Leberbalsam, Ageratum houstonianum – Pflege von A-Z

Leberbalsam, Ageratum houstonianum
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Blütenfarbe
rosa, violett, weiss, blau
Standort
Halbschatten, Sonnig, Vollsonne
Blütezeit
Mai, Juni, Juli, August, September, Oktober
Wuchsform
aufrecht, buschig, Staude
Höhe
bis zu 100 Zentimeter hoch
Bodenart
steinig, sandig, lehmig
Bodenfeuchte
mäßig feucht, frisch
pH-Wert
schwach alkalisch, schwach sauer
Kalkverträglichkeit
Kalktolerant
Humus
humusreich
Giftig
Ja
Pflanzenfamilien
Korbblütler, Asteraceae
Pflanzenarten
Zierpflanzen, Beetpflanzen
Gartenstil
Blumengarten, Staudengarten

Der Leberbalsam, botanisch Ageratum houstonianum, ist ein Mitglied der Familien der Korbblütler. Seine Heimat sind die tropischen Gebiete von Mittel- und Südamerika. Wegen der langen Blütezeit von Mai bis zum ersten Frost im Herbst erfreut sich die Pflanze bei vielen Hobbygärtnern als Beeteinfassung und für Töpfe und Kübel großer Beliebtheit. Die buschigen Röhrenblüten in Blau, Rosa und Weiß leuchten weithin und bilden samtige Blütenkissen mit einem ganz eigenen Charme.

Steckbrief

  • botanischer Name: Ageratum houstonianum
  • Pflanzenfamilie: Korbblütengewächse (Asteraceae)
  • Gattung: Ageratum
  • Trivialnamen: Leberbalsam, gewöhnlicher Leberbalsam, Blaukappe
  • Standort: vollsonnig und geschützt
  • Wuchsform: buschig
  • Wuchshöhe: 20 bis 100 cm
  • Blätter: herzförmig, grün, flaumig behaart
  • Blüte: feinstrahlige Korbblüten, blau, lila und rosa
  • Blütezeit: Mai bis Oktober
  • Herkunft: Süd- und Mittelamerika
  • nicht winterhart, einjährig
  • kalktolerant
  • giftig

Alle Pflanzenteile des Leberbalsams sind stark giftig. Wenn kleine Kinder oder Tiere zum Haushalt gehören, sollte daher auf den Leberbalsam auf Balkon, Terrasse oder im Garten verzichtet werden.

Leberbalsam mit seinen feinstrahligen lila Blüten

Standort

Standort und Boden

Damit Ageratum houstonianum optimal gedeihen kann und seine Blütenpracht bis in den November hinein entfaltet, benötigt er einen sorgfältig ausgesuchten Standort.

  • ein vollsonniger, geschützter Bereich im Garten ist ideal
  • der Standort sollte warm sein
  • möglichst viele Sonnenstunden pro Tag müssen gewährleistet sein

Unter diesen Voraussetzungen entwickelt sich der Dauerblüher im Garten und in Kübeln oder Pflanzkästen optimal.

Kultivierung an halbschattigen Standorten

Wird die Blaukappe in einem halbschattigen Bereich angepflanzt, muss dennoch eine ausreichende Sonneneinstrahlung gewährleistet sein. 5 Sonnenstunden täglich gelten als Minimum für eine reiche und bis in den Herbst andauernde Blüte. Regen und Wind können der im Übrigen robusten Pflanze dagegen kaum etwas anhaben. Die Pflanzen werden gerne als üppig blühende Einfassung für Beete, als Blütenteppich im Freibeet und als Lückenfüller zwischen Stauden verwendet.

Boden

Ein gut durchlässiger, mit Kompost angereicherter Boden ist für ein kräftiges Wachstum und eine volle Blütenpracht des Leberbalsams wichtig. Der ideale Boden für den gewöhnlichen Leberbalsam ist Folgender.

  • nährstoffreich und warm
  • durchlässig und luftig
  • mit Sand durchmischt
  • nicht zu nass

Handelsübliche Blumenerde ist als Substrat geeignet. Vorausgesetzt, die Erde ist frisch. Für Blaukappen ist ein nicht zu nasser Standort ohne Staunässe wichtig. Daher sollte bei der Kultivierung der Pflanzen im Kübel und Pflanzkästen für einen gut funktionierenden Wasserablauf gesorgt werden.

Der Erde in Kübeln und Kästen kann Perlit für eine bessere Durchlässigkeit beigemischt werden. Wasser, das sich nach dem Gießen oder nach Regen im Untersetzer sammelt, sollte auf jeden Fall ausgeschüttet werden.

Leberbalsam wird auch Blaukappe genannt

Einpflanzen – so gelingt´s

Im Freien wird der Leberbalsam erst im Mai nach den Eisheiligen gepflanzt. Wenn sich der Boden durch die stärker werdende Sonne etwas erwärmt hat, ist der ideale Zeitpunkt gekommen. Das Pflanzenloch sollte in etwa die doppelte Größe des Wurzelballens haben.

Darauf sollten Sie beim Einpflanzen achten:

  • der Boden muss locker und luftig sein
  • die Durchlässigkeit kann durch die Beimischung von Sand verbessert werden
  • Hornspäne direkt mit ins Pflanzloch geben
  • etwas Kompost unter die Erde gemischt, sorgt für üppiges Wachstum

Der Abstand zwischen den Pflanzlöchern ist abhängig von der Wuchsbreite und -höhe der ausgewählten Sorte. In der Regel beträgt der Pflanzabstand ca. 10 bis 40 cm. Ein dichter und kompakter Wuchs mit einem schönen Blütenteppich wird durch die Anpflanzung kleiner Gruppen mit 4 bis 6 Exemplaren erreicht. Beliebte Begleiter für die Blaukappe sind Ringelblumen, Löwenmaul und Ziertabak.

Pflege

Der vielleicht wichtigste Punkt bei der Pflege von Ageratum houstonianum ist das regelmäßige Ausputzen der Pflanze. Damit die Blaukappe möglichst lange ihre Blütenpracht beibehält, sollte nicht darauf gewartet werden, dass verdorrte Blüten von alleine abfallen. Regelmäßiges Ausputzen ist für die Entwicklung neuer Blüten vorteilhaft. Für das Abschneiden der verwelkten Blüten eignet sich am besten eine scharfe Gartenschere.

Gießen

Zur Pflege der Ageratum houstonianum gehört eine gleichmäßige und ausgewogene Bewässerung, die Staunässe und eine lange Trockenheit vermeidet. Im Sommer muss die Wasserzufuhr bei hohen Temperaturen entsprechend erhöht werden. Die Pflanzen sollten gut gewässert werden. Überschüssiges Gießwasser sollte aus den Untersetzern von Kübeln und Pflanzkästen ausgeschüttet werden.

Leberbalsam mit seinen samtigen lila Blütenkissen

Düngen

  • Düngen im Abstand von 14 bis 30 Tagen
  • organischen Flüssigdünger für das Gießwasser verwenden
  • auf Staunässe achten

Wurde das Pflanzsubstrat mit Kompost oder Hornspänen angereichert, sollte nach dem Einpflanzen bis zur ersten Düngergabe ein längerer Zeitraum verstreichen, damit die Pflanzen nicht unter einer übermäßigen Düngung leiden.

Schneiden

Nur mit scharfen Werkzeugen schneiden

Damit die Pflanzen beim Schneiden nicht unnötig verletzt werden, muss die für den Schnitt verwendete Gartenschere möglichst scharf sein und bis in die Spitze sauber schneiden. Da für das Schneiden der Blaukappen keine großen Kräfte erforderlich sind, können verwelkte Blätter und Blüten für den Fall, dass keine Gartenschere zur Hand ist, mit einer scharfen Haushaltsschere entfernt werden.

Überwintern

Da der Leberbalsam nicht ausreichend winterhart ist, wird er in unseren Breiten nicht mehrjährig kultiviert. In seiner warmen Heimat wächst die Blaukappe jedoch mehrjährig. Daher ist es grundsätzlich möglich, in Kübeln oder Pflanzkästen gepflanzte Blaukappen hierzulande im Haus zu überwintern. Die Blaukappen unterscheiden sich bei der Überwinterung von vielen anderen Pflanzen, die optimal in kühlen und nur mäßig hellen Kellerräumen überwintern können.

Richtig überwintern – so gelingt es optimal:

  • wählen Sie einen hellen und beheizten Platz im Wintergarten oder auf der Fensterbank
  • die Temperatur sollte 5 °C nicht unterschreiten
  • Ageratum houstonianum während der Wintermonate nur mäßig gießen
  • die Pflanzen während der Überwinterung nicht düngen

Leberbalsam mag einen sonnigen Standort

Ein vollkommenes Austrocknen der Erde sollte bei der Überwinterung jedoch vermieden werden. Im Freiland kultivierte Blaukappen werden nach den ersten Frösten im Herbst ausgerissenen oder ausgegraben und können auf dem Kompost entsorgt werden. Das in den Pflanzen enthaltene Gift wird durch die Kompostierung zerstört und stellt keine Gefahr mehr dar.

Vermehrung

Ageratum houstonianum kann durch Aussaat und mit Stecklingen vermehrt werden. Voraussetzung für die Vermehrung der Blaukappen mit Stecklingen sind Pflanzen aus dem Vorjahr, die im Haus überwintert wurden. Wesentlich einfacher und sicherer ist das Vermehren der Pflanzen durch Aussaat.

Durch Aussaat vermehren

Hobbygärtner können die Samen des Leberbalsams im Fachhandel und in Gartencentern für wenig Geld kaufen. Ein kurzer Steckbrief auf den Packungen des Leberbalsams beschreibt die wichtigsten Punkte für die Aussaat.

  • Aussaat in Anzuchttöpfen ab Ende Januar bis in den April
  • Kästen aus Kunststoff oder Holz verwenden
  • Staunässe zu vermeiden
  • eine etwa 1 cm hohe Schicht aus Sand am Boden der Kästen einbringen
  • gut kompostierte Blätter mit Gartentorf und Sand vermischt oder
  • spezielle Anzuchterde aus dem Fachhandel für die Aussaat verwenden

Die Samen des Leberbalsams sind Lichtkeimer. Lichtkeimer bedeutet, die Samen werden nur angedrückt, aber nicht mit Erde bedeckt und die Pflanzkästen müssen an einem sonnigen Platz auf einer Fensterbank oder im Gewächshaus aufgestellt werden.

Pflanzkästen abdecken

Die Pflanzkästen werden mit einer Glasplatte oder einer transparenten Kunststofffolie abgedeckt. Die optimale Keimtemperatur für Leberbalsam Saatgut ist 16 bis 20°C. Die Keimdauer beträgt je nach Temperatur ca. 6 bis 12 Tage. Wenn die Keimlinge durch die Oberfläche wachsen, können Glasplatte oder Folie allmählich abgenommen werden. Das Pikieren der Keimlinge kann beginnen, wenn die ersten Blätter zu sehen sind.

Ein paar Stunden vor dem Pikieren werden die Pflanzen gut gewässert. Beim Leberbalsam ist ein zweimaliges Pikieren empfehlenswert. Sobald das erste Grün erscheint, ist eine zu starke Sonneneinstrahlung zu generell vermeiden. In der prallen Sonne können die zarten Keimlinge verbrennen.

Wurzeln und Spitzen der Keimlinge kürzen

Um das Wachstum der Wurzeln anzuregen, können diese beim Pikieren etwas gekürzt werden. Ein leichtes Kürzen der Spitzen sorgt für eine bessere Verzweigung der Pflanze. Der Nährstoffgehalt der Anzuchterde sollte für die Aussaat gering sein. Dadurch wird ebenfalls das Wurzelwachstum angeregt. Ab etwa der zweiten Märzhälfte können die Samen des Leberbalsams im Garten ausgesät werden.

Leberbalsam gehört zu den Korbblütlern

Dafür eignen sich Frühbeete, Saatbeete oder unbeheizte Tunnel aus transparentem Kunststoff. Diese Vorgehensweise ist für unerfahrene Anfänger mit wenig bis keiner Erfahrung und die keine Jungpflanzen kaufen möchten empfehlenswert. Nach den Eisheiligen werden die vorgezogenen Pflanzen dann an ihrem endgültigen Standort eingepflanzt.

Krankheiten

Krankheiten und Schädlinge

Leberbalsam ist anfällig für Rost und Wurzelfäule. Der Rost wird durch Rostpilze (wissenschaftlicher Name: Pucciniales) verursacht. Rostpilze sind in der Zeit von Mai bis September aktiv. Befallene Blätter zeigen rostbraune Flecken. Beim Auftreten der ersten Flecken am Leberbalsam sollte sofort reagiert werden. Damit sich die Krankheit nicht weiter ausbreitet, müssen Sie

  • die befallenen Blätter sofort entfernen
  • zeigen sich neue Flecken, muss die Behandlung wiederholt werden

Wenn die Blaukappe in zu nasser Erde steht, entwickelt sich regelmäßig die Wurzelfäule, durch die die Pflanze absterben kann. Insbesondere bei Kübelpflanzen sollte unbedingt für eine gut durchlässige Erde und eine einwandfreie Entwässerung geachtet werden.

Leberbalsam blüht von Mai bis Oktober

Schädlinge

Die häufigsten Schädlinge der Blaukappe sind Blatttälchen, Blattläuse, Weiße Fliegen und Spinnmilben. Blattälchen sind nur ca. 1 mm lange Fadenwürmer, die die Blätter der Blaukappen befallen. Der Befall ist an glasig erscheinenden Stellen an den Blättern erkennbar. Schreitet die Krankheit weiter fort, verfärben sich die Stellen bräunlich.

Je früher der Befall durch Blattälchen erkannt wird und die befallenen Pflanzenteile entfernt werden, umso größer ist die Chance, dass die Pflanze überlebt. In einem weit fortgeschrittenen Stadium muss die Pflanze entsorgt werden, um eine weitere Ausbreitung der Krankheit zu verhindern.

Weiße Fliegen, Blattläuse und Spinnmilben wirksam bekämpfen

Weiße Fliegen, Blattläuse und Spinnmilben suchen sich ebenfalls gerne eine Blaukappe als Nahrungsquelle. Spinnmilben sind leicht an ihren acht Beinen und dem hellgelben bis fast weißen Körper zu erkennen. Sie sind häufig an den zur Überwinterung an einem beheizten Platz stehenden Pflanzen zu finden.

Spinnmilben stechen die Pflanze an und saugen die Pflanzensäfte aus. Ein Befall durch Blattläuse zeigt sich an einem klebrigen Belag, dem sogenannten Honigtau, auf den Blättern der Pflanze. Gegen den Befall durch alle drei Schädlinge können verschiedene Hausmittel eingesetzt werden.

  • Abspritzen mit einem Wasserstrahl
  • Einsprühen mit Seifenlauge
  • Einsprühen mit Schachtelhalm- oder Brennnesseltee
  • Einsatz natürlicher Fressfeinde

Die etwa 2 bis 3 mm große Weiße Fliege ist eigentlich keine Fliege sondern gehört zu den Läusen. Befallene Pflanzen sind anfangs an weißlichen oder gelblichen Sprenkeln auf den Blättern zu erkennen. Später werden die Blätter fleckig, verwelken und fallen ab. Die natürlichen Fressfeinde der Schädlinge sind Marienkäfer und Schlupfwespen.

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