Rhododendron – Pflege von A-Z – Grundlagen + Expertenwissen

Rhododendron richtig pflegen
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Blütenfarbe
gelb, orange, rosa, rot, violett, weiss, blau
Standort
Halbschatten, Sonnig
Blütezeit
März, April, Mai
Wuchsform
aufrecht, buschig, mehrjährig, Halbstrauch
Höhe
bis zu 300 Zentimeter hoch
Bodenart
steinig, sandig, lehmig, kiesig
Bodenfeuchte
mäßig feucht, frisch
pH-Wert
schwach sauer, sauer
Kalkverträglichkeit
Kalkintolerant
Humus
humusreich
Giftig
Ja
Pflanzenfamilien
Heidekrautgewächse, Ericaceae
Pflanzenarten
Kübelpflanzen, Blütensträucher, Gartensträucher
Gartenstil
Ziergarten, Steingarten, Vorgarten

Rhododendren sind eine Pflanzengattung der Familie der Heidekrautgewächse. Zur Gattung selbst zählen heute gut 1.000 Arten. So gibt es sie von kleinwüchsig bis zu Sträuchern, die mehrere Meter hoch werden können. Auch den Blütenfarben sind fast keine Grenzen gesetzt. Botanisch gehören auch Azaleen zu den Rhododendren. Der Pflanzenfreund unterscheidet jedoch zwischen den sommergrünen Azaleen und den immergrünen Rhododendren. Soll die Pflanze im Garten ausgepflanzt werden, handelt es sich in der Regel um einen immergrünen Rhododendron.

Steckbrief

  • botanischer Name: Rhododendron
  • Gattung: Rhododendren
  • Familie: Heidekrautgewächse (Ericaceae)
  • Trivialnamen: Alpenrose, Rosenbaum
  • Duft: leicht duftend, manche Sorten auch stärker
  • mehrjähriger Strauch
  • Wuchshöhe: bis zu drei Meter
  • Blätter: dunkelgrün
  • Blüte: weiß, gelb, orange, rosa, rot, lila, auch blaue Blüten, je nach Sorte
  • Blütezeit: März bis Mai, je nach Sorte auch bis in den Herbst
  • in allen Pflanzenteilen giftig
  • winterhart
  • nicht kalktolerant

Pflege

Zur Rhododendron-Pflege gehört das Herausbrechen verwelkter Blüten. So fördern Sie die Bildung von neuen Blütenknospen. Die wichtigste Pflegemaßnahme ist allerdings das Gießen. So müssen bei großer Hitze auch ausgepflanzte Rhododendren gegossen werden.

Rhododendron gibt es in vielen Arten

Standort

Rhododendren, die im Garten ausgepflanzt sind, bevorzugen einen Standort mit lichtem Schatten, zum Beispiel unter lichtdurchlässigen Bäumen. Manch Arten, wie zum Beispiel die Yakushimanum-Hybriden gedeihen auch an sonnigen Standorten, wenn der Boden genug Feuchtigkeit enthält. Außerdem sollte der Standort windgeschützt sein.

Boden

Für den Rhododendron ist ein saurer, gleichmäßig feuchter Boden mit humusreichen und lockeren Erdreich wichtig. Kalkreiche Böden vertragen die Pflanzen nicht. Der optimale pH-Wert des Bodens für die Pflanzen liegt zwischen 4 und 5,5.

Vorgezogenen Topfpflanzen kaufen

Rhododendren werden im Fachhandel als vorgezogene Topfpflanzen angeboten. Die beste Zeit für das Auspflanzen ist im Frühjahr oder im frühen Herbst. Achten Sie beim Einpflanzen darauf, dass der Wurzelballen nicht trocken ist.

Pflanzen

Damit sich der Rhododendron gut entwickeln kann, muss der Boden vorbereitet werden. Außerdem darf die Pflanze nicht zu tief in die Erde gesetzt werden. Nach dem Einpflanzen sollten Sie den Boden mit einer Schicht aus Laub oder kompostierter Rinde abdecken.

Bei sandigen Böden erfolgt die Verbesserung der Bodenqualität mit:

  • Laubkompost
  • Rindenhumus
  • verrottetem Kuhmist

Bei lehmigen Böden sollte eine Drainageschicht aus kalkfreiem Kies angelegt werden.

Rhododendron ist ein Heidekrautgewächs

Tipp: Für lehmige Böden gibt es spezielle Sorten, die auf einer lehm- bzw. kalktoleranteren Unterlage gezüchtet wurden.

Damit sich die Sträucher beim Wachstum nicht gegenseitig behindern, muss auf den richtigen Pflanzabstand geachtet werden. Als geeigneter Pflanzabstand gilt der doppelte Durchmesser der zu erreichenden Krone. Die Breite für das Pflanzloch richtet sich nach der Höhe der Pflanze. Die ideale Breite liegt bei der doppelten Höhe. Hat der Strauch beispielsweise eine Höhe von 50 Zentimetern, sollte die Grube einen Meter breit sein. Die Tiefe der Grube sollte 75 und 100 Zentimetern liegen.

Bevor der Rhododendron eingepflanzt wird, muss die Pflanzgrube vorbereitet werden:

  • unterste Schicht, Drainageschicht (30 Zentimeter) zur Vermeidung von Staunässe: klein gehacktes Holz, Äste oder Zweige oder Kies
  • mittlere Schicht (30 Zentimeter): gut verrotteter, kalkfreier Kompost mit Rhododendron-Erde
  • oberste Schicht (40 Zentimeter): Moorerde oder Torfmullersatz gemischt mit Rindenmulch, gut
  • angießen und leicht festtreten

Sollte das Niveau der angelegten Grube höher als die umgebende Fläche sein, ist das kein Problem. Durch das Verrotten der Schichten setzt sich das Niveau wieder.

Tipp: Auch bei Rhododendron-Sorten, die mäßig kalktolerant sind, sollte Rhododendron-Erde im Mischverhältnis 50:50 beigefügt werden.

Der Rhododendron selbst wird in oberste Schicht eingepflanzt. Dabei sollte die obere Seite des Wurzelballens nicht mit Erde bedeckt werden. Vor dem Einpflanzen sollten Sie den Wurzelballen gründlich wässern. Stellen Sie die Pflanze dazu in ein Gefäß mit Wasser. Sobald keine Luftblasen mehr aufsteigen, hat der Rhododendron genügt Wasser aufgenommen. Treten Sie nach dem Einpflanzen den Boden um den Wurzelballen leicht an. Keinesfalls sollten Sie den Boden im Bereich des Wurzelballens antreten, denn die feinen Wurzeln des Strauchs können sehr leicht abreißen. Anschließend wird der Boden mit Rindenmulch abgedeckt und die Pflanze gut angegossen.

Rhododendron Blütenknospen im Aufblühen

Tipp: Für die Abdeckung des Bodens kann auch anderes fein geschreddertes organisches Material verwendet werden. Rasenschnitt ist dafür jedoch nicht geeignet.

Kübelkultur

Erfüllt der Boden im Garten nicht die Ansprüche des Rhododendrons, dann kann er auch im Kübel kultiviert werden. Dazu eignen sich viele Arten, die eher klein bleiben. So erreichen die meisten Sorten der Yakushimanum-Hybriden, die im Mai und Juni blühen, nur eine Wuchshöhe zwischen 80 und 100 Zentimeter. Da Rhododendren zu den Flachwurzlern zählen, sollte das Pflanzgefäß eher breit als hoch sein. Um Staunässe zu vermeiden, muss der Topf oder Kübel unbedingt Abzugslöcher haben. Außerdem sollten Sie eine Drainageschicht anlegen.

Gießen

Da der Rhododendron nicht kalkverträglich ist, sollte er, wenn möglich, nur mit Regenwasser gegossen werden. Leitungs- oder Grundwasser sollte nur verwendet werden, wenn es extrem kalkarm ist.

Besonders viel Wasser benötigt der Rhododendron während der Blüte und in trockenen Perioden. Da der Strauch in durchlässiger Erde wächst, kann in trockenen Sommern fast nicht zu viel gegossen werden. Ist der Rhododendron in lehmiger Erde ausgepflanzt, muss auch in Trockenperioden mit Vorsicht gegossen werden, um Staunässe zu vermeiden.

Tipp: Beginnt der Rhododendron die Blätter nach unten einzurollen, hat er zu wenig Wasser bekommen. Das Einrollen ist eine Schutzmaßnahme der Pflanze, um die Verdunstung zu reduzieren.

Düngen

Rhododendren sollten regelmäßig gedüngt werden. Damit der Strauch seine typischen dunkelgrünen Blätter und viele Blüten bildet, beginnt die Düngeperiode bereits im zeitigen Frühjahr und endet mit Ende Juni.

  • Mulchschicht entfernen
  • Dünger austreuen
  • Mulchschicht wieder auftragen

Rhododendron kann mit organischem oder mineralischem Dünger gedüngt werden. Wird wasserlöslicher Mineraldünger verwendet, muss öfter, aber in geringen Dosen gedüngt werden. Bei organischem Dünger kann die Wirkung erst verspätet einsetzen, manchmal erst auch nach ein paar Monaten. Damit die Blätter des Strauchs ihre dunkelgrüne Farbe bekommen, kann die Pflanze zusätzlich mit Magnesium gedüngt werden.

Tipp: Achten Sie beim Kauf des Düngers darauf, dass er kalkfrei ist.

Rhododendron ist in allen Pflanzenteilen giftig

Schneiden

Rhododendron-Sträucher müssen in der Regel nicht geschnitten werden. Soll der Strauch geschnitten werden, muss überprüft werden, ob er gut eingewurzelt ist. Ist dies der Fall kann die Pflanze auch stärker zurückgeschnitten werden, auch bis ins alte Holz. Ist die Pflanze nicht gut eingewurzelt, sollten Sie auf einen starken Rückschnitt verzichten. Denn es kann sein, dass der Strauch dann nicht mehr austreibt.

Rhododendren setzen ihre Blüten immer im Vorjahr an. Deshalb ist der beste Zeitpunkt für den Schnitt nach der Blüte. So kann er in der restlichen Zeit des Jahres neue Blütenansätze bilden.

Ausdünnen und auslichten

Meistens werden Rhododendren geschnitten, wenn sie zu groß geworden sind. Um Sie optisch attraktiv zu halten, sollten sie von Zeit zu Zeit ausgelichtet werden. Dabei werden quer oder verwinkelt wachsende Äste und Zweige aus dem Inneren herausgeschnitten. So bekommt der Strauch nicht nur wieder eine gefällige Form. Auch wird er im Inneren luftiger, was wiederum zu mehr Blüten führt.

Tipp: Nach dem Schnitt sollten Sie den Strauch ausgiebig gießen.

Giftigkeit

Alle Pflanzenteile des Rhododendrons sind für Mensch und Tier giftig. Da auch Nektar und Pollen Gift enthalten, wird von einem Verzehr von Rhododendronblütenhonig gewarnt. Zum Tode führenden Vergiftungen beim Menschen sind bisher noch nicht bekannt, allerdings sollten weder von den Blüten noch von den Blättern genascht werden. Kinder müssen auf alle Fälle vom Verzehr abgehalten werden.

Überwintern

Grundsätzlich überstehen Rhododendren den deutschen Winter gut. Auch Schnee macht gesunden Pflanzen keine Probleme. Allerdings können die Pflanzen durch starken Frost und Wind Schaden nehmen, besonders wenn die Pflanzen an einem exponierten Ort stehen. In diesem Fall sollte der Strauch mit einem Vlies oder Netz vor Wind und Frost geschützt werden.

Ist der Winter trocken und sehr sonnig, braucht der Rhododendron auch im Winter zusätzliche Wassergaben. Gegossen wird zu dieser Jahreszeit aber nur an frostfreien, milden Tagen. Ist Nachfrost angekündigt sollten besser Sie auf das Gießen verzichten, da sonst das frierende Wasser, also der entstehende Eisklumpen, die Wurzeln schädigt.

Rhododendron mit seinen dunkelgrünen, länglichen Blättern

Überwintern von Kübelpflanzen

Wird winterharter Rhododendron im Kübel kultiviert, braucht er auch in der kalten Jahreszeit kalkfreie Wassergaben. Zudem sollte er vor Kälte und Frost geschützt werden, weil die Erde im Kübel schneller durchfriert als im Gartenbeet. Schutzmaßnahmen für einen Kübel-Rhododendron sind folgende.

  • Kübel oder Topf mit kältedämmenden Materialen umwickeln
  • Pflanzgefäß auch von unten gegen Frost und Kälte schützen

Um die Pflanze von unten vor Kälte zu schützen, muss zwischen Pflanzgefäß und Boden ein Abstand geschaffen werden. Am besten stellen Sie den Kübel auf eine Styroporplatte oder auf ein anderes isolierendes Material. Achten Sie auch darauf, dass im Untersetzer kein Wasser stehen bleibt.

Tipp: Ein weiterer Schutz vor Kälte ist im Winter ein Standort nahe an der Hauswand.

Vermehren

Rhododendren können über Ableger, Stecklinge oder Samen vermehrt werden.

Ableger

Der beste Zeitpunkt für die Vermehrung durch Ableger ist nach der Blüte. Sollte ein Ableger innerhalb einer Gruppe oder Hecke von Rhododendren gezogen werden, dann muss vorher geprüft werden, ob der Abstand zwischen den Sträuchern groß genug ist.

Konkret gehen Sie wie folgt vor:

  • verholzten Seitentrieb nahe am Boden auswählen
  • Trieb schräg einschneiden, aber nicht durchschneiden
  • Verbindung zur Mutterpflanze muss erhalten bleiben
  • eingeschnittenen Trieb in Richtung Boden biegen
  • Schnittfläche muss offen auf dem Boden liegen
  • Trieb eingraben oder mit Erdreich überdecken
  • eventuell mit Draht gegen seinen Willen am Boden befestigen

Der angeschnittene Trieb bildet nun Wundgewebe und in der Folge Wurzeln. Dies dauert auf alle Fälle bis zum nächsten Frühjahr. Unter Umständen kann dies aber auch länger dauern. Schauen Sie von Zeit zu Zeit nach, ob der Ableger bereits Wurzeln gebildet hat. Ist dies der Fall, kann die Verbindung zur Mutterpflanze gekappt werden, denn der neue Spross ist nun nicht mehr auf deren Versorgung angewiesen. Auch kann er jetzt umgesetzt werden.

Tipp: Damit die Schnittwunde offen bleibt, hilft ein kleines Hölzchen im Einschnitt.

Stecklinge

Die Vermehrung mit Stecklingen findet ebenfalls nach der Blüte statt. Dazu werden verholzte Zweige des Vorjahres aus dem Strauch geschnitten. Je nach Länge der Zweige können diese nochmals in mehrere handlange Stücke geteilt werden. Für den Erfolg ist es wichtig, dass die einzelnen Stecklinge an der Unterseite einen Triebknoten haben.

Haben die Stecklinge die gewünschte Länge, kommen sie in einen Topf mit Anzuchterde. Den Sommer verbringen sie am besten im Freien. Bis zum Herbst sollten sie Wurzeln gebildet haben. Nun können sie im Garten ausgepflanzt werden.

Rhododendron mit lila Blütenfarbe

Samen

Sollen neue Rhododendren aus Samen gezogen werden, muss auf den richtigen Zeitpunkt für die Samenentnahme geachtet werden. Sind die Kapseln mit den Samen erst einmal aufgesprungen, ist es sehr schwierig bis unmöglich, die winzigen Samen zu finden. Sind die Samen geerntet, kommen sie in Töpfe mit Anzuchterde. Diese kommen im Idealfall in ein Zimmergewächshaus.

Damit aus den Samen Keimlinge werden, sollten sie:

  • leicht feucht gehalten werden
  • an einem hellen Standort ohne direkte Sonneneinstrahlung stehen

Da Rhododendren sehr langsam wachsen, sind die jungen Pflanzen nach ungefähr einem Jahr kräftig genug, um pikiert zu werden. Mit Blüten sollten Sie frühestens nach zwei Jahren rechnen.

Tipp: Rhododendron-Keimlingen werden oft von Pilzen befallen. Daher müssen sie regelmäßig auf eine Infektion überprüft werden.

Rhododendron wird auch Alpenrose genannt

Krankheiten

Rhododendren sind nicht nur bei uns Menschen, sondern auch bei Schädlingen bzw. Pilzen beliebt. Zu den Pilzinfektionen, die meistens harmlos verlaufen, gehören die Blattflecken-Krankheit und Echter Mehltau. Letzterer kommt v.a. bei sommergrünen Arten vor.

Enthält der Boden zu viel Kalk, kann der Rhododendron an der sog. Kalkchlorose erkranken. Sie erkennen diese Krankheit an gelben Blättern mit grünen Blattadern. Oft zeigt der Strauch auch Wachstumsstörungen. Die Kalkchlorose ist eine Mangelerscheinung. Enthält das Erdreich zu viel Kalk, kann die Pflanze nicht genug Eisen aufnehmen. Leidet der Strauch unter dieser Krankheit kann eine Rettung mit einem speziellen Eisendünger versucht werden. Langfristig sollten Sie jedoch den Strauch umsetzen.

Schädlinge

Am häufigsten werden die Pflanzen von der Rhododendron-Zikade befallen. Sie legt ihre Eier auf den Blütenknospen des Strauchs ab. Und schädigt dabei die Pflanze gleich zweimal. Die Larven der Rhododendron-Zikade haben die Blätter des Rhododendrons zum Fressen gern und bei der Eiablage wird oft ein Pilz übertragen, der die Knospen braun werden und absterben lässt. Deshalb müssen befallene Knospen schnellstens entfernt und im Hausmüll entsorgt werden. Natürlich müssen auch die Laven an den Blättern mit einem entsprechenden Mittel bekämpft werden.

Der Dickmaulrüssel-Käfer hat die Blätter von Rhododendren zum Fressen gern. Einen Befall durch den nachtaktiven Käfer erkennen Sie an buchtenartigen Fressstellen an den Blättern. Gegenmaßnahmen müssen jedoch nur eingeleitet werden, wenn sich der Befall stark ausbreitet.

Die Rhododendron-Netzwanze hinterlässt eine grau marmorierte Blattoberfläche. Im Spätsommer bzw. Frühherbst legt sie ihre Eier vorzugsweise an den Blattunterseiten ab. Da sie die Eier mit ihrem Kot überdeckt, sind diese gut als kleine, schwarze Flecken zu erkennen.

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