Milchstern, Ornithogalum dubium – Pflege der Blume als Zimmerpflanze

Milchstern, Ornithogalum dubium
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Blütenfarbe
orange
Standort
Sonnig
Blütezeit
Februar, März, Juli, August, September
Wuchsform
aufrecht
Höhe
bis zu 30 Zentimeter hoch
Bodenart
sandig, kiesig, tonig
Bodenfeuchte
mäßig trocken
Kalkverträglichkeit
Kalktolerant
Humus
k.A.
Giftig
Ja
Pflanzenfamilien
Spargelgewächse, Asparagaceae
Pflanzenarten
Zimmerpflanzen, Zierpflanzen
Gartenstil
Ziergarten

Milchstern, Ornithogalum dubium, Gärtnerschreck oder gar Gärtnertod – die südafrikanische Pflanze hat viele Namen und einige Besonderheiten. Als dekorative und exotische Blume kann sie nicht nur Sträuße schmücken, auch als Zimmerpflanze macht das Gewächs einiges her. Dazu kann der Milchstern sogar problemlos von Neulingen in der Pflanzenpflege kultiviert werden. Hierfür ist jedoch ein Mindestmaß an Wissen über die orange blühende Exotin von Nöten.

Steckbrief

  • Standort: sonnig und warm
  • Pflanzenfamilie: Spargelgewächse
  • Giftigkeit: in allen Teilen giftig
  • Kalkverträglichkeit: verträgt Kalk aber bevorzugt kalkarmes Substrat und Wasser
  • Blühzeit: etwa von Juli bis September, kann aber stark variieren
  • Blütenfarbe: orange
  • Höhe: zwischen 15 und 30 Zentimeter
  • Herkunft: Südafrika
  • Besonderheiten: nicht frosthart, Blüten sind nur tagsüber geöffnet

Standort

Bei der Standortwahl sollte dringend die Herkunft des Milchsterns beachtet werden. Das Gewächs aus Südafrika ist in seinem Ursprungsland von der Sonne verwöhnt und das möchte es auch im europäischen Wohnzimmer sein. Zudem benötigt die Ornithogalum dubium Mindesttemperaturen von 15 bis 20° Grad. Solange es keine trockene Hitze ist, dürfen die Temperaturen aber auch gerne deutlich darüber liegen.

Milchstern, Ornithogalum dubium stammt aus Südafrika

Substrat

Am besten gedeiht die orange Ornithogalum dubium in lockerem, kalkarmem Substrat. Als Fertig-Substrat bietet sich daher Kakteenerde an. Auch eine Mischung aus zwei Teilen Pflanzenerde und jeweils einem halben bis einem Teil Bimskies und Sand kann verwendet werden. Alternativ kann der Sand gegen ein Tongranulat ausgetauscht werden. Kalkhaltigere Erde verträgt die Blühpflanze zwar, sie gedeiht dann in der Regel jedoch weniger gut.

Pflanzgefäß

Ein besonders Pflanzgefäß ist für die orangefarbene Blume zwar nicht von Nöten, es lohnt sich jedoch, einen Untersetzer anstelle eines Übertopfes für den Milchstern zu kaufen. Hierin fallen Wasserreste schneller auf.

Pflege

Zudem sollte bei beim Einsetzen in das Pflanzgefäß und beim Umtopfen eine Drainageschicht eingebracht werden. Das erleichtert die folgende Pflege und erfordert weniger Vorsicht beim Gießen. Das Einpflanzen von mehreren Zwiebeln empfiehlt sich hingegen nur dann, wenn die Milchsterne im Kübel mit ausreichend Abstand kultiviert werden. 15 Zentimeter sollten zwischen den Pflanzen wenigstens Platz sein. Anderenfalls kann es zu einer Einschränkung der Blüh- und Wuchskraft kommen.

Gießen

Gegossen werden die Milchsterne sparsam aber regelmäßig. Während der Wachstums- und Blühphase sollten die oberen Erdschichten so gewässert werden, dass sie gut durchtränkt sind. Ein vollständiges Durchfeuchten des gesamten Substrats ist hingegen nicht von Nöten. Zudem ist Staunässe dringend zu vermeiden. Anhaltende Trockenheit vertragen die Zwiebeln jedoch ebenfalls nicht. Vor allem dann nicht, wenn die Raumluft sehr heiß und trocken ist.

Milchstern kann in seiner Blütezeit stark variieren

Das Gießen wird wiederholt, wenn die Erde oberflächlich abgetrocknet ist. Während der Ruhephase reicht die Gabe von sehr kleinen Wassermengen oder das Besprühen der Zwiebeln beziehungsweise des Substrats aus. Zum Gießen sollte weiches Wasser verwendet werden. Optimal wäre Regenwasser. Ist dies nicht parat, kann alternativ kalkarmes oder abgestandenes Leitungswasser genutzt werden.

Düngen

Bei der Düngung des Milchsterns gehen die Meinungen weit auseinander. Die einen meinen, dass das Gewächs recht genügsam ist, was den Nährstoffbedarf angeht. Eine Düngung der Ornithogalum dubium soll sogar nur dann notwendig sein, wenn die Pflanze nicht jährlich umgetopft wird. Mit frischer Erde erübrigt sie sich bei der Zimmerpflanze also vollständig.

Wer die Überwinterung im Topf bevorzugt und nicht jedes Jahr die Erde wechseln möchte, sollte von März bis September aller zwei bis vier Wochen düngen – dabei aber sparsam sein. Anderen Erfahrungen zufolge sollte dieser Düngungsrhythmus auch bei der Verwendung von frischer Erde eingehalten werden.

Gedüngt wird mit einem stickstoffbetonten Mittel, beispielsweise universeller Pflanzendünger. Dabei sollte lediglich eine geringe Menge des Nährstofflieferanten verwendet und diese stark mit Wasser verdünnt werden, um das Gewächs nicht zu überlasten. Für die orange blühende Ornithogalum dubium ist eine Stickstoffkonzentration von 0,1 Prozent ideal.

Verschnitt

Ist die Pflanze verblüht, sterben die Blätter in der Regel nach und nach ab. Ein Verschnitt ist dennoch nicht von Nöten.

Stattdessen sollte gewartet werden, bis die Blätter und Stängel vollständig vertrocknet sind. Dann reicht jeweils ein leichter Ruck aus, um die Pflanzenteile zu entfernen. Ein Verschnitt ist dennoch möglich, auch bevor und nachdem das Gewächs verblüht ist. Die Blüten bieten sich sogar als Schnittblumen an.

Milchstern ist auch sehr dekorativ als Zimmerpflanze

Überwinterung

Wenn die Blätter des Gärtnerschrecks gelb werden und vertrocknen, beginnt die Ruhephase der südafrikanischen Pflanze. Wann diese einsetzt, richtet sich nach der Blütezeit – denn sie folgt erst danach. Für die „Überwinterung“ des Milchsterns stehen dann zwei Möglichkeiten zur Verfügung. Zum einen das Belassen der Zwiebeln direkt in der Erde im Topf. Zum anderen können die Zwiebeln während der Ruhephase aus der Erde entnommen werden.

Für die Überwinterung beziehungsweise Ruhephase in der Erde wird das Pflanzgefäß dunkel, trocken und kühl gestellt. Die Pflege während der Ruhephase beschränkt sich auf gelegentliches Besprühen, aller ein bis zwei Wochen, sodass das Substrat nicht vollständig austrocknet. Die Düngung wird komplett ausgesetzt.

Erst wenn die Spitzen der ersten neuen Triebe oberhalb der Erde sichtbar sind, wird wieder wie gewohnt gewässert und gedüngt. Ende des Sommers kann der Milchstern erneut an einen sonnigen und warmen Standort gestellt werden.

Milchstern mit Blüten, die nur tagsüber geöffnet sind

Bei der erdfreien Ruhephase wird ähnlich verfahren. Nach dem Verwelken der Blätter werden die Zwiebeln aus dem Substrat genommen und so gesäubert, dass keine größeren Erdklumpen daran verbleiben. Die Milchstern Zwiebeln werden im Anschluss wiederum trocken, dunkel und kühl gelagert, sollten aber nicht luftdicht verpackt werden.

Um ein Austrocknen zu vermeiden, können die Zwiebeln ebenfalls leicht mit Wasser versprüht werden. Ende des Sommers oder Anfang Herbst wird die Ornithogalum dubium eingetopft. Gießen und Düngen beginnen erst, wenn Triebspitzen sichtbar sind.

Alternativ kann auch versucht werden, den Milchstern ohne Ruhephase zu kultivieren. Dazu wird er schlicht am gewohnten Standort belassen und weitergepflegt wie bisher. Steht das Pflanzgefäß sonnig und warm genug, kann die Ruhephase tatsächlich aussetzen. Allerdings kann dieses Vorgehen auf Dauer dazu führen, dass das Gewächs an Wuchskraft verliert.

Umtopfen

Ein Umtopfen des Milchsterns ist nur dann von Nöten, wenn die Erde verbraucht ist die Zwiebel Tochterknollen ausgebildet hat und dadurch die Größe des Pflanzgefäßes nicht mehr ausreicht oder die Ruhephase erdfrei erfolgen soll.

Der ideale Zeitpunkt für das Umtopfen der Ornithogalum dubium ist das Ende der Ruhephase. Wurde keine Ruhephase eingehalten, sollte das Umtopfen vor der Blüte erfolgen.

Dabei wird wie folgt vorgegangen: 

1. Schritt: Die Zwiebel wird aus dem Topf gelöst und vorsichtig von der Erde befreit.

2. Schritt: Eventuell vorhandene Nebenzwiebeln werden mit einem scharfen Messer von der Hauptknolle geschnitten. Sind die Tochterzwiebeln schon sehr weit separiert, können sie meist mit leichten Druck abgelöst werden. Schneiden ist also nicht zwingend erforderlich.

3. Schritt: Die Zwiebel wird in frische Erde eingesetzt aber nur leicht mit Substrat bedeckt.

Wurde der orange Milchstern nach der Ruhephase umgetopft, hat also aktuell keine Triebe, wird auf das Gießen verzichtet. Die Erde sollte lediglich leicht feucht sein. Das Wässern erfolgt erst, wenn grüne Triebe sichtbar sind.

Blütezeit

In Hinblick auf die Blütezeit ist die südafrikanische Ornithogalum dubium recht unberechenbar. In ihrer Heimat erstreckt diese sich die Wachstums- und Blühphase von Herbst bis Frühjahr – also ausgerechnet dann, wenn bei uns graues Wetter vorherrscht und die Sonnendauer stark begrenzt ist. Die Blüten können sich im Juli aber ebenso bis zum Februar oder März zeigen und halten bis zu zwei Monaten.

Das macht das Gewächs zum dekorativen Blickfang während der kalten Jahreszeit, kann es jedoch auch erforderlich machen, ihm eine Pflanzlampe zu gönnen. Durch die verschobene Blüte- und Wachstumsphase sowie die Frostempfindlichkeit ist es auch sinnvoller, den Milchstern als Zimmerpflanze beziehungsweise im Topf zu kultivieren.

Milchstern, Ornithogalum dubium mag einen sonnigen Standort

Vermehren

Die Vermehrung des Milchsterns ist auf zwei Wegen möglich. Zum einen durch Samen, zum anderen durch Pflanzwiebeln.

Für die Gewinnung von Samen, muss der Milchstern allerdings während der Blüte im Freien stehen. Die Befruchtung erfolgt erfahrungsgemäß nur durch Insekten erfolgreich. Das ist allerdings schwierig, wenn die Blütezeit der Zimmerpflanze in den späten Herbst oder Winter fällt – es also gerade keine fliegenden Insekten gibt oder die Ornithogalum dubium aufgrund von Minusgraden nicht ins Freie gestellt werden kann.

Bilden sich dennoch Samen aus, wird die Vermehrung recht einfach:

1. Schritt: Die Samen werden entfernt, wenn die Pflanze verblüht und vertrocknet ist.

2. Schritt: Auf einem feuchten, nährstoffarmen Substrat, wie (Vogel-)Sand, Anzuchterde oder Bimskies, werden die Samen mit jeweils wenigen Zentimetern Abstand aufgebracht aber nicht mit dem Substrat bedeckt.

3. Schritt: So vorbereitet wird das Anzuchtgefäß an einen hellen und warmen Standort gestellt. Der Lichtkeimer benötigt wenigstens 20°C.

4. Schritt: Das Substrat wird durchgängig leicht feucht aber nicht nass gehalten. Besprühen reicht in der Regel aus. Bei optimalen Bedingungen beginnt die Keimung nach spätestens zwei Wochen.

Weitaus unzuverlässiger zeigt sich die Vermehrung über Tochterzwiebeln. Allerdings werden diese durchaus nicht von jedem Milchstern ausgebildet. Zudem können einige Jahre vergehen, bis sie erscheinen.

Fallen sie beim Umtopfen doch einmal auf, werden sie schlicht abgelöst und separat eingepflanzt. Allerdings ist selbst beim erfolgreichen Austrieb nicht garantiert, dass die Tochterknollen jemals eigene Blüten ausbilden werden. Wer weder Aufwand betreiben noch Geduld aufbringen will, sollte daher lieber weitere Milchsterne kaufen.

Krankheiten

Krankheiten, Schädlinge und Pflegefehler

Der Milchstern ist hierzulande gegen Krankheiten und Schädlinge unempfindlich, Fehler in der Pflege können ihm allerdings durchaus zusetzen. Eines der wohl typischsten Probleme ist dabei Wurzelfäule, die durch Staunässe ausgelöst wird. Es sollte daher dringend darauf geachtet werden, dass nicht zu stark gegossen wird und keine Wasserreste im Topf oder Untersetzer verbleiben.

Als Gegenmaßname bei bereits eingesetzter Fäule oder Staunässe sollte das Substrat gewechselt und die betroffenen Wurzeln abgeschnitten werden. Hierdurch lässt sich die Zwiebel in manchen Fällen noch retten. Als Vorbeugung bieten sich angepasstes Wässern und eine Drainageschicht an.

Milchstern, Ornithogalum dubium ist nicht frosthart

Werden die Blätter gelb und welk, nach dem der Gärtnerschreck verblüht ist, besteht kein Grund zur Sorge. In der Regel ist dies lediglich das Anzeichen für den Beginn der Ruhephase. Dennoch sollte die Pflege überprüft werden, um Fehler und Schäden auszuschließen.

Vorsicht: Giftig

Den Namen Gärtnerschreck oder gar Gärtnertod hat sich die südafrikanische Pflanze dadurch verdient, dass sie in allen Teilen giftig ist – und zwar für Menschen und Tiere. Sie sollte daher außerhalb der Reichweite von Kindern positioniert werden. Vorsicht ist zudem vor allem bei Katzen angeraten, die gerne Pflanzen ablecken oder anknabbern.

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