Lampenputzergras, Rotes Pfeifenputzergras – Pflege und Schneiden

Lampenputzergras, Rotes Pfeifenputzergras
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Blütenfarbe
gelb, rosa, rot, weiss, grün, braun
Standort
Halbschatten, Absonnig, Sonnig
Blütezeit
Juli, August, September
Wuchsform
aufrecht, buschig, mehrjährig, horstbildend, Überhängend
Höhe
bis zu 80 Zentimeter hoch
Bodenart
sandig, lehmig, kiesig
Bodenfeuchte
mäßig trocken, frisch
pH-Wert
schwach alkalisch, schwach sauer
Kalkverträglichkeit
Kalktolerant
Humus
humusreich
Giftig
Nein
Pflanzenfamilien
Süßgräser, Poaceae
Pflanzenarten
Ziergräser, Kübelpflanzen, Schnittblumen
Gartenstil
Blumengarten, Naturgarten, Topfgarten, Terrassengarten, Kiesgarten

Wer Ziergräser mag, wird Lampenputzergras lieben. Es ist auch unter den Namen Federborstengras und Rotes Pfeifenputzergras bekannt. Die dekorative und pflegeleichte Pflanze schmückt Gärten und Parks. Da das Lampenputzergras seine Scheinähren auch dann noch trägt, wenn viele andere Pflanzen bereits verblüht sind, ist ein beliebtes Gewächs bei Hobbygärtnern. Es gibt verschiedene Arten. Einige sind winterhart, andere eignen sich am besten als Kübelpflanze. Wir erklären Ihnen, wie Sie Lampenputzergras richtig pflegen.

Steckbrief

  • anderer Name: Federborstengras, Rotes Pfeifenputzergras
  • botanischer Name: Pennisetum alopecuroides
  • Pflanzenfamilie: Süßgräser (Poaceae)
  • Gattung: Lampenputzergräser (Pennisetum)
  • Herkunft / Verbreitungsgebiet: Ostasien bis Australien
  • Wuchshöhe: 40 bis 80 cm
  • Blütenstand: 10 bis 15 cm lange Scheinähren, gelbgrün bis rotbraun, in Blütezeit silbrig-weiß
  • Blütezeit: Juli bis September
  • Standort: sonnig und warm
  • Boden: normaler Gartenboden oder Kübelerde, gut durchlässig
  • Winterhart: einige Arten sind winterhart
  • Kalkverträglichkeit: verträgt kein kalkhaltiges Wasser
  • Giftig: nein

Lampenputzergras ist ein beliebtes Gewächs unter Hobbygärtnern

Pflege

Das Wichtigste in Kürze

Lampenputzergras ist eine sehr pflegeleichte Pflanze. Steht das Ziergras an einem idealen Standort im Garten, benötigt es kaum Pflege. Sind die Umgebungs- und Wetterbedingungen hervorragend, kann auf Gießen und Düngen verzichtet werden. Dieses ist jedoch nicht immer gegeben. In welchen Situationen Sie welche Pflegemaßnahmen vornehmen sollten, erklären wir Ihnen weiter unten.

Standort

Das Ziergras steht am liebsten an einem Platz, an dem es viel Sonne bekommt. Der Standort sollte insgesamt sehr warm sein. Es darf auf keinen Fall stetigen Wasserzulauf geben, der den Boden verdichten würde. Staunässe muss verhindert werden. Der Ort sollte nicht im Schatten eines Baumes stehen. Ein Blumenbeet im südlichen Teil des Grundstücks bietet sich an. Wer Lampenputzergras in einem Kübel halten möchte, kann es auf eine Terrasse oder einen Balkon mit Südausrichtung stellen. Das Wichtigste ist, dass das Lampenputzergras viel Wärme und immer genug Licht bekommt. Es sollte jedoch darauf geachtet werden, dass das Gras nicht vollkommen austrocknet.

Boden – im Freiland

Das Lampenputzergras stellt keine hohen Ansprüche an sein Substrat. Sie können Gartenerde oder einfache Blumenerde verwenden. Um Staunässe und die Verdichtung des Bodens zu verhindern, können Sie das Substrat mit Sand oder Kies auflockern. Eine beliebte Alternative sind Kokosfasern. Diese sorgen ebenfalls für einen lockeren Boden, in dem das Ziergras gesund wachsen kann. Wenn der Boden in Ihrem Garten locker genug ist, können Sie auf die Zugabe verzichten. Eine einfache Variante, die Ihnen Arbeit und Zeit erspart, ist ein Mix aus Gartenboden und Komposterde. So können Sie auf das Düngen des Lampenputzergrases in der Anfangszeit verzichten.

Lampenputzergras ist ein dekoratives Ziergras

Tipp: Praktische Alternative ist, fertig gedüngte Blumenerden zu kaufen.

Erde – im Kübel

Lampenputzergras, das in einem Kübel auf der Terrasse oder dem Balkon steht, ist hinsichtlich der Erde ebenfalls recht anspruchslos. Verwenden Sie am besten eine einfache oder eine gedüngte Blumenerde oder Spezialerde für Kübelpflanzen. Bei Bedarf können Sie zum Auflockern der Erde etwas Sand, Kies oder Kokosfasern hinzugeben. Das ist zu empfehlen, da Pflanzen in aufgelockerter Erde die Nährstoffe besser aufnehmen können. Achten Sie außerdem darauf, dass keine Staunässe entstehen kann. Eine Verdichtung der Oberfläche sollten Sie auch vermeiden.

Gießen

Das imposante Federborstengras mag keine Nässe, die sich staut. Trockene Wurzelballen können ihm ebenfalls schaden. Deshalb ist eine angemessene Dosierung des Wassers von großer Bedeutung. Wenn Sie Ihr Lampenputzergras im Kübel stehen haben, sollten Sie es regelmäßig gießen. Pflanzen im Garten, die teilweise Regen bekommen, sollten Sie zwischendurch kontrollieren und nach Bedarf gießen. Am besten bekommt dem Ziergras weiches Wasser. Wichtig ist jedoch, dass es nicht zu kalkhaltig ist. Dieses verträgt das Lampenputzergras nicht so gut. Außerdem sollte das Wasser beim Gießen nicht zu kalt sein. Eine kalte Nässe könnte dem Gras schaden.

Rotes Pfeifenputzergras wächst bis zu 80 Zentimeter hoch

Dieses Wasser ist am besten:

  • Regenwasser
  • Filterwasser
  • abgestandenes Leitungswasser

Steht Ihr Lampenputzergras im Kübel, sollten Sie es immer schon nachgießen, bevor die obere Erdschicht ganz eingetrocknet ist. Ist es bereits zu spät und die Spitzen und Halme haben sich braun gefärbt, können Sie Ihrem Ziergras mit überschwemmendem Gießen etwas Gutes tun. Ziert das Lampenputzergras Ihren Garten, sollten Sie insbesondere im Hochsommer gut darauf achtgeben. Gibt es Trockenphasen, die lange anhalten, benötigt auch die Gartenpflanze zusätzliches Wasser. Schauen Sie lieber zwischendurch nach. Ist das Gras erst einmal vollkommen ausgetrocknet, kann es lange dauern, bis es sich erholt hat.

Darauf sollten Sie achten:

  • den Sommer über auch im Garten viel gießen

Lampenputzergras liebt einen sonnig, warmen Standort

Düngen

Das Federborstengras gehört nicht zu den Pflanzen, die regelmäßig gedüngt werden müssen. Düngen kann dennoch in bestimmten Fällen sinnvoll sein. Eine zusätzliche Portion frischer Nährstoffe kann zum Beispiel sehr hilfreich sein, wenn das Gras schon länger an derselben Stelle steht. Dann kann es sein, dass der Boden nicht mehr viele Nährstoffe enthält. Die zusätzliche Gabe von Dünger ist auch zu empfehlen, wenn die Erde durch andere Pflanzen, die in der Nähe stehen, ausgelaugt ist. Das Lampenputzergras benötigt besonders viele Nährstoffe, wenn es in der Blütezeit seine Scheinähren ausbildet. Mit folgendem Dünger geben Sie dem Ziergras neue Kraft für die Blüte.

  • Komposterde
  • Blaukorn

Eine andere Möglichkeit ist es, dem Lampenputzergras beim Gießen oder als Energieschub zwischendurch natürliches Teichwasser zu geben. Das Wasser ist besonders weich und steckt voller wichtiger Mineralien, die das Wachstum und die Blüte des Ziergrases fördern. Falls Sie zuhause weder einen Gartenteich noch Komposterde zur Verfügung haben, können Sie auch flüssigen Volldünger kaufen. Dieser ist genauso effektiv. Diese Fertigdünger sind für Ihr Lampenputzergras geeignet.

Lampenputzergras auch Rotes Pfeifenputzergras genannt ist sehr pflegeleicht

  • flüssiger Volldünger für Grünpflanzen
  • flüssiger Volldünger für Stauden

In Zeiten, in denen Sie das Düngen für sinnvoll halten, können Sie dem Lampenputzergras regelmäßig einen Nährstoffcocktail verabreichen. Sie sollten den Dünger jedoch stark verdünnen. Dadurch bleibt der Gehalt an Nährstoffen im Boden gleichmäßig. Das Wachstum kann regelmäßiger und üppiger werden.

Der richtige Rhythmus zum Düngen:

  • etwa alle 2 Wochen

Schneiden

Ein Formschnitt ist beim Federborstengras nicht erforderlich. Wenn Sie möchten, können Sie die vertrockneten Spitzen und umgeknickten Halme entfernen. Das sollten Sie jedoch noch nicht im Herbst tun. In dieser Jahreszeit können zu kurze Halme dazu führen, dass Fäule entsteht und die Pflanze stirbt. Aus diesem Grund ist das Frühjahr besser geeignet. Ideal ist es zwischen Anfang April und Ende Mai. Warten Sie mit dem Schneiden auf jeden Fall, bis der letzte Bodenfrost vorüber ist. Sonst könnte der Frost die Pflanzenteile, die gekürzt wurden, beschädigen.

Das ist beim Schneiden zu beachten:

  • auf etwa 10 cm zurückschneiden
  • nach dem Schneiden kann gedüngt werden

Nach dem Rückschnitt wird das Lampenputzergras in der Regel bereits nach kurzer Zeit sehr üppig austreiben. Einen wesentlichen Punkt sollten Sie jedoch beim Schneiden beachten: Das Ziergras darf nicht zu radikal geschnitten werden. Wird es zu stark gestutzt, besteht die Gefahr, dass es Schaden nimmt und im schlimmsten Fall gar nicht wieder austreibt.

Lampenputzergras auch für Kübel und Terrasse geeignet

Wuchs

Maßnahmen bei lückenhaftem Wuchs

Wächst Ihr Lampenputzergras zurückhaltend oder zeigt der Wuchs Lücken, können Sie es gezielt vermehren. Dadurch wird üppigeres Wachstum angeregt. Das Vermehren erfolgt durch Teilung des Grases. Der beste Zeitpunkt ist im Frühjahr – nach dem letzten Frost. Dann können Sie das Lampenputzergras aus dem Kübel oder Garten ausgraben. Nun teilen Sie das Gras vorsichtig. Danach pflanzen Sie es getrennt voneinander wieder ein. Das Wachstum können Sie zusätzlich anregen, indem Sie vor dem Einpflanzen Dünger oder Kompost  in die Erde geben. So stehen beiden Pflanzen frische Nährstoffe für ein schnelles und gesundes Wachstum zur Verfügung.

Diese Möglichkeiten haben Sie beim Vermehren:

  • zwei oder mehrere Tochterpflanzen
  • kann am selben Standort eingepflanzt werden

Umsetzen

Das Lampenputzergras muss nur an einen anderen Standort gesetzt werden, wenn es nicht richtig gedeiht. Ein Umsetzen ist zu empfehlen, wenn sich Staunässe bildet. Es sollte auch erfolgen, wenn der Boden immer wieder austrocknet, obwohl Sie ihn regelmäßig gießen. In manchen Fällen hilft schon das Hinzufügen eines anderen Substrats. Das Auflockern mit Sand, Kies und Kokosfasern oder die Gabe von Kompost kann ebenfalls helfen. Sie können versuchen, die Pflanze ausgiebig zu düngen, bevor Sie sie umsetzen. Wie oben beschrieben, kann das Lampenputzergras vermehrt werden, um einen üppigeren Wuchs zu erhalten. Dann muss es nicht umgesetzt werden.

Diese Optionen haben Sie:

  • ganze Pflanze umsetzen
  • Tochterpflanzen getrennt umsetzen

Lampenputzergras, Rotes Pfeifenputzergras gibt es in verschiedenen Arten

Umtopfen

Da die kostbaren Nährstoffe in der Erde im Kübel sehr schnell aufgebraucht sind, kann von Zeit zu Zeit ein Umtopfen sinnvoll sein. Das kann auch der Fall sein, wenn das Gras sehr schnell wächst und der Topf viel zu klein wird. Wenn die Wurzeln stark wachsen und mehr Platz brauchen, haben Sie zwei Möglichkeiten. Sie können die gesamte Pflanze in ein größeres Gefäß umtopfen. Oft ist es auch sinnvoll, bei dieser Gelegenheit das Gras zu teilen, um es zu vermehren. Teilen Sie die Mutterpflanze und setzen Sie die getrennten Pflanzen in separate Gefäße.

Dabei können Sie:

  • zwei oder mehrere Tochterpflanzen nehmen

Auch bei Kübelpflanzen gilt, dass das Umtopfen manchmal durch andere Maßnahmen verhindert werden kann. Liegt ein Nährstoffmangel oder die Verdichtung der Erde vor, reicht es oft, das Substrat auszutauschen. Das gilt auch, wenn das Lampenputzergras eine Krankheit oder einen Schädlingsbefall hat.

Schädlinge

Schädlinge und Krankheiten

Das Lampenputzergras ist in der Regel widerstandsfähig und nicht sehr anfällig für Krankheiten oder Schädlinge. Was jedoch häufig vorkommen kann, sind ein Pilzbefall oder Fäulnis. In diesem Fall ist das Entfernen der betroffenen Pflanzenteile zu empfehlen. Zur wirkungsvollen Bekämpfung des Pilzes können Fungizide eingesetzt werden. Bekommt Ihr Lampenputzergras immer wieder einen Pilz oder Fäulnis, kann die Ursache dafür im Boden oder an den Umgebungsbedingungen liegen. Dann ist ein Wechsel des Standorts zu empfehlen.

Um Schädlingen und Krankheiten vorzubeugen, können Sie:

  • die Pflanze regelmäßig auf Schädlinge untersuchen
  • Feuchtigkeit vermindern

Ist Ihr Federborstengras von Spinnmilben befallen, helfen herkömmliche Insektizide. Diese sollten Sie aber nur selten und mit Bedacht einsetzen. In allen diesen Fällen ist ein Wechsel des Substrats sinnvoll. Dadurch werden auch Sporen, Parasiten und Milben entfernt, die von der Pflanze herabgefallen sind.

Lampenputzergras einige Arten davon sind winterhart

Vorsichtsmaßnahmen

Das beliebte Ziergras ist nicht giftig. Allerdings kann es für Kleinkinder und Tiere in manchen Situationen zur Gefahr werden. Die Halme des Federborstengrases sehen verlockend aus. Deshalb knabbern Haustiere wie Hunde und Katzen es gerne einmal an. Kinder spielen damit und könnten es in den Mund stecken. Da die Halme des Lampenputzergrases aber sehr hart und starr sind, kann das sehr gefährlich werden. Die harten Pflanzenteile könnten die Luftröhre oder die Schleimhäute im Magen verletzen oder sogar durchbohren. In Einzelfällen kann sogar ein chirurgischer Eingriff nötig sein.

Darauf sollten Sie unbedingt achten:

  • Verschlucken von Pflanzenteilen verhindern

Außerdem besteht die Gefahr, dass sich kleine Kinder beim Toben daran verletzen. Sie könnten sich beim Festhalten am Strauch schneiden oder aus Versehen in das Lampenputzergras hineinfallen. Sie selbst sollten bei der Gartenarbeit Handschuhe tragen, um Schnittwundern zu vermeiden.

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