Hasenglöckchen, Hyacinthoides – Arten, Pflege und Vermehren

Hasenglöckchen, Hyacinthoides
Steckbrief und Pflege-Infos öffnenschließen
Blütenfarbe
violett, blau
Standort
Halbschatten, Absonnig, Sonnig
Blütezeit
April, Mai
Wuchsform
aufrecht
Höhe
bis zu 50 Zentimeter hoch
Bodenart
steinig, sandig, kiesig
Bodenfeuchte
mäßig feucht, frisch
pH-Wert
neutral, schwach sauer
Kalkverträglichkeit
Kalktolerant
Humus
humusreich
Giftig
Ja
Pflanzenfamilien
Spargelgewächse, Asparagaceae
Pflanzenarten
Frühlingsblumen, Steingartenpflanzen, Zwiebelblumen
Gartenstil
Steingarten

Wenn sich im Frühling der Garten in ein tiefes Blau kleidet, präsentieren sich Hasenglöckchen in all ihrer Schönheit. Hyacinthoides ist eine giftige Zier- und Duftpflanze, die sich gerne im Garten breitmacht und dort mit ihrer malerischen Farbe und dem aromatischen Duft verführt. Die nach unten hängenden Glocken sind es, was diese Pflanze so beliebt macht und je mehr Exemplare im Garten stehen, desto intensiver wird der Duft. Ein wahrhaftiger Frühlingsbote!

Steckbrief

  • botanischer Name: Hyacinthoides
  • Gattung: Hasenglöckchen (Hyacinthoides)
  • gehört in die Pflanzenfamilie der Spargelgewächse (Asparagaceae)
  • Trivialnamen: Scila, Spanischer Blaustern, Bluebell, Waldhyazinthe, Englisches Hasenglöckchen, Glockenblaustern, Riviera-Hasenglöckchen, Italienische Sternhyazinthe
  • krautig wachsende Frühlingsblüher, ausdauernd mehrjährig
  • Wuchshöhe: 20 – 50 cm
  • Blätter: grundständige, parallellnervige Laubblätter mit 20 cm Länge
  • Blüte: zahlreiche duftende Blütenstände in blau oder violett, in Trauben angeordnet
  • Blütezeit: April bis Mai
  • Frucht: Kapselfrucht mit bis zu 30 schwarzen, kugeligen Samen
  • Herkunft: Westeuropa, genauer Portugal und Spanien, nordwestliches Afrika, Marokko bis Tunesien, Italien
  • winterhart
  • leicht kalktolerant
  • giftig
  • Duftpflanze
  • steht unter Naturschutz in Deutschland
  • geeignet zum Verwildern im Garten

Arten

Die Gattung verfügt über insgesamt zwölf Arten, von denen nur drei in Deutschland vorkommen, da diese aufgrund ihrer Standortbedürfnisse problemlos in den heimischen Gärten gedeihen und ausgewildert werden können. Ihre rapide Art, sich ohne Hilfe zu vermehren, macht sie aber vielerorts zu einem Problem. Vor allem der Hybride Hyacinthoides x variabilis aus dem Atlantischen und dem Spanischen Hasenglöckchen ist hier zu nennen, der seit der Einführung in Deutschland zu den invasiven Wildpflanzen gehört. Die vier folgenden Hasenglöckchenarten sind für den Anbau in Deutschland geeignet:

  • Atlantisches Hasenglöckchen (Hyacinthoides non-scripta): Spanien, Portugal, Frankreich, England, dunklerer Blauton, neigt zum Verwildern
  • Spanisches Hasenglöckchen (Hyacinthoides hispanica): Portugal, Spanien, hellerer Blauton, seltener weiß und rosa, breitere Blätter als die atlantische Variante und etwas kräftiger im Wuchs, hält Trockenheit besser aus
  • Italienisches Hasenglöckchen (Hyacinthoides italica): Italien, Frankreich
  • Hyacinthoides x massartiana: Zuchtvarianten mit unterschiedlichen Sortenbezeichnungen (La Grandesse, White Queen, Excelsior und weitere)

Die anderen neun Arten sind stammen alle aus Nordafrika und sind nicht für den Anbau in den heimischen Gärten geeignet, da das Klima recht unvorteilhaft für diese ist. Die oben genannten Arten finden sich vielerlei im Fachhandel, nur ist die italienische Variante schwer zu bekommen und findet sich vor allem ausgewildert in Baden-Württemberg und Bayern. Die atlantische und spanische Variante dagegen sind problemlos zu bekommen und lassen sich leicht anpflanzen und pflegen. Achten Sie darauf, nicht die falsche Pflanze zu kaufen, denn manchmal werden die Hasenglöckchen als Scila (Blausterne) angeboten, die in die gleiche Pflanzenfamilie gehören.

Hasenglöckchen steht unter Naturschutz

Hinweis: Die Pflege der einzelnen Arten, die Sie in Deutschland im Handel erwerben können, unterscheidet sich nicht. Daher sind die folgenden Informationen gültig für die oben genannten Arten.

Standort

Die Spargelgewächse sich recht anspruchslos, was den Boden angeht und aufgrund ihrer Schattenverträglichkeit können diese lange Perioden mit wenig direkter Sonne problemlos überstehen. Sie sind schlecht für die Kübelhaltung geeignet, da sie vor allem im Winter unter den Temperaturschwankungen im Topf leiden würden. Gestalten Sie den Pflanzort wie folgt:

  • Lichtbedarf: sonnig bis halbschattig
  • hell, keine direkte Sonneneinstrahlung über den Mittag
  • Morgen- und Abendsonne empfohlen
  • kühl
  • hell im Frühjahr
  • geeignet für Gehölzränder
  • geeignet für Pflanzung unter Bäumen und Sträuchern

Die Gattung verfügt über 12 Arten

Tipp: Falls Ihr Rasen über diese Eigenschaften verfügt, können Sie die Hyacinthoides ebenso ansprechend in den Rasen pflanzen. Achten Sie dabei nur darauf, genügend Abstand zu lassen, damit die Exemplare ausgiebig wachsen können und das Grün des Rasens mit ihrem Farbton nuancieren.

Boden

Geeignet ist die Lieblingsblume der Briten für Böden, die nicht zu viel Feuchtigkeit verlieren und immer ein wenig feucht sein müssen. Staunässe wird nicht empfohlen, doch sollte unbedingt genügend Feuchtigkeit vorhanden sein, damit das Gewächs nicht austrocknet. Der Standort sollte nicht zu viel Feuchtigkeit verlieren und daher sind selbst verdichtende Böden recht unproblematisch für die Bluebell. Folgende Eigenschaften empfehlen sich für den Boden:

  • frisch
  • durchlässig
  • durchschnittlich nährstoffreich
  • humos
  • feucht
  • tolerant gegenüber schwache saure oder leicht kalkhaltige Böden
  • nicht lehmig

Tipp: Haben Sie einen gesunden Rhododendron im Garten? Dann pflanzen Sie die Zwiebeln einfach in Nähe der Heidekrautgewächse, denn Hasenglöckchen lieben diese Form von Boden.

Pflanzen

Die Waldhyazinthen werden wie Tulpen und andere Zwiebelpflanzen im Herbst in den Boden gesetzt, damit sie im Frühjahr anschließend austreiben können. Der beste Zeitpunkt hierfür ist der Oktober, kurz vor dem Wintereinbruch. Dabei müssen Sie folgendes beachten:

  • Zwiebeln nach Erwerb so zügig wie möglich einpflanzen, da sie schnell austrocknen
  • pflanzen Sie die Zwiebeln in einer Tiefe von etwa zehn Zentimetern oder dreimal so tief, wie die Zwiebel hoch ist
  • Pflanzabstand: drei bis fünf Zentimeter
  • Zwiebelspitze muss nach oben gerichtet sein
  • danach mit Erde bedecken und ruhen lassen
  • anfeuchten nicht notwendig

Pflege

Aufgrund ihrer robusten Art benötigen Hasenglöckchen nur wenig Pflege und gedeihen durch den richtigen Standort ohne Probleme. Wichtig ist hierbei die ständige Feuchte des Bodens ohne Staunässe, da sonst die Zwiebeln verschimmeln, was aber eher selten ist. Die Schnittpflege ist hier äußerst wichtig, wenn Sie nicht wollen, dass sich die Pflanze von alleine vermehrt, denn das ist eine Spezialität der Bluebell.

Hasenglöckchen sind seit dem 16 Jhrd. in Kultur

Gießen

Beim Gießen der Bluebell müssen Sie einzig und allein darauf achten, den Boden feucht zu halten, daher darf der Standort nicht zu trocken sein. Checken Sie in warmen Sommern oder wenn Sie in einem trockenem Teil Deutschlands leben über die Fingerprobe, ob das Gewächs Wasser benötigt. Dazu betasten Sie nur die Oberfläche des Standorts und ist diese angetrocknet, sollten Sie nachgießen. Im Frühjahr während der Blütezeit ist das besonders wichtig, da die Zwiebeln hier viel Kraft zum Austreiben und zur Blütenbildung benötigen. Sie können ganz normales Leitungswasser verwenden, solange dies nicht übermäßig kalkreich ist.

Düngen

Sie müssen die Bluebell nicht düngen, da sie alle notwendigen Nährstoffe aus dem Boden bezieht. Anorganische Dünger vertragen diese Gewächse überhaupt nicht. Sie können im Frühjahr den Standort mit Kompost anreichern oder mulchen. Das sollten Sie im Frühjahr, kurz vor dem Austreiben, erledigen. Wildern Sie Ihre Waldhyazinthen aus, müssen Sie diese nicht einmal Düngen, da diese komplett alleine zurechtkommen und sich rasch zu einer Blumenwiese ausbreiten.

Überwintern

Im Winter sind die Zwiebeln der Hasenglöckchen auf sich allein gestellt und benötigen keinen Winterschutz, müssen nicht gegossen oder gedüngt werden. Da sich die oberen Pflanzenteile wie die Blüten und Blätter über den Herbst zurückbilden, bleiben nur die Zwiebeln der Pflanze im Boden zurück und überwintern dort ohne Probleme. Achten Sie nur ein wenig darauf, dass keine Staunässe während des Winters entsteht, sonst könnten die Zwiebeln darunter leiden.

Schneiden

Der beste Zeitpunkt für den Schnitt der Hasenglöckchen ist direkt nach der Blüte. Hierfür sollten Sie einfach mit einer sauberen Schere die Blütenstengel abschneiden, die grünen Blätter lassen Sie aber stehen. Diese sind die Nahrung für das Gewächs, denn in diesen werden Nährstoffe verstaut. Diesen Schnitt unternehmen Sie aber nur, wenn Sie das eigenständige Versamen der Pflanze unterbinden wollen. Sonst reicht es aus, wenn Sie die Pflanze über den Sommer vergilben lassen und wie bei Tulpen oder Narzissen die oberen Pflanzenteile in einem Zug aus dem Boden reisen.

Hasenglöckchen eignen sich gut zum verwildern

Hinweis: Falls Sie sich für eine Anpflanzung im Rasen entschieden haben, dürfen Sie erst in einem Zeitraum von vier bis sechs Wochen nach der Blüte den Rasen mähen. Dann sind die oberen Pflanzenteile (Blätter und Blüten) vergilbt und die Zwiebeln beziehen keine Nährstoffe mehr aus diesen.

Vermehren

Das Vermehren der Bluebell ist recht einfach und geschieht über drei Möglichkeiten, die sich je nach Standort und Art der Gattung eignen. Da sich vor allem die atlantische Variante und deren Hybriden stark von selbst vermehren kann, können Sie auch ganz einfach der Natur ihren Lauf lassen. Drei primäre Vermehrungsmethoden kommen zum Einsatz:

  • Aussaat
  • Teilen
  • natürliches Versamen

Aussaat

Das Vermehren durch die Aussaat gelingt recht einfach und erfolgt im Herbst, kurz vor Einbruch des Winters. Dafür benötigen Sie:

  • Saatgut
  • Temperaturen unter dem Nullpunkt
  • günstigen Pflanzort

Nachdem Sie sich für einen passenden Ort für die Aussaat entschieden haben, säen Sie die Samen einfach direkt in den Garten. Da Hasenglöckchen Kaltkeimer sind, benötigen sie keinen Aufenthalt in der Wohnung und keimen von selbst über den Winter, ohne dass Sie sich um etwas kümmern müssten. Das Säen ist die einfachste Form der Vermehrung, die Sie übernehmen, nur ist sie nicht immer erfolgreich. Nur wenn sich die Keimlinge am Pflanzort wohlfühlen, kommt es zu einer funktionierenden Keimung und anschließender Bildung von Zwiebeln, die wiederum zu einer Blüte im Frühjahr führen.

Die Zwiebeln werden im Spätsommer oder Herbst gepflanzt

Hinweis: Je nach Wetterlage kann es sein, dass den Keimlingen zu heiß oder feucht wird. Daher sollten Sie sich für das Säen des Saatguts nur entscheiden, wenn Sie in einer kälteren Region in Deutschland wohnen, die nicht zu nass oder warm ist.

Teilung

Bei der Teilung sind blühende Hasenglöckchen in der folgenden Saison garantiert und diese Form der Vermehrung ist ebenso einfach wie das Säen der Samen. Dies wird direkt nach dem Vergilben des Laubs, vier bis sechs Wochen nach der Blüte, ausgeführt, da sich hier die Zwiebeln auf das Austreiben im nächsten Jahr vorbereiten. Gehen Sie dabei wie folgt vor:

  • entfernen Sie das vergilbte Laub
  • graben Sie vorsichtig die Zwiebel aus
  • entfernen Sie die Tochterzwiebel, die kleiner wie die Mutterzwiebel ist
  • pflanzen Sie die Zwiebeln wieder in den Boden
  • achten Sie darauf, dass der Boden störungsfrei von Gartenarbeiten ist, sonst wird das Wachstum geschwächt

Versamen

Das Versamen der Hasenglöckchen ist die eigentliche Form, wie sich die Pflanze vermehrt. Dies geschieht von selbst, wenn Sie die verwelkten Blüten nicht abschneiden. Diese enthalten Samen, die in direkter Umgebung an den Boden abgegeben werden und so für die Vermehrung sorgen. Wenn Sie eine natürliche Versamung vorziehen, sollten Sie über genügend Platz im Garten verfügen. Hier eignen sich vor allem Wiesen, Ecken im Garten, die geschützt vor Störungen sind und an Gehölzrändern.

Schädlinge und Krankheiten

Trotz Ihrer zarten Gestalt leiden die Gewächse kaum unter Schädlingen in Form von Insekten und Krankheiten sind ebenfalls selten. Die häufigsten Probleme sind:

  • Rostpilze
  • Nagerfraß durch Wühlmäuse

Diese beiden Probleme sind jedoch durch die richtigen Bedingungen nicht häufig anzutreffen. Schäden durch Nagetiere sind etwas schwieriger beizukommen, doch in gut gepflegten Gärten ebenfalls selten.

Vorsicht Giftpflanze!

Die Pflanzenteile der Pflanze sind giftig und sollten daher nur mit Handschuhen angefasst werden. Vor allem die Blüten können reizend auf die Haut wirken. Achten Sie auch darauf, Haustiere, allen voran Katzen, und spielende Kinder von den Pflanzen fernzuhalten, damit diese keine Pflanzenteile in den Mund nehmen. Unwohl und leichte Vergiftungserscheinungen sind die Folge bei Verzehr, halten aber nicht lange an.

Noch keine Bewertung.
Bitte warten...