Halbschatten bei Balkonhaltung
  • Mittagssonne vermeiden, Morgen- und Abendsonne gewünscht
  • Temperatur niemals unter 12°C fallen lassen
  • optimale Temperatur im Sommer: 18 – 22°C
  • optimale Temperatur im Winter: 12 – 15°C, Feige befindet sich hierbei in Winterruhe
  • Zugluft durch Heizkörper, offene Fenster und Türen vermeiden
  • Fußbodenheizungen unproblematisch
  • Süd- oder Südwest-Balkon für Sommerstandort

Wenn der Winter vor der Tür steht, sollten Sie den Microcarpa Ginseng wieder ins Warme holen. Die Pflanze liebt den Sommer im Garten, doch müssen Sie darauf achten, dass die Feige bei Temperaturen unter 12°C eingeht. Achten Sie zudem darauf, neu erworbene Pflanzen langsam an ihren sonnigen Standort zu gewöhnen, um die Blätter nicht zu verbrennen.

Hinweis: Die Chinesische Feige mag es nicht, wenn sie viel bewegt wird. Sorgen Sie daher für einen Standort, an dem die Pflanze ungestört ist und der sich nicht verändert.

Boden

An den Boden stellt die Feige keine wirklich hohen Ansprüche, doch sollte darauf geachtet werden, dass die ausgewählte Erde qualitativ hochwertig ist. Hier eignet sich vor allem eine humose Blumenerde. Auf Kalk im Boden sollte dennoch verzichtet werden.

  • humos
  • hochwertige Erde
  • Torf oder Lehm untermischen
  • mittelschwer

Da Ficus microcarpa Ginseng Trockenheit viel besser verträgt als Staunässe muss der gewählte Topf über Drainagelöcher verfügen. Eine wirkliche Drainage ist nur ab dem ersten Umtopfen notwendig für das Maulbeergewächs.

Vorgezogene Topfpflanzen kaufen

Wenn Sie nicht selbst eine Chinesische Feige ziehen wollen und sich für die fertigen Pflanzen aus dem Handel entscheiden, sollten Sie auf einige Punkte achten. Zuerst sollten Sie sich vor der Auswahl erkundigen, ob es sich bei der angebotenen Pflanze wirklich um die Lorbeer-Feige oder doch den Chinesischen Feigenbaum handelt, wie oben beschrieben. Diese werden gerne heutzutage als Grundlage für leicht zu haltende Bonsai genutzt, die sich gut für die ersten Schritte in der Bonsaipflege eignen. Achten Sie beim Kauf auf folgende Punkte, um eine gesunde Pflanze mit viel Potential zu erwerben:

  • Blumentopf oder Pflanzgefäß sollte ausreichend durchwurzelt sein
  • Feige sollte gesund wirken
  • Blattfall vermeiden
  • auf Schädlinge wie Schildläuse überprüfen
  • Krone sollte gefüllt sein

Ob eine Chinesische Feige gesund ist, lässt sich leider nicht immer am Preis definieren, so wie es bei vielen anderen Pflanzen der Fall ist. Schauen Sie sich das Exemplar genau an, am besten direkt beim Händler und verzichten Sie wenn möglich auf das Bestellen der Pflanze über Geschäfte im Internet. Hier werden häufig Exemplare in mangelnder Qualität angeboten.

Bonsai kann variabel gestaltet werden

Umtopfen

Da Ficus microcarpa Ginseng nicht für den Garten geeignet ist und daher im Kübel gehalten wird, ist das Umtopfen einer neu gekauften oder schon älteren Pflanze unbedingt notwendig. Hier gilt: Chinesische Feigen sollten alle zwei Jahre umgetopft werden. Das Umtopfen hilft dem Gewächs, neue Wurzeln zu bilden und mit genügend Nährstoffen versorgt zu werden, selbst wenn die Wurzeln sichtbar sind. Einige der Wurzeln werden benötigt, damit das Maulbeergewächs sich in der Erde verankern kann. Der Zeitpunkt wird sichtbar, sobald die Wurzeln das Substrat des Topfes stark und gleichmäßig durchdrungen haben. Gehen Sie beim Umtopfen wie folgt vor:

  • wählen Sie einen Topf mit Wasserabzugslöchern
  • Topf sollte etwas größer wie der Vorherige sein (unterstützt den Wuchs)
  • platzieren Sie eine Tonscherbe am Boden
  • sorgen Sie für eine Drainageschicht aus Kies (feinkörnig)
  • Füllen Sie den Topf mit qualitativer Blumenerde
  • setzen Sie die Pflanze in den Topf
  • fixieren Sie die Wurzeln mit Erde
  • danach Pflegemaßnahmen wie gewohnt
  • vier bis sechs Wochen nicht düngen

Pflege

Die Lorbeerfeige ist ein anspruchsloses Gewächs, das es dem Besitzer einfach macht, solange Standort und Substrat stimmen. Bei richtiger Pflege können die Pflanzen extrem alt werden und viele Exemplare wachsen hunderte von Jahren. Das regelmäßige Wässern und Düngen hält sich in Grenzen und der jährliche Rückschnitt ist nur notwendig, wenn der sommerliche Standort eine minimale Temperatur von 20°C aufweist.

Gießen

Beim Gießen gibt sich der Ficus microcarpa äußerst entspannt und verzichtet lieber auf etwas Wasser, anstatt übergossen zu werden. Bei Staunässe kommt es zur Wurzelfäule, was unbedingt vermieden werden muss. Über den Sommer benötigt die Feige eine höhere Menge an Wasser und muss daher öfters gegossen werden. Sie ist nicht unbedingt durstig, aber muss regelmäßig gegossen werden, damit die Wurzeln nicht zu schnell austrocknen. Alle zwei bis drei Tage sind hier zu empfehlen. Tasten Sie die Oberfläche des Substrats ab und checken Sie, ob dieses angetrocknet ist. Wenn es angetrocknet ist, ist es Zeit zu gießen. Gehen Sie während des Jahrs beim Gießen wie folgt vor:

  • über den Sommer alle zwei bis drei Tage gießen
  • obere Schicht der Substrats abtasten, um genauen Zeitpunkt zu bestimmen
  • im Winter das Gießen verringern
  • regelmäßig mit Wasser besprühen
  • bei zu hoher Trockenheit den Wurzelballen tauchen

Wenn Sie den Ficus microcarpa Ginseng regelmäßig mit der Fingerprobe abtasten und zusätzlich absprühen, wird das Substrat Zierpflanze nicht zu trocken oder zu feucht. Das Besprühen mit Wasser erhöht zudem die Luftfeuchtigkeit, was den Wuchs der Pflanze verstärkt. Dafür sollten Sie weiches Wasser, zum Beispiel abgestandenes Regenwasser, nutzen. Zwar kommt das Gewächs ganz gut mit Kalk klar, doch kann zu viel Kalk die Blätter gelblich färben, was kein schöner Anblick ist. Weiterhin gilt für das Wässern der Pflanze: je kühler, desto seltener muss gegossen werden.

Ficus Ginseng mit seinen immergrünen Blättern

Düngen

Beim Düngen gibt sich die Lorbeerfeige ebenso einfach wie beim Wässern. Die Pflanze kommt gut zurecht mit wenigen Nährstoffzugaben, da sie den Großteil der benötigten Nährstoffe aus dem Substrat zieht. Dennoch sollte das Maulbeergewächs nicht auf Sparflamme laufen und daher empfiehlt sich ein regelmäßiges Düngen. Gedüngt wird dabei während des Wachstums, also im Zeitraum von April bis September, wie folgt:

  • alle vier Wochen
  • flüssigen Grünpflanzendünger nutzen
  • nur Hälfte der angegebenen Menge auf der Verpackung nutzen

Ficus microcarpa Ginseng kann schnell und einfach überdüngt werden und daher sollten Sie unbedingt weniger Dünger verwenden. Hier reicht problemlos die Hälfte aus, da die Pflanze sehr langlebig und ausdauernd ist. Sie können das Substrat entweder direkt in das Substrat geben oder über das Gießwasser verabreichen, was sich ebenso anbietet. Achten Sie bei der Auswahl des Düngers darauf, eine geringere Konzentration von Stickstoff zu wählen, da dieses das Verholzen der Triebe unterbindet. Die Feige treibt durch den Stickstoff nämlich zu schnell aus.

Schneiden

Der Schnitt von Ficus microcarpa Ginseng ist ein essentielles Mittel, um das Wachstum der Pflanze zu fördern. Dieser findet immer im Frühjahr statt, am besten kurz vor der Wachstumsphase, die Mitte April beginnt. Beim Ficus ist ausschließlich ein Rückschnitt notwendig, denn Pflege- oder Verjüngungsschnitte sind für die Pflanze nicht notwendig, da sie im Kübel heranwächst und nicht durch das Verholzen am Wachsen gehindert wird. Beim Schnitt beachten Sie folgende Punkte:

  • wählen Sie saubere, scharfe Gartenscheren
  • kürzen Sie die Krone der Feige um ein Drittel (nach Augenmaß)
  • schneiden Sie immer schräg über einem Auge, das nach außen zeigt
  • Schnitt regt dichte Verzweigung an

Neben dem Rückschnitt sollten Sie regelmäßig die Pflanze auf abgestorbene und schwache Triebe untersuchen. Diese werden dann anschließend entfernt. Da die Feige sehr schnittfest ist, können Sie diese zu jeder Zeit im Jahr schneiden. Sie können natürlich auch alle Bonsaischnitte bei der Lorbeerfeige anwenden.

Vermehren

Sie können Ficus microcarpa Ginseng problemlos über Stecklingen und Samen vermehren und selbst ziehen. Für das Auskeimen benötigen Sie lediglich Samen des Ficus, die Sie in zuvor befeuchtete Erde legen und andrücken. Lassen Sie die Samen anschließend bei einer Temperatur von 22°C bis 26°C stehen und Sie werden nach 14 Tagen die ersten Keimlinge entdecken, die Sie anschließend umtopfen können. Für die Stecklingsvermehrung gehen Sie wie folgt vor:

  • Zeitpunkt: Frühjahr
  • nutzen Sie die Triebe des Rückschnitts als Stecklinge
  • platzieren Sie die Stecklinge in ein Wasserglas
  • Glas wird an ein Fenster mit wenig Licht gestellt
  • Raumtemperatur sollte ebenfalls 22°C bis 26°C betragen
  • nach 6 Wochen, in denen Sie das Wasser regelmäßig nachfüllen müssen, bilden sich erste Wurzeln
  • setzen Sie die Stecklinge in Töpfe mit Substrat
  • Substrat sollte luftiger sein als bei adulten Pflanzen
  • halten Sie das Substrat regelmäßig feucht
  • Kakteenerde ist eine nährstoffreiche Alternative zu Blumenerde

Sobald die Stecklinge im Substrat sitzen, können Sie die Luftfeuchtigkeit mit einer durchsichtigen Tüte konstant halten. Lüften Sie dabei jeden Tag, indem Sie kurz die Tüte entfernen. Das beugt Befall durch Schimmel vor. Sobald die Triebe mit dem Wachsen beginnen, können Sie die Tüte komplett weglassen und der junge Ficus microcarpa Ginseng beginnt, sich an die Zimmertemperatur zu gewöhnen.

Krankheiten und Schädlinge

Ficus microcarpa Ginseng ist eine äußerst robuste Pflanze und ist dank der richtigen Pflege vor einer Vielzahl von Problemen geschützt. Dennoch können folgende Probleme auftreten:

  • Befall durch verschiedene Arten Läuse, am häufigsten Schildlaus
  • Abwurf der Blätter durch Standortwechsel

Schädlinge bekämpfen

Wenn Microcaropa von Schild- und Wollläusen oder Spinnmilben befallen ist, liegt das vor allem einer zu warmen, trockenen Haltung über die Winterruhe. In dieser Zeit vermehren sich die Plagegeister ungehindert. Achten Sie deshalb darauf, einen Standort zu wählen, der im Winter nicht die 15°C übersteigt, 12°C sind hier optimal. Besprühen Sie zudem häufig die Blätter der Feige, um die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen. Alternativ ist ein automatischer Luftbefeuchter für die Feige Microcarpa Ginseng zu empfehlen. Die Schädlinge entfernen Sie wie folgt:

  • bei leichtem Befall: Pflanze abspülen oder mit nassem Tuch abwischen
  • bei starkem Befall: Spinnmilben mit Alkohol betupfen, Läuse mit einer Spritzbrühe aus Knoblauch oder Paraffinöl besprühen
  • Pflanze isolieren
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