Korallenkaktus, Binsenkaktus, Rhipsalis cereuscula – Pflege, Tipps & Tricks

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Blütenfarbe
weiss, grün
Standort
Halbschatten, Absonnig, Sonnig
Blütezeit
Januar, Februar, März, April, November, Dezember
Wuchsform
ausladend, buschig, Überhängend
Höhe
bis zu 250 Zentimeter hoch
Bodenart
sandig
Bodenfeuchte
mäßig feucht
pH-Wert
sauer
Kalkverträglichkeit
Kalkintolerant
Humus
humusreich
Giftig
Nein
Pflanzenfamilien
Kakteengewächse, Cactaceae
Pflanzenarten
Topfpflanzen, Zimmerpflanzen
Gartenstil
Topfgarten, Wintergarten, Wohngarten

Der Korallenkaktus, auch Binsenkaktus genannt, ist eine pflegeleichte Zimmerpflanze. Die Bezeichnung Kaktus ist hier ein wenig irreführend, denn auch wenn der zu der Gattung der Kakteen gehört, so hat er nicht das typische Erscheinungsbild. So besitzt er viele grüne Triebe mit runden weißen Früchten, die ein beeindruckendes Bild ergeben. Stacheln bilden sich an dem dekorativen Kaktus zur Freude vieler Hobbygärtner nicht. Die überwiegend aus Brasilien stammende Pflanze ist aufgrund der einfachen Pflege auch für Anfänger bestens geeignet.

Steckbrief

  • botanischer Name: Rhipsalis cereuscula
  • Gattung; Kakteengewächse
  • weitere Namen: Korallenkaktus, Binsenkaktus
  • Eigenschaften: besitzt keine Stacheln
  • Wuchshöhe: bis 2,5 Meter hängende Triebe
  • Triebe: zylindrisch, schlank, hellgrün mit Borsten
  • Blüte: klein, sternförmig, grün/weiß
  • Zeit: Januar bis April und November/Dezember
  • Früchte: beerenartig, weiß
  • Herkunft: Mittel- und Südamerika, Madagaskar und Afrika
  • nicht winterhart
  • in Zimmerkultur verwenden
  • Standort: halbschattig bis sonnig, hell
  • sonstige Verwendung: Ampelpflanze
  • Einstufung: unbekannt giftig
  • leichte Kalkunverträglichkeit

Standort

Der Korallenkaktus bevorzugt einen halbschattigen bis vollsonnigen aber immer hellen Standort. Ideal ist es, wenn ihn die Morgen- und Abendsonne erreicht, die Mittagssonne aber gemieden wird. So sind die folgenden Standorte ideal für die hängende Ampelpflanze, die aber auch in einem stehenden Kübel kultiviert werden kann:

  • an einem Südfenster
  • wenn Bäume oder Gardinen genügend Schatten bieten
  • an einem hellen Nordfenster
  • hier sollten keine Bäume oder Gardinen den Lichteinfall behindern
  • Ost- oder Westfenster sind ideal
  • mit einer Pflanzlampe Helligkeit unterstützen
  • im Sommer bei warmen Temperaturen ins Freie stellen
  • direkte Sonneneinstrahlung auch hier vermeiden

Wird der Binsenkaktus zusätzlich mit einer Pflanzlampe angestrahlt, rückt die attraktive Pflanze zudem noch mehr in den Vordergrund und setzt so ein dekoratives Highlight im Zimmer.

Substrat

Als Substrat eignet sich ein humoses und nährstoffreiches Substrat für den Binsenkaktus. Kübelpflanzenerde aus dem Handel besitzt alle diese Eigenschaften und daher können Sie diese verwenden. Es ist darauf zu achten, dann die Erde mittelgrob und locker ist, damit eine gute Durchlässigkeit gegeben ist. Kalkhaltig darf die gewählte Erde jedoch nicht sein.

Pflanzen

Ein Korallenkaktus wird der in Regel in einem Topf im Gartenhandel erworben. Doch nach dem Kauf sollte er so schnell wie möglich in ein neues Gefäß gepflanzt werden, damit die Wurzeln genügend neue Nährstoffe und auch Platz erhalten. Meist ist die Erde in denen die Pflanzen verkauft werden nicht für eine längere Kultivierung geeignet. Auch handelt es sich bei den Töpfen meist nur um leichte Plastikgefäße. Bei der Pflanzung sollte wie folgt vorgegangen werden:

  • Drainage gegen Staunässe anlegen
  • über das Abflussloch Steine, Tonscherben oder Blähton legen
  • hierüber Pflanzenvlies geben
  • so kann überschüssiges Gießwasser besser abfließen
  • einen Teil der Erde einfüllen
  • Korallenkaktus vorsichtig dem alten Topf entnehmen
  • in neues Gefäß setzen
  • restliche Erde verteilen und gut andrücken
  • leicht angießen

Pflege

In der Regel ist die Pflege des Korallenkaktus sehr leicht. Er benötigt weder eine Winterruhe noch einen speziellen Winterstandort. So kann er ganzjährig an einem warmen und hellen Standort verbleiben. Mittagssonne kann Verbrennungen verursachen und sollte deswegen gemieden werden. Der Binsenkaktus kann aufgrund seiner hängenden Triebe sowohl als Ampelpflanze als auch in einem stehenden Topf kultiviert werden. Zudem benötigt er nur wenige Wassergaben und wenig Dünger. Auch Vermehren lässt sich der Korallenkaktus ganz einfach.

Binsenkaktus, Rhipsalis baccifera

Gießen

Rhipsalis cereuscula sollte nicht austrocknen. Vor allem während der Vegetationsphase im Frühling und Sommer benötigt er gleichmäßige Wassergaben. So sollte vor allem im Wurzelballen immer eine gleichmäßige Feuchtigkeit bestehen. Auch eine hohe Luftfeuchtigkeit zwischen 50 % und 70% ist für den Korallenkaktus von Vorteil. Damit der Binsenkaktus gut gedeiht, sollten Sie beim Gießen auf folgendes achten:

  • kalkarmes Wasser nutzen
  • aufgefangenes Regenwasser ist ideal
  • Leitungswasser vorher filtern
  • auf Staunässe achten
  • wird nicht vertragen
  • im Winter weniger Wassergaben
  • mit Finger das Substrat auf Feuchtigkeit prüfen
  • ist es trocken, müssen Sie ihn gießen
  • für die Luftfeuchtigkeit Luftbefeuchter aufstellen

Im Sommer bei sehr heißen Temperaturen, können Sie die Pflanze auch öfters mit dem Wurzelballen tauchen anstatt zu gießen.

Düngen

Gedüngt wird der Korallenkaktus Idealerweise mit Kakteendünger, der etwa alle zwei Wochen gegeben wird. Gedüngt wird jedoch nur während der Zeit der Knospenbildung. Sobald sich die Blüten öffnen, kann die Düngung eingestellt werden. Wächst die Pflanze sehr stark, wird eine Düngergabe mit Stickstoff nach der Blüte empfohlen.

Umtopfen

Nur selten muss der Korallenkaktus umgetopft werden. Diese Kakteenart bildet kaum Wurzeln aus und aus diesem Grund wird der Topf selten zu klein. Ist es dennoch erforderlich, dann sollte hierbei wie folgt vorgegangen werden:

  • richtiger Zeitpunkt vom Frühling bis Sommer
  • Pflanze dem Topf entnehmen
  • vorsichtig alle Erde vom Ballen entfernen
  • neues Gefäß wie unter Punkt „Pflanzen“ vorbereiten
  • Rhipsalis cereuscula einsetzen
  • leicht wässern

Schneiden

Der Schnitt ist einfach. Nur wenn er zu groß geworden ist, müssen Sie den Korallenkaktus zurück schneiden. Ein Schneiden dient daher nicht dem verbesserten Austrieb sondern nur dem Aussehen. Wem Rhipsalis cereuscula daher zu groß und auswuchtend geworden ist, der geht beim Schneiden wie folgt vor:

  • idealer Zeitpunkt im frühen Frühling
  • zu lange Triebe einkürzen
  • etwa um 2/3 ihrer Länge
  • für die Arbeit reicht eine normale Haushaltsschere
  • diese muss scharf sein
  • vor dem Schneiden säubern und desinfizieren
  • geschnittene Triebe können Sie zur Vermehrung nutzen

Verwelkte Blüten nicht entfernen

Der Korallenkaktus blüht nur kurze Zeit und die Blüten sind auch nicht besonders auffällig. Sind diese verblüht, dann sollten sie nicht entfernt werden, da sich hieraus noch die eigentliche Zierde der Pflanze bildet. Hierbei handelt es sich um die Früchte, die wie weiße kleine Perlen ähnlich den Beeren einer Mistel aussehen. Diese verbleiben über längere Zeit an der Rhipsalis cereuscula.

Vermehren

Durch Stecklinge können Sie den Korallenkaktus ganz einfach vermehren. Dies bietet sich bei der dicht mit Trieben bewachsenen Pflanze durchaus an. Bei dem Vermehren durch Stecklinge wird Idealerweise wie folgt vorgegangen:

  • für die Anzucht spezielles Kakteensubstrat nutzen
  • etwa acht Zentimeter lange Stecklinge schneiden
  • direkt in mit Erde befüllten Topf einstecken
  • nah beieinander setzen
  • nicht in direkte Sonne stellen
  • Raumtemperatur zwischen 20° bis 28° Celsius
  • bei Wärme bilden sich schneller Wurzeln
  • in ersten Wochen nur leicht feucht halten

Giftigkeit

Dem Korallenkaktus kann bislang eine Giftigkeit nicht nachgewiesen werden, auch wenn er oft mit Euphorbien verwechselt wird sondert er keine Milch ab. Dennoch ist bis heute auch nicht ausgeschlossen, dass die Pflanze nicht giftig ist. Sie wird als bedingt oder unbekannt giftig eingestuft, daher wird vor einen Verzehr gewarnt, auch Tiere sollten nicht hieran knabbern.

Binsenkaktus, Rhipsalis cereuscula

Überwintern

Eine bestimmte Form der Überwinterung gibt es für Rhipsalis cereuscula nicht. Den auch im Winter sollte die Temperatur nicht unter 15 ° Celsius fallen. Neben der Wärme benötigt die Pflanze auch im Winter ausreichend Helligkeit. Wurde der Korallenkaktus im Sommer ins Freie verbracht, so muss er bei den ersten fallenden Temperaturen im Herbst wieder nach Innen umziehen und das nicht erst, wenn der erste Frost zu erwarten ist.

Krankheiten & Schädlinge

Krankheiten sind in der Regel Pflegefehlern zuzuordnen. So kann der Binsenkaktus schnell unter Wurzelfäule leiden, wenn er zu viel Wasser erhält oder Staunässe entstanden ist. Auch ein verdichteter Boden kann dies begünstigen. Ist die Wurzelfäule schon weit fortgeschritten, ist die Pflanze nicht mehr zu retten. Bei anfangender Fäulnis sollte wie folgt vorgegangen werden:

  • Korallenkaktus sofort dem Topf entnehmen
  • vorsichtig Erde von den Wurzeln entfernen
  • beschädigte Wurzel abschneiden
  • saubere, desinfizierte und scharfe Schere nutzen
  • an der Luft leicht abtrocknen lassen
  • in neues, geeignetes Substrat setzen
  • nur leicht gießen

Vielleicht können Sie auf diese Weise die dekorative Pflanze retten, einen Versuch ist es jedoch immer wert. In der Folgezeit muss darauf geachtet werden, dass weder Staunässe entsteht, noch zu viel gegossen wird. Besser ist es, auf eine höhere Luftfeuchtigkeit zu achten, damit der Kaktus sich die benötigte Feuchtigkeit von außen aufnehmen kann.

Leider werden die dekorativen Zimmerpflanzen vor allem in geschlossenen Räumen öfters von Schädlingen befallen. Hierzu gehören Milben sowie Woll- und Schmierläuse. Die befallene Pflanze sollten Sie mit Insektiziden behandeln. Eine regelmäßige Kontrolle kann einem größeren Befall vorbeugen.

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