Gewöhnliche Goldnessel, Gold-Taubnessel, Lamium galeobdolon – Pflege

Goldnessel, Lamium galeobdolon
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Blütenfarbe
gelb
Standort
Schatten, Halbschatten
Blütezeit
April, Mai, Juni, Juli
Wuchsform
aufrecht, Staude
Höhe
bis 60 Zentimeter
Bodenart
sandig, lehmig
Bodenfeuchte
mäßig feucht, frisch
pH-Wert
neutral, schwach sauer
Kalkverträglichkeit
Kalktolerant
Humus
k.A.
Giftig
Nein
Pflanzenfamilien
Lippenblütler, Lamiaceae
Pflanzenarten
Stauden, Wildblumen
Gartenstil
Naturgarten, Staudengarten, Wildgarten, Bauerngarten

Die Goldnessel Lamium galeobdolon ist alles andere als eine herkömmliche Taubnessel. Eindrucksvoll präsentiert diese Staude mit Wildpflanzencharakter ihre leuchtend gelben Blüten teilweise mit orangefarbener Zeichnung auf der Unterlippe. Dabei ist die Blütezeit auch gleichzeitig Erntezeit, denn alle Teile der Pflanze sind in Küche und Hausapotheke vielseitig verwendbar. Während die Gold-Taubnessel äußerlich der herkömmlichen Brennnessel ähnelt, besitzt sie nicht deren brennende Eigenschaften und kann ihre Vorzüge wesentlich besser in Szene setzen.

Steckbrief

  • Pflanzenfamilie: Lippenblütler (Lamiaceae)
  • botanischer Name: Lamium galeobdolon
  • deutsche Namen: Goldnessel, Gold-Taubnessel, Echte Goldnessel, Gewöhnliche Goldnessel
  • Herkunft: Mitteleuropa
  • Wuchs: ausdauernd, krautig
  • Wuchshöhe: 15 bis 60 cm
  • Blüte: einfache, gelbe, rispenförmige Blüten, 5 – 10 cm groß
  • Blütezeit: April/Mai bis Juli
  • Blatt: oval, zugespitzt, gesägt, fein behaart, frischgrün, silbrig gefleckt
  • Frucht: unscheinbare Nüsschen
  • Giftig: nicht giftig, alle Pflanzenteile essbar

Pflege

Die Goldnessel ist auch ohne Zutun des Gärtners eine emsig wachsende Staude. Dank ihrer Ausläufer bildenden Eigenschaften ist sie der perfekte immergrüne Bodendecker. Hat sie ausreichend Fläche zur Verfügung und findet optimale Bedingung vor, kann sie sich problemlos über mehrere Quadratmeter ausbreiten und benötigt mit den Jahren immer weniger Pflege. Aber auch bei begrenztem Platzangebot hält sich ihre Pflege in Grenzen.

Standort

Die Gold-Taubnessel bevorzugt schattige bis halbschattige Standorte, an denen sonst kaum etwas wächst. Aufgrund dieser Eigenschaft kann sie sogar problematische Bereiche im Garten dauerhaft begrünen. In der Natur gedeiht sie in lichten Laub- und Nadelmischwäldern und an Waldrändern. Dementsprechend kann sie auch im naturnahen oder Bauerngarten, unter Gehölzen, in Gehölzgruppen oder zwischen Stauden, leuchtend gelbe Farbakzente setzen. In direkter Sonne bzw. an trockenen Standorten sollte sie nicht stehen.

Boden

In der freien Natur fungiert die laut Steckbrief bis zu 60 cm hohe Goldnessel-Taubnessel oft als Pionierpflanze und besiedelt bis dahin unbesiedelte Areale. Folglich kommt sie auch mit normalem Gartenboden gut zurecht, sofern dieser frisch, basen-, humus- und nährstoffreich, neutral bis leicht sauer und gleichmäßig feucht ist.

Darüber hinaus ist die Gold-Taubnessel Lamium galeobdolon eine Kalkliebende bis Kalk tolerante Pflanze. Gute Bedingungen findet sie beispielsweise in Böden aus Lauberde und Lehm oder Rasenerde bzw. in humosen bis sandig-lehmigen Böden.

Pflanzen

Pflanzen kann man die Goldnessel im Herbst und im Frühjahr. Auf einen Quadratmeter rechnet man etwa 8 – 12 Pflanzen bei Pflanzabständen zwischen 30 und 40 cm. Hübsche Pflanzpartner sind u.a. Farne wie z.B. Wurm-, Straußen- oder Königsfarn und Bodendeckerstauden wie Storchschnabel der Dickmännchen.

Goldnessel eine Staude mit leuchtend gelben Blüten

Neben anderen Taubnesselarten und Gräsern wie der bunten Japansegge oder der Hängesegge setzt sie sich perfekt in Szene. Da sie auch in leicht sauren Böden gedeiht, bietet sich zudem eine Pflanzung mit Azaleen oder unter Rhododendron an. In Kombination mit Rhododendron, Farnen und heimischen Pflanzenarten lässt sich mit der Gold-Taubnessel Lamium galeobdolon ein gewisser Waldcharakter erzielen, sofern das gewünscht ist.

Tipp: Eine unkontrollierte Ausbreitung lässt sich unterbinden, wenn man die Goldnessel z.B. mit einem Mörtelfass oder einer entsprechenden Wurzelsperre in den Boden einpflanzt. Der Boden des Fasses muss dazu natürlich entfernt werden, damit überschüssiges Wasser wegsickern kann.

Gießen

  • an feuchten, schattigen und halbschattigen Standorten natürliche Regenmengen meist ausreichend
  • bei andauernder Trockenheit benötigt Lamium galeobdolon regelmäßige Wassergaben
  • trockene Standorte besser meiden
  • bei Topfpflanzen ist das Gießverhalten ähnlich
  • auch hier sollte das Substrat weder ganz austrocknen noch staunass sein
  • Substrat im Topf trocknet meist schneller aus als im Garten
  • Topfpflanzen demzufolge regelmäßig und häufiger gießen
  • am besten erst gießen, wenn die oberste Substratschicht angetrocknet ist
  • Staunässe in Kübelkultur unbedingt vermeiden
  • vorbeugend auf gute Drainage und Abzugslöcher im Topf achten

Düngen

Im Jahr der Pflanzung muss die Gold-Taubnessel sowohl im Beet als auch im Topf nicht zusätzlich gedüngt werden. Ab dem zweiten Standjahr sind Exemplare im Garten während der Vegetationsperiode dankbar für eine gelegentliche Gabe von Kompost oder einen Schluck Brennnesseljauche. Bei Kübelpflanzen sind aufgrund des geringeren Substratvolumens die Nährstoffreserven innerhalb von etwa zwei Monaten aufgebraucht, sodass bis Herbstbeginn alle 4 Wochen ein Flüssigdünger verabreicht werden sollte.

Tipp: Gegen eine zu starke Ausbreitung kann man die Pflanzen, sofern sie ohne Wurzelsperre gepflanzt wurden, mit einem scharfen Spaten abstechen.

Schneiden

Ein Rückschnitt von Lamium galeobdolon im Herbst ist nicht empfehlenswert, denn ihr wintergrünes Laub ist zum einen ein sehr dekorativer Winterschmuck und übernimmt andererseits im Winter eine wichtige Schutzfunktion. Erst ab Januar/Februar zieht sie von selbst ein, sodass sie bodennah abgeschnitten werden kann, um für den neuen Austrieb Platz zu schaffen. Anders sieht es aus, wenn man eine Selbstaussaat verhindern möchte. Dann sollten die welken Blütenquirle noch vor der Samenreife im Herbst gekappt werden.

Goldnessel kann auch für Küche und Hausapotheke verwendet werden

Überwintern

  • Gold-Taubnessel je nach Sorte bis etwa – 30 Grad winterhart
  • folglich kein zusätzlicher Winterschutz erforderlich
  • Pflanzen im Topf oder Kübel kommen nicht ohne Winterschutz aus
  • die dünnen Topfwände bieten keinerlei Schutz
  • ohne Schutz friert der Wurzelballen komplett durch
  • eine Umhüllung aus isolierenden Materialien kann dem vorbeugen
  • zum Isolieren bieten sich u.a. Vlies, Jute oder Noppenfolie an
  • zusätzlich den Topf etwas erhöht auf eine Styroporplatte oder Holzpalette stellen
  • das soll den Wurzelbereich vor Frost von unten schützen
  • Blätter der Goldnessel Lamium galeobdolon verdunsten auch im Winter permanent Wasser
  • deshalb an frostfreien Tagen durchgängig bewässern
  • auf Dünger während der kalten Jahreszeit verzichten

Vermehren

Der natürliche Ausbreitungsdrang dieser Pflanze ist dem jeweiligen Standort und ihrer teils starken Selbstvermehrung durch Samen oder Ausläufer geschuldet. Darüber hinaus bieten sich dem Hobbygärtner mehrere Möglichkeiten einer gezielten Vermehrung. So kann er bewurzelte Ausläufer und Stecklinge nutzen, bestehende Pflanzen teilen oder durch Aussaat neue Pflanzen gewinnen. Letzteres gestaltet sich allerdings sehr anspruchsvoll und zeitaufwendig und wird deshalb kaum angewandt.

Wurzelausläufer

Wurzelausläufer von der Gold-Taubnessel können im Frühjahr oder Sommer geschnitten werden. Dabei sticht oder schneidet man die gewünschte Anzahl an Ausläufern von der Mutterpflanze ab und lässt sie zunächst im Topf in einem mageren Substrat bewurzeln. Man kann sie auch direkt an ihrem neuen Standort im Garten etwa 10 cm tief in die Erde setzen.

Bis zum Herbst sind sie in der Regel gut angewurzelt und treiben im darauf folgenden Frühjahr zuverlässig aus. Sollen die jungen Goldnesseln nur auf einem begrenzten Areal wachsen, ist vor dem Pflanzen das Einbringen einer Wurzelsperre empfehlenswert.

Tipp: Damit die Vermehrung über Ausläufer gelingt, sollte man darauf achten, dass jeder dieser Ausläufer nach dem Schnitt über Wurzeln verfügt.

Stecklinge

  • Stecklinge der Gold-Taubnessel im Frühjahr oder Sommer schneiden
  • sie sollten nicht blühen und ca. 15 cm lang sein
  • Kopfstecklinge möglichst immer unterhalb eines Auges schneiden
  • die untersten Blätter entfernen und Stecklinge in vorbereitete Anzuchterde stecken
  • Substrat anschließend befeuchten
  • beim Einsetzen muss mindestens ein Auge über dem Boden liegen
  • nach dem Pflanzen für hohe Luftfeuchtigkeit und minimale Verdunstung sorgen
  • dazu lichtdurchlässige Folie oder Plastiktüte über Stecklinge bzw. Anzuchtgefäß stülpen
  • zur Vermeidung von Schimmelbildung die Folie täglich kurzzeitig entfernen
  • zeigt sich der neue Austrieb, die jungen Pflänzchen an Ort und Stelle auspflanzen
  • Beschädigungen der noch empfindlichen Wurzeln möglichst vermeiden

Goldnessel ist eine pflegeleichte Pflanze

Teilung

Eine Teilung des Wurzelstocks kann sowohl im Frühjahr als auch nach der Blüte im Herbst  erfolgen. Dazu wird ein entsprechend großer Teil der Wurzel abgestochen, mit einer Grabegabel ausgegraben und in mehrere Teilstücke zerpflückt. Anschließend sollte jedes dieser Stücke über ausreichend Wurzeln verfügen, sodass sie direkt an ihren neuen Standort wieder eingepflanzt und der Boden reichlich gewässert werden kann.

Aussaat

Wer sich an eine Aussaat wagen möchte, muss die Samen zunächst einer mehrwöchigen Kältebehandlung unterziehen, denn die Samen der Gold-Taubnessel zählen zu den Kaltkeimern. Alternativ dazu kann man sie auch zwischen Mitte Oktober und Anfang März direkt im Garten aussäen.

Hier sind sie entsprechend niedrigen Temperaturen ausgesetzt, die sie zum Keimen benötigen. Dabei werden die Samen nur oberflächlich verteilt und nicht mit Erde bedeckt, denn es sind nicht nur Kalt-, sondern auch Lichtkeimer. Haben die Sämlinge eine ausreichende Größe, können sie verpflanzt werden.

Krankheiten und Schädlinge

Grauschimmel

Zu dichter Bewuchs oder schlecht durchlässiger Boden führen häufig zu einem Grauschimmelbefall. Der äußert sich an einem mausgrauen, stark stäubenden Pilzbelag auf den Pflanzen sowie an weich werdenden und in der Folge faulenden Blättern und Stängeln. Durch das Entfernen betroffener Pflanzen lässt sich eine Ausbreitung verhindern.

Vorbeugend sollte auf ausreichend Abstände zwischen den einzelnen Pflanzen geachtet und schon im Vorfeld der Standort gut gewählt werden. Das regelmäßige Einbringen von Gesteinsmehl kann die Pflanzen stärken und Pilzkrankheiten vorbeugen.

Blattläuse

Neben Grauschimmel können auch Blattläuse für die Goldnessel zu einem Problem werden. Sie treten meist in dicht gedrängten Kolonien auf und bevölkern vorwiegend die jungen Triebe und die Blattunterseiten. Oft erkennt man ihn erst, wenn die Blätter eingerollt sind und blasige Auftriebe zeigen.

Darüber hinaus sind die Pflanzen mit einem klebrigen Film (Honigtau), den Ausscheidungen der Blattläuse, überzogen. Um diese Plagegeister loszuwerden, kann man betroffene Pflanzen mit einem starken Wasserstrahl abspritzen oder diverse Spritzungen mit Pflanzenbrühen aus Brennnesseln oder Rainfarn vornehmen, die mehrmals wiederholt werden sollten.

Besonderheiten

Die Blätter der Gewöhnlichen Goldnessel Lamium galeobdolon sind denen der Brennnessel sehr ähnlich, wobei sie nicht mit ihr verwandt sind. Im Gegensatz zur Brennnessel fehlen ihnen die typischen Brennhaare, was nur eine von vielen Besonderheiten ist. Mit ihren zahlreichen goldgelben oder blassgelben Blüten präsentiert diese urige Staude eindrucksvoll ihren Wildpflanzencharakter.

Goldnessel wächst emsig im Garten ohne großes Zutun

Ihre leuchtenden Blüten zeigt sie selbst an schattigeren Standorten in großer Zahl. Aber die Goldnessel sorgt nicht nur für hübsche Farbtupfer im Garten, ihre Blütezeit ist gleichzeitig auch Erntezeit. Alle Teile dieser Pflanze sind essbar. Das intensivste Aroma besitzen die Blätter, wenn man sie vor der Blüte erntet. Bestenfalls verwendet man nur die Pflanzenspitzen. Während sich Blüten u.a. gut als Dekoration eignen, können die jungen Triebe und Blätter roh oder gedünstet verzehrt werden.

Darüber hinaus lassen sich aus Blüten und Blättern gesunde und würzige Tees herstellen. Die Blüten der Taubnessel werden wegen ihres honigsüßen Nektars gern von Kindern ausgesaugt, was ihnen die Bezeichnung ‚Bienensaug‘ einbrachte. Die Goldnessel ist grundsätzlich zwar das ganze Jahr über nutzbar, im Winter sollten jedoch nur Wurzeln und Blätter geerntet werden, nicht aber die Triebe. Selbst, wenn man sie nicht zum Verzehr nutzen möchte, ein Blickfang ist die Gewöhnliche Goldnessel auf jeden Fall.

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