Spinnenblume, Cleome spinosa – Anzucht, Pflege und Überwinterung

Spinnenblume, Cleome spinosa
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Blütenfarbe
rosa, rot, violett, weiss
Standort
Halbschatten, Sonnig, Vollsonne
Blütezeit
Juli, August, September, Oktober
Wuchsform
aufrecht, einjährig, Staude
Höhe
bis zu 100 Zentimeter hoch
Bodenart
steinig, sandig
Bodenfeuchte
mäßig trocken, frisch
pH-Wert
neutral, schwach alkalisch, schwach sauer
Kalkverträglichkeit
Kalktolerant
Humus
k.A.
Giftig
Ja
Pflanzenfamilien
Cleomaceae, Cleomaceae
Pflanzenarten
Beetpflanzen, Stauden
Gartenstil
Bauerngarten, Blumengarten, Präriegarten

Aufgrund des Namens schrecken vielleicht viele Hobbygärtner vor der Kultivierung der exotisch wirkenden Spinnenblume im eigenen Garten zurück. Doch hat sie erst einmal Einzug gehalten, dann will den hübschen Spätblüher, der den herbstlichen Garten verschönt, niemand mehr missen. Leider ist die anmutige Pflanze, deren Staubblätter, die aus den Blüten wachsen und an Spinnenbeine erinnern, giftig und sollte daher von Familien mit Kleinkindern gemieden werden. Die Spinnenpflanze ist eine einjährige Pflanze und kann auch nicht im Kübel überwintert werden.

Steckbrief

  • Namen: Spinnenblume, Spinnenpflanze
  • lat. Namen: Cleome spinosa, Cleome hassleriana, Tarenaya hassleriana
  • Herkunft: Südamerika, hier Argentinien, Paraguay und Brasilien
  • einjährig
  • nicht winterhart
  • Standort: vollsonnig, windgeschützt, Staudenbeet
  • verträgt sich mit Ringelblumen, Fackellilien, Gräsern, Rittersporn u.a.
  • Wuchshöhe: 80 bis 100 cm
  • unter den Blüten befinden sich versteckte Dornen
  • Blütenfarbe: leuchtende Farbschattierungen violett bis rosa
  • Staubblätter erinnern an Spinnenbeine
  • Blühzeit: ab Juli bis zum ersten Frost
  • Samen sind giftig für Mensch und Tier
  • auch Stiele und Blätter nur mit Handschuhen anfassen
  • Bodenbeschaffenheit: leicht, durchlässig und humos
  • durch Aussaat kultivieren
  • Samen frosthart
  • selbstaussamend
  • regelmäßig aber mäßig gießen
  • Staunässe vermeiden
  • ansonsten droht Wurzelfäule
  • verträgt kurze Trockenperioden
  • alle drei Wochen mit Flüssigdünger versorgen
  • Schädlinge: Blattläuse, bei jungen Pflanzen auch Schnecken

Pflege

Als Hintergrundpflanze in einem Staudenbeet eignet sich die bis zu einem Meter hoch werdende Spinnenpflanze besonders gut. Sie ist sehr pflegeleicht und blüht bis zum ersten Frost. So kann ein Gartenbeet mit frühblühenden sowie der spätblühenden Cleome spinosa gemischt werden, damit es im Garten das ganze Jahr über blüht. Aber auch im Kübel kann die Spinnenpflanze ausgesät und kultiviert werden, wenn sie einen passenden Standort auf Balkon oder Terrasse erhält.

Spinnenblume mit violetten Blüten

Standort

Der ideale Standort für die Spinnenblume ist vollsonnig und windgeschützt. Wird sie dagegen im Halbschatten kultiviert, kann die Blüte geringer ausfallen. So sehen die Standorte für die anmutigen Pflanze Idealerweise wie folgt aus.

  • als Hintergrundpflanze in einem Staudenbeet
  • verträgt sich mit Rittersporn, Ringelblumen, Gräsern und anderen
  • in einem Pflanzgefäß
  • auf Südbalkon oder sonniger Terrasse

Bodenbeschaffenheit

Der Boden, in den die Spinnenblume im Frühjahr ausgesät wird, sollte durchlässig und leicht sein. So muss ein schwerer Gartenboden mit Sand gemischt werden, damit er die gewünschte Durchlässigkeit erhält. Wird die Pflanze im Kübel kultiviert, reicht hier frische Blumen- oder Kübelerde aus dem Handel vollkommen aus. Die Gartenerde sollte hingegen auch mit Kompost, Hornspänen oder Stallmist angereichert werden, bevor Cleome hassleriana hier Einzug hält. So erhält der Boden für die ersten Wochen genügend Nährstoffe.

Gießen

Gegossen werden sollte Tarenaya hassleriana regelmäßig, aber auch nur in Maßen. Denn eine kurze Trockenperiode verträgt sie besser, als zu viel Wasser. So sollte in den heißen Sommermonaten zugegossen werden. Hierfür sind die frühen Morgen- oder späten Abendstunden ideal. Es muss vor allem darauf geachtet werden, dass nur an die Wurzeln gegossen wird, nicht auf die Pflanze selbst.

Spinnenblume, Cleome spinosa mit Blütenknospen

An normalen Regentagen benötigt die Spinnenblume kein zusätzliches Wasser. Nur wenn sie in einem Topf unter einem Dach auf Terrasse oder Balkon kultiviert wurde, benötigt sie auch in dieser Zeit eine regelmäßige Wasserzufuhr, allerdings nicht so häufig, wie an heißen Tagen. Staunässe sollte weder im Beet noch im Pflanzgefäß entstehen, diese verträgt die anmutige Pflanze nicht.

Düngen

Obwohl es sich bei der Spinnenpflanze nur um eine einjährige Pflanze handelt, benötigt sie dennoch genügend Dünger, um ihre dekorativen Blüten in voller Pracht auszubilden. Die mit Kompost und Hornspänen angereicherte Gartenerde reicht hier nicht für den ganzen Sommer aus. Daher sollte wie folgt gedüngt werden, um eine prachtvolle Blüte, bis zum ersten Frost zu erreichen.

  • vor Aussaat oder Pflanzung mit Kompost anreichern
  • danach alle drei Wochen mit Flüssigdünger gießen
  • dieser sollte für blühende Pflanzen sein
  • wird mit dem Gießwasser zugegeben
  • erst, wenn die Pflanze verwelkt, mit dem Düngen aufhören

Aussaat

Cleome spinosa gibt es im Gartenfachhandel nicht als vorgezogene Jungpflanze zu kaufen, nur Samenmischungen sind erhältlich. Und Hobbygärtner, die die dekorative Pflanze bereits einmal im Garten kultiviert hatten, können die Samen ernten und diese für die Aussaat im nächsten Jahr nutzen.

Auch kann sich die Pflanze selbst aussäen, wenn die Samen sich selbst überlassen werden und rund um die Mutterpflanze auf die Erde fallen. Denn gegenüber der frostempfindlichen Spinnenblume ist die Aussaat durchaus winterhart. Zudem handelt es sich um Lichtkeimer, die nicht in die Erde eingearbeitet werden, sondern auf der Erdoberfläche anfangen zu keimen.

Schoten für die Aussaat ernten

Für die kontrollierte Aussaat können die eigenen Schoten aus einer bereits im Garten kultivierten Cleome spinosa genutzt werden, auch im Handel gibt es verschiedene Samenmischungen zu kaufen. Sollen die eigenen Samenkörner genutzt werden, dann sollte hierbei wie folgt vorgegangen werden.

  • einige der verwelkten Blüten an der Pflanze belassen
  • warten, bis sich hier die Schoten bilden
  • diese müssen ausreifen
  • erst wenn sie trocken und fest sind, ernten
  • idealerweise an einem sonnigen und trockenen Tag
  • sonst könnten die Samenkörner später verfaulen
  • Schoten öffnen und Samenkörner entnehmen
  • bis zur Aussaat an trockenem und warmen Ort aufbewahren

Idealerweise ist der Aufbewahrungsort auch dunkel, denn bei der Spinnenblume handelt es sich um Lichtkeimer. Ist es daher am Aufbewahrungsort zu hell, kann es zu einer ungewollten und vorgezogenen Keimung kommen, die so entstandenen Keimlinge sind dann später meist nicht mehr zu verwenden.

Spinnenblume mit fünfteiligen, sternenförmigen Blättern

Vorziehen

Um im Mai nach den Eisheiligen bereits kräftige Pflanzen für das Gartenbeet zur Verfügung zu haben, können die Keimlinge auch vorgezogen werden. So kann mit der Aussaat bereits im Februar oder März begonnen werden. Bei diesem Anzüchten sollte folgendes beachtet werden.

  • Anzuchterde in kleine Töpfe geben
  • das Saatgut nur auf die Erde aussäen und nur dünn bedecken
  • zum Vorziehen an einen hellen und sonnigen Platz stellen
  • ideale Keimtemperatur liegt zwischen 18° und 20° Celsius
  • eine Fensterbank nach Süden gerichtet ist optimal
  • durchsichtige Folie über dem Topf sorgt für Feuchtigkeit
  • häufig lüften, sonst schimmelt es
  • regelmäßig gießen, Erde mäßig feucht halten

Nach wenigen Tagen zeigen sich die ersten Keimlinge, die nun nicht mehr gegossen, sondern besser mit Wasser bestäubt werden sollten. Haben sie eine Größe zwischen sechs und acht Zentimetern erreicht, dann sollten sie pikiert werden. Bis zum Pflanzen im Mai ins Freiland oder in einem Pflanzgefäß können die kleinen Pflanzen auf der hellen Fensterbank verbleiben.

Pflanzen

Pflanzen im Beet

Im Mai nach den Eisheiligen, wenn auch keine Nachtfröste mehr zu erwarten sind, können die kleinen Cleome hassleriana, die durch das Vorziehen bereits jetzt eine stattliche Größe erreicht haben, an den ausgesuchten Standort im Gartenbeet umziehen. Damit die trockenheitsliebende Cleome spinosa hier keine nassen Füße bekommt, sollte das Pflanzloch entsprechend mit einer Drainage aus Steinen ausgestattet werden. Alternativ hierzu kann eine sehr schwere Erde auch mit Schotter, Kieseln und Sand durchlässig gemacht werden.

Ansonsten ist beim Pflanzen auf Folgendes zu achten:

  • bei mehreren Spinnenblumen auf Abstand achten
  • ca. 40 cm zwischen den einzelnen Pflanzen einhalten
  • Löcher ausheben
  • Drainage anlegen
  • Tarenaya hassleriana einsetzen
  • eventuell Stehhilfe für eine oder mehrere Spinnenpflanzen mit einsetzen
  • vorbereitete Erde einfüllen
  • leicht andrücken
  • mäßig angießen

Damit die jungen Pflanzen, die sich noch nicht selbst vor Schnecken schützen können, nicht von den Schädlingen befallen werden, die die saftigen, frischen Blätter fressen, sollte hier vorgebeugt werden. Rund um die Cleome hassleriana sollte daher eine Schneckensperre angelegt werden. Diese kann aus einer dünnen Mulchschicht bestehen, die die lästigen Plagegeister nicht bezwingen können. Wird die Pflanze älter, schützt sie sich selbst vor den lästigen Schnecken.

Pflanzen im Kübel

Ebenfalls im Mai werden die jungen, vorgezogenen Pflanzen in einen Topf umgesetzt. Auch dieser sollte mit einer Drainage vorbereitet werden um Staunässe zu vermeiden, bevor ein Teil der vorbereiteten Erde eingefüllt. wird. Hierzu werden Tonscherben oder Kiesel über dem Abflussloch verteilt und mit einem Pflanzenvlies abgedeckt. So wird verhindert, dass Erde zwischen den Steinen das Loch doch noch verstopfen könnte. Ansonsten wird bei der Kultivierung im Pflanzgefäß weiter wie folgt vorgegangen.

  • einen Teil vorbereitete Erde eingeben
  • die Pflanze einsetzen
  • eventuell eine Stehhilfe mit einsetzen
  • restliche Erde einfüllen
  • leicht andrücken
  • leicht angießen

Spinnenblume ist eine giftige Pflanze

Schneiden

Einen Schnitt benötigt die Spinnenblume nicht, da sie im Herbst beim ersten Frost abstirbt und dann insgesamt mit den Wurzeln der Erde entnommen und auf dem Kompost entsorgt werden kann. Jedoch sollte die Pflanze regelmäßig geputzt werden.

Hierbei wird wie folgt vorgegangen:

  • alle verwelkten Blätter abschneiden
  • regelmäßig verblühte Blüten entfernen
  • so wird eine weitere Blütenbildung angeregt

Um aus den verblühten Blüten die Samenschoten für die nächste Aussaat im Frühling zu nutzen, bleiben einige der verwelkten Pflanzen stehen, damit die Samenkörner in den Schoten ausreifen können. Diese werden dann erst beim ersten Frost, wenn die abgestorbenen Pflanzen auf dem Kompost entsorgt werden, geerntet, bevor sie von selbst auf den Boden fallen und hier im nächsten Frühjahr keimen.

Überwinterung

Cleome spinosa gehört zu den einjährigen Sommerblumen, die nicht winterhart sind. Es wurden jedoch bereits winterharte Sorten bekannt, bei denen es sich um eine verwandte Art aus derselben Familie Cleomacae handeln könnte. Die „echte“ Spinnenpflanze ist und bleibt jedoch einjährig.

Doch im Gegensatz zur Mutterpflanze sind die Samenkörner jedoch frosthart und ihnen macht auch ein sehr kalter Winter auf dem Boden nichts aus. In der Regel wachsen daher die Spinnenblumen im nächsten Frühjahr aus den selbst ausgesäten Keimlingen wieder ganz von selbst.

Giftigkeit

Bedauerlicherweise sind die Samenkörner der Spinnenblume, die sich in den Schoten befinden, giftig. Schnell haben kleine Kinder diese in den Mund gesteckt. Daher sollte in einem Haushalt mit kleinen Kindern aber auch mit freilaufenden Haustieren auf die Kultivierung der anmutigen Spinnenpflanze verzichtet werden, oder die Gartenbeete so gut eingezäunt werden, dass weder Kinder noch Hunde oder Katzen an die Samenschoten gelangen können.

Hobbygärtner, die das Saatgut für die nächste Aussaat sammeln, sollten Handschuhe bei der Arbeit tragen oder sich danach die Hände gut waschen. Auch kann es zu Hautirritationen bei der Arbeit mit den Trieben, zum Beispiel beim Aufbinden an einem Stiel zur Befestigungshilfe, kommen. Daher sollte auch hierbei auf langärmelige Sachen und Handschuhe nicht verzichtet werden.

Pflegefehler

Pflegefehler & Krankheiten

Ein großer Pflegefehler bei Cleome spinosa ist die Staunässe, die entsteht, wenn zu viel gegossen wurde. Im schlimmsten Fall, wenn nicht sofort reagiert wird, kommt es zur Wurzelfäule und die Spinnenblume stirbt bereits vor dem Herbst ab. Ein weiterer Fehler kann bei der Anzucht passieren, wenn die jungen Tarenaya hassleriana zu früh ins Gartenbeet umgesetzt wurden, bevor alle frostigen Nächte im späten Mai sicher vorbei sind.

Denn in einem solchen Fall kommt es zum Erfrieren der kleinen, noch zarten Pflanzen. Da die Triebe leicht brechen, sollte immer mit äußerster Vorsicht bei der Arbeit mit Cleome spinosa umgegangen werden. Weitere Pflegefehler oder Krankheiten sind jedoch nicht bekannt, da die Spinnenblume insgesamt sehr robust ist und viel verzeiht.

Schädlinge

Vor Schädlingen schützt sich die Pflanze durch Drüsen, die eine klebrige Substanz an den Stielen absondern, bereits selbst. So ist ein klebriger Stiel auch kein Hinweis auf einen Befall von Blattläusen. Auch Schnecken nehmen so Abstand von der Pflanze und lassen die Blätter in Ruhe.

Allein der Dickmaulrüssler kann der anmutigen Spinnenblume noch gefährlich werden, denn dieser setzt seine Larven in die Wurzeln, die hierdurch stark beschädigt werden können. Im schlimmsten Fall welken die Pflanzen insgesamt und sterben ab. Gegen den Fraß der Larven gibt es jedoch die folgenden vorbeugenden Maßnahmen.

Spinnenblume mit weißen Blüten

So gehen Sie dabei vor:

  • Fadenwürmer in die Erde rund um die Spinnenpflanze aussetzen
  • diese können die Larven der Dickmaulrüssler zum Absterben bringen
  • so können auch gleichzeitig andere Pflanzen im Beet geschützt werden
  • die Nematoden gibt es im gut sortierten Gartenhandel in einem Pulver zu kaufen
  • dieses wird mit dem Gießwasser in die Erde rund um die Wurzeln gegeben
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