Ranunkelstrauch, Kerria japonica – Pflege-Anleitung

Ranunkelstrauch ist recht anspruchslos in seiner Pflege
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Blütenfarbe
gelb
Standort
Halbschatten, Sonnig
Blütezeit
April, Mai, September, Oktober
Wuchsform
aufrecht, ausladend
Bodenart
sandig
Bodenfeuchte
mäßig feucht, frisch
pH-Wert
schwach sauer
Kalkverträglichkeit
k.A.
Humus
k.A.
Giftig
Ja
Pflanzenfamilien
Rosengewächse, Rosaceae
Pflanzenarten
Ziersträucher, Sträucher, Blütensträucher
Gartenstil
Bauerngarten, Blumengarten, Landhausgarten

Der Ranunkelstrauch – auch als Kerria japonica bekannt – ist pflegeleicht und Blickfang zugleich. Bestens für Anfänger geeignet, ist für seine Kultur in Kübel oder Freiland lediglich wenig Aufwand und auch kein grüner Daumen von Nöten. Das gezielte Vermehren und der richtige Schnitt erfordern aber durchaus das passende Wissen – und das gibt es hier.

Goldgelbe Blüten im Frühjahr und Spätsommer bringen fröhliche Farbtupfer in den Garten oder auf den Balkon. Dicht und schnellwachsende Triebe schützen als Hecke vor unerwünschten Blicken. Die Kultur ist simpel. Der Ranunkelstrauch vereint gleich mehrere Vorteile in sich. Doch was ist zu tun, wenn braune Flecken auftauchen oder die Blätter vertrocknen? Wissenswerte Informationen und praktische Tipps rund um die Kerrie gibt es hier.

Steckbrief

  • stammt aus Ostasien
  • erreicht Höhen von bis zu zwei, seltener drei Metern
  • einfache, ungefüllte Zuchtformen (Simplex) dienen als Bienenweide – gefüllte Varianten ziehen keine Insekten an
  • Blütezeit von April bis Mai und September bis Oktober
  • intensiv gelbe Blüten
  • geeignet als Solitär und Sichtschutz-Hecke
  • „industriefest“, widerstandsfähig gegen Abgase

Standort

Schatten oder Sonne, dem Ranunkelstrauch ist es gleich – er gedeiht so gut wie überall. Für den (Hobby-)Gärtner ist der Standort der Japanischen Kerrie aber durchaus von Bedeutung, denn er wirkt sich erheblich auf die Blüte aus. Ein halbschattiger bis schattiger Standort bewirkt bei dem Goldröschen eine längere, üppigere und strahlendere Blüte. In der prallen Sonne bleicht die goldene Blütenfarbe hingegen aus.

Zudem wird die Blütezeit verkürzt. Dafür wuchert der Strauch umso stärker, je mehr Licht er erhält. Hier muss sich also selbst entscheiden, ob der Ranunkelstrauch besonders blütenreich oder besonders schnell und dicht wachsend gewünscht wird. Zudem hat der Standort einen erheblichen Einfluss auf den Pflegeaufwand der Kerrie.

Ranunkelstrauch im Garten

Je mehr Mittagssonne die Pflanzstelle erhält, desto öfter muss der flachwurzelnde Strauch gegossen werden. Im Sommer fällt dieser Aufwand stark ins Gewicht. Ebenfalls bei der Standortwahl zu berücksichtigen ist, dass Teile des Ranunkelstrauchs giftig sind. Für Gärten mit Kindern und Haustieren ist er also nur bedingt geeignet.

Pflege

Substrat

Ebenso einfach zufriedenzustellen wie beim Standort ist der Ranunkelstrauch in Hinblick auf das Substrat. Karg oder nährstoffreich – das Goldröschen findet seinen Weg. Ein paar Faktoren sollten dennoch erfüllt werden, um ein gesundes Wachstum zu fördern.

Darunter:

  • leicht feucht aber mit guter Wasserdurchlässigkeit
  • geringer Kalkgehalt
  • neutraler bis leicht saurer pH-Wert
  • Substrat sollte nicht zur Verdichtung neigen

Abgesehen davon, dass die Kerria japonica weder Kalk noch Staunässe mag, spielt die Wahl des Substrats noch in anderer Hinsicht eine Rolle. Ein allzu karger Boden erhöht den folgenden Pflegeaufwand in Hinsicht auf die Düngung. Zur Vorbeugung kann nährstoffreichere Erde auf Kompostbasis oder Rindenmulch verwendet werden.

Ist das Substrat zu trocken und zu locker, muss sehr oft zur Gießkanne gegriffen werden. Zudem findet der Ranunkelstrauch als Flachwurzler keinen verlässlichen Halt und wird dadurch anfälliger.

gefüllter Ranunkelstrauch
gefüllter Ranunkelstrauch

Pflanzen

So einfach Standort- und Substratwahl bei dem Ranunkelstrauch auch sind, beim Pflanzen sollte dennoch dringend auf einige Punkte geachtet werden. Eine bedachte Vorbereitung erspart später viel Arbeit und Ärger.

Die folgende Schritt-für-Schritt-Anleitung hilft dabei, alles zu beachten:

1. Schritt: Obwohl der Ranunkelstrauch – sobald er einmal im Freiland angewachsen ist, eine gute Winterhärte aufweist – sollte das Pflanzen nach dem letzten Frost im Frühjahr erfolgen. Dieser Zeitpunkt ermöglicht der Kerria japonica die Ausbildung gesunder Wurzeln und erhöht die Widerstandsfähigkeit.

2. Schritt: Bevor das Goldröschen eingesetzt wird, sind die Besonderheiten zu berücksichtigen. Passen die Pflanzabstände zur Pflanzart? Als Schnitthecke gesetzt, sind lediglich Abstände von 50 Zentimetern zwischen zwei Sträuchern nötig. Als „wild“ wuchernder Sichtschutz darf der Abstand bis zu einem Meter betragen. Sofern die Ausbreitung von Ausläufern verhindert werden soll, ist hingegen eine Wurzelsperre sinnvoll.

3. Schritt: Sind die Vorbereitungen getroffen, wird ein zum Wurzelballen passendes Pflanzloch ausgehoben. Bei sehr kargem Substrat sollte dieses etwa doppelt so breit und tief wie der Wurzelballen sein. Der Aushub wird mit Komposterde oder Rindenmulch vermischt und das Loch damit zur Hälfte aufgefüllt. Zwei Teile Aushub werden mit einem Teil der nährstoffreichen Zugabe versehen.

4. Schritt: Der Wurzelballen wird zunächst in einem Eimer mit weichem Wasser gestellt und hier belassen, bis keine Luftlasen mehr daraus aufsteigen.

5. Schritt: Der Ranunkelstrauch wird so eingesetzt, dass die Wurzeln vollständig mit Substrat bedeckt sind. Eine Orientierung zur Einsatztiefe ist die Position im Pflanzbehälter.

Gießen

Wie erwähnt, handelt es sich bei dem Ranunkelstrauch um einen Flachwurzler. Dadurch kann sich das Gewächs nur schlecht selbst mit Wasser versorgen. Sobald das Substrat oberflächlich austrocknet, besteht die Gefahr, dass das Goldröschen vertrocknet. Dem Gießen kommt bei der Pflege also eine gewichtige Bedeutung zu.

Ranunkelstrauch stammt aus Ostasien

Das Wässern sollte oft aber dennoch nach Bedarf erfolgen. Ist das Substrat in den obersten Zentimetern ausgetrocknet, sollte zur Gießkanne gegriffen werden. Da die Kerrie leicht empfindlich auf Kalk reagiert, sollte sie mit möglichst weichem Wasser versorgt werden. Optimal ist Regenwasser.

Ebenfalls erlaubt ist unbehandeltes Teichwasser oder Leitungswasser, das für mindestens eine Woche abstehen durfte. Bei diesem sollte der Bodensatz nicht mitverwendet werden. In Gebieten mit kalkarmem Leitungswasser darf der Ranunkelstrauch direkt damit gegossen werden.

Extra-Tipp: Gerade bei der Kübelhaltung, Verwendung einer Wurzelsperre, im Hochsommer oder bei einem Standort in der prallen Mittagssonne kann das Wässern viel Zeit in Anspruch nehmen und den Wasserverbrauch stark erhöhen. Es bietet sich daher an, einen Verdunstungsschutz zu verwenden. Ideal ist eine dicke Schicht Rindenmulch auf dem Substrat.

Düngen

Zur Pflege des Ranunkelstrauchs kann auch die Düngung gehören. Nötig ist diese allerdings, wenn das Substrat sehr karg ist oder der Strauch auf Dauer an Blühkraft verliert. In diesen Fällen lässt sich durch ein Düngen im Frühjahr die Blütezeit verlängern und das Wachstum anregen.

Versorgt wird die Kerria japonica am besten mit einem organischen Dünger, wie gut verrotteter Komposterde. Auch eine kleine Gabe mineralischen Düngers kann sinnvoll sein, sollte jedoch nicht öfter als einmal aller zwei Jahre und auch dann nur bei Bedarf erfolgen.

Schneiden

Neben dem Gießen ist der Rückschnitt der aufwendigste Faktor der Pflege beim Ranunkelstrauch. Die Pflanzen neigen zum Vergreißen. Mit zunehmendem Alter werden die Triebe also kahl – was optisch alles andere als ansprechend ist. Das Abschneiden der Triebe verhindert diese Entwicklung, indem es das Gewächs verjüngt.

Ranunkelstrauch besitzt intensiv gelbe Blüten

Der Rückschnitt erfolgt am besten direkt nach der Blütezeit, wobei ausschließlich ältere Triebe knapp über dem Boden abgeschnitten werden. Auch wenn das radikal erscheint, nimmt das Goldröschen dieses Auslichten nicht übel. Im Gegenteil, der neue Austrieb erfolgt schnell und kräftig. Auf diese Weise werden alle Triebe geschnitten die älter als zwei Jahre sind oder bereits sichtbar verkahlen, vertrocknet sind oder auf deren Blättern braune Flecken sichtbar werden. Der Rückschnitt kann sogar bereits dann erfolgen, wenn die Blühkraft nachlässt.

Wer beim Schneiden zu zaghaft vorgeht, tut der Kerria japonica beziehungsweise dem Garten damit keinen Gefallen. Die Triebe verzweigen sich unterhalb der Schnittstelle wachsen waagerecht oder gar nach unten. Das Ergebnis wirkt struppig und chaotisch.

Extra-Tipp: Da die Triebe direkt aus dem Boden wachsen und sich unterhalb der Schnittfläche meist wild verzweigen, ist der Ranunkelstrauch für den Formschnitt nicht geeignet. Hinzu kommt das Verkahlen älterer Zweige, wodurch die geschnittene Form schnell verloren geht. Allerdings ist die Kerrie gut schnittverträglich, sodass formgebende Schnitte durchaus möglich sind.

Vermehren

Der Ranunkelstrauch lässt sich über Samen, Stecklinge und Ausläufer vermehren. Der deutlich einfachste und schnellste Weg der Vermehrung ist das Abtrennen von Ausläufern. Diese bildet die Kerrie von allein, sodass nur noch das Entnehmen und Umpflanzen nötig ist.

Zudem bildet ein gesunder Strauch – sofern keine allzu begrenzende Wurzelsperre vorhanden ist – schnell sehr viele Ausläufer aus. Oftmals mehr als gewünscht. Das Abtrennen ist in vielen Fällen also ohnehin erforderlich.

Für die gezielte Vermehrung werden schlicht Ausläufer mit einer Höhe von etwa zehn Zentimetern großflächig abgestochen. Es ist nicht nötig, sehr tief zu graben. Dafür sollte ein möglichst großer Umkreis erfasst werden. Anschließend wird wie beim obig beschriebenen Einpflanzen verfahren.

Überwintern

Ins Freiland gepflanzt, hat der Ranunkelstrauch einen Schutz im Winter nicht nötig. Durch seine asiatische Herkunft ist er problemlos winterhart.

Die Wasserversorgung ist aber auch in der kalten Jahreszeit sicherzustellen. Fällt kein Schnee, muss an frostfreien Tagen darauf geachtet werden, dass das Substrat nicht durchtrocknet. Allerdings sollte es ebenso wenig schwemmend gegossen werden. Ein leichtes Feuchthalten reicht aus.

Kübelkultur

Da der Ranunkelstrauch ein recht begrenztes Höhen- und Breitenwachstum hat, eignet er sich auch sehr gut für die Kübelkultur. Bei dieser ist der Aufwand für die Pflege allerdings etwas höher als im Freiland.

Gerade das Gießen darf keinesfalls vernachlässigt werden. Allerdings sollte auch hier dringend auf durchlässiges Substrat und einen sicheren Wasserabfluss geachtet werden, denn Staunässe bekommt dem ansonsten robusten Goldröschen ebenso wenig wie Trockenheit. Ähnlich verhält es sich bei den Nährstoffen. Viel hilft zwar nicht viel, allzu karg darf das Substrat für die Kerrie aber ebenfalls nicht sein. Im Kübel kann das ohne Düngung allerdings vergleichsweise schnell eintreffen. Leichtes Düngen oder alternativ Umtopfen sind daher bei Bedarf unerlässlich.

gefüllter Ranunkelstrauch
gefüllter Ranunkelstrauch

Hinzu kommt, dass der Ranunkelstrauch in Kübelkultur ein wenig Frostschutz gut gebrauchen kann. Auf Styropor oder Holz gestellt, erhält der Wurzelballen eine Isolation nach unten. Mit Gartenvlies umwickelt, wird das Pflanzgefäß zusätzlich geschützt. Weiterhin muss vor allem im Pflanzgefäß sichergestellt werden, dass das Substrat nicht austrocknet. Wird die Erde durch Vlies abgedeckt, profitiert sie selbst von Schneefall und Regen nicht.

Umtopfen und Umpflanzen

Wie bei der sonstigen Pflege zeigt sich die Kerrie auch in Hinblick auf das Umtopfen und Umpflanzen ausgesprochen einfach.

Nötig sind diese Maßnahmen nur, wenn:

  • sich der Standort als unpassend beziehungsweise zu klein erweist
  • das Pflanzgefäß zu klein wird
  • die Erde bei der Kübelkultur verbraucht ist
  • der Ranunkelstrauch verkleinert oder vermehrt werden soll

Ob Umtopfen oder Umpflanzen – in beiden Fällen ist das Frühjahr vor der Blütezeit ideal zur Durchführung. Die Erde sollte zuvor leicht abtrocknen dürfen, das reduziert den Aufwand und schont das Gewächs.

Um die Pflanze zu vermehren, wird schlicht der Wurzelballen geteilt. Dazu sollte ein scharfes Messer oder eine scharfe Schere verwendet werden. Zudem sollten die Schnittstellen für einige Stunden abtrocknen dürfen, bevor sie wieder ins Erdreich eingesetzt werden.

Extra-Tipps: Sowohl Umpflanzen als auch Topfwechsel sollten zur Erneuerung des Substrats genutzt werden. Dafür kann auf das Düngen in diesem Jahr verzichtet werden.

Schädlinge und Krankheiten

Parasiten, Pilze, Infektionen – in der Regel bleibt der Ranunkelstrauch davon verschont. Verkahlen ältere Zweige, ist das ganz normal. Zeigen sich braune Flecken auf den Blättern, ist jedoch Vorsicht geboten.

Denn mögliche Ursachen dafür sind neben Pilzen auch Fehler in der Pflege, wie beispielsweise:

  • Standort in der prallen Sonne, die zu Verbrennungen führt
  • zu wenig Flüssigkeit, wodurch die Kerrie vertrocknet
  • Staunässe
  • ein zu hoher Kalkgehalt im Boden oder dem Gießwasser
  • verdichtetes Substrat
  • zu viele oder zu wenige Nährstoffe
  • abrupter Standortwechsel
gefüllter Ranunkelstrauch
gefüllter Ranunkelstrauch

Die erste Maßnahme gegen braune Flecken sollte daher eine genaue Überprüfung der Pflege und des Standorts sein. Lässt sich hier kein Problem finden, könnte sich ein Pilz verantwortlich zeigen. Um eine Ausbreitung zu verhindern, sollten die betreffenden Bereiche bei einem Rückschnitt entfernt werden. Zusätzlich empfiehlt sich die Anwendung eines Fungizids.

Vorsicht: giftig

Der Strauch an sich ist zwar nicht giftig, die Samen aber durchaus. Ab der Blütezeit sollte daher darauf geachtet werden, dass verspielte Haustiere und Kinder nichts davon im Garten aufnehmen können. Obwohl die Samen giftig sind, stellen sie erst durch die orale Aufnahme eine Gefahr dar. Als vorbeugende Maßnahme empfiehlt es sich, die Blüten abzuschneiden, sobald sie vertrocknet sind.

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