Japanische Nelkenkirsche ‚Kanzan‘, Prunus serrulata – Pflege von A-Z

Japanische Nelkenkirsche 'Kanzan'
Steckbrief und Pflege-Infos öffnenschließen
Blütenfarbe
rosa, weiss
Standort
Sonnig, Vollsonne
Blütezeit
Mai
Wuchsform
aufrecht, ausladend
Höhe
bis zu 5 m hoch und höher
Bodenart
sandig, lehmig
Bodenfeuchte
mäßig feucht, sehr feucht, frisch
pH-Wert
schwach alkalisch, alkalisch
Kalkverträglichkeit
Kalktolerant
Humus
humusreich
Pflanzenfamilien
Rosengewächse, Rosaceae
Pflanzenarten
Zierbäume
Gartenstil
Blumengarten, Parkanlage

Wer auf der Suche nach einem hübschen und zugleich pflegeleichten Baum ist, ist mit der Zierkirsche gut beraten. Insbesondere die Japanische Nelkenkirsche ‚Kanzan‘ ist beliebt und verschönert mit ihrer rosafarbenen Blütenpracht zahlreiche heimische Gärten. Sie ist ein äußerst dekoratives Bäumchen, das vor allem in Alleinstellung besonders gut zur Geltung kommt. Sie gilt als relativ pflegeleicht und verlangt dem Hobbygärtner nicht viel ab. Für eine üppige Blüte sollten jedoch einige Faktoren von der Standortwahl bis hin zur Pflege berücksichtigt werden. Wir haben die wichtigsten Informationen für Sie zusammengefasst, sodass Ihnen die Kultivierung mit Sicherheit gelingt!

Steckbrief

  • botanischer Name: Prunus serrulata
  • Pflanzfamilie und Gattung: Rosengewächse, Prunus
  • Herkunft: Japan
  • Wuchsform: aufrecht, ausladende und trichterförmig
  • Wuchshöhe: 5 m und höher
  • Blütezeit: Anfang Mai bis Mitte Mai
  • Blütenfarbe: rosa
  • Standort: vollsonnig und geschützt
  • Bodenart: sandig bis lehmig
  • Kalkverträglichkeit: ja
  • winterhart: ja
  • Verwendung: Ziergehölz

Standort

Die Japanische Nelkenkirsche ‚Kanzan‘ zeigt sich in Bezug auf den Standort relativ anspruchslos. Allerdings gibt es dennoch einige Faktoren, die bei der Standortwahl zu berücksichtigen sind. Zum einen ist die hohe Wuchsform des Baumes zu bedenken, denn die Prunus serrulata wird bei fachgerechter Pflege mehrere Meter hoch. Zum anderen kann die Baumkrone durchaus ausladend werden und dementsprechend viel Platz fordern. Denn das Bäumchen kann eine Wuchshöhe von sieben bis zwölf Metern und eine Wuchsbreite von fünf bis acht Metern erreichen. Generell lässt sich sagen, dass sie am besten unter folgenden Voraussetzungen gedeiht:

  • sonniger bis vollsonniger Standort
  • ausreichend Pflanzabstand
  • Alleinstellung ist ideal

Hinweis: Die Japanische Nelkenkirsche bildet vor allem an einem vollsonnigen Standort zahlreiche Blüten.

Boden & Substrat

Japanische Nelkenkirsche 'Kanzan' als Hochstamm
Die Japanische Nelkenkirsche ‚Kanzan‘ macht auch als Hochstamm eine ausgezeichnete Figur.

Beim Standort ist natürlich auch der Boden zu berücksichtigen, welcher keinesfalls zu sehr verdichtet sein sollte. Denn der Prunus serrulata ist ein Herzwurzler und bildet sein Wurzelsystem grundsätzlich in die Tiefe. Ist der Boden jedoch zu sehr verdichtet, müssen sich die Wurzeln ihren Weg in die Breite suchen, wodurch sich wiederum das Wachstum verlangsamt. Damit sich die Japanische Nelkenkirsche ‚Kanzan‘ vollends wohlfühlt, sollte der Boden folgende Eigenschaften haben:

  • durchlässig und locker
  • nahrhaft
  • sandiger, lehmiger Gartenboden ist ideal
  • pH-Wert: alkalisch

Tipp: Es ist ratsam, den Boden vor der Pflanzung aufzulockern und mit etwas Kompost oder Torf anzureichern. Dadurch erhält die Zierkirsche nicht nur einen Langzeitdünger, sondern kann sich auch besser verwurzeln.

Einpflanzen

Containergehölze können grundsätzlich ganzjährig eingepflanzt werden, sofern weder Frost noch übermäßige Hitze (Temperaturen über 30 Grad) herrschen. Für die Zierkirsche ist es jedoch am besten, wenn sie im Frühjahr oder Herbst eingepflanzt wird. Hierfür wird zunächst ein Pflanzloch ausgegraben, welches doppelt so groß und tief wie der Wurzelballen ist. Nun wird die Japanische Nelkenkirsche ‚Kanzan‘ aus dem Container entnommen und ihr Wurzelballen aufgelockert. Anschließend gestaltet sich das Einpflanzen der Zierkirsche wie folgt:

  • Erde mit Kompost oder Torf anreichern
  • harte Böden bei Bedarf lockern
  • Pflanze mittig und aufrecht einsetzen
  • Pflanzloch mit Erde auffüllen
  • Boden gut andrücken
  • ausgiebig gießen und einschlämmen
  • Gießrand um den Baum anlegen

Düngen

Japanische Nelkenkirsche 'Kanzan' Blüten
Ihre auffallenden rosafarbenen Blüten sind ein Hauptcharakteristikum der ‚Kanzan‘.

Die Japanische Nelkenkirsche hat keinen erhöhten Nährstoffbedarf, weshalb eine Düngung nicht zwingend erforderlich ist. Allerdings kann mit einer fachgerechten Düngung eine besonders ausdrucksvolle Blüte erzielt werden – sofern der richtige Dünger verwendet wird. Synthetische Düngemittel eignen sich hierfür nicht, da sie meist sehr stickstoffreich sein. Eine Düngung mit Stickstoff verhilft nicht zu einer üppigen Blüte, sondern sorgt eher dafür, dass die Triebe austreiben. Wer die Japanische Nelkenkirsche ‚Kanzan‘ düngen möchte, sollte auf Folgendes achten:

  • düngen von März bis April
  • phosphorhaltige Düngemittel sparsam einsetzen
  • Kompost oder organische Düngung
  • mit organischen Düngemitteln ist Überdüngung kaum möglich

Hinweis: Heimische Gartenböden sind meist sehr reich an Phosphor, weshalb keinesfalls zu viel gedüngt werden sollte. Zudem ist es ratsam, zur Sicherheit eine Bodenanalyse durchzuführen.

Gießen

Die Japanische Nelkenkirsche ‚Kanzan‘ hat einen mittleren Wasserbedarf und möchte eher seltener, dafür aber gründlich und durchdringend gegossen werden. Wer die Prunus serrulata auf diese Weise gießt, hilft ihr dabei, Trockenperioden besser zu überstehen. Denn durch diese Gießmethode werden die Wurzeln angeregt, auch in tiefere Bodenschichten vorzudringen. Generell ist es ratsam, die Japanische Nelkenkirsche von März bis September in Trockenphasen zu gießen, wobei insbesondere im Sommer auf Folgendes zu achten ist:

  • vor allem im 1. Jahr nach der Pflanzung ausgiebig bewässern!
  • gründlich und durchdringend gießen
  • Staunässe vermeiden
  • Erde soll niemals austrocknen
  • unbedingt gießen, wenn Baum die Blätter hängen lässt
  • kalkarmes Wasser verwenden

Tipp: Es hat sich bewährt, direkt beim Einpflanzen einen Gießrand anzulegen und das Bäumchen zu mulchen. Dadurch wird die Prunus serrulata zum einen vor Unkraut geschützt und zum anderen wird die Verdunstung des Wassers verhindert.

Schneiden

Junger Trieb einer Nelkenkirsche
Beim Schneiden der Japanischen Nelkenkirsche sollten Sie junge Triebe unbedingt verschonen!

Die Prunus serrulata reagiert grundsätzlich empfindlich auf Schnittmaßnahmen und sollte in den ersten Jahren nicht geschnitten werden. Sobald das Bäumchen sein drittes Lebensjahr erreicht hat, sollte es regelmäßig ausgelichtet und einmal im Jahr zurückgeschnitten werden. Das Auslichten erfolgt am besten direkt nach der Blütezeit und umfasst das Schneiden der Zweige direkt am Stamm. Der jährliche Rückschnitt erfolgt am besten in den Sommermonaten, denn das Schneiden im Winter wird von der Zierkirsche in der Regel nicht gut vertragen. Denn zu dieser Zeit bildet sie viel Pflanzensaft, weshalb sie bei einem Schnitt dementsprechend stärker bluten würde. Der Rückschnitt selbst gestaltet sich wie folgt:

  • nur die ältesten Triebe entfernen
  • diese haben eine dunklere Rinde
  • Seitentriebe kürzen, wenn Baum bereits verzweigt ist
  • dadurch bleibt schöne Wuchsform erhalten

Tipp: Es ist empfehlenswert, die Schnittwunden nach dem Schneiden mit Wundverschlussmittel zu bestreichen.

Überwintern

Die Japanische Nelkenkirsche gilt grundsätzlich als winterhart und benötigt daher keinen speziellen Schutz in der kalten Jahreszeit. Lediglich junge Pflanzen sollten im ersten Winter vor größeren Temperaturschwankungen geschützt werden. Falls die Prunus serrulata im Kübel kultiviert wird, ist ein Winterschutz ebenfalls empfehlenswert. Denn im Kübel kann der Wurzelballen wesentlich schneller durchfrieren. Um dies zu vermeiden, können folgende Vorkehrungen getroffen werden, um die Pflanze sicher zu überwintern:

  • Gefäß mit Gartenvlies umwickeln
  • Kübel auf eine Unterlage aus Styropor stellen

Vermehrung

Um die Japanische Nelkenkirsche ‚Kanzan‘ zu vermehren, ist nicht nur ein geübtes Händchen, sondern auch etwas Glück erforderlich. Denn das Vermehren der Zierkirsche wird als schwierig eingestuft und generell eher abgeraten. Wer sich dennoch an dem Vermehren des Bäumchens probieren möchte, versucht dies am besten mit Steckhölzer. Der optimale Zeitpunkt für die Vermehrung ist, wenn die Japanische Nelkenkirsche ihre Blätter abgeworfen hat und kein Frost herrscht. Nun können aus den verholzten Trieben einige Hölzer gewählt werden, die mindestens 15 Zentimeter lang sind. Ebenso ist darauf achten, dass auf den Hölzern einige Augenpaare (mindestens zwei) vorhanden sind. Denn nur dadurch ist sichergestellt, dass sich neue Triebe entwickeln können. Das Vermehren selbst gestaltet sich nun wie folgt:

  • untere Enden der Hölzer mit Wurzelpulver einreiben
  • Steckhölzer in die Erde stecken
  • etwa 10 cm Abstand zueinanderlassen
  • alternativ Steckhölzer in Pflanzgefäße setzen
  • können im Winter auch im Freiland verbleiben

Ob die Vermehrung erfolgreich ist, zeigt sich erst im kommenden Frühjahr. Im Idealfall haben sich auf den Steckhölzern neue Triebe gebildet, sodass diese nun an einem geeigneten Standort eingesetzt werden können. Doch selbst, wenn das Vermehren erfolgreich war, muss sich der Hobbygärtner in Geduld üben. Denn bis zur ersten Blüte der Stecklinge können mehrere Jahre vergehen. Wer sich früher an einer Blüte erfreuen möchte, sollte zu veredelten Pflanzen aus dem Fachhandel greifen.

Krankheiten und Schädlinge

Blatt mir Schrotschusskrankheit
Die Schrottschusskrankheit gehört zu den häufigsten Krankheiten an Kirschbäumen.

Die Japanische Nelkenkirsche ist sehr robust, jedoch nicht absolut resistent gegen bestimmte Pilze und Krankheiten. Ebenso können in seltenen Fällen Pflegefehler bestimmte Krankheiten begünstigen, wobei vor allem Bakterienbrand, Baumkrebs, Gnomonia und Schorf erwähnenswert sind. Häufiger treten hingegen folgende Pilzkrankheiten und Schädlinge auf:

Schrotschusskrankheit

Besonders häufig ist die Japanische Nelkenkirsche ‚Kanzan‘ von der Schrotschusskrankheit betroffen. Diese wird von einem Pilz namens Stigmina carpophila verursacht und tritt meist im Frühjahr an bereits geschwächten Pflanzen auf. Begünstigt wird die Schrotschusskrankheit zudem durch Pflegefehler und durch ein zu feuchtes Klima. Ein Befall lässt sich zunächst an unschönen Löchern in den Blättern und rötlich bis braunen Flecken erkennen. Allerdings lässt sich dieser Pilz ziemlich erfolgsversprechend bekämpfen:

  • befallene Blätter entfernen
  • befallene Triebe bis in das gesunde Holz zurückschneiden
  • Zweige und Blätter verbrennen oder entsorgen
  • keinesfalls auf dem Kompost entsorgen!
  • mit Sud aus Ackerschachtelhalm besprühen

Tipp: Zur Vorsorge hat es sich bewährt, eine Mulchschicht anzubringen und das Umfeld des Bäumchens mit Zwiebeln und/oder Knoblauch zu bepflanzen.

Spitzendürre

Die Spitzendürre ist auch unter dem Namen „Monilia“ bekannt und tritt häufig unmittelbar nach der Blüte auf. Der Pilz befällt zunächst die Blüten und sorgt dafür, dass diese absterben und vertrocknen. Wenn der Pilz nicht behandelt wird, breitet er sich weiter auf das Holz und die Blätter aus. Es ist daher ratsam, die Spitzendürre so schnell wie möglich zu bekämpfen. Hierfür hat sich folgende Vorgehensweise bewährt:

  • befallene Äste abschneiden
  • bis etwa 15 cm in das gesunde Holz
  • abgeschnittenen Zweige verbrennen oder entsorgen

Hinweis: Der Befall ist erst bekämpft, wenn sich im Querschnitt keinerlei braune Stellen mehr zeigen.

Frostspanner

Auch Schädlinge erfreuen sich an der ‚Kanzan‘, wie beispielsweise der Frostspanner. Ein Befall lässt sich meist im Frühjahr an Kahlfraß an den Blättern erkennen. Die Raupen gelten als besonders gefräßig und können in kürzester Zeit dafür sorgen, dass die Japanische Nelkenkirsche verkahlt. Um ebendies zu verhindern, ist es leider nicht ausreichend, die Schädlinge einfach abzusammeln. Allerdings lässt sich auch dieser Schädlingsbefall relativ simpel bekämpfen:

  • Leimfallen am Stamm anbringen
  • Weibchen werden dadurch gehindert, zur Baumkrone vorzudringen
  • können in der Krone keine weiteren Eier legen