Mangobaum, Mangifera indica: Pflege von A-Z | Mangopflanze

Mangobaum - Mangifera indica
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Blütenfarbe
mehrfarbig
Standort
Halbschatten, Sonnig
Blütezeit
Juni, Juli, August
Wuchsform
aufrecht, ausladend
Höhe
bis zu 4 Meter hoch (im Kübel)
Bodenart
lehmig
Bodenfeuchte
mäßig feucht, frisch
pH-Wert
neutral, schwach sauer
Kalkverträglichkeit
Kalkintolerant
Humus
humusreich
Giftig
Ja
Pflanzenfamilien
Sumachgewächse, Anacardiaceae
Pflanzenarten
Kübelpflanzen, Obstgehölze, Ziergehölze
Gartenstil
Wintergarten

In Deutschland wird der Mangobaum fast ausschließlich als Kübelpflanze gehalten, denn er ist nicht winterhart. Blüten und Früchte trägt er hierzulande selten bis gar nicht. In beheizten Gewächshäusern und Wintergärten fühlt er sich am wohlsten. Mit ein wenig Geduld und der richtigen Pflege lässt sich aus dem Kern einer geeigneten Frucht ein prächtiges kleines Bäumchen züchten. Das ist zwar etwas aufwendig aber jede Mühe wert.

Steckbrief

  • Pflanzenfamilie: Sumachgewächse (Anacardiaceae)
  • Gattung: Mangos (Mangifera)
  • Herkunft: Indien, Tropischer Regenwald
  • Botanischer Name: Mangifera indica
  • Wuchs: immergrün, schnellwüchsig, ausladende, rundliche Krone
  • Wuchshöhe: 180 bis 400 cm
  • Blüte: selten, nach frühestens 10 Jahren, mehrfarbig, duftend
  • Blütezeit: Sommer
  • Blatt: dunkelgrün, lederartig und glänzend
  • Kalkverträglichkeit: kalkunverträglich

Nicht jede Mango für die Anzucht geeignet

Mango - Mangokern
Insbesondere die Kerne von Mangos aus Supermärkten eignen sich eher weniger zur eigenen Anzucht.

Vorgezogene Mangobäume sind im normalen Gartenfachhandel kaum zu bekommen. Deshalb werden sie in der Regel aus deren Samen bzw. den Kernen gezogen. Aber nicht jeder Kern ist geeignet. Das trifft insbesondere auf Kerne von Früchten aus dem Supermarkt oder Discounter zu, die man für den Selbstanbau besser nicht verwenden sollte.

Das liegt daran, dass diese Früchte sehr oft mit keimhemmenden Substanzen behandelt wurden. Sie haben lange Transportwege hinter sich, wurden sehr früh geerntet und gekühlt. Dadurch konnten sich die Kerne nicht optimal entwickeln und sind in ihrer Keimfähigkeit stark eingeschränkt.

Besser sieht es bei Mangos aus dem Bioladen aus, die sind unbehandelt. Oder man sieht sich in speziellen Internet-Shops nach geeignetem Saatgut um. Da Mangos in Deutschland nur im Kübel gehalten werden können, sollte man am besten kleinbleibende Sorten wie z.B. ‚Cogshall‘ und ‚Carrie‘ verwenden, die meist auch am leichtesten zu bekommen sind.

Standort

  • sonnig, warm, gleichmäßig feucht und windgeschützt
  • pralle Sonne für ältere Mangopflanze kein Problem
  • junge Mangobäume etwas empfindlicher
  • anfangs an Sonne gewöhnen
  • dazu für ein paar Tage an einen halbschattigen Platz stellen
  • später, am besten ganzjährig, in beheiztem Glashaus oder Wintergarten
  • Mango benötigt neben Wärme, viel Licht und hohe Luftfeuchtigkeit
  • Sommer über, auch Standort im Freien möglich
  • ab Temperaturen unter 15 Grad, Aufenthalt im Freien problematisch

Boden

Das Substrat für eine junge Mangopflanze sollte leicht sauer und durchlässig sein. Größere Exemplare gedeihen auch sehr gut in leicht lehmigem Boden. Kalk mag der Mangobaum gar nicht. Auch sandige Böden sind komplett ungeeignet. Bestens eignet sich dagegen eine Mischung aus normaler Gartenerde, Kompost und Kokosfaser, etwa zu gleichen Teilen. Alternativ kann man auch eine qualitativ hochwertige Kübelpflanzenerde aus dem Gartenfachhandel verwenden.

Mangobaum pflanzen

Mangokern aufschneiden
Mit einem Messer legen Sie die Samen im Kern frei.

Saatgutgewinnung

Wenn man einen Mangobaum pflanzen möchte, geht es eigentlich darum, den Kern einer Mango zu pflanzen. Zur Samengewinnung sollte man ausschließlich voll ausgereifte Früchte verwenden. Die Reife einer Mango erkennt man beispielsweise an einer leicht ledrigen Außenhaut, die bei wenig Druck nachgibt.

Die Farbe ist kein aussagekräftiges Indiz für die Reife einer Frucht. Die kann je nach Herkunft unterschiedlich sein. Während reife indische Mangos intensiv gelb, stellenweise auch hellrot sind, sind brasilianische auch im tiefroten Zustand noch lange nicht reif. Und philippinische Mangos sind auch im vollreifen Zustand immer noch grün.

Eigentlichen Samen freilegen

Möchte man eine Mangopflanze aus einer reifen Frucht züchten, muss man zunächst an den Kern gelangen und diesen entsprechend vorbereiten. Am besten zieht man dazu Handschuhe an, denn Mangokerne enthalten Stoffe, die die Haut empfindlicher Personen reizen können.

  • Kern mit Messer aus dem Fruchtfleisch lösen
  • danach Mangokern eine Weile antrocknen lassen
  • sollte jetzt nicht mehr rutschig sein
  • nun mit scharfem Messer aufbrechen und Samen freilegen
  • Samen ähnelt einer großen, flachen Bohne
  • kann braun, hellgrün oder weißlich-grün sein
  • grauer, schrumpeliger Kern nicht mehr keimfähig

Man kann den Mangokern auch mitsamt der weißen Hülle direkt pflanzen, sobald er vom Fruchtfleisch befreit und etwas angetrocknet ist. Diese Methode ist mit einer Keimdauer zwischen einer Woche und drei Monaten allerdings deutlich länger, als bei Samen die man ohne Hülle pflanzt. Hier vergehen in der Regel ein bis zwei Wochen bis zur Keimung.

Tipp: Um den Kern zu öffnen, sticht man mit einem scharfen Messer vorsichtig in dessen Spitze, führt es an der Seite entlang und hebelt ihn auf. Dann sollte sich die Außenhülle problemlos öffnen lassen.

Samen präparieren

Ist der eigentliche Samen der Mango freigelegt, muss auch er einer weiteren Behandlung unterzogen werden, um sicher keimen zu können. Dazu bieten sich zwei unterschiedliche Methoden an, zum einen das Trocknen und zum anderen Einweichen.

1. Trocknen

Der Samen muss komplett trocken sein. Dazu legt man ihn am besten an einen warmen, sonnigen und zugluftfreien Platz, beispielsweise aufs Fensterbrett. Dort bleibt er für etwa drei Wochen liegen. Nach dieser Zeit drückt man ihn ein Stück auf, ohne ihn dabei zu zerbrechen, ansonsten würde er wahrscheinlich nicht mehr keimen. Den so präparierten Samen lässt man nun eine weitere Woche ruhen, bevor er eingepflanzt werden kann.

2. Einweichen

Bei dieser Variante ritzt man den Samen an einer Stelle vorsichtig an und legt ihn 24 Stunden lang in ein Glas mit zimmerwarmem Wasser. Anschließend wickelt man ihn in ein feuchtes Küchen- oder Papiertaschentuch und steckt ihn in einen Gefrierbeutel. Dieser wird dann mit einem Clip fest bzw. luftdicht verschlossen. Nun kommt das Ganze für etwa zwei Wochen an einen warmen Ort. Während dieser Zeit bildet der Samen in der Regel Wurzeln und einen Keimling aus. Sind die Samen entsprechend präpariert, ist die Erde dran.

Anzuchtsubstrat keimfrei machen

Eine gewisse Vorbereitung erfordert auch das Substrat, insbesondere handelsübliche Anzuchtsubstrate. Um einen Mangobaum zu züchten, und die jungen Keimlinge vor Bodenschädlingen und pilzlichen Erregern zu schützen, ist es ratsam, die Erde keimfrei zu machen. Ansonsten sollte sie nährstoffarm und locker sein mit einem pH-Wert nicht über sieben. Geeignet sind neben speziellen Anzuchterden auch Kokossubstrate aus dem Gartenfachhandel.

Um die Keimfreiheit zu erreichen, gibt man das Substrat auf eine geeignete Unterlage und dann für eine Viertelstunde bei etwa 160 Grad in den Backofen. Oder man stellt sie für kurze Zeit bei hoher Stufe in die Mikrowelle. Dabei ist darauf zu achten, dass die Erde leicht feucht ist und nicht abgedeckt wird, damit die Feuchtigkeit entweichen kann. Im Backofen klemmt man dazu einen Holzlöffel oder Ähnliches in die Ofentür, sodass sie einen Spalt geöffnet bleibt. Beim Kokossubstrat ist das nicht notwendig.

Mangokern pflanzen

Mangokern pflanzen
Beim Pflanzen des Mangokerns gibt es einiges zu beachten.

Kleine Töpfe sind zum Pflanzen einer Mango nicht geeignet. Sie sollten einen Durchmesser von mindestens 40 cm aufweisen und vor allem tief sein, da die Mango tiefgehende Pfahlwurzeln bildet.

Unverzichtbar sind mehrere Abzugslöcher im Topfboden, um Staunässe zu vermeiden.

  • Pflanzgefäß mit etwas reifen Kompost und Erde-Sand-Gemisch befüllen
  • alternativ handelsübliche Kübelpflanzenerde verwenden
  • Samen mit Keim aufrecht einpflanzen
  • so tief, dass Keim zwei bis drei Zentimeter aus Erde schaut
  • anschließend mit handwarmem Wasser wässern, am besten mittels Sprühflasche
  • Sprühnebel verhindert, dass Erde weggespült wird
  • Substrat nächsten Wochen gleichmäßig feucht halten
  • Staunässe unbedingt vermeiden
  • auf hohe Luftfeuchte und konstante Temperaturen von 25 bis 30 Grad achten
  • nach vier bis sechs Wochen wächst Keimling heran
  • ist Topf gut durchwurzelt, umpflanzen

Keimlinge, die sich bereits von dem Samen gelöst haben, pflanzt man vorsichtig mit der Wurzel nach unten etwa 20 cm tief ein. Lediglich ein paar Blätter sollten aus der Erde ragen. Sie wachsen im Vergleich zu einem eingepflanzten Kern mit Keim schneller zu kleinen Bäumchen heran. Das setzt natürlich die richtige Pflege voraus.

Pflege

Gießen

Mangobaum gießen
Die optimale Wasserversorgung spielt bei der Pflege des Mangobaums eine große Rolle.

Damit das Bäumchen wächst und gedeiht, muss es entsprechend gepflegt werden. Ein wichtiger Teil der Pflege ist das Gießen. Ein Mangobaum liebt gleichmäßig feuchte Böden und eine hohe Luftfeuchtigkeit. Dennoch dürfen sie nicht zu nass sein, sonst könnten die Wurzeln schnell faulen. Zur Vermeidung von Staunässe ist unbedingt für einen guten Wasserabfluss zu sorgen. Um eine entsprechend hohe Luftfeuchtigkeit zu gewährleisten, besprüht man die Mangopflanze möglichst täglich mit Wasser.

Sowohl das Gießwasser als auch das Wasser zum Besprühen sollte lauwarm und vor allem weich bzw. kalkarm, im Idealfall kalkfrei, sein. Bei der Wahl des richtigen Pflanzgefäßes ist Ton empfehlenswerter als Kunststoff. Ton hat die Eigenschaft, überschüssiges Wasser aufzunehmen und an die Luft abzugeben.

Tipp: Steht nur Leitungswasser zur Verfügung, muss das mindestens eine Woche abgestanden sein, bevor man es zum Gießen verwenden kann. So kann sich der Kalk am Boden absetzen.

Düngen

Sämlinge ziehen ihre Nährstoffe aus dem Kern und müssen deshalb nicht zusätzlich gedüngt werden. Erst auch etwa zwei Monaten beginnt man mit der Düngung. Von April bis September einmal wöchentlich einen niedrig dosierten Flüssigdünger verabreichen. Man sollte etwa ein Viertel der üblichen, vom Hersteller empfohlenen Menge verwenden.

Schneiden

Einen regelmäßigen Schnitt benötigt ein Mangobaum in der Regel nicht. Allerdings kann man eine jüngere Mangopflanze durch Beschneiden zu einer besseren Verzweigung anregen. Auch abgestorbene Pflanzenteile und zu lange Einzeltriebe können ohne Probleme herausgeschnitten werden. Der ideale Zeitpunkt für diese Maßnahmen ist im Winter.

Überwintern

Der aus den Tropen stammende Mangobaum (Mangifera indica) ist, wie bereits erwähnt, in Deutschland nicht winterhart. Demzufolge muss er frostfrei und hell bei Temperaturen um die 15 °C (+/-5) überwintern. Ein kurzzeitiges Temperaturminimum von 3 °C wird sowohl von Jungpflanzen als auch älteren Exemplaren vertragen.

Jungpflanzen sollten anfangs eher warm stehen, ältere kommen auch sehr gut bei kühlen Überwinterungstemperaturen zurecht. Je wärmer das Quartier ist, desto heller muss die Pflanze stehen. Auch im Winter sollte die Pflege nicht zu kurz kommen. Erfolgt die Überwinterung warm, muss weiterhin gegossen und gedüngt werden. Nicht zu vergessen das regelmäßige Besprühen der Mangopflanze. Bei kühler Überwinterung ist der Bedarf an Wasser und Dünger entsprechend niedriger.

Umtopfen

Mangobaum umtopfen
Der Mangobaum muss in regelmäßigen Abständen umgetopft werden.

Ein weiterer Bestandteil der Pflege ist das Umtopfen. Ein Mangobaum wächst zügig und durchwurzelt sein Pflanzgefäß oft schon innerhalb einer Saison. Folglich benötigt er einen größeren Topf und frische Erde.

  • erstes Mal frühestens nach zwei Jahren umtopfen
  • später in regelmäßigen Abständen von ein bis zwei Jahren
  • bester Zeitpunkt im Frühjahr, nach Überwinterung.
  • neues Pflanzgefäß nur wenig größer als Altes
  • eher tiefer als breiter, wegen der Pfahlwurzeln
  • auf Topfboden Drainage aus Kies geben
  • Drainage gegebenenfalls mit Vlies abdecken
  • dann einen Teil des Substrats einfüllen
  • Pflanze nun vorsichtig aus altem Topf heben
  • dabei Wurzeln möglichst nicht verletzen
  • an Wurzel anhaftende, lose Erde entfernen
  • Mango mittig wiedereinsetzen
  • ebenso tief einpflanzen, wie im alten Topf
  • bis wenige Zentimeter unter Topfrand mit Erde auffüllen
  • Erde andrücken und gießen

Tipp: Nach dem Umpflanzen ist es ratsam, die Pflanze auf einem Rolluntersetzer zu platzieren, denn sie kann relativ schnell an Wachstum und demzufolge auch an Gewicht zulegen.

Vermehrung

Wer bereits einen Mangobaum besitzt, kann aus Stecklingen weitere Pflanzen züchten. Dazu schneidet man frische, grüne, 15-20 cm lange Triebe ab und entfernt die unteren Blätter. Anschließend steckt man sie direkt in kleine, mit Anzuchterde befüllte Töpfe. Das sollte eine Temperatur zwischen 22 und 30 Grad aufweisen. Nach dem Einsetzen des Stecklings wird das Substrat befeuchtet und bis zur Wurzelbildung gleichmäßig feucht gehalten. Über den Topf bzw. den Steckling stülpt man eine lichtdurchlässige Folientüte, die man täglich kurzzeitig zum Belüften entfernt. Zeigt sich an den Stecklingen der erste neue Austrieb, kann die Folie entfernt werden.

Krankheiten

Mangobaum braune Blätter
Braune Blätter am Mangobaum können mehrere Ursachen haben.

In seinem Herkunftsland ist der Mangobaum aufgrund des Klimas anfällig für Krankheiten, wie die Anthraknose (Brennfleckenkrankheit) oder die Verticilliumwelke. Letztere tritt im Freien auf, beispielsweise wenn der Baum dort gepflanzt wird, wo zuvor Gemüsesorten wie z.B. Tomaten angebaut wurden. Da der Mangobaum in unseren Breitengraden nicht im Freien ausgepflanzt wird, besteht diese Gefahr hier nicht. Auch Schädlinge, die die Pflanze in den Tropen befallen können, sind in Deutschland kein Thema.

Sonnenbrand

Große, bräunliche Flecken auf den Blättern können auf einen Sonnenbrand hindeuten. Der ist für die Mangopflanze nicht gefährlich und eher ein optisches Problem. Um größere Schäden zu vermeiden, sollte man den Mangobaum schnellstens umstellen, um ihn vor zu starker Sonneneinstrahlung, insbesondere unmittelbar hinter einer Glasscheibe zu schützen.

Schädlinge

Spinnmilben

Welkende, sich schwarz verfärbende Triebspitzen sind oft ein Indiz für einen Spinnmilbenbefall. Die treten vor allem dann auf, wenn die Pflanzen zu trockenstehen. Das betrifft sowohl die Boden- als auch die Luftfeuchte. Um diesen Schädling zu bekämpfen, braust man die Pflanze zunächst gründlich ab. Allerdings nicht, ohne das Substrat vorher abzudecken. Anschießend hüllt man sie in eine lichtdurchlässige Folie, die man luftdicht verschließt. Unter der Folie entwickelt sich ein feuchtwarmes Klima, das die Spinnmilben innerhalb weniger Tage absterben lässt.