Pinienbaum, Pinus pinea: Pflege der Pinie | Winterhärte & Wachstum

Pinienzapfen
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Blütenfarbe
gelb, rot, braun
Standort
Sonnig
Blütezeit
Mai, Juni, Juli
Wuchsform
ausladend
Höhe
bis zu 30 Meter hoch
Bodenart
sandig, kiesig
Bodenfeuchte
sehr trocken, mäßig trocken, mäßig feucht
pH-Wert
neutral, schwach sauer
Kalkverträglichkeit
Kalktolerant
Humus
humusreich
Giftig
Nein
Pflanzenfamilien
Kieferngewächse, Pinaceae
Pflanzenarten
Mediterrane Pflanzen, Nadelbäume, Nutzpflanzen
Gartenstil
Italienischer Garten, Topfgarten, Wintergarten

Der Pinienbaum ist eine der bekanntesten Nadelbaum-Arten Europas und Vorderasiens. Erkennbar an der charakteristischen Krone und dem intensiven Nadelgeruch ist sie ein beliebtes Gewächs in mitteleuropäischen Gärten. Das schnelle Wachstum der Pinie ermöglicht schon früh einen staatlichen Baum. Bei der Haltung des mediterranen Gewächses müssen einige Punkte beachtet werden, damit es der Pflanze über einen langen Zeitraum gut geht.

Steckbrief

  • Gattung: Kiefern (Pinus)
  • Familie: Kieferngewächse (Pinaceae)
  • Trivialnamen: Italienische Steinkiefer, Mittelmeer-Kiefer, Schirm-Kiefer
  • Wuchshöhe: bis zu 30 Meter hoch
  • Blätter: leicht gedrehte, grüne Nadeln mit sanft gezähntem Rand und einer Länge von bis zu 20 cm
  • Blüte: rötlich-braune (weiblich) oder gelbe (männlich) Blütenzapfen
  • Blütezeit: Ende Mai bis Anfang Juli
  • Herkunft: nördlicher Mittelmeerraum von der Pyrenäenhalbinsel bis nach Anatolien
  • nadelt im Rhythmus von etwa vier Jahren
  • Nadeln können als Mulch verwendet werden

Standort

Pinienbaum
Warm, sonnig und recht trocken: So sieht der ideale Standort der Pinie aus.

Da es sich bei der Pinie um ein Gewächs aus der Mittelmeerregion handelt, ist sie auf einen bestimmten Standort angewiesen, der dem ursprünglichen Verbreitungsgebiet gerecht wird. Zu schnell kann der Pinienbaum unter einem unpassenden Plätzchen im Garten oder auf der Terrasse leiden, was nicht gewünscht ist. Die folgenden Punkte werden Ihnen bei der Standortwahl behilflich sein:

  • Lichtbedarf: sonnig
  • Mittagssonne gewünscht
  • warm
  • starke Trockenheit über Sommer wird toleriert
  • geschützt

Bei der Haltung von Pinien müssen Sie darauf achten, dass diese nicht ganz winterhart sind. Maximal halten sie für kurze Zeiten Temperaturen bis -15°C aus, länger sind -10°C ertragbar. Aus diesem Grund werden die Pflanzen hauptsächlich in Kübel gehalten, die über den Winter geschützt oder an einen wärmeren Standort transportiert werden. Zu den wenigen Gebieten in den deutschsprachigen Ländern, in denen die Pinie nicht an Frostschäden leidet, zählen die Weingebiet, der Südwesten Deutschlands und das Gebiet um den Bodensee. Diese wintermilden Gebiete ermöglichen die dauerhafte Haltung im Freiland.

Hinweis: Verzichten Sie unbedingt auf Standorte mit wenig Sonne, da der Pinienbaum sonst nicht die beliebte Schirmkrone ausbilden wird. Selbst Halbschatten kann dazu führen.

Boden

Falls Sie einer wintermilden Region wohnen, können Sie den Pinienbaum mit dem geeigneten Boden im Wachstum unterstützen. Die folgenden Eigenschaften sollte dieser aufweisen:

  • gut durchlässig
  • tiefgründig
  • feucht
  • nährstoffreich

Ebenfalls sollten Sie darauf achten, einen nicht zu nassen Standort zu wählen, da dieser das Wachstum der Pinie negativ beeinflusst. Wenn der Standort zu Staunässe neigt, suchen Sie sich vorsichtshalber ein trockenes Plätzchen aus, da der Pinienbaum mit Trockenheit deutlich besser zurechtkommt. Vor allem im Winter kann ein zu nasser Boden zum Verhängnis für ausgepflanzte Exemplare sein, selbst wenn Sie ein günstiges Klima zur Verfügung haben.

Vorgezogene Topfpflanzen kaufen

Pinien sind äußerst robuste Pflanzen und halten es sogar aus, wenn 80 Prozent des Substrats über einen kürzeren Zeitraum komplett ausgetrocknet ist. Aus diesem Grund ist es eher selten, eine stark geschwächte Pflanze zu finden. Achten Sie beim Kauf auf welke Blätter und ob das Gewächs geschwächt wirkt. In diesem Fall liegt eine Verdichtung des Substrats vor. Ist es dazu noch nass, hat sich aller Wahrscheinlichkeit Staunässe gebildet, die die Wurzeln verfaulen lässt. Überprüfen Sie in beiden Fällen die Pflanze, um sich für den Kauf zu entscheiden. Umtopfen ist nach dem Kauf Pflicht.

Tipp: Als eine der besten Pinien für die Balkon-, Wintergarten- oder Terrassenhaltung hat sich Pinus pinea ‚Silver Crest‘ etablieren können, die vielerorts zur Weihnachtszeit als kleiner Weihnachtsbaum angeboten wird und durch die silbrige Färbung der grünen Nadeln ins Auge fällt. Bei guter Pflege kann aus dem Zwergbäumchen eine große Topfpflanze heranwachsen, die problemlos zehn Meter hoch wird.

Pflanzen

Pinienbaum im Kübel
Die Pflanzung von Pinien in den eigenen Garten gelingt mit geringem Aufwand.

Aufgrund der Anschaffung im Kübel lässt er sich leicht pflanzen. Niemals sollten Sie eine bereits etablierte Pinus pinea umpflanzen, da die Gewächse eine Pfahlwurzel mit robusten Seitenwurzeln ausbilden. Würden Sie versuchen, die Pflanze an einen anderen Standort zu pflanzen, könnte das die Wurzel verletzen und die Pflanze dauerhaft beschädigen. Selbst bei der Entnahme aus dem Kübel müssen Sie darauf achten, die Pfahlwurzel nicht zu knicken. Da sie aber im Kübel deutlich kleiner bleibt, ist die Pfahlwurzel ebenfalls nicht so stark. Idealer Zeitpunkt zum Einpflanzen ist das Frühjahr, wenn keine Frostgefahr mehr besteht. Gehen Sie beim Einpflanzen wie folgt vor:

  • Pflanzloch ausheben
  • Pflanzlochgröße: doppelter Wurzelballen
  • dichten Erdaushub mit Lavagranulat oder Sand (grob) lockern
  • Drainageschicht am Boden vorbereiten
  • dafür Sand (grob) oder Kies nutzen
  • Pfahl zur Stütze platzieren
  • dieser sollte ausreichend robust sein
  • Pflanze von restlichem Substrat befreien
  • ins Pflanzloch setzen
  • mit Erdaushub bedecken
  • vorsichtig andrücken
  • gründlich angießen

Nach dem Pflanzen benötigt die Wurzel mindestens ein Jahr, bis sie sich komplett etabliert hat. In dieser Zeit sollten Sie nicht den Stützpfahl entfernen. Pflanzen Sie kein Exemplar aus, dass jünger als fünf Jahre ist. Die Jungpflanzen sind zu empfindlich und würden selbst Winter mit angemessenen Temperaturen nicht überstehen. Das Alter spielt daher eine deutliche Rolle in der Haltung von Pinien.

Substrat

Ein Pinienbaum im Topf ist die typische Methode für die Haltung der mediterranen Gewächse, da Mitteleuropa nicht durchgehend wintermilde Temperaturen bietet. Wichtig für die Topfhaltung ist natürlich geeignetes Substrat, in welchem sich die Pflanze etablieren kann. Glücklicherweise ist die Pinie recht anspruchslos und kommt dem folgenden Substrat gut aus:

  • hochwertige Erde für Kübelpflanzen
  • strukturstabil
  • Kompostbasis
  • alternativ Kompost untermischen
  • Durchlässigkeit durch Quarzsand, Blähton oder Lavagranulat verbessern

Durch diese Mischung steht der Pinienbaum fest im Substrat und leidet nicht Staunässe, da das Wasser durch die gute Durchlässigkeit schnell verteilt wird. Wichtig ist, dass Sie das Substrat gut mischen, damit die Drainage-Elemente und der Kompost effektiv verteilt sind.

Umtopfen

An sich wird die Pinie nicht umgetopft, sondern in einen hohen, robusten und schweren Topf eingetopft und danach in diesem belassen. Das Eintopfen sollte nach dem Kauf geschehen oder als wichtiger Schritt bei der Vermehrung, wenn junge Pinien in ihr endgültiges Gefäß umziehen. Die Pfahlwurzel der Pinie reicht im Kübel nicht sehr weit und aus diesem Grund bleibt das Gewächs auf Dauer kleiner als im Freiland. Dennoch ist es wichtig zu wissen, wie Sie das neue Gefäß vorbereiten, sobald Sie sich eine Pinie zugelegt haben:

  • Topf mit Abzugsloch wählen
  • platzieren Sie Tonscherben auf dem Boden
  • mit Substratmischung füllen
  • Pflanze einsetzen
  • Oberseite des Wurzelballens sollte auf Topfrand-Höhe sein
  • vorsichtig andrücken
  • gut angießen

Wenn Sie eine kleine Sorte wie die ‚Silver Crest‘ Ihr Eigen nennen, können Sie sich das Umtopfen in den meisten Fällen sparen. Falls Sie jedoch eine Pinus pinea halten, die

Pflege

Pinienkerne
Pinienkerne, der geschälte Samen der Pinie, sind in der mediterranen Küche sehr beliebt.

Umtopfen, Pflanzen und Standortvorbereitungen sind deutlich aufwendiger wie die allgemeine Pflege der Pinien. Ihre Anspruchslosigkeit zeigt sich ebenfalls bei den regelmäßigen Pflegemaßnahmen. Selbst in Mitteleuropa verfügen sie über eine hohe Robustheit und lassen sich mit geringem Aufwand auf dem Balkon, der Terrasse, Wintergarten oder im Garten halten. Sogar für Neulinge auf dem Gebiet der mediterranen Gewächse bietet sich eine Pinie an, selbst wenn das Schneiden des Baums sich als etwas schwieriger erweist. In den folgenden Abschnitten erhalten Sie detaillierte Pflegeanweisungen, mit denen Ihre Pinie strahlen wird.

Gießen

Da es sich bei der Pinie um eine Konifere handelt, wird nicht unbedingt viel Wasser benötigt. Der Wasserbedarf ist abhängig von der Haltung. Wenn Sie sich über Pinien im Freiland freuen können, müssen Sie diese ausschließlich gießen, wenn der Sommer sehr heiß ist und anhaltende Trockenheit über Wochen herrscht. Gießen Sie hier für mindestens eine halbe Stunde, sobald der Standort sprichwörtlich „knochentrocken“ ist. Im Kübel dagegen müssen Sie regelmäßig über eine Fingerprobe messen, ob nachgegossen werden muss. Gerade bei kleinen Pinien wie der ‚Silver Crest‘, die über weniger Substrat verfügen, ist das notwendig. Gießen Sie hier direkt den Wurzelballen.

Düngen

Gedüngt wird ein Pinienbaum von Anfang oder Mitte April bis Mitte Juli. Ab diesem Zeitpunkt bereitet sich das Gewächs auf den Winter vor und reift noch ein wenig aus, was durch zusätzlichen Dünger zu stark beschleunigt werden würde. Das stiehlt dem Gewächs ebenfalls Kraft. Gedüngt wird auf die folgende Weise:

  • flüssiger Langzeit- oder Koniferendünger: April, Juni
  • reifer Kompost: alle vier Wochen

Entscheiden Sie sich für eine dieser Methoden. Wenn Ihr Boden schon von alleine sehr nährstoffreich ist, müssen Sie noch weniger Dünger verabreichen. Die Düngung erfolgt bei der Topf- und Freilandhaltung gleich. Alternativ können Sie die Baumscheibe mulchen und auf diese Weise für Nährstoffe und ausreichend Feuchtigkeit ohne Staunässe sorgen.

Schneiden

Pinienbaum - Männliche Blütenzapfen
Die männlichen Blütenzapfen leuchten rötlich-braun.

Die Schnittmaßnahmen sind eine heikle Sache beim Pinienbaum. Schneiden Sie falsch, leidet das Gewächs stark darunter und kann sich nur schwer erholen. Vor allem das natürliche Wachstum kann durch falsche Schnittmaßnahmen stark eingeschränkt werden. Geschnitten werden die Pflanzen im späten Winter oder dem zeitigen Frühjahr. Wählen Sie hierfür einen Tag aus, an dem keine Frostgefahr besteht. Zudem sollte die Pinie dabei nicht in der direkten Sonne stehen. Bei der Kübelhaltung wählen Sie ebenfalls einen Tag zum Schneiden aus, der in diesem Zeitrahmen liegt. Für den Schnitt verwenden Sie desinfizierte und geschärfte Scheren, damit der Pinienbaum während der Prozedur nicht erkrankt. Der Schnitt im Überblick:

  1. Suchen Sie nach dem frischen Austrieb. Dieser ist an der Form erkennbar, der an eine Kerze erinnert. Diese befinden sich meist an der Triebspitze und sind leicht zu erkennen.
  2. Kürzen Sie diesen um die Hälfte ein. Mehr sollte nicht beim Schnitt entfernt werden, damit Sie der Pinie nicht ins alte Holz schneiden, was verheerend wäre.
  3. Wenn Sie Totholz oder schwächelnde Zweige mit Kümmerwuchs erkennen, entfernen Sie diese komplett. Diese stehlen dem Baum nur Energie.
  4. Entsorgen Sie die Schnittreste. Mehr wird nicht mehr abgeschnitten.

Wenn Sie sich fragen, wann der Baum seine charakteristische Krone ausbildet, müssen Sie leider etwas länger warten. Diese zeigt sich erst ab einem Alter von etwa 30 Jahren.

Überwintern

Die Überwinterung ist ein wichtiger Schritt, wenn Sie eine Pinus pinea halten. Da die Pflanzen nicht winterhart sind, müssen Sie unbedingt für einen Winterschutz sorgen. Dieser ist ebenfalls abhängig von der Haltung. Bei einer Freilandpinie wird auf den folgenden Winterschutz gesetzt:

  • Baumscheibe mit Reisig aus Nadeln oder Laub abdecken
  • muss vor dem ersten Frost geschehen
  • Gartenvlies um Krone legen
  • mit Schilf oder Jute Stamm einpacken

Auf diese Weise gelangt vor allem kein zu kalter Wind an das Gewächs und trocknet den Baum aus. Bei der Kübelhaltung können Sie entweder ein Winterquartier nutzen oder die Pflanze entsprechend einpacken:

  • Kübel komplett mit Noppenfolie einpacken
  • Kübel auf Styropor oder Holz stellen
  • auf Substrat Sägespäne, Reisig, Stroh oder Laub dick ausbreiten
  • Krone ebenfalls einpacken

Als Winterquartier ohne Winterschutz bieten sich helle und vor Zugluft geschützte Räumlichkeiten an, die vor Frost geschützt sind. Garagen, Wintergärten oder nicht genutzte Zimmer eignen sich hierfür hervorragend. Eingezogen wird ins Winterquartier, sobald die Temperaturen unter 5°C fallen. Ein wichtiger Punkt während des Winters ist das Gießen. Gegossen werden Exemplare im Freien, wenn es gerade frostfrei ist. Exemplare im Topf müsse nur äußerst selten gegossen werden. Sorgen Sie zudem für einen Sonnenschutz, wenn das Gewächs direkt in der Wintersonne stehen würde. Diese trocknet zusätzlich aus.

Vermehren

Junger Trieb
Vermehrt wird der Pinienbaum ausschließlich über Samen.

Die Vermehrung der Pinie geschieht über die Aussaat. Stecklinge treiben niemals aus. Benötigt werden für eine Vermehrung die Samen innerhalb der Zapfen, die Sie am besten selbst ernten oder im Gartenfachhandel erwerben. Keimfähig sind Pinienkerne aus dem Supermarkt nämlich nicht mehr. Um aus den Samen kleine Pinien zu züchten, folgen Sie diesen Schritten:

  • Samen in Wasser (lauwarm) einweichen
  • Dauer: 12 Stunden
  • danach abtrocknen
  • Töpfe mit magerer Anzuchterde füllen
  • Samen mit Spitze ins Substrat drücken
  • muss nicht bedeckt werden
  • Keimtemperatur: etwa 20°C
  • Keimdauer: zwei bis vier Wochen
  • Substrat muss dauerhaft feucht sein
  • keine direkte Sonne
  • heller Standort
  • vor Zugluft schützen

Die kleinen Pflänzchen verbleiben nach dem ersten Austrieb für etwa fünf Jahre in einem Topf mit passendem Substrat. Passen Sie langsam die Pflege an und achten Sie darauf, dass der Pinienbaum genug Nährstoffe erhält. Danach kann er umgetopft oder ins Freiland gepflanzt werden. Erste Zapfen werden ab etwa 20 Jahren Lebensdauer ausgebildet.

Krankheiten und Schädlinge

Ein großer Vorteil an der Haltung von Pinien ist die hohe Resistenz gegenüber zahlreichen Krankheiten und Schädlingen. Die einzigen Probleme, die bei einem Pinienbaum auftreten können, sind die folgenden:

  • Staunässe
  • Schneebruch
  • Windbruch

Diesen wird aber durch den richtigen Standort und die passende Pflege vorgebeugt. Ist der Standort geschützt, erleidet das Gewächs keinen Windbruch. Wird nicht zu häufig gegossen, entsteht keine Staunässe. Das größere Problem kann Schneebruch sein. Entfernen Sie sofort im Winter Schnee von der Pflanze, egal ob es nur geringe Mengen sind. Der Schnee darf sich vor allem nicht ansammeln, da es sonst schnell zum Bruch kommt. Seien Sie hier auf der Hut. Da sie bedingt winterhart ist, würde ein Schneebruch zudem zur weiteren Schwächung der Pinie führen.