Vanilleblume, Heliotropium arborescens, Heliotrop – Pflanzen und Pflege

Vanilleblume, Heliotropium arborescens, Heliotrop
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Blütenfarbe
violett, weiss, blau
Standort
Halbschatten, Sonnig
Blütezeit
Mai, Juni, Juli, August, September
Wuchsform
aufrecht, buschig, mehrjährig
Höhe
bis zu 60 Zentimeter hoch
Bodenart
sandig
Bodenfeuchte
mäßig feucht, frisch
pH-Wert
schwach alkalisch, schwach sauer
Kalkverträglichkeit
Kalktolerant
Humus
humusreich
Giftig
Ja
Pflanzenfamilien
Raublattgewächse, Boraginaceae
Pflanzenarten
Stauden, Duftpflanzen
Gartenstil
Staudengarten, Blumengarten

Die Vanilleblume blüht eigentlich vom Frühsommer bis in den späten Herbst hinein, und diese Blume ist äußerst dekorativ. Die Blüten können weiß sein, aber meist haben sie eine hellblaue, mittelblaue oder gar blauviolette Färbung. Heliotropium arborescens hat immer viele kleine Blüten, die doldenförmig wachsen und sehr dicht stehen können. Die Pflanze  ist noch viel zu wenig verbreitet und zu unbekannt, wenn man bedenkt, wie gut sie sowohl optisch als auch olfaktorisch auf Balkon und Terrasse wirkt. Sogar im Freibeet kann die Vanilleblume in Europa gehalten werden, solange sie zum Überwintern ins Haus gebracht wird. Die Pflanze hat ihren Namen von dem betörenden Vanilleduft, den die Blüten verbreiten.

Steckbrief

  • botanischer Name: Heliotropium arborescens
  • Trivialnamen: Heliotrop, Sonnenwende, Vanilleblume
  • Pflanzenfamilien: Borretsch- und Raublattgewächsen (Boranigaceae)
  • Pflanzenart: immergrüner Halbstrauch
  • riecht in der Blüte stark vanillig
  • Herkunft: Peru
  • Wuchsform: niedrig, buschig, brüchige Triebe
  • meist einjährig kultiviert
  • Höhe: 30 bis 60 cm
  • Blütezeit: Mai bis September
  • Blätter: rau behaart, oval, goldgelb bis olivgrün, wenden sich immer der Sonne zu (Bezeichnung Heliotrop)
  • Blütenfarbe: weiß oder violett bis dunkelblau
  • Blütenform: viele kleine Blüten in schweren, buschigen Ständen
  • nicht essbar
  • brüchige, dünne Triebe müssen unter Umständen gestützt werden
  • nicht winterhart, verträgt keinen Frost
  • Bodenart: humusreich, durchlässig, frisch, kein zu hoher Nährstoffanteil
  • Kalkverträglichkeit: gut
  • pH-Wert: leicht sauer bis kalkhaltig
  • Humus: ja, aber in Maßen
  • Standort: sonnig mit etwas Schatten
  • Bodenfeuchte: feucht, ohne nass zu stehen
  • Gartenstil: Beete und Rabatten mit niedrigem Bewuchs, Balkonkästen und -schalen
  • Giftig: ja

Vanilleblume ist eine dekorative Pflanze mit violetten Blüten

Es gibt Heliotropium arborescens in ganz unterschiedlichen Blüten- und Blattfarben, die Pflanzen sind vielfältig und werden in mehreren Unterarten gezüchtet. Winterhart ist allerdings keine davon. In den meisten Fachgeschäften kann man die Pflanzen als einjährige Sträucher kaufen. Sie sind aber tatsächlich mehrjährig und schenken auch in Europa unter liebevoller Fürsorge viele Jahre Freude.

Standort

Die Vanilleblume mag sonnige Standorte, benötigt aber am Nachmittag wenigstens kurzzeitig etwas Schatten. Bei der Standortwahl ist direkte Sonneneinstrahlung wichtig, denn die Pflanze dreht ihre Blätter gerne zur Sonne. Das kann sie aber nur, wenn sie das Sonnenlicht wirklich direkt spürt und außerdem genug Platz hat, sich zu drehen.

Im Freiland kann man das gut beobachten: Die Sonnenwende ist am frühen Morgen noch nach Westen ausgerichtet, bewegt sich mit Sonnenaufgang und stärkerer Einstrahlung nach Westen und folgt dann dem Sonnenlauf, bis sie mittags gerade steht und ihre Blätter nach oben ausrichtet. Gegen Nachmittag wendet sich die Pflanze dann nach Westen.

Pflege

Wärme mag diese Pflanze sehr gern, sie kann auch auf Balkonen, Terrassen und Veranden oder im Wintergarten gehalten werden. Allerdings sollte bei Fensterplätzen im Wintergarten darauf geachtet werden, dass Heliotropium arborescens nicht zu viel Sonne abbekommt. Wird es der Pflanze zu trocken und zu heiß, werden die Blätter an den Rändern braun.

Vanilleblume mit olivgrünen und behaarten Blättern

Die Vanilleblume ist nicht winterhart, sie verträgt keinen Frost. dementsprechend sollte die Pflanze vor zu niedrigen Temperaturen geschützt werden. An Standorten, wo dies nicht möglich ist, kann die Pflanze in einer Schale, einem Kübel oder einem Kasten gehalten werden, so dass sie bei Bedarf ins Haus versetzt wird. Im Winter mag die Blume einen kühlen und hellen Ort. Temperaturen um die 5° C sind ideal. Zum Überwintern kann die Pflanze also in ein Kalthaus gestellt werden.

Kurz zusammengefasst:

  • sonniger Standort mit wenig Schatten am Nachmittag
  • Wärme willkommen, ist hitzetolerant
  • im Haus bei etwa 5°C an hellem Standort überwintern

Boden

Heliotrop mag lockere, frische Böden mit leichtem Kalkanteil. Die Erde muss durchlässig sein, darf Feuchtigkeit halten, aber nicht stauen. Eine Universalerde mit untergemengtem Sand oder Perlit ist also ideal für die Pflanze. Der Boden darf leicht sauer sein, aber auch leicht alkalische, also kalkhaltige Böden, verträgt die Vanilleblume. Die Betonung liegt hier mehr auf dem „leicht“ als auf „alkalisch“ oder „sauer“.

Mit Dünger darf durchaus sparsam umgegangen werden, die Herstellerangaben auf den Düngemitteln für Blühpflanzen sind für die Sonnenwende schlicht zu gehaltvoll. Ein zu hoher Nährstoffgehalt im Boden schadet eher. Ohne Dünger geht es jedoch auch nicht, ein bisschen Pflege benötigt die Pflanze.

Wasser benötigt diese Pflanze allerdings recht viel. Die Vanilleblume will regelmäßig und üppig gegossen werden. Sie zeigt das auch an: Wenn die Blätter leicht schlaff wirken und hängen, statt sich zur Sonne zu drehen, bettelt die Pflanze um Wasser. Gießt man jetzt nicht, werden die Ränder der Blätter ganz schnell braun. Die Pflanze darf aber nicht im Wasser stehen. Ist der Boden zu nass, fault die Sonnenwende.

Kurz zusammengefasst:

  • lockerer, frischer Boden mit hoher Durchlässigkeit
  • etwas Sand ist perfekt
  • darf leicht kalkig oder leicht sauer sein
  • eher wenig düngen
  • kein zu nährstoffhaltiger Boden
  • regelmäßig und gut gießen
  • keine Staunässe

Pflanzen

Vorgezogene Pflanzen kaufen

Heliotrop kann über Samen ausgebracht werden, aber auch als vorgezogene Pflanze gekauft werden. Im zweiten Fall werden die Pflanzen aus dem Topf heraus ins Beet oder in den Kübel gesetzt. Wichtig ist, dass ein Abstand von wenigstens 20 cm zur nächsten Pflanze eingehalten wird. Denn nur so kann sich die Blume in ihrer typischen Art zur Sonne drehen. Ältere Pflanzen benötigen entsprechend mehr Platz.

Vanilleblume mit vielen kleinen blau-violetten Blüten

Auch wenn die Höhe der Pflanzen mit bis zu 60 cm angegeben wird, können die einzelnen Exemplare höher werden. Denn es handelt sich hier immer nur um Durchschnittswerte. Eine Höhe von 80 cm ist also durchaus möglich. Auch das sollte beim Pflanzen in Betracht gezogen werden.

Heliotrop bildet eher brüchige, schwache Triebe aus. In der Blütezeit, insbesondere unter dem Einfluss von Wind, können diese Triebe leicht brechen. Eine Stütze ist also sinnvoll. Auch die sollte beim Auspflanzen mit bedacht werden, der Platz muss ausreichen.

Kurz zusammengefasst:

  • vorgezogene Pflanzen werden im Abstand von 20 cm zueinander ins Beet gesetzt
  • aufgrund der brüchigen Triebe sollten Stützen angebracht werden können
  • manche Pflanzen werden höher als die angegebenen maximalen 60 cm

Gießen

Regelmäßiges Gießen ist allerdings notwendig. Vor allem dann, wenn die Sonnenwende ihre Blätter schlaff hängen lässt. Denn dann bettelt die Pflanze um Wasser. Das ist in der Wachstumsphase der Fall. Zur Pflege gehört auch, dass alle verwelkten Pflanzenteile abgenommen werden. Im Frühjahr sollte die Pflanze immer zurückgeschnitten werden.

Bei spürbarem Wind und stärkeren Luftbewegungen benötigt Heliotropium arborescens Unterstützung, denn die Triebe sind brüchig. Ein Stützholz insbesondere unter den schweren blütentragenden Trieben ist dann sinnvoll. Und das gilt auch für Pflanzen, die im Topf oder im Kübel gehalten werden. Sitzen die Pflanzen im Beet, sollte ein Mindestabstand von wenigstens 20 cm zwischen den einzelnen Pflanzen eingehalten werden.

Düngen

Die Vanilleblume ist recht pflegeleicht. Die Pflanzen müssen nicht so oft gedüngt werden und kommen mit relativ geringen Düngergaben aus. Vor allem in der Blütenphase sind zwei bis drei Düngergaben wöchentlich angebracht. Idealerweise werden jeweils 2 g bis 3 g Mehrnährstoffdünger je Liter Gießwasser verwendet.

Kurz zusammengefasst:

  • im Wachstum viel gießen
  • in der Blütezeit zwei bis dreimal wöchentlich düngen
  • im Frühjahr zurückschneiden
  • Verwelktes entfernen
  • bei Bedarf abstützen
  • Mindestabstand zwischen den Pflanzen 20 cm

Blüten

Die Vanilleblume benötigt insbesondere in der Blütezeit viel Pflege. Werden verblühte Blütendolden möglichst schnell entfernt, können sich mehr neue Blüten ausbilden. Denn wenn die Pflanze die Gelegenheit erhält, Samen auszubilden, wird sie sehr viel Kraft in diese Aufgabe investieren und weniger Blüten zeigen. Die leicht gewelkten Blüten können getrocknet und als Potpourri verwendet werden, sie duften noch eine ganze Zeit lang angenehm mild nach Vanille.

Vanilleblume, Heliotrop verträgt keinen Frost

Die Pflanze wächst auch besser, wenn sie regelmäßig im Frühjahr zurückgeschnitten wird. Der Schnitt ist radikal: Nur 10 bis 15 cm der Pflanze bleiben stehen. So können neue, kräftige Triebe wachsen, Blüten ausgebildet werden. Verteilte Triebe bilden normalerweise nur wenige oder keine Blüten aus. Diese sollten im Frühjahr entfernt werden.

Kurz zusammengefasst:

  • verblühte Blütendolden sofort entfernen
  • im Frühjahr auf 10 bis 15 cm zurückschneiden
  • vergeilte Triebe entfernen

Vermehren

Die Sonnenwende lässt sich recht leicht vermehren. Eine Möglichkeit ist die gezielte Aussaat, eine andere die Vermehrung durch Stecklinge. Wer die Pflanze säen will, sollte beim Fachhändler hochwertige Samen erwerben. Ab Ende Januar kann die Aussaat stattfinden, aber auch Termine später im Frühjahr oder bereits im Herbst sind möglich.

Die Vanilleblume ist ein Lichtkeimer. Die Samen werden idealerweise zwischen Februar und März im hellen Zimmergewächshaus ausgesät. Die Bodentemperatur sollte bei etwa 20° C liegen. Nach einer Keimzeit von etwa zwei Wochen sollten die Keimlinge vereinzelt werden. Die kleinen Pflänzchen können ihre Zeit bis zum Aussetzen im Beet in einem großen Topf verbringen. Haben die Jungpflanzen eine Höhe von 10 cm erreicht,  sollten die einzelnen Exemplare entspitzt werden.

Wer die Vanilleblume bereits im Mai oder im Juni blühen lassen will, sollte an die Aussaat spätestens im Juni des Vorjahres denken. Die jungen Pflanzen müssen dann ab Spätherbst im Haus überwintern und sollten auch in dieser Zeit regelmäßig, aber wenig gegossen werden. Im Frühjahr wird Heliotropium arborescens dann ausgepflanzt. Zurückschneiden ist ebenfalls notwendig.

Kurz zusammengefasst:

  • Aussaat ab Ende Januar bei 20° C Bodentemperatur im Zimmergewächshaus
  • Lichtkeimer, Keimzeit liegt bei etwa 2 Wochen
  • Keimlinge müssen vereinzelt werden
  • bei einer Höhe von 10 cm entspitzen

Vermehren durch Stecklinge

Wer nicht so gerne Samen kaufen will, kann Heliotropium arborescens auch über Stecklinge vermehren. Dazu sollte man im Juni die verholzten Triebe der älteren Pflanzen zurückschneiden. Bei einer Länge von insgesamt 10 cm können die Setzlinge in einen Topf mit geeignetem Substrat eingesetzt werden.

Werden die Stecklinge in Neudofix (ein Bewurzelungspulver) getaucht, gelingt die Nachzucht noch leichter. Sie sollten in einen Topf mit Blumenerde eingepflanzt werden und der wird mit einer Plastiktüte abgedeckt. So können die Pflanzen ganz schnell Wurzeln entwickeln und gut anwachsen.

Kurz zusammengefasst:

  • verholzte Triebe im Juni zurückschneiden
  • Triebe von wenigstens 10 cm Gesamtlänge gehen im Topf leicht an
  • Neudofix oder ähnliche Bewurzelungspulver helfen

Schädlinge

Schädlinge und Krankheiten

Die Vanilleblume ist im Prinzip eine pflegeleichte Pflanze. Hält man sich an die Anweisungen, gibt es keine typischen Krankheiten. Blühfaulheit und Wachstumsstörungen sind grundsätzlich auf unzureichende Pflege oder Fehler beim Gießen zurückzuführen. Allerdings mögen Blattläuse und Weiße Fliegen Heliotropium arborescens. Vor allem bei der Überwinterung kann sich der Befall gut ausbreiten.

Typische Anzeichen für einen Befall mit Weißen Fliegen sind:

  • vergilbte, fleckige Blätter
  • Eintrocknen der Blätter, Abfallen
  • auf den Blattoberseiten eventuell Honigtau
  • bei Berührung fliegen zahlreiche Insekten auf

Beim Überwintern der Sonnenwende im Gewächshaus kann den genannten Schädlingen mit Schlupfwespen und Spinnen vorgebeugt werden. Beides sind natürliche Feinde der Schädlinge, die diese einfach auffressen. Davon profitieren natürlich auch andere Pflanzen im Gewächshaus. Gelbtafeln haben sich ebenfalls als hilfreich erwiesen.

Blattläuse

Blattläuse machen sich dagegen durch stark eingerollte und gekräuselte Blätter bemerkbar. Die Blätter scheinen manchmal regelrecht blasig zu sein, wenn die Pflanze von Läusen befallen ist. Die Läuse sitzen in dichten Gruppen auf der Unterseite der Blätter, während die klebrigen Pflanzenteile von Pilzen befallen sind und dadurch oft schwarz aussehen. Blattläuse sollten auf natürliche Art und Weise bekämpft werden, beispielsweise mit Seifenlösungen oder Brennesselauszug.

Sowohl Weiße Fliegen als auch Blattläuse reduzieren sich erfahrungsgemäß drastisch, wenn die Vanilleblume im Frühjahr nach draußen umsiedelt.

Kurz zusammengefasst:

  • keine typischen Krankheiten
  • anfällig für Weiße Fliegen und Blattläuse
  • Schädlinge können auf natürliche Art bekämpft werden

Vanilleblume verströmt einen betörenden Vanilleduft

Fazit

Heliotrop lässt sich mit relativ wenig Pflegeaufwand im Freibeet halten, wenn die Pflanzen in einem Kalthaus überwintern können. Sie verströmen einen angenehmen Vanilleduft und sind nicht anfällig für Krankheiten. Allerdings sind die Pflanzen giftig, weshalb Kinder davon ferngehalten werden sollten. Obwohl die Pflanzen als einjährige Halbsträucher verkauft werden, sind sie eigentlich mehrjährig und können über Setzlinge sogar nachgezogen werden.

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