Rhododendron russatum ‚Gletschernacht‘ – Steckbrief und Pflege-Infos

Rhododendron russatum ‚Gletschernacht‘
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Blütenfarbe
violett, blau
Standort
Halbschatten, Sonnig
Blütezeit
Mai, Juni
Wuchsform
aufrecht, ausladend, buschig, mehrjährig, Überhängend
Höhe
bis zu 110 Zentimeter hoch
Bodenart
sandig, lehmig, kiesig
Bodenfeuchte
mäßig feucht, frisch
pH-Wert
schwach sauer, sauer
Kalkverträglichkeit
Kalkintolerant
Humus
humusreich
Giftig
Ja
Pflanzenfamilien
Heidekrautgewächse, Ericaceae
Pflanzenarten
Blütensträucher, Gartensträucher, Steingartenpflanzen, Ziergehölze
Gartenstil
Heidegarten, Steingarten, Ziergarten

Im Mai läuft der immergrüne Rhododendron russatum zur Hochform auf, wenn er seine prachtvollen, anfangs blauvioletten und nach dem Aufblühen, dunkelblauen Blüten präsentiert. In Kombination mit dem dunkelgrünen Laub zieht er alle Blicke auf sich. Dieser straff aufrechte und später kompakte Rhododendron gehört mit Wuchshöhen von bis zu 110 cm eher zu den kleineren Sorten. Seine endgültige Größe erreicht er jedoch erst nach 10 – 15 Jahren.

Steckbrief

  • Pflanzenfamilie: Heidekrautgewächse (Ericales)
  • Herkunft: Cultivar
  • botanische Bezeichnung: Rhododendron russatum ‚Gletschernacht‘
  • deutsche Namen: Rhododendron ‚Gletschernacht‘, Alpenrose, Rosenbaum
  • Wuchs: kleiner Strauch, anfangs straff aufrecht später kompakt, gut verzweigt
  • Wuchshöhe: 100 – 110 cm
  • Blütezeit: Anfang Mai – Ende Mai
  • Blüte: doldentraubiger Blütenstand, blauviolett bis dunkelblau
  • Laub: immergrün, glänzend, länglich bis lanzettlich
  • Kalkverträglichkeit: nicht kalkverträglich
  • Giftigkeit: giftig für Mensch und Tier

Standort

Wie die meisten Rhododendren bevorzugt auch die Sorte ‚Gletschernacht‘ einen sonnigen bis halbschattigen Standort mit hoher Luftfeuchtigkeit. Pralle Sonne sollte möglichst vermieden werden. Größtes Augenmerk bei der Standortwahl sollte auf der Bodenbeschaffenheit liegen, denn die ist Voraussetzung für einen gesunden Wuchs, sattgrünes Laub und eine üppige Blütenpracht.

Rhododendron russatum ‚Gletschernacht‘ ist immergrün

  • Boden sollte sauer, humos und gleichmäßig feucht sein
  • humoser Untergrund fördert die Durchlüftung des Bodens und Bodenfruchtbarkeit
  • kann die Aufnahmefähigkeit für Wasser und Nährstoffe deutlich verbessern
  • organische Materialien im Humus setzen Huminsäuren frei
  • diese können pH-Wert absenken, was beim Rhododendron gewünscht ist
  • für eine dauerhafte Zufuhr, Mulchschicht auf Wurzelbereich ausbringen
  • Mulch kann aus Rinde oder Nadelerde bestehen
  • Schicht etwa alle zwei Jahre erneuern
  • zur stärkeren Absenkung des pH-Werts anstelle von Rindenmulch Sägemehl verwenden
  • trockene und Böden mit hohem Ton- oder Lehmanteil sowie kalkhaltige Lösböden ungeeignet
  • Rhododendron russatum ‚Gletschernacht‘ reagiert sehr empfindlich auf Kalk

Pflege

Tipp: Auch wenn man die Beschaffenheit ungünstiger Böden durch die Zugabe verschiedener Materialien etwas anpassen kann, ist es unmöglich, den pH-Wert dauerhaft zu verändern.

Pflanzen

Gepflanzt werden kann dieser hübsche Strauch von Mitte März bis Ende April oder von Ende September bis Anfang Dezember, solange der Boden frostfrei ist. Bevor es ans Pflanzen geht, sollte der Ballen ausgiebig in kalkfreiem Wasser gewässert werden.

  • in der Zwischenzeit Humus oder andere organische Materialien in Boden einarbeiten
  • vorzugsweise Nadelerde, verrottetes Eichenlaub oder halb fertigen Kompost verwenden
  • auch Holzfasern oder kompostierte Baumrinde sehr gut geeignet
  • diese Materialien fördern einen für Rhododendron lebenswichtigen sauren pH-Wert
  • anschließend das Pflanzloch ausheben
  • das sollte etwa dreimal so groß sein wie der Ballen
  • anders bei schweren Böden mit hohem Lehm- oder Tonanteil
  • hier, sollte es mindestens dem Vierfachen des Ballendurchmessers entsprechen
  • Pflanzloch mit saurer, humoser Pflanzerde auffüllen

Rhododendron russatum mit länglichen, grün glänzenden Blättern

Im Anschluss wird die Pflanze in gleicher Höhe wie zuvor im Container eingesetzt und mit Erde aufgefüllt. Um die Standfestigkeit zu unterstützen, bietet sich im ersten Jahr eine Stütze an, die man bei der Pflanzung mit einsetzt. Sobald der Rhododendron gut angewachsen ist, kann sie wieder entfernt werden.

Tipp: Einzelpflanzungen sind bei dieser Alpenrose nicht empfehlenswert. Eine Pflanzung mehrerer Exemplare, etwa eine Pflanze pro Quadratmeter, ist förderlich für deren Entwicklung. Es bietet sich eine Pflanzung mit anderen Moorbeetpflanzen, mit ähnlichen Standort- und Bodenansprüchen an, wie z.B. Lavendel-, Sommer- oder Winterheide.

Pflanzung auf kalkhaltigen Böden

Ist die Pflanzung nur auf kalkhaltigen Böden möglich, wird eine sogenannte Kapillarsperre benötigt. Die soll verhindern, dass kalkhaltiges Wasser von unten an die Wurzeln gelangen kann. Dazu wird zunächst ein etwa 60 – 80 cm tiefes Pflanzloch ausgehoben und die Erde am Grund der Grube gut aufgelockert. Dann wird auf dem Boden ein spezielles Blumenvlies ausgelegt. Darauf kommt eine Drainageschicht aus grobem Kies. Das Vlies soll verhindern, dass sich Erde und Drainagematerial vermischen. Das war auch schon alles. Nun kann die Pflanze wie gewohnt eingesetzt werden.

Rhododendron russatum mit blauvioletten bis dunkelblauen Blüten

Tipp: Eine solche Kapillarsperre hat einen Nachteil. Sie verhindert auch, dass Grundwasser an die Wurzeln gelangt, sodass immer auf eine witterungsbedingte Bewässerung geachtet werden muss.

Gießen

Die optimale Versorgung mit Wasser spielt bei dieser Alpenrose eine wichtige Rolle. Ihr  Wasserbedarf ist relativ hoch. Ein humoser Boden oder das Mulchen mit organischen Materialien kommt dem schon sehr entgegen, wobei Humusbildung ohne ausreichend Feuchtigkeit nicht möglich ist. Im Idealfall ist der Boden immer gleichmäßig feucht. Austrocknen sollte er nicht. In einem niederschlagsarmen Frühjahr, insbesondere vor der Blüte, muss ebenso gewässert werden, wie während der Anwachsphase.

Später ist nur bei Trockenheit gelegentlich zu wässern. Bei andauernder Trockenheit trocknet die  oberste Bodenschicht relativ schnell aus. Da die Wurzeln vom Rhododendron russatum dicht unter der Erdoberfläche verlaufen, werden sie bei Trockenheit schnell in Mitleidenschaft gezogen. Ist der untere Teil der Wurzel erst einmal vertrocknet, ist die Pflanze nicht mehr in der Lage Wasser oder Nährstoffe aufzunehmen. Allerdings sollte auch nicht zu viel gegossen werden, denn zu ausgiebiges Wässern kann unterschiedliche Krankheiten begünstigen.

Rhododendron russatum wächst bis 110 Zentimeter hoch

Tipp: Diese Pflanzen reagieren sehr empfindlich auf Kalk, deshalb sollte nach Möglichkeit ausschließlich mit weichem, kalkfreien Wasser gegossen werden. Regenwasser ist bestens geeignet.

Düngen

Auch beim Düngen sollte man nicht übertreiben. Wird die Pflanze regelmäßig mit organischen Materialien versorgt, ist in der Regel keine weitere Düngung erforderlich. Das Einarbeiten dieser organischen Materialien sollte immer außerhalb des Wurzelbereichs erfolgen, denn der Rhododendron ‚Gletschernacht‘ gehört zu den Flachwurzlern.

Folglich verlaufen seine Wurzeln relativ dicht unter der Erdoberfläche, sodass sie bei jeglicher Form der Bodenbearbeitung stark beschädigt werden könnten. Alternativ zu dieser Form der Düngung kann etwa Ende März/Anfang April und ein weiteres Mal nach der Blüte ein spezieller Rhododendrondünger verabreicht werden. Auf andere Dünger sollte man möglichst verzichten, denn die meisten enthalten zu viel Kalk.

Schneiden

Ein regulärer Rückschnitt ist beim Rhododendron ‚Gletschernacht‘ nicht zwingend erforderlich. Von einem stärkeren Schnitt wird sogar abgeraten. Einzig und allein die verwelkten Blüten sollten entfernt werden, um möglichen Pilzkrankheiten vorzubeugen. Zudem können zurückgefrorene Pflanzenteile im Frühjahr herausgeschnitten werden. Dabei sollte bis ins gesunde Holz geschnitten werden.

Rhododendron russatum braucht einen sonnigen bis halbschattigen Standort

Überwintern

In gutem Boden und einem vor Wintersonne geschützten Standort ist ein gut angewachsener Rhododendron ‚Gletschernacht‘ gut winterhart und benötigt keinerlei Schutz. Nur im Jahr der Pflanzung ist noch eine Abdeckung mit Tannenreisig empfehlenswert. Was er jedoch auch in der kalten Jahreszeit benötigt, ist Wasser, denn er gehört zu den immergrünen Sorten und verdunstet demzufolge auch im Winter viel Feuchtigkeit. Vor allem vor Winterbeginn sollte noch einmal gewässert werden. Ein trockener Wurzelballen würde im Winter erfrieren. Häufig sind vermeintlich erfrorene Pflanzen schlicht weg vertrocknet.

Dagegen sollte ein Rhododendron russatum im Kübel vor Frost geschützt werden, indem man ihn vom Boden weg, auf eine Styroporplatte stellt. Den Topf umwickelt man mit Noppenfolie oder Jute und deckt das Substrat zusätzlich mit Laub oder Tannenreisig ab. Dann stellt man ihn an einen geschützten Platz.

Rhododendron russatum ist für Mensch und Tier giftig

Giftigkeit

Rhododendren sind grundsätzlich sowohl für Mensch als auch für Tiere giftig. Sie enthalten viele Giftstoffe insbesondere in Blättern, Blüten, Pollen und sogar im Nektar. Besonders gefährdet sind Kinder, die mit den Pflanzen in Berührung kommen. Leben kleine Kinder oder Tiere im Haushalt, sollte die Anschaffung eines Rhododendrons wohl überlegt sein und nach Alternativen Ausschau gehalten werden, auch wenn es schwer fällt.

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