Ruhmeskrone, Gloriosa superba – Pflanzen und Pflege-Hinweise

Ruhmeskrone, Gloriosa superba im Blumenbeet
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Blütenfarbe
gelb, orange, rosa, violett
Standort
Halbschatten
Blütezeit
Juni, Juli, August
Wuchsform
aufrecht, flachwüchsig, Kletterpflanze
Bodenart
sandig, tonig
Bodenfeuchte
mäßig feucht
Kalkverträglichkeit
k.A.
Humus
k.A.
Giftig
Ja
Pflanzenfamilien
Zeitlosengewächse, Colchicaceae
Pflanzenarten
Kletterpflanzen
Gartenstil
Wildgarten, Ziergarten

Die Ruhmeskrone Gloriosa superba ist eine Kletterpflanze mit extravaganten, kaminroten und gelblich gerandeten Blüten. Ihre ganze Pracht zeigen sie ab Mai. Diese exotisch anmutende Prachtlilie ist eine außergewöhnliche aber giftige Schönheit, denn sie ist mit den Herbstzeitlosen verwandt. Als Kübelpflanze veredelt sie Balkone und Terrassen, macht aber auch als Zimmerpflanze und Schnittblume eine gute Figur. Sie ist robust und toleriert den einen oder anderen Pflegefehler.

Steckbrief

  • wissenschaftlicher Name: Gloriosa rothschildiana, jetzt Gloriosa superba
  • deutsche Namen: Ruhmeskrone, Tigerklaue, Pracht-, Flammen-, Tropen- und Kletterlilie
  • Pflanzenfamilie: Zeitlosengewächse (Colchicaceae)
  • Wuchs: Kletterpflanze
  • Wuchshöhe: bis 2 m
  • Blütezeit: Juni bis August
  • Standort: hell, konstant feucht
  • Giftigkeit: stark giftig in allen Pflanzenteilen
  • Verwendung: Kletterpflanze, Blüten- und Fruchtschmuckpflanze

Pflanzen

Im Unterschied zu den meisten Kletterpflanzen besitzt die Ruhmeskrone ein knollenartiges Rhizom, aus dem der Stängel entspringt. Diese Knollen kann man etwa ab April im Gartenfachhandel kaufen. Die fingerförmigen Rhizome können im Garten oder in Töpfe gepflanzt werden. Da Gloriosa superba sehr frostempfindlich ist, sollte man sie nicht vor Mitte Mai auspflanzen bzw. nach draußen stellen. Ab Februar/März lassen sie sich im Haus vorziehen.

Beim Einpflanzen ist besonders auf die Knospe an der Vegetationsspitze zu achten. Ist sie erst einmal abgebrochen, kann die Knolle nicht mehr austreiben. In das jeweilige Pflanzgefäß kommt zuerst eine Drainageschicht aus grobem Kies oder Tonscherben. Darauf folgt ein lockeres und durchlässiges Substrat bis etwa 8 cm unter den Rand. Gut ist eine Mischung aus je einem Teil Blumen-, Kompost- und Lauberde sowie einem Teil Sand. Anstelle von Lauberde kann auch Torf verwendet werden.

Ruhmeskrone, Gloriosa superba ist eine extravagante Pflanze

Da sich in der Regel aus jedem Rhizom nur 1-2 Triebe entwickeln, können in einen Topf auch zwei oder mehr Knollen gepflanzt werden, je nach Topfgröße. Sie werden flach auf das Substrat gelegt und etwa 3 – 5 cm mit Erde bedeckt. Das gilt auch für eine Pflanzung im Beet. Teilweise sind die kleinen Jungtriebe an den Knollen bereits so weit ausgebildet, dass ihre Wuchsrichtung erkennbar ist. Zum Schluss das Ganze angießen.

Bis zum Austreiben stellt man die Ruhmeskrone an einen hellen und warmen Platz bei Temperaturen von mindestens 22 Grad und hält das Substrat gleichmäßig feucht. Treiben die ersten Blätter an, wird sie etwas kühler gestellt. Ab Mitte Mai können sie dann ins Freie gestellt werden. Ungefähr 6-8 Wochen nach dem Pflanzen zeigt diese Schönheit erste Ranken. Spätestens jetzt benötigt sie eine geeignete Rankhilfe oder einen Platz vor einer Mauer, Steinwand oder einem Spalier, an denen sie mittels ihrer Halteorgane an den Blattspitzen, emporranken kann.

Tipp: Möchte man Knollen kaufen, sollte man darauf achten, dass weder die Knolle noch die kleine Knospe am Ende der Vegetationsspitze Beschädigungen aufweisen. Selbst kleinste Verletzungen   können dazu führen, dass sie abstirbt. Alternativ kann man auch bereits blühende Pflanzen kaufen.

Standort

Was diese elegant wirkende Kletterlilie in ausreichendem Maße benötigt, ist Licht, bestenfalls mit Sonne am Morgen und nachmittags. Im Topf kultivierte Pflanzen können den Sommer über problemlos im Freien stehen, allerdings nicht in praller Mittagssonne.

  • sie bevorzugen windgeschützte Standorte
  • konstante Temperaturen von mindestens 22 bis 25 Grad
  • Temperaturen nicht wesentlich über- oder unterschreiten
  • starke Temperaturschwankungen können zu Hitze- bzw. Kältestress führen
  • Hitzestress äußert sich an gelblichen und welken Blättern
  • bei Kältestress werden Blätter weich, schlaff und teilweise durchscheinend

Ruhmeskrone ist eine Kletterpflanze

Um die Ruhmeskrone vor Verbrennungen zu schützen, ist bei direkter Sonneneinstrahlung ein  Sonnenschutz empfehlenswert. Allerdings kann zu wenig Licht dazu führen, dass die Knospen sich braun verfärben, vertrocknen und schließlich abfallen. Sie blüht nicht, wenn sie komplett dunkel steht.

Boden

Die Ansprüche an die Bodenbeschaffenheit sind relativ gering. Der Boden sollte durchlässig, humos und fruchtbar sein. Für Topfkulturen eignet sich eine Mischung aus handelsüblicher Blumenerde, Torf und Kompost, oder ein Substrat auf Kompostbasis, dem ein Drittel Torf oder grobe Lauberde beigemischt wird. Eigene Mischungen mit Gartenerde sollten möglichst keimfrei gemacht werden. Für optimale Durchlässigkeit kann die zusätzliche Zugabe von Tongranulat oder Sand sorgen.

Pflege

Grundsätzlich ist die Pflege der Ruhmeskrone eher unkompliziert. Wichtigste Faktoren hierbei sind die Wasserversorgung und die Luftfeuchtigkeit. Nur wenn beides stimmt, können sich die Pflanzen optimal entwickeln.

Ruhmeskrone blüht von Juni bis August

Gießen

Ein entscheidender Teil der Pflege ist das Gießen, hier ist Fingerspitzengefühl gefragt. Man muss das richtige Maß finden, um den Boden dauerhaft feucht zu halten aber stauende Nässe zu vermeiden. Mit etwas Übung kann man das in der Regel aber ganz gut hinbekommen.

  • die Ruhmeskrone immer von oben gießen
  • überschüssiges Gießwasser muss gut ablaufen können
  • während der Wachstumsperiode reichlich und regelmäßig wässern
  • Erde darf zwischen den Wassergaben maximal an-  nicht austrocknen
  • ein trockener Ballen hätte das Einziehen der Triebe zur Folge
  • mit Welke der Blätter im Herbst, Wassergaben nach und nach reduzieren

Entsprechend ihrer natürlichen Heimat ist Gloriosa superba bzw. Gloriosa rothschildiana auf eine entsprechend hohe Luftfeuchtigkeit angewiesen. Die sollte zwischen 50 und 65 % liegen. Um das zu gewährleisten, besprüht man die Pflanzen regelmäßig mit kalkarmem Wasser.

Tipp: Stellt man Topfpflanzen in einen mit Kieselsteinen und Wasser gefüllten Untersetzer, sorgt das verdunstende Wasser für eine höhere Luftfeuchtigkeit, ohne das die Pflanze im Wasser steht.

Düngen

Was die Versorgung mit Nährstoffen angeht, ist die Ruhmeskrone deutlich genügsamer. Frisch ein- oder umgetopfte Exemplare müssen anfangs nicht gedüngt werden, ihre Speicherorgane enthalten alle benötigten Nährstoffe, zudem sind handelsübliche Substrate meist vorgedüngt. Erst wenn die Pflanze oberirdisch mit ihrem Wachstum beginnt, muss sie zusätzlich mit Nährstoffen versorgt werden.

Dazu verabreicht man wöchentlich einen handelsüblichen Flüssigdünger oder organisch-mineralischen Volldünger. Nach der Hauptblütezeit im Juli verlangsamt die Ruhmeskrone ihr Wachstum und stellt es ab Ende August komplett ein. Ab jetzt wird das Düngen eingestellt.

Überwintern

Auch das richtige Überwintern ist Bestandteil der Pflege. Stand die Gloriosa rothschildiana im Beet, muss sie vor dem ersten Frost ausgegraben werden, denn sie ist nicht winterhart. Sobald im September die Blüten und Triebe beginnen zu welken, kann die Pflanze bis zum Boden zurückgeschnitten werden. Man kann allerdings auch warten, bis die Triebe von allein absterben, solange noch kein Frost zu erwarten ist. Dann gräbt man die Knolle der Ruhmeskrone vorsichtig aus, schlägt sie in Torfmull oder Sand ein und lagert sie bis zum Frühjahr an einem frostfreien aber kühlen Platz.

Exemplare im Topf holt man ebenfalls vor dem Frost ins Haus zum Überwintern. Hier lässt man die Wurzelknollen möglichst im Topf. Zur Überwinterung benötigt die Ruhmeskrone kein Licht, kein Wasser und keinen Dünger, sowie Temperaturen um die 10 Grad. Wärmer als 18 Grad sollte es nicht werden. Sie blüht nicht, wenn das Überwintern zu warm erfolgt. Unter optimalen Bedingungen kann man die Pflanze so getrost sich selbst überlassen, bis man sie im Frühjahr aus der Winterpause holt.

Die endet im März, wenn die Knollen in frisches Substrat umgetopft und zum Vortreiben wieder wärmer und heller gestellt werden. Temperaturen um die 20 Grad sind jetzt empfehlenswert. Mit Austriebsbeginn kann die Gießmenge langsam wieder erhöht, und sobald das oberirdische Wachstum beginnt, mit dem Düngen begonnen werden.

Tipp: Übrigens lebt eine im Frühjahr gepflanzte Wurzelknolle nur ein Jahr. Im Laufe des Sommers werden aber wieder neue gebildet. Aufgrund der starken Giftigkeit dieser Pflanze sollte man bei jeglichen Pflegemaßnahmen unbedingt Handschuhe tragen.

Ruhmeskrone eine außergewöhnliche, aber giftige Schönheit

Vermehren

Die Vermehrung der Prachtlilie Gloriosa superba kann vegetativ über Nebenknollen oder generativ über Samen erfolgen. Während die Vermehrung über Wurzelknollen relativ unproblematisch ist, ist eine Aussaat schwierig und langwierig, aber dennoch möglich.

Nebenknollen

  • bester Zeitpunkt zur Vermehrung ist nach der Winterruhe
  • idealerweise Anfang März, wenn ohnehin umgetopft wird
  • Knollen einzeln oder zu mehreren einpflanzen
  • in mittelgroße Töpfe auf geeignetes Substrat legen
  • dabei auf keinen Fall die Triebaugen verletzen oder gar abbrechen
  • Knollen ca. 5 cm mit Erde bedecken und angießen
  • möglichst schon bei der Pflanzung eine Rankhilfe mit im Topf integrieren
  • anschließend die Töpfe an einen hellen Platz mit Temperaturen zwischen 20 und 25 Grad stellen
  • Substrat während der ganzen Zeit mäßig feucht halten

Tipp: Ganz gleich, ob man die Knollen direkt im Garten oder im Topf pflanzt, man sollte dabei immer Handschuhe tragen, denn auch die Knollen sind giftig.

Aussaat

Deutlich schwieriger gestaltet sich die Vermehrung über Samen. Dazu benötigt man entsprechendes Saatgut, idealerweise ein beheizbares Zimmergewächshaus und Aussaaterde oder eine eigene Substratmischung aus Torf, Sand und Komposterde. Geeignete Samen kann man im Fachhandel oder online kaufen.

Grundsätzlich kann ganzjährig ausgesät werden, bester Zeitpunkt ist aber im Februar/März. Bevor man mit der eigentlichen Aussaat beginnen kann, werden die Samen für 24 – 48 Stunden in lauwarmem Wasser eingeweicht. Im Anschluss verteilt man sie auf einem geeigneten Substrat und bedeckt sie bis zu 1 cm dick mit Erde, die ab jetzt konstant feucht sein sollte.

Das Aussaatgefäß wird an einen hellen und warmen Platz gestellt. Zum Keimen benötigen die Samen der Prachtlilie Umgebungstemperaturen von 23 – 27 Grad. Zeigen sich die jungen Keimlinge und sind diese groß genug, können sie vereinzelt und entsprechend weiter kultiviert werden. Bei Bedarf können sie später in größere Töpfe oder ab Mitte Mai direkt in den Garten umgepflanzt werden. Bis durch Aussaat gewonnene Prachtlilien das erste Mal blühen, kann es allerdings bis zu vier Jahre dauern.

Tipp: Als Alternative zur herkömmlichen Aussaat kann man die Samen auch in ein verschließbares Glas mit 90 ml Wasser und 10 ml 3 %igem Wasserstoffperoxid geben, warm stellen und warten, bis die Samen keimen.

Krankheiten

Knollenfäule

Knollenfäule ist die Folge von zu viel Nässe. Anzeichen für diese Erkrankung können wässrige Stellen an Stängeln und Knollen sein. Über diesen Flecken welken die Blätter. Meist sind betroffene Pflanzen nicht zu retten. Wer es dennoch versuchen möchte, sollte sie schnellstens ausgraben und in trockenere Erde einpflanzen. Vorbeugend sollte auf lockeren und durchlässigen Boden und richtiges Gießverhalten geachtet werden.

Ruhmeskrone als Zierpflanze oder Schnittblume

Schädlinge

Spinnmilben

Auch wenn diese Pflanze extrem giftig ist, kann das Schädlinge wie Spinnmilben nicht fernhalten. Zu einem Befall kann es vor allem bei einer Kultur unter Glas bzw. im Haus kommen bzw. bei zu trockener Umgebungsluft. Er äußert sich in weiß gesprenkelten Blättern und feinen Gespinsten, die sichtbar werden, wenn man die Pflanzen mit einem feinen Sprühnebel besprüht. Stellt man einen Befall fest, sollte man die betroffene Pflanze isolieren, um eine Ausbreitung zu vermeiden.

Da Spinnmilben keine Feuchtigkeit vertragen, ist es ratsam, die Pflanze zunächst gründlich abzubrausen. Um zu verhindern, dass die Schädlinge auf das Substrat gelangen, deckt man es zuvor mit Folie ab. Danach stülpt man lichtdurchlässige Folie über die Pflanze und lässt sie so einige Tage stehen. Dabei sollten die Spinnmilben abgetötet werden. War die Bekämpfung nicht erfolgreich, kann man gegebenenfalls über den Einsatz von Raubmilben nachdenken.

Blattläuse

Ein Blattlausbefall kommt vor allem im Freien vor und kann schnell überhandnehmen. Unbehandelt kann er zum Absterben der Pflanze führen. Auch hier sollte die befallene Pflanze schnellstens isoliert und gründlich abgebraust werden. Zur Bekämpfung können Nützlinge wie Marienkäfer, Schlupfwespen oder Florfliegen eingesetzt werden.

Wühlmäuse

Wühlmäuse sind sehr hartnäckige Schädlinge und können binnen kürzester Zeit Unmengen an Pflanzen vernichten. Besonders beliebt sind Zwiebeln und Knollen, wie auch die der Gloriosa superba oder Gloriosa rothschildiana. Vergrämungsmittel wie sie zahlreich im Handel angeboten werden bringen in der Regel keinen Erfolg. Besser ist es, die Knollen zu schützen, indem man sie in einem engmaschigen Drahtgeflecht in die Erde pflanzt.

Ruhmeskrone wird auch Flammenlilie genannt

Besonderheiten der Ruhmeskrone

Das Herausragendste an dieser edel anmutenden Pflanze sind zweifellos ihre spektakulären Blüten. Sie sitzen an langen Stielen und sind kaminrot mit andersfarbigem, gewellten oder gekräuselten Rand. Die sechs schmalen bis zu 15 cm langen Blütenblätter sind nach hinten bzw. oben gebogen und krönen so Stempel und die langen Staubgefäße. Auch wenn die Ruhmeskrone äußerst dekorativ ist, ist sie eine extrem giftige Schönheit, und zwar die komplette Pflanze.

Sie ist für Menschen ebenso giftig wie für Hunde, Katzen, Nager, Vögel und sogar Weidetiere wie Pferde, Schafe und Rinder. Dafür verantwortlich ist Colchinin, ein Gift, das auch in Herbstzeitlosen zu finden ist, mit denen die Prachtlilie verwandt ist. Um mögliche Gefahren auszuschließen, sollte man, sofern man schwanger ist, Kleinkinder oder Haustiere im Haushalt leben, auf die Haltung dieser ansonsten zauberhaften Pflanze besser verzichten.

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