Prinzessinnenblume, Veilchenbaum, Tibouchina urvilleana – Pflege-Infos

Prinzessinnenblume, Tibouchina urvilleana
Steckbrief und Pflege-Infos öffnenschließen
Blütenfarbe
violett, blau
Standort
Sonnig
Blütezeit
August, September, Oktober
Wuchsform
aufrecht, buschig, Staude
Höhe
bis zu 80 Zentimeter hoch
Bodenart
sandig, kiesig
Bodenfeuchte
mäßig feucht, frisch
pH-Wert
schwach sauer
Kalkverträglichkeit
Kalkintolerant
Humus
humusreich
Giftig
Nein
Pflanzenfamilien
Schwarzmundgewächse, Melastomataceae
Pflanzenarten
Zierpflanzen, Stauden
Gartenstil
Ziergarten, Staudengarten

Ihre ursprüngiche Heimat ist das ferne Brasilien. Dort erreicht die Prinzessinnenblume oder auch Veilchenbaum genannt imposante Höhen von vier Metern und mehr. Üblicherweise findet die Tibouchina urvilleana hierzulande ihre Verwendung als Kübelplanze. Sie kommt jedoch auch als Zimmerkultur vor, zeigt sich dann jedoch weitaus filigraner und kompakter. Typisch sind die opulenten farbintensiven Blüten in kräftigen Lilatönen sowie deren Staubbeutel. Diese ähneln durch ihre gebogene Form kleinen Haken oder Klauen.

Steckbrief

  • botanischer Name: Tibouchina urvilleana
  • umgangssprachliche Bezeichnung: Veilchenbaum, Prinzessinnenblume oder Prinzessinnenstrauch, in Brasilien auch Spinnenblume
  • Pflanzenfamilie: Melastomataceae (Schwarzmundgewächse)
  • Ordnung: Myrtenartige
  • Herkunft: vornehmlich Brasilien, Südamerika
  • mehrjährige immergrüne Pflanze
  • Wuchshöhe: in freier Natur mehr als vier Meter, als Zimmerpflanze rund 80 cm
  • Blätter: weiche, satt grüne Blätter, am Rand rot schimmernd
  • Blüten: purpurviolett bis violettblau, im Freien etwa 12 cm, im Haus 6 cm Durchmesser
  • Blütezeit: von Anfang August bis Anfang Oktober, im Wintergarten bis in den Winter hinein
  • nicht winterharte Pflanze
  • verträgt keine kalkhaltigen Böden sowie kalkhaltiges Gießwasser
  • gilt nicht als giftig

Ist die Prinzessinnenblume giftig

Die Tibouchina urvilleana gibt es hierzulande schon sehr lange. Aufgrund dieser Erfahrungen ist davon auszugehen, dass die Pflanze nicht giftig ist.

Standort

Die Prinzessinnenblume ist aufgrund ihrer subtropischen Herkunft eine sehr sonnenverwöhnte Pflanze. Sie liebt einen hellen Platz, an dem es ruhig warm werden darf. Selbst mehrere Stunden direkte Sonne stellt kein Problem für sie dar. Sie verliert Blätter, sobald der Standort zu dunkel ist. Auch starke Winde verträgt sie nicht. Um optimal zu gedeihen, sind nahrhafte lockere Böden zu bevorzugen.

Prinzessinnenblume mit violetten Blüten

Pflege

Das verwendete Substrat sollte leicht sauer und humos sein. Vermeiden Sie unbedingt Staunässe. Sobald kein Frost mehr droht, kann der Veilchenbaum ab etwa Mitte Mai seinen Platz auf der Terrasse beziehen. Innerhalb von Räumen empfiehlt sich für die Pflanze ein Südfenster, an dem sie von der Sonne profitiert.

Im Allgemeinen handelt es sich um eine Pflanze für Kübel. Unter Berücksichtigung aller erforderlichen Bedingungen ist es jedoch durchaus möglich, die Prinzessinnenblume direkt in das Beet auszupflanzen. Stellen sich jedoch die ersten Fröste ein, müssen alle Exemplare in das Quartier zum sicheren Überwintern ziehen.

Kübelpflanze und Zimmerkultur

Beinahe immer findet der Prinzessinnenstrauch seinen Platz auf Terrassen. Er gilt als beliebte Kübelpflanze. Eher selten kommt er direkt in das Beet. Wenn Sie keinen Garten oder Balkon besitzen, eignet sich die Zierpflanze auch als beeindruckende Zimmerkultur.

Sobald die Pflanze in einen Kübel soll, muss dieser ausreichend groß und geräumig sein. Es empfiehlt sich, eine Drainage zu setzen und anschließend mit dem nährstoffreichen Substrat das Ganze aufzufüllen. Die Pflanze muss vorsichtig eingesetzt und angegossen werden. Herrschen im Mai noch Nachtfröste, holen Sie die Prinzessinnenblume zur Sicherheit ins Haus.

Gießen

Die Tibouchina urvilleana benötigt ein ausgewogenes Gießverhalten entsprechend der jeweiligen Jahreszeit. Während der Sommermonate muss sie regelmäßig Wasser bekommen. Ein guter Zeitpunkt ist es, wenn die Oberfläche des Substrats bereits leicht angetrocknet ist. Nutzen Sie dafür idealerweise Regenwasser. Staunässe schadet Ihrer Pflanze, auch in Kübeln mit einem Untersetzer sollte niemals Wasser stehen.

Prinzessinnenblume ist mehrjährig und immergrün

Im Winter setzt die wohl verdiente Ruhephase ein. Jetzt braucht der Veilchenbaum nur sehr wenig sowie bedingt Wasser. Gießen Sie trotzdem in regelmäßigen Abständen, denn das verhindert das völlige Austrocknen der Pflanze.

Düngen

Zur Wahl stehen Flüssigdünger sowie Langzeitdünger. In der Zeit, in der die Tibouchina urvilleana im Freien steht, darf einmal wöchentlich Flüssigdünger zum Einsatz kommen. Im Allgemeinen liegt die Dosierung bei Volldüngern bei zwei Gramm pro Liter Wasserzufuhr.

Eine Alternative bieten Düngekegel, die für einen langen Zeitraum vorgesehen sind und nur in das Substrat gesteckt werden. Sämtliche erworbene Produkte sollten einen möglichst geringen Kalkanteil aufweisen, damit die Pflanzen keinen Schaden nehmen.

  • Zeitraum Mai bis Oktober
  • in der Winterruhephase keine Düngergabe erforderlich
  • vor dem Düngen mit einer Düngerlösung die Erde angießen
  • nach einem Umtopfen vier Wochen nicht düngen
  • bei Nährstoffmangel Flüssigdünger in angegebener Konzentration zwei Mal innerhalb sieben Tagen geben
  • bei versehentlichem Düngerüberschuss Wurzelballen sorgfältig mit Wasser abwaschen

Umtopfen

Es ist damit zu rechnen, dass der Veilchenbaum alle ein bis zwei Jahre umgetopft werden muss. Wählen Sie dafür einen ausreichend großen Kübel sowie hochwertige Erde. Grundsätzlich sollte das Behältnis etwa fünf bis maximal sieben Zentimeter im Durchmesser größer sein. Damit fördern Sie die optimale Entwicklung Ihrer Pflanzen.

Würden Sie ein noch geräumigeres Gefäß wählen, so konzentriert sich das Wachstum vor allem auf die Wurzelbildung und nicht auf den oberen Teil samt Blättern und Blüten. Achten Sie auf lockeres, nährstoffreiches Substrat, das bei Bedarf auch bereits einen Langzeitdünger enthalten darf.

Schneiden

Die Prinzessinnenblume besitzt ursprünglich eine aufrechte Wuchsform, die nur selten natürlich ausladend ist. Durch das regelmäßige Zurückschneiden wächst die Pflanze nicht nur in der Höhe, sondern verzweigt sich auch wunschgemäß. Ihre Form ähnelt dann einem Busch oder einem Strauch, daher auch der Name Prinzessinnenstrauch. Zur Schere dürfen Sie bereits bei jüngeren Pflanzen greifen. Insgesamt wiederholen Sie das Zurückschneiden drei Mal im Jahr.

  • regelmäßiges Schneiden fördert die verzweigte Entwicklung der Pflanze
  • Monate zum Schneiden sind März, Mai sowie Juli
  • abgeschnitten werden die neuen Triebe nach der Blütezeit und außerdem sehr lange sowie abstehende Triebe

Prinzessinnenblume, Tibouchina urvilleana mit Blütenknospen

Achten Sie beim Zurückschneiden darauf, absolut saubere und scharfe Gartenwerkzeuge zu verwenden. Der Veilchenbaum könnte ansonsten beschädigt oder von Krankheiten, wie Pilzen oder Sporen, befallen werden.

Überwintern

Aufgrund ihrer südamerikanischen Abstammung ist die Prinzessinnenblume leider nicht winterhart. Die immergrüne Pflanze verträgt maximal eine Temperatur von etwa 5 Grad Celsius. In der Regel zieht sie ab Ende Oktober in ihr Winterquartier. Falls Sie einen Wintergarten besitzen, erhält sie in der Ruhephase dort ihren Platz. Erst ab einer Temperatur von rund 15 Grad Celsius dürfen die Pflanzen wieder hinaus in die Sonne.

  • Überwintern von Oktober bis etwa März
  • es sollten Temperaturen von 10 bis 15 Grad Celsius vorherrschen
  • im Raum muss es tagsüber hell sein
  • vor der Einquartierung dürfen Sie eine Kürzung von einem Drittel bis zur Hälfte vornehmen
  • das Gießen ist nur bedingt notwendig. Keineswegs sollte es zu einer Austrocknung kommen

Sie verbessern die Bedingungen für die Pflanzen deutlich, in dem Sie den gewählten Raum regelmäßig lüften. Dadurch erhöhen sich die vorhandene Luftfeuchtigkeit sowie das gesamte Raumklima. Angebracht sind Zeitabstände von ein bis zwei Tagen. Ausnahmen bilden lediglich Tage, an denen starker Frost herrscht. Durch das Lüften vermeiden Sie unter Umständen Krankheiten und die gefürchteten Spinnmilben.

Vermehren

Samen, Stecklinge und Jungpflanzen

Tibouchina urvilleana können Sie als junge, kräftige Pflanzen kaufen. Wer die Prinzessinnenblume selbst aus Samen oder Stecklingen ziehen möchte, muss ein wenig Geduld mitbringen. Denn bei beiden Varianten sollte die Pflanze das erste Jahr innerhalb des Hauses verbringen. Erst dann darf sie nach draußen.

Prinzessinnenblume, Tibouchina urvilleana mit seinen filigranen, violetten Blüten

Aus Samen

Notwendige Samen sind im Fachhandel erhältlich. Sie können jedoch im Herbst aus getrockneten Kapseln entnommen werden.

  • Aussaat im Monat März
  • ein empfehlenswertes Substrat bietet eine Mischung aus Torf und Sand
  • zwingend die Zufuhr von Licht gewährleisten
  • Samen nicht vollständig bedecken, lediglich leicht andrücken
  • beständige Temperaturen zwischen 20 und 22 Grad Celsius sichern
  • Keimzeit durchschnittlich zwischen drei und sieben Wochen

Sobald erste Laubblätter erscheinen, kommen die jungen Pflanzen in einen gewöhnlichen kleinen Topf. Natürlich benötigen sie weiterhin einen warmen sonnigen Standort. Damit kräftige und zugleich widerstandsfähige Pflanzen heranwachsen können, ist es ratsam, die jungen Prinzessinnenblumen bis zum nächsten Frühjahr im Haus zu belassen.

Aus Stecklingen

Bei bereits vorhandenen gesunden Pflanzen lässt sich der Veilchenbaum auch durch eigene Stecklinge vermehren.

So geht es richtig:

  • Frühjahr als optimalen Zeitpunkt nutzen
  • zehn bis zwölf cm lange Triebe aussuchen
  • Schnittpunkt unterhalb eines Blattknotens wählen
  • Ableger entlauben
  • ein Blattpaar muss im Topf mindestens sichtbar sein
  • Folie oder Kunststoffhülle überstülpen
  • regelmäßiges Lüften erforderlich

Verwenden Sie zur Anzucht ein hochwertiges, jedoch nährstoffarmes Substrat. Die übergestülpte Hülle simuliert die Bedingungen, die in einem Gewächshaus herrschen. Auch auf diese Weise können Sie die notwendigen Temperaturen um die 22 Grad Celsius sicherstellen.  Es dauert ungefähr acht bis zehn Wochen bis die Stecklinge ihre Wurzeln ausgebildet haben. Nun ist die Zeit gekommen, sie einzeln in einen Topf umzupflanzen.

Tipp: Gießen Sie die Pflanzen nicht von oben, sondern führen Sie das Wasser von unten zu. Dazu eine hohe Schale mit einigen Zentimetern Wasser befüllen und das Gefäß hineinsetzen. Warten Sie nun einige Minuten, bis sich die Erde feucht anfühlt. Anschließend kommen die Töpfe wieder zurück an ihren Sonnenplatz.

Schädlinge

Grundsätzlich gilt die Prinzessinnenblume als robuste Pflanze. Sie ist widerstandsfähig und wird so leicht nicht von Schädlingen oder Krankheiten befallen. Nur sehr selten verliert sie Blätter. Je früher Sie Unregelmäßigkeiten entdecken, umso rascher können Sie handeln. Ein immer wieder auftretendes Problem stellen die sogenannten Spinnmilben dar.

Diese befallen den Prinzessinnenstrauch jedoch nur in seiner Winterpause. Für Sie erkennbar wären bei einem Befall weiße zarte Gespinste sowie braun gesprenkelte Stellen. Die Ursachen liegen in der vorherrschenden Trockenheit bzw. in der geringen Luftfeuchtigkeit des Winterquartiers.

So schaffen Sie Abhilfe:

  • Raum für die Pflanzen stets ausreichend belüften und damit die Zufuhr von ausreichend Feuchtigkeit gewährleisten
  • Hilfsmittel sind spezielle Luftbefeuchter oder Schalen befüllt mit Wasser
  • alternativ die Schale des Untersetzers vom Kübel mit einer Mischung aus Wasser und Kieselsteinen befüllen
  • Bildung von Staunässe jedoch vermeiden

Wichtig ist, dass sich die Schädlinge nicht weiter vermehren. Sollten Sie den Befall allein durch Feuchtigkeitsgabe nicht stoppen können, versuchen Sie die Spinnmilben abzuduschen. Das funktioniert häufig sehr gut mit einem warmen Strahl Wasser. Eine weitere Option ist das Abkratzen der Milben von den befallenen Blättern. Sind bereits zu viele Schädlinge vorhanden, müssen Sie das Problem mit einem entsprechenden Pflanzenschutzmittel angehen.

Prinzessinnenblume mit violetten Blüten, diese sind bis zu 6 Zentimeter im Durchmesser

Krankheiten

Gelbe Blätter und Blattverlust

Immer wieder berichten Besitzer der Tibouchina urvilleana, dass ihre Pflanzen gelbe Blätter aufweisen. Es gibt verschiedene Ursachen dafür. Eine Möglichkeit, die sowohl für Zimmerpflanzen als auch für Kübelpflanzen in Betracht kommt, ist Wind bzw. Durchzug. Beides verträgt die Prinzessinnenblume nicht. Vermeiden Sie daher zu luftige Plätze auf der Terrasse oder lange offen stehende Fenster.

Ein weiterer Auslöser könnte das verwendete Gießwasser sein. Wenn Sie viel oder ausschließlich Leitungswasser nutzen, prüfen Sie dessen Qualität. Der Veilchenbaum verträgt keinen Kalk, doch dieser ist in hartem Leitungswasser vorhanden und verursacht die sogenannte Chlorose. Es bestehen jedoch gute Chancen, dass sich die Pflanze wieder regeneriert. Um gelbe Blätter zu verhindern, gießen Sie ausschließlich mit Regenwasser oder abgekochtem Leitungswasser.

Ihre Pflanze verliert Blätter und Sie wissen nicht warum. Nahezu in allen Fällen ist die Ursache in den Standortbedingungen zu suchen. Die Prinzessinnenblume bekommt an ihrem Platz einfach zu wenig Licht. Vermeiden Sie halbschattige sowie schattige Umgebungen. Geben Sie der Pflanze nach einem Platzwechsel Zeit, um sich zu erholen.

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