Loganbeere, Rubus loganobaccus – Geschmack und Pflege-Hinweise

Früchte der Loganbeere
Steckbrief und Pflege-Infos öffnenschließen
Blütenfarbe
weiss
Standort
Schatten, Halbschatten
Blütezeit
Mai
Wuchsform
aufrecht, ausladend, Halbstrauch
Höhe
bis zu 5 m hoch
Bodenfeuchte
mäßig feucht, frisch
pH-Wert
neutral, schwach sauer, sauer
Kalkverträglichkeit
Kalktolerant
Humus
humusreich
Giftig
Nein
Pflanzenfamilien
Rosengewächse, Rosaceae
Pflanzenarten
Beeren, Dornensträucher, Obstgehölze
Gartenstil
Bauerngarten, Nutzgarten, Obstgarten

Die Zucht moderner Nutzpflanzen schreitet beständig voran und bringt immer wieder neue Arten hervor. Besonders Früchte und Beeren liegen hier voll im Trend. Jung und Alt erfreuen sich an dem so genannten „Naschobst“, das sich zwar wunderbar zu zahlreichen Produkten verarbeiten lässt, aber eben auch direkt vom Strauch gerne genascht wird. Eine dieser neu entstandenen Beeren ist die Loganbeere. Alles Wissenswerte zu Geschmack, sowie hilfreichen Pflegetipps, sei hier verraten.

Steckbrief

  • botanischer Name: Rubus x Loganobaccus
  • Familie: Rosaceae (Rosengewächse)
  • Gattung: Rubus
  • Ursprung: Kreuzung aus Himbeere (Rubus idaeus) und Brombeere (Rubus ursinus)
  • Wuchsform: der Brombeere ähnlich, aufrecht, ausladend, laubabwerfender Strauch
  • Wuchshöhe: bis zu 5 Meter hoch
  • Blätter: mäßig derb, 3- oder 5-fach gefiedert, runder Stil mit umlaufendem Besatz mit wenigen, jedoch ausgeprägten, geraden Dornen
  • Blütezeit: Mai
  • Blütenfarbe: weiß
  • Erntezeit: Juli – August
  • Früchte: bis zu 5 Zentimeter große, feste Frucht, optisch stark an Himbeeren erinnernd, säuerlicher Geschmack
  • Giftigkeit: keine schädliche Wirkung auf Mensch oder Tier bekannt, Frucht roh verzehrbar, Blätter beispielsweise (wie Brombeere) als Tee verwendbar
  • Standort: kühl, halbschattig bis schattig
  • Boden: kalk- und stickstoffliebend, mäßiges Nährstoffangebot ausreichend, mäßig feucht, kein Starkzehrer
  • Frosthärte: winterhart bis ca. -20 Grad

Ursprung, Geschmack und Verwendung

Der Ursprung der Loganbeere liegt in den USA, wo Züchter sie aus ihren „Eltern“, der Himbeere und der Dewberry, einer Brombeerart, kreuzten. Der Geschmack dieser bis zu 5 Zentimeter langen, optisch stark an Himbeeren erinnernden Früchte liegt daher naheliegend auch im Bereich dessen, mit dem uns die elterlichen Früchte erfreuen.

Beerentypisch wartet sie mit einem hohen Saftanteil im Fruchtfleisch auf. Qualitativ betrachtet verfügt sie dagegen über einen hohen Vitamin-C-Gehalt-Gehalt, der mit-unter auch für den als meist stark saurer beschriebenen Geschmack verantwortlich zeichnet.  In Folge werden die Früchte häufig zu Gelee, Saft und Sirup weiterverarbeitet. Diese Produkte erfordern ohnehin meist die Zugabe von Zucker, so dass die entstehenden Geschmacksvarianten ohne Kenntnis der verarbeiteten Früchte meist tatsächlich im Bereich Himbeere oder Brombeere verortet werden.

loganbeere als kuchenzutat
Die Loganbeere findet auch in verschiedensten Backwaren, wie zum Beispiel diesem Kuchen, Verwendung.

Die Dornen

Die Loganbeere gilt als sehr arm an Dornen. Während die Himbeere über zahlreiche feine, eher an Härchen erinnernde Stacheln verfügt, setzt sich die Brombeere dagegen mit kräftigen, großen ausgebildeten, eng stehenden Dornen zur Wehr. Loganbeeren dagegen verfügen zwar über der Brombeere ähnliche Dornen, diese fallen jedoch weniger stark ausgeprägt und weit weniger häufig aus, als es bei den wehrhaften Eltern der Fall ist. Diese Erleichterung bei der Ernte nimmt natürlich nicht nur der Hobbygärtner war. Auch Vögel nehmen diese Gelegenheit, einfach an schmackhaftes Futter zu gelangen, gerne wahr.

Tipp: Nimmt der Vogelfraß im Laufe der Reife überhand, sollten die Sträucher daher bei Bedarf durch ein Vogelschutznetz vor den gefräßigen Gästen geschützt werden.

Pflege

Auch bezüglich erforderlicher Pflegemaßnahmen orientiert sich Rubus Loganobaccus mehr oder weniger eng an den zur Kreuzung verwendeten Pflanzenarten. Allerdings wartet sie auch mit einigen Besonderheiten auf, die für eine dauerhaft erfolgreiche Zucht der Sträucher mit einer regelmäßigen, ertragreichen Ernte berücksichtigen sollte.

Standort und Boden

Zwar hat die Wahl des optimalen Standorts zunächst keinen unmittelbaren Bezug zur Pflege der Loganbeere. Mit dem Wissen, dass einzelne Standortfaktoren jedoch den resultierenden Pflegeaufwand enorm erhöhen oder verringern können, kommt diesem Aspekt diesbezüglich sehr wohl eine gewisse Bedeutung zu.

Kurzum bevorzugt Rubus Loganobaccus einen im Vergleich zu zahlreichen anderen Pflanzen eher ungewöhnlichen Standort:

  • feucht, aber nicht staunass
  • kühl
  • schattig bis halbschattig

Zwar gedeihen die Pflanzen auch an warmen, eher sonnigen Standorten, jedoch führen die höheren Temperaturen zu einer gesteigerten Anfälligkeit durch Pilze und Schädlinge. Allen voran ist dies die Spinnmilbe, die sich vor allem in eher trockenen, sonnigen Umgebungen besonders gut entwickelt.

Mit diesem Wissen lässt sich durch die Wahl des richtigen Standorts bereits von vorn herein der Aufwand für die Pflege der Pflanzen und die Bekämpfung möglicher Parasiten wirkungsvoll auf einem geringen Maß halten.

Gießen

bluete der loganbeere
Beim Gießen und Düngen erweist sich die Loganbeere als genügsam und pflegeleicht.

Der häufigste und meist einfachste Teil des regelmäßigen Pflegeaufwands dürfte das Gießen der Sträucher darstellen. Denn einerseits gestaltet sich die Gabe von Wasser recht simpel, andererseits gibt es ohne Wasser schlicht kein Wachstum und auf Dauer auch kein Überleben der Pflanzen. Loganbeeren zeigen sich diesbezüglich jedoch recht unempfindlich:

  • in Übergangszeiten, Frühjahr und Herbst im Normalfall keine zusätzlichen Wassergaben erforderlich
  • im Hochsommer ein bis zwei Mal wöchentlich moderat gießen, während Hitzeperioden im Einzelfall zusätzlichen Gießvorgang durchführen
  • Boden maximal feucht halten, Trockenfallen aber bei gesunden Pflanzen problemlos möglich

ACHTUNG: Staunässe vermeiden!

Düngen

Ähnlich genügsam wie beim Thema Wasserversorgung zeigt sich die Loganbeere auch bei der Nährstoffversorgung:

  • nährstoffhaltige Böden: während der Wachstums- und Triebphase keine Düngergaben erforderlich
  • magere Böden: gelegentlich (alle zwei bis vier Wochen) Kompost um die Pflanzen verteilen
  • im Herbst: Kompost oder Hornspäne um die Pflanzen verteilen und vorsichtig in den Boden einarbeiten, dabei Beschädigungen am Wurzelwerk vermeiden
  • spezieller Beerendünger sowie sonstige künstliche Präparate nicht erforderlich

Schneiden

gartenschere schneidet loganbeere
Das Schneiden der Loganbeere ist dafür jedoch von erhöhter Bedeutung.

Den größten Einfluss auf den Ertrag der Loganbeere erzielt man mit dem richtigen Schnitt. Dieser lässt sich je nach Zeitpunkt in unterschiedliche Schnitte mit jeweils eigenen Zielsetzungen einteilen:

  1. Schnitt nach der Ernte / Herbstschnitt

Da Früchte nur an jungen Trieben wachsen, bringen die bereits in diesem Jahr abgeernteten Triebe im Folgejahr keinen Ertrag mehr und sollten unmittelbar nach der Ernte entfernt werden. Hierzu werden die Triebe direkt über dem Erd-reich an ihrer Basis abgetrennt und entfernt. So investiert die Pflanze keine unnötige Energie in diese Triebe, die ohnehin für den Hobbygärtner nicht mehr vor nutzen sind. Lediglich einige wenige junge Triebe sollten erhalten bleiben, um dem Strauch eine Grundlage für die lebensnotwendige Photosynthese zu erhalten.

  1. Frühjahrsschnitt

Im Frühjahr bringt die Pflanze neue Triebe hervor, die im Laufe der Saison die begehrten Früchte tragen. Diese Jungtriebe sollten frühzeitig ausgedünnt werden, um die Kraft des Strauchs auf eine überschaubare Anzahl an Trieben zu konzentrieren, die dafür einen ergiebigen Ertrag liefern. Darüber hinaus verbessert die Auslichtung die Belüftung und Belichtung der verbliebenen Triebe und erleichtert zudem Pflege und Ernte. Unerwünschte Triebe werden direkt über dem Boden abgeschnitten und entfernt.

  1. Erhaltungsschnitt

Das ganze Jahr über treibt die Loganbeere immer wieder neue Triebe aus. Daher ist die Entfernung unerwünschter Seitentriebe nicht nur im Frühjahr, sondern auch die Saison über immer wieder nötig. Weiterhin sollten trockene und kranke Äste ebenfalls laufend beseitigt werden, um eine Übertragung auf gesunde Pflanzenteile zu vermeiden.

Weitere Pflegetipps

Ist die Versorgung mit Wasser und Nährstoffen sichergestellt und der Strauch über den richtigen Schnitt zu üppigem Wachstum und hohem Ertrag motiviert, sind die wichtigsten Pflegemaßnahmen bereits erfolgt. Darüber hinaus gibt es aber verschiedene weitere Punkte, die entweder direkt den Pflegemaßnahmen zuzuordnen sind, oder diese maßgeblich erleichtern:

Das Rankgitter

rankgitter fuer loganbeere
Ein Rankgitter erleichtert der Loganbeere das Wachstum erheblich. Machen Sie es vorher auf jeden Fall witterungsfest!

Loganbeeren sind von vorn herein nicht zwingend auf die Verwendung eines Rankgitters angewiesen. Lässt man den bis zu fünf Meter langen Ranken freien Lauf, wachsen sie zunächst gerade nach oben, bis sie, der Schwerkraft folgend, zur Seite abkippen und sich der Brombeere gleich als üppiges, struppiges Buschwerk eine Form geben. Der Pflanze selbst tut dies keinen Abbruch. Allerdings sprechen verschiedene Gründe dafür, die Ranken nach dem Schnitt an einem Rankgitter zu befestigen und sie so vom Boden fern zu halten:

  • bessere Zugänglichkeit bei Pflege und Ernte
  • bessere Belichtung der Früchte während der Reife, somit höhere Qualität
  • geringere Anfälligkeit für Pilze und andere Schädlinge durch gute Ablüftung von Feuchtigkeit
  • geringeres Risiko von verdorbenen Früchten, da diese ohne Bodenkontakt ohne Druck- und Lagerstellen, sowie ohne Kontakt zu Feuchtigkeit und Schimmelsporen bzw. Fäulnisbakterien reifen

Die Begrenzung der Größe

Wird ein Strauch zu groß, lässt er sich problemlos durch Abteilen einzelner Triebe bzw. Wurzelbereiche in seiner Ausbreitung beschränken. Entgegen seinen „Eltern“, also der Himbeere und der Brombeere, bildet die Loganbeere dagegen keine Seitentriebe, so dass eine aktive und permanente Beobachtung und Begrenzung der Verbreitung nicht erforderlich ist.

Überwintern

Die Triebe der Loganbeere gelten als vergleichsweise winterhart Bis zu Temperaturen um -18 bis -20 Grad Celsius nehmen die Sträucher keinen dauerhaften Schaden. Lokale Erfrierungen an spät im Jahr gebildeten Trieben dagegen können vernachlässigt werden, da der Ertrag nur an den im Frühjahr entstehenden Schösslingen reift. Sind kältere als die benannten Temperaturen zu erwarten, sollte der Wurzelballen bzw. das Erdreich darüber mit geeigneten Schutzmaßnahmen versehen werden:

  • Abdeckung mit Tannenreisig
  • Matten oder Vliese aus Kokosfasern oder ähnlichen Faserstoffen

ACHTUNG: In vielen Gärten sieht man immer wieder von Verpackungen oder Ähnlichem ohnehin im Haushalt vorhandene Luftpolsterfolien als winterlichen Kälteschutz. Da es diesen Kunststoffprodukten an der nötigen Atmungsaktivität fehlt, ist eine erhöhte Schimmel- und Fäulnisbildung mit Abklingen der Minustemperaturen zu befürchten. Wird dennoch darauf zurückgegriffen, sollte die Folie in mehreren Teilstücken mit nur loser Überlappung der Stöße verwendet werden. Außerdem sollte die Folie frühzeitig entfernt werden, bevor überhaupt ein Tauwasserausfall zu befürchten ist!

Krankheiten und Schädlinge

strauch der loganbeere
Krankheiten und Schädlinge stellen für die Loganbeere ein großes Risiko dar.

Obwohl die Loganbeeren vergleichsweise unempfindlich sind, werden sie immer wieder von Krankheiten befallen. Diese Krankheiten treten am häufigsten auf und so sind sie in den Griff zu bekommen:

Rutenfäule

  • Erreger: verschiedene Pilze, meist begünstigt durch Himbeerrutengallmücken, die den Pilzen durch Anstechen der Triebe Zugang in die Pflanzenzellen ermöglichen
  • Symptome: braune Verfärbung an Blattansatz und Knospen, Vertrocknen und Aufreißen der Rinde, zurückbleibende Entwicklung der Triebe, spätestens im Herbst und Winter absterben des gesamten befallenen Triebs
  • Bekämpfung: abschneiden und entsorgen befallener Triebe, Behandlung bzw. Heilung erfolgter Schäden nicht möglich
  • Vermeidung: Vermeidung von das Pilzwachstum begünstigender Rahmenbedingungen, zu nasse und warme Standorte vermeiden, gute Belüftung sicherstellen

Wurzelfäule

  • Erreger: Pilze bzw. den Pilzen verwandte Bakterien
  • Symptome: Absterben der Wurzeln, in Folge austrocknen der Triebe mangels Versorgung mit Wasser und Nährstoffen
  • Bekämpfung: befallene Pflanzenteile ausgraben, abstechen und entsorgen; nicht auf Komposthaufen entsorgen oder Häckseln, da Erreger so zu möglichen Wirtspflanzen zurückgeführt werden
  • Vermeidung: Vermeidung begünstigender Standortbedingungen, zu hohe Feuchtigkeit und Wärme vermeiden

Brennfleckenkrankheit

  • Erreger: verschiedene Pilze
  • Symptome: braune Flecken auf Blättern und Stängeln, von denen sich eine zunehmende Austrocknung der Triebe ausbreitet
  • Bekämpfung: Entfernen und entsorgen befallener Triebe
  • Vermeidung: Unterbindung von Pilzwuchs begünstigenden Rahmenparametern, trockene, kühle und gut belüftete Standorte wählen

Spinnmilbe

spinnmilben an blatt
Spinnmilben erweisen sich als große Bedrohung der Loganbeere.
  • Erreger: Milben
  • Symptome: zunächst erschlaffende Blätter, später Austrocknung ganzer Blätter durch Verletzung der Zellmembranen – Spinnmilben beißen Zellen an und ernähren sich vom austretenden Zellsaft, gut erkennbar an weißen Gespinsten der Milben
  • Bekämpfung: Verwendung geeigneter Pestizide, alternativ Entfernen befallener Triebe
  • Vermeidung: gute Belüftung sicherstellen, da Milben sich insbesondere in der geschützten Umgebung von gewächshausähnlichen Bedingungen (Warm, trocken, wenig Zugluft) stark vermehren

Bei der Betrachtung der häufigsten Krankheiten wird schnell deutlich, dass eine Behandlung oder gar Heilung befallener Triebe nicht möglich ist. Stattdessen sollte die Kontrolle auf mögliche Schadensbilder in die regelmäßige Pflege mit einfließen, so dass mögliche befallene Triebe frühzeitig beseitigt werden können. So lassen sich auch unheilbare Krankheitsbilder, wie die beschriebenen Pilzinfektionen, gut eindämmen. Im Idealfall kann die Ertragsminderung so auf ein Minimum beschränkt oder gar völlig vermieden werden.