Korkenzieherhasel, Corylus avellana ‚Contorta‘ – Pflege und Schneiden

Korkenzieherhasel Titelbild
Steckbrief und Pflege-Infos öffnenschließen
Blütenfarbe
gelb, unscheinbar, grün
Standort
Halbschatten, Sonnig
Blütezeit
Februar, März, April
Wuchsform
aufrecht, ausladend
Höhe
bis zu 5 m hoch
Bodenart
steinig, sandig
Bodenfeuchte
mäßig feucht, frisch
pH-Wert
neutral, schwach sauer
Kalkverträglichkeit
Kalktolerant
Humus
humusreich
Giftig
Ja
Pflanzenfamilien
Birkengewächse, Betulaceae
Pflanzenarten
Ziersträucher, Kübelpflanzen
Gartenstil
Steingarten, Ziergarten

Die Korkenzieherhasel, botanisch Corylus avellana Contorta, besticht durch ihre spiralig gedrehten Zweige. Im zeitigen Frühjahr bildet der Strauch männliche Kätzchen aus, die mit ihrer goldgelben Farbe erste Farbtupfer in den Garten bringen. Corylus avellana stellt an die Pflege keine großen Ansprüche, allerdings sollten Allergiker besser auf den ungiftigen Zierstrauch verzichten, da der Blütenstaub Heuschnupfen auslösen kann.

Steckbrief

  • botanischer Name: Corylus avellana „Contorta“
  • Gattung: Hasel (Corylus)
  • gehört in die Pflanzenfamilie der Birkengewächse (Betulaceae), Unterfamilie Haselnussgewächse (Coryloideae)
  • Trivialnamen: Korkenzieherhasel
  • mehrjährig
  • Wuchshöhe: 3 bis 5 Meter
  • Wuchsbreite: 2 bis 4 Meter
  • Wuchsform: breit-aufrecht mit spiralig gedrehten Zweigen
  • Blätter: herzförmig, frisch- bis dunkelgrün, gewellt bzw. eingerollt
  • Blüte: hängende, grüngelbe männliche Kätzchen, eher unscheinbare weibliche Blüten
  • essbare Früchte (Haselnüsse)
  • Blütezeit: ab Februar / März bis April
  • Herkunft: England, vermutlich eine Spontanmutation der Gemeinen Hasel (Corylus avellana)
  • winterhart
  • kalktolerant
  • Standort: sonnig bis halbschattig
  • Bodenart: gut durchlässig, warm
  • Bodenfeuchte: leicht feucht
  • pH-Wert: ab 6
  • Humus: hoher Humus- und Nährstoffgehalt
  • ungiftig
  • Pflanzenarten: Zierstrauch
  • Gartenstil: Solitär im Garten, größere Steingärten

Standort

Obwohl die Korkenzieherhasel um 1900 in England entdeckt wurde, bevorzugt der wärmeliebende Strauch einen Standort mit

  • viel Sonne

oder

  • einen lichten Halbschatten.

Da Corylus avellana Contorta zu den Flachwurzlern gehört, kann sich ihr Herzwurzelsystem bis vier Metern in der Horizontalen ausbreiten. Achten Sie deshalb auf den Abstand zu Gebäuden, dem Nachbargrundstück und im Boden liegende Leitungen. Ebenso sollte der Abstand zu Pflaster- oder Randsteinen großzügig gewählt werden. Der Pflanzabstand zu anderen Pflanzen und Kulturen sollte gut zwei Meter sein, da der Zierstrauch einen sehr ausladenden Habitus hat.

Boden

Corylus avellana Contorta wächst am besten auf alkalischen Böden. Ist das Erdreich zu nass, sauer und verdichtet, stellt der Strauch das Wachstum ein. Deshalb sollte der pH-Wert nicht unter 6 liegen. Der ideale Boden ist:

  • locker
  • durchlässig
  • leicht feucht
  • humus- und nährstoffreich

Tipp: Da die Korkenzieherhasel bis zu 100 Jahren alt werden kann, sollten Sie im Zweifelsfall vor dem Einpflanzen einen pH-Bodentest durchführen.

Pflanzen

Neben ihren gedrehten Zweigen, sind vor allem die grüngelben Kätzchen charakteristisch für die Korkenzieherhasel.

Containerware kann das ganze Jahr über an frostfreien Tagen eingepflanzt werden. Die besten Pflanzzeiten für Containerware sind jedoch das Frühjahr oder Herbst. Stellen Sie die Pflanze vor dem Einsetzen ins Wasser, bis der Wurzelballen gesättigt ist.

  • Pflanzgrube ausheben
  • Größe der Pflanzgrube: doppelt so groß wie der Wurzelballen
  • Aushub Kompost und Hornspäne im Verhältnis 3:1 zugeben
  • ggfs. Drainageschicht aus Kies oder Tonscherben am Boden der Pflanzgrube anlegen (vorbeugend gegen Staunässe) und mit Erde bedecken
  • junge Hasel mittig in die Grube setzen
  • mit dem Aushub auffüllen
  • Erde gut andrücken
  • Hasel reichlich angießen

Tipp: Eine wurzelnackte Korkenzieherhasel sollten Sie zwischen Anfang Oktober und Mitte November in die Erde setzen.

Kübelkultur

Korkenzieherhasel können auch im Kübel gehalten werden. Dabei sollte das Pflanzgefäß ein Volumen von mindestens 30 Litern haben. Ein Auszugsloch am Boden des Kübels verhindert Staunässe. Damit das Gieß- bzw. Regenwasser gut ablaufen kann, sollten Sie zusätzlich eine Drainageschicht aus Kies und/oder Tonscherben am Boden anlegen. Als Substrat ist eine gute Blumenerde auf Kompostbasis optimal. Das Einpflanzen selbst erfolgt wie bei der Gartenkultur.

Pflege

Ist der optimale Standort für Corylus avellana Contorta erst einmal gefunden, stellt sie keine großen Ansprüche an die Pflege. Ist der Strauch mit der Pflege, dem Standort und den Bodenverhältnissen zufrieden, kann sie bis zu 100 Jahre alt werden. Ein regelmäßiger Rückschnitt verjüngt den Haselnussstrauch und hält ihn gesund.

Gießen

Obwohl der Zierstrauch trockene Perioden ganz gut übersteht, sollte er nie vollkommen austrocknen, da er sonst das Wachstum einstellt. Stellt sich im Sommer eine längere Trockenperiode ein, dann sollten Sie regelmäßig die Bodenfeuchte kontrollieren. Ist das Erdreich zu trocken, dann muss Corylus avellana Contorta gut gewässert werden. Staunässe verträgt der Zierstrauch hingegen nicht.

Tipp: Bei Korkenzieherhaseln im Kübel oder Neupflanzungen sollte während längerer Trockenperioden die Bodenfeuchte täglich kontrolliert werden.

Düngen

Gedüngt wird die Hasel am besten im Frühjahr vor der Blüte. Der ideale Dünger für den Strauch ist nährstoffreich, wie etwa Kompost oder ein Dünger auf organischer Basis. Danach sollten Sie während der Wachstumsperiode ein- bis zweimal pro Monat mit Kompost mulchen, oder mit einer geringen Menge Fertigdünger düngen. Das Ende der Düngergaben ist Ende August / Anfang September, da nur vollkommen ausgereifte Triebe die kalte Jahreszeit überstehen.

Tipp: Wird der Haselnussstrauch im Kübel kultiviert, dann bekommt er von März bis Juli alle zwei Wochen eine Dosis Flüssigdünger.

Umpflanzen und Umtopfen

Korkenzieherhasel Blatt Kätzchen
Die Korkenzieherhasel ist eine sehr pflegeleichte Pflanze.

Steht die Korkenzieherhasel im Garten, kann sie bis zu einem Alter von fünf Jahren umgepflanzt werden. Der richtige Zeitpunkt ist, wenn der Zierstrauch kein Laub trägt und kein Frost herrscht und die Witterung bedeckt ist.

  • Wurzeln mit einem Spaten rundherum abstechen
  • etwa auf zwei Drittel der Wuchshöhe
  • Wurzelballen mit möglichst viel Erde aus dem Boden heben
  • Hasel in die neue Pflanzgrube setzen
  • mit Erde auffüllen und festtreten
  • reichlich angießen
  • oberirdischen Teil um das Volumen der entfernten Wurzelmasse zurückschneiden

Tipp: Stützen Sie den Strauch mit einem Stützstock, bis er wieder gut angewurzelt ist.

Umtopfen

In der Kübelkultur kann der Zierstrauch unabhängig vom Alter umgetopft werden. Das Pflanzgefäß sollte spätestens dann erneuert werden, wenn es vollständig durchwurzelt ist. Beachten Sie beim Einsetzen in das frische Substrat, dass die bisherige Pflanztiefe beibehalten wird.

Schneiden

Ist die Korkenzieherhasel mit Standort und Pflege zufrieden, kann sie bis zu 50 Zentimeter pro Jahr wachsen. Und da sie bis zu fünf Metern hoch und vier Metern breit werden kann, stellt sich bereits aus Platzgründen die Frage nach einem Schnitt. Aber um, gerade bei älteren Pflanzen, Verkahlung zu vermeiden, sollten Sie jährlich einen Schnitt durchführen.

Tipp: Die Korkenzieherhasel muss nicht zwingend jedes Jahr zurückgeschnitten werden.

Pflegeschnitt

Auch wenn Sie genügend Platz im Garten haben, und sich die Korkenzieherhasel frei entfalten kann, sollten Sie auf den jährlichen Pflegeschnitt nicht verzichten. Zum diesem Schnitt gehört nämlich das Entfernen aller

  • toten Triebe
  • verkümmerten Triebe
  • beschädigten Triebe

Überkreuzen sich mehrere Triebe, sollte wenigstens einer herausgeschnitten werden, da sie sich gegenseitig am Wachstum behindern. Ist der Strauch zu kompakt geworden, dann sollten Sie ihn auslichten, damit wieder mehr Licht ins Innere des Strauchs dringen kann. Der beste Zeitpunkt für den Schnitt ist im zeitigen Frühjahr, bevor der Strauch zum Austreiben beginnt.

Tipp: Bei Frost darf nicht geschnitten werden. Auch das Schneiden bei praller Sonne im Februar und März ist für die Hasel schädlich.

Rückschnitt

Das Zurückschneiden der Korkenzieherhasel erfolgt zumeist aus Platzgründen. Wie beim Pflegeschnitt ist auch bei diesem Schnitt das zeitige Frühjahr der beste Zeitpunkt. Eine genaue Angabe, wie stark die einzelnen Triebe geschnitten werden sollten, gibt es nicht. Da der Strauch äußerst schnittverträglich ist, liegt dies in Ihrem Ermessen. Es bleibt also Ihnen überlassen, ob Sie

  • die Triebe nur geringfügig, aber gleichmäßig schneiden

oder

  • den Strauch einem Radikalschnitt unterziehen, also alle Triebe bis auf eine Handbreit über dem Boden schneiden.

Tipp: Der optimale Schnitt ist immer leicht schräg etwa drei bis fünf Millimeter oberhalb einem nach außen gerichteten Auge.

Wildlinge schneiden

Bei einer veredelten Korkenzieherhasel treiben immer wieder Wildlinge aus. Da diese keinen korkenzieherartigen Wuchs entwickeln, müssen sie sogleich entfernt werden, da der Zierstrauch sonst Form und Wuchs verliert. Um dies zu verhindern, werden diese Triebe nicht geschnitten, sondern an der Basis abgerissen.

Ernte

Korkenzieherhasel Früchte
Um tatsächlich Früchte zu ernten, benötigt man bei der Korkenzieherhasel allerdings einen langen Atem.

Die ersten Früchte entwickelt die Korkenzieherhasel frühestens im zehnten Lebensjahr. Außerdem müssen mindesten zwei Sträucher vorhanden sein, die zur gleichen Zeit blühen, denn der Strauch ist auf Fremdbefruchtung angewiesen.

Giftigkeit

Weder der Strauch noch die Haselnüsse sind giftig.

Überwintern

Eine adulte Korkenzieherhasel übersteht den deutschen Winter im Garten ohne Schutz. Junge Pflanzen brauchen hingegen einen Winterschutz, besonders, wenn sie an exponierten Standorten stehen, müssen sie vor starkem Frost und kaltem Wind geschützt werden. Damit die Hasel in den ersten drei Jahren gut durch den Winter kommt, sollten Sie den Strauch mit Bastmatten oder einem Jutesack einpacken.

Überwintern im Kübel

Anders ist dies bei der Kübelkultur. Hier braucht die Korkenzieherhasel in jedem Fall einen Winterschutz, da die Gefahr besteht, dass die Wurzeln im Kübel durchfrieren. Am besten ist es, wenn die Hasel in ein helles, frostfreies Winterquartier umziehen kann. Muss sie, etwa aus Platzgründen, den Winter im Freien verbringen, dann sollten Sie den Kübel mit Folie oder Vlies ummanteln. Stellen Sie die Pflanze zusätzlich auf einen Holzblock oder eine Styroporplatte gegen die Kälte von unten.

Tipp: Da in der Kübelkultur nicht nur die Kälte der Korkenzieherhasel, sondern auch Trockenheit zu schaffen macht, sollten Sie den Strauch an einem frostfreien Tag mit etwas Wasser versorgen.

Vermehren

Corylus avellana Contorta kann über Steckling und Absenker vermehrt werden.

Stecklinge

Schneiden Sie dazu etwa 20 Zentimeter eines Triebes ab und stecken in Anzuchterde. Um die Wurzelbildung anzuregen, geben Sie etwas Kompost als unterste Schicht in das Anzuchtgefäß. Bis der Steckling kräftig genug fürs Umsetzen ist, sollten Sie die Erde gleichmäßig feucht halten.

Absenker

Bei der Vermehrung mit Absenkern braucht es etwas Geduld, bis diese von der Mutterpflanze getrennt werden kann. Danach

  • ausgewählten Zweig auf den Boden ziehen
  • Stellen, die den Boden berühren entlauben
  • eine etwa zehn Zentimeter tiefe Rinne ziehen
  • entlaubte Teile des Zweigs eingraben und mit Steinen beschweren
  • abschließend Triebspitze des Absenkers an einem Holzstab anbinden
  • Erdreich gleichmäßig feucht halten

Ist der Absenker kräftig genug, dann kann er von der Mutterpflanze getrennt und an seinem neuen Standort eingepflanzt werden. Je nach Witterung und Lage kann dies jedoch auch mehrere Monate dauern.

Tipp: Handelt es sich um eine veredelte Korkenzieherhasel, achten Sie bei der Auswahl des Zweiges darauf, dass es sich nicht um einen aufrecht wachsenden Wildling handelt.

Krankheiten

Korkenzieherhasel
Achten Sie auf unsere Pflegetipps, so haben Sie lange Freude an der Korkenzieherhasel.

Ist die Korkenzieherhasel gesund und kräftig, ist sie für Krankheiten und Schädlinge nur wenig anfällig. Denn Krankheiten und Schädlingsbefall fallen zumeist dann ein, wenn der Zierstrauch geschwächt ist, etwa durch einen ungeeigneten Standort oder durch Fehler bei der Pflege.

Schuppenwurz (Lathraea squamaria)

Schuppenwurz ist ein Parasit, der dem Strauch über die Wurzeln Wasser und Nährstoffe entzieht. Da sich diese Schmarotzerpflanze erst nach zehn Jahren oberirdisch zeigt, hat sie den vergangenen Jahren die Wurzeln der Korkenzieherhasel fest umschlungen. Um den Parasiten loszuwerden, muss die Hasel ausgegraben werden, damit der Schuppenwurz entfernt werden kann. Schuppenwurz siedelt sich in überdüngten, zu nährstoffhaltigen Böden gleich nach der Schneeschmelze an.

Haselnussbohrer (Curculio nucum)

Dieser Rüsselkäfer hat sich auf Haselnusssträucher spezialisiert. Bemerken Sie diese Käfer auf dem Strauch, sollten Sie diese sogleich absammeln, da die Weibchen ihre Eier in den Haselnüssen ablegen. Dort entwickeln sich die gefräßigen Larven. Achten Sie daher auch auf kleine Löcher in den Haselnüssen, dies ist ein Indiz für den Befall, auch wenn Sie keine Käfer (mehr) finden. Nehmen Sie die Nüsse ab und vernichten Sie diese gründlich (verbrennen), damit nicht die nächste Generation von Haselnussbohrern Ihre Korkenzieherhasel befällt.

Kübelkultur

Neben dem Haselnussbohrer, der auch vor Sträuchern im Kübel nicht haltmacht, kann bei Pflanzen im Kübel auch ein Befall mit Mehltau, Spinnmilben oder Schildläusen auftreten.

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