Granatapfelbaum, Punica granatum – Anzucht, Pflege und Überwintern

Granatapfelbaum, Punica granatum
Steckbrief und Pflege-Infos öffnenschließen
Blütenfarbe
gelb, rot, weiss
Standort
Sonnig
Blütezeit
Juni, Juli, August, September
Wuchsform
aufrecht, ausladend, buschig
Höhe
bis zu 500 Zentimeter hoch
Bodenart
sandig
Bodenfeuchte
mäßig feucht, frisch
pH-Wert
neutral, schwach sauer
Kalkverträglichkeit
Kalktolerant
Humus
humusreich
Giftig
Nein
Pflanzenfamilien
Weiderichgewächse, Lythraceae
Pflanzenarten
Mediterrane Pflanzen, Obstgehölze, Sträucher, Topfpflanzen, Zimmerpflanzen
Gartenstil
Dachgarten, Innenhof, Topfgarten, Wintergarten

Der Granatapfelbaum ist wohl eines der wichtigsten Weiderichgewächse für den Menschen. Schon in der Antike wurde dem Granatapfel eine hohe Bedeutung als Fruchtbarkeitssymbol zugewiesen und die roten Früchte waren aufgrund ihrer zahlreichen Kerne und dem Fruchtsaft eine besondere Nahrungsquelle in warmen Regionen. Im 16. Jahrhundert fanden sich erste Exemplare in den Orangerien der europäischen Fürstenhäuser und mit der Zeit wurde der Granatapfelbaum zur Kübelpflanze kultiviert, die perfekt für deutsche Wohnungen ist.    

Steckbrief

  • botanischer Name: Punica granatum
  • Gattung: Granatäpfel (Punica)
  • gehört in die Pflanzenfamilie der Weiderichgewächse (Lythraceae) in der Unterfamilie Punicoideae
  • Trivialnamen: Speise der Götter
  • dicht verzweigter, sommergrüner Baum oder Strauch, mehrjährig, manchmal immergrün, manchmal laubabwerfend
  • Wuchshöhe: 100 bis über 500 cm
  • Blätter: lanzettlich, elliptische grüne Blätter bis zu einer Länge von bis zu 9 cm
  • Blüte: rote Einzelblüten in Glockenform
  • Blütezeit: Juni bis September
  • Frucht: runde, rote Früchte, erinnern an Äpfel mit ledriger Schale, unzählige Kerne und roter Saft
  • Herkunft: West- bis Mittelasien von Türkei bis China, kultiviert im Mittelmeerraum und Vorderasien
  • nicht winterhart, frosthart bis maximal -10°C, nicht für deutsche Gärten geeignet
  • kalktolerant
  • kann mehrere hundert Jahre alt werden
  • Fruchtbarkeitssymbol in der Antike
  • eine der ältesten Kübelpflanzen in Mitteleuropa
  • Saft sorgt für hellrote Flecken auf Kleidung und Oberflächen, nur schwer zu entfernen
  • Namensgeber für Granaten (Geschoss) und Granat (Edelstein)

Granatäpfel sind die Namensgeber für Granaten

Arten

Zwar finden sich viele Granatapfelarten, die in den heißen Regionen Asiens wachsen und dort mit Früchten begeistern, doch ist dies nicht der Fall in Deutschland und Mitteleuropa. Die Temperaturen und Menge an sind schlichtweg nicht für die Fruchtbildung geeignet. Allgemein ist es nicht möglich, einen Granatapfelbaum im Garten zu ziehen, sondern nur im Kübel, da der Winter in diesen Breitengraden Punica granatum stark zusetzen würde. Aus diesem Grund wurden spezielle Zuchtformen entwickelt, die sich gut für die Kübelhaltung eignen, jedoch mit ungenießbaren Früchten und mit geringeren Wuchshöhen:

  • ‚Nana‘: wächst 1 m, robust und sehr blühfreudig, bei genügend Sonne bilden sich ungenießbare Früchte, granatrote Blüten
  • ‚Nana Plena‘: wachst 1 m, noch robuster als ‚Nana‘ und dickere Triebe, Blüten in rotorange
  • ‚Flore Pleno‘: wächst 1,5 m, äußerst viele Blüten in rotorange
  • ‚Legrellei‘: wächst 1,2 m, wahre Blütenpracht mit roten, lachsfarbenen Blüten, weiß umrahmt.

All diese Sorten eignen sich äußerst gut für die Kübelpflanzung und beschenken den Gärtner im Sommer mit zahlreichen Blüten, die Früchte bleiben jedoch aus. Es kann passieren, dass sich Früchte bilden, wenn Sie in einer sonnenreichen Gegend in Deutschland wohnen und die Pflanze den Sommer im Kübel auf dem Balkon, der Terrasse oder im Garten verbringen kann. Leider sind die Früchte der Ziergranatäpfel nicht genießbar, können aber zum selber ziehen der Pflanze genutzt werden. Die einzigen Regionen in Deutschland mit genügend Sonnenstunden sind vor allem Baden-Württemberg und das westliche, südliche Bayern.

Standort

Der Standort für den Granatapfelbaum sollte so sonnig wie möglich gewählt werden, da die ursprüngliche Verbreitung in sehr sonnigen, feuchten Gebieten dem Wuchs zu Gute kommt. Bei zu wenig Sonne wächst der Granatapfelbaum nur kümmerlich und es entwickeln sich nur wenige Blüten. Achten Sie daher beim Standort auf folgende Punkte:

  • Lichtbedarf: vollsonnig bis sonnig
  • windgeschützt
  • Terrasse, Balkon, Wintergarten, Gewächshaus wenn kein geschütztes Garten-Sommerquartier zur Verfügung steht
  • warme Nächte
  • frische Luft
  • hohe Luftfeuchtigkeit

Wenn Ihre Winter mild sind, können Sie den Granatapfelbaum auch in den Garten pflanzen, was für einen erhöhten Pflegeaufwand im Winter sorgt. Neben den oben genannten Punkten müssen Sie beim Pflanzen in den Garten einen Platz vor einer Hauswand in südlicher Richtung wählen, stark windgeschützt.

Substrat

Beim Boden stellt Punica granatum keine großen Ansprüche und kann problemlos in normaler Blumenerde gezogen werden. Bei der Kübelpflanzung auf Folgendes achten:

  • mineralische Blumenerde
  • durchlässig
  • locker
  • Blähton, Sand oder Lavasplitt als Drainage einarbeiten
  • wenig Torf
  • großer, tiefer Topf, ruhig etwas mehr Platz für die Wurzeln ermöglichen

Granatapfelbaum ist eine der ältesten Kübelpflanzen in Mitteleuropa

Hinweis: Falls Sie sich für das Pflanzen im Garten entscheiden, sollte der Boden genauso beschaffen sein. Danach können Sie den Granatapfelbaum einfach in den Boden setzen.

Vorgezogene Topfpflanzen kaufen

Wenn Sie sich einen Granatapfelbaum anschaffen wollen, müssen Sie beim Kauf vor allem darauf achten, ob die Erde sehr feucht ist und die Triebe gesund aussehen. Bis auf die Kälteempfindlichkeit ist Punica granatum sehr robust und selbst im Handel in guter Qualität vorhanden. Es kann aber vorkommen, dass bei zu trockener Lagerung Schädlinge wie Spinnmilben und Blattläuse das Exemplar befallen. Dann sollten Sie auf einen Kauf verzichten.

Tipp: Topfen Sie den Granatapfelbaum nach dem Kauf um und checken Sie dabei vertrocknete oder von Schädlingen befallene Wurzeln. Meistens werden die vorgezogenen Bäume zudem in zu kleinen Töpfen geliefert, daher ist ein Umtopfen immer vorteilhaft.

Umtopfen

Das Umtopfen eines Granatapfels erfolgt bei einem gesunden Wuchs alle zwei bis vier Jahre. Je schneller die Pflanze wächst, desto mehr Wurzeln werden gebildet und bei Platzmangel im Topf wird die Blüte immer schwächer. Daran erkennen Sie, dass ein neuer Topf benötigt wird. Der beste Zeitpunkt hierfür ist der März vor dem Austreiben im Frühling. Das Umtopfen im Detail:

  • wählen Sie einen größeren Topf, ruhig großzügig
  • füllen Sie diesen mit einer Schicht Substrat und der Drainage
  • lösen Sie vorsichtig den Granatapfelbaum aus der bisherigen Erde
  • checken Sie die Wurzeln
  • dunkle Wurzeln entfernen
  • setzen Sie die Pflanze in den neuen Topf
  • mit Substrat auffüllen
  • Pflege wie gewohnt fortsetzen

Pflege

Die richtige Pflege ist essentiell, um Punica granatum vor dem Verlust der Blätter und Blüte zu bewahren. Hier ist vor allem die Kombination aus Winterquartier, Wässern und den Düngezugaben entscheidend, um sich über eine gesunde Pflanze mit ausladender Blütenpracht im Sommer zu erfreuen. Vor allem die Häufigkeit des Gießens und Düngens ist entscheidend, um den Sonnenanbeter eine angenehme Zeit zu ermöglichen.

Gießen

Das Gießen erfolgt in zwei Perioden. Im Sommer gehen Sie wie folgt vor:

  • checken Sie täglich die Oberfläche des Substrats mit dem Finger
  • bei angetrockneter Oberfläche gießen
  • achten Sie darauf, soviel zu gießen. dass die unteren Wurzeln ebenfalls gewässert werden
  • kurze Trockenperioden stellen kein Problem dar, trotzdem vermeiden
  • vermeiden Sie Ansammlungen von Gießwasser im Untersetzer
  • Leitungswasser ist in Ordnung

Ab August sollten Sie weniger gießen, da sich ab dem Spätsommer der Granatapfelbaum schon auf den Winter vorbereitet. Im Winter müssen Sie nur wenig gießen, fast gar nicht.

Ein Granatapfelbaum kann hunderte Jahre alt werden

Düngen

Das Düngen ist wichtig für das Wohlergehen der Pflanze und sollte vom Frühling bis in den Spätsommer erfolgen. Sobald Sie anfangen, die Wasserzugaben Ende August zu reduzieren, können Sie das Düngen einstellen. Düngen Sie in diesem Zeitraum alle zwei bis vier Wochen. Achten Sie aber darauf, etwas weniger Dünger als wie auf der Verpackung angegeben, zu verabreichen. Zu viel Dünger ist nämlich der Grund für den Ausfall der Blüte. Am besten eignet sich ein Flüssigdünger mit viel Phosphor. Als Alternative eignet sich ein Volldünger. Geben Sie Düngerzugaben über das Gießwasser in das Substrat, so erhalten die unteren Wurzeln genügend Nährstoffe.

Schneiden

Aufgrund der geringen Größe der Zuchtsorten des Granatapfels wird nur ein jährliches Auslichten für das Spargelgewächs benötigt. Sie könnten theoretisch auf einen Schnitt verzichten, doch ist es wichtig, vertrocknete oder abgestorbene Zweige zu entfernen. Ebenso ist es von Vorteil die Triebe des Baums zu kürzen, wenn er zu stark in eine Richtung wächst. Das Auslichten wird am Besten im Herbst vor dem Überwintern ausgeführt, damit der Baum während der nächsten Saison wieder in voller Blütenpracht steht. Kürzen Sie zu lange Triebe mit einer sauberen Gartenschere nach Augenmaß, junge Triebe um ein Drittel und schwache Triebe werden komplett entfernt.

Überwintern

Das Überwintern ist besonders wichtig für die Pflege der Pflanze und muss sorgfältig vorbereitet werden. Da die Pflanze nur bis zu etwa -10°C frosthart, nicht winterhart ist, kann sie innerhalb weniger Wochen im Freien verenden, außer Sie wohnen in einer Region mit äußerst milden Wintern. Folgende Eigenschaften sollte das Winterquartier für den Granatapfelbaum im Kübel aufweisen:

  • minimale Temperatur von 3°C
  • maximale Temperatur von 7°C
  • windgeschützt
  • frostgeschützt
  • keine Heizungsluft

Hierfür eignen sich zum Beispiel Garagen, Wintergärten oder Keller, denn der Baum benötigt keine Sonne über die Wintermonate. Punica granatum läuft hierbei auf Sparflamme, um Energie anzureichern, die in der folgenden Saison für die Blütenbildung genutzt wird. Sorgen Sie für eine angenehme Luftfeuchtigkeit von mindestens 60 Prozent und gießen sie so wenig wie möglich. Das Düngen beginnen Sie, nachdem sich erste Blätter im Frühling zeigen. Dabei sollten Sie die Pflanze an ein Fenster stellen, damit er sich wieder an die Sonne gewöhnen kann. Sie können den Granatapfelbaum wieder in den Garten stellen, sobald die Eisheiligen im Mai zu Ende gehen.

Granatapfelbaum, Punica granatum

Überwintern im Freien

Wenn Sie eines der wenigen Exemplare eines Garten-Granatapfels haben, sollten Sie diesen vor Wintereinbruch mit Reisig, einem Vlies oder Matten aus Stroh komplett ummantelt werden. Dabei dürfen nur noch die oberen Triebe sichtbar bleiben, um die empfindliche Pflanze vor der eisigen Kälte zu schützen.

Vermehren

Wenn Sie einen Granatapfelbaum selber ziehen wollen, bieten sich folgende Methoden zur Vermehrung an:

  • Anzucht mit Samen
  • Stecklinge

Beide Methoden lassen sich effektiv nutzen, doch ist die Anzucht über Stecklinge mit allen oben genannten Arten durchführbar, da hierfür keine Samen oder Kerne notwendig sind. Da Granatäpfel in Deutschland eine Seltenheit sind, ist die Vermehrung über Stecklinge sicherer. Dennoch ist bei den Sorten ‚Nana‘ und ‚Nana Plena‘ die Nutzung der Kerne möglich.

Stecklinge

Der Zeitpunkt für die Anzucht über Stecklinge ist Anfang März und läuft wie folgt ab:

  • entfernen Sie mit einer scharfen. sauberen Gartenschere einen Seitentrieb des Baums
  • dieser sollte schon etwas verholzt und blattlos sein
  • setzen Sie diesen in einen Topf, gefüllt mit Anzuchterde
  • feuchten Sie diese leicht an
  • nach etwa vier Wochen zeigen sich erste Wurzeln
  • achten Sie auf eine konstante Temperatur von 20°C bis 25°C
  • hohe Luftfeuchte wird bevorzugt
  • aus den Stecklingen entstehende Jungpflanzen zweimal im Jahr auslichten, einmal im Frühjahr, dann im Herbst
  • regt die Verzweigung an

 Ein Granatapfelbaum wird bis 5 m hoch

Anzucht über Samen

Die Anzucht über Samen erfolgt im Herbst, nach der Ernte der Früchte, die im September oder Oktober stattfindet:

  • öffnen Sie einen Granatapfel
  • entfernen Sie die Kerne, waschen und trennen
  • anschließend zwei Tage im Wasserbad quellen lassen
  • in Anzuchtgefäß gefüllt mit Anzuchterde setzen
  • mit etwas Erde bedecken, anfeuchten
  • über einen Zeitraum von zwei bis drei Monaten regelmäßig feucht halten
  • konstante Temperatur von über 20°C ist wichtig
  • heller Standort wichtig, keine direkte Sonneneinstrahlung, Fenster ist möglich
  • nachdem sich erste Keimlinge entwickelt haben, diese in einzelne Töpfe umpflanzen

Tipp: Die Anzucht eines Granatapfelbaums funktioniert besonders gut im Wintergarten oder dem beheizten Gewächshaus. Dadurch sind die Keimlinge und Setzlinge gegen Wind geschützt und erhalten genügend Sonne.

Krankheiten und Schädlinge

Der Granatapfelbaum ist bei falscher Pflege recht anfällig auf Symptome, die auf eine unausgeglichene Wasser- oder Nährstoffzufuhr hinweisen. Die größten Probleme von Punica granatum sind:

  • blüht nicht
  • verliert Blätter
  • Spinnmilben

Granatapfelbaum blüht nicht – was tun?

Wenn die Blüte der Punica granatum ausbleibt, ist das vor allem auf eine dieser drei Ursachen zurückzuführen:

  • Überdüngung
  • nicht genügend Sonne
  • zu warmes Winterquartier

Bei einer Überdüngung sollten Sie einfach die Düngermenge reduzieren. Das hat keine Folgeschäden für die Pflanze und hilft ihr, sich vom Substrat zu erholen und anschließend wieder neue Blüten zu bilden oder die bisherigen Blüten zu öffnen. Steht Ihr Exemplar im Schatten oder Halbschatten, sollten Sie den Standort ändern und für genügend Licht sorgen. Der Granatapfelbaum liebt einen Platz mit knallender Sonne und Sie können Ihm unendlich viel Sonne bieten. Ein zu warmes Winterquartier macht sich leider erst im Nachhinein bemerkbar. Achten Sie beim Überwintern auf eine Höchsttemperatur von 7°C und die Blüte wird sich im nächsten Frühling wieder zeigen.

Granatapfelbaum, Punica granatum

Punica granatum verliert Blätter

Sobald der Granatapfelblaum an einem Blattverlust leidet, ist daran vor allem ein Wassermangel schuld. Gießen Sie nach und achten Sie darauf, ab sofort regelmäßig die Erde über die Fingerprobe zu checken, um somit die Wurzeln vor dem Austrocknen zu bewahren.

Spinnmilben bekämpfen

Bei einer Überwinterung in zu warmen Wohnräumen ist ein Befall durch Spinnmilben möglich, was der Pflanze viel Kraft raubt. Zu erkennen sind Spinnmilben an den Spinnweben, die sich zwischen den einzelnen Trieben finden lassen und den Insekten als Lebensraum dienen. Hier ist die Behandlung mit einer Lösung aus Spiritus und Schmierseife zu empfehlen. Davor sollten Sie die Pflanze isolieren und abduschen, ein Umtopfen mit dem Auswaschen des Wurzelwerks ist vorteilhaft, um mögliche Tiere in der Erde zu entfernen. Danach tupfen Sie mit einem Wattestäbchen die Spinnmilben ab und wiederholen diesen Vorgang täglich, bis der Befall gestoppt wurde.

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