Haltung und Pflege der Venusfliegenfalle – so füttern Sie richtig

Venusfliegenfalle, Dionaea muscipula
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Blütenfarbe
weiss
Standort
Sonnig, Vollsonne
Blütezeit
April, Mai, Juni
Wuchsform
aufrecht, ausladend, mehrjährig, Staude, Überhängend
Höhe
bis zu 25 Zentimeter hoch
Bodenart
sandig, lehmig
Bodenfeuchte
mäßig feucht, frisch
pH-Wert
schwach sauer, sauer
Kalkverträglichkeit
Kalkintolerant
Humus
humusreich
Giftig
Ja
Pflanzenfamilien
Sonnentaugewächse, Droseraceae
Pflanzenarten
Zimmerpflanzen, Topfpflanzen
Gartenstil
Ziergarten, Topfgarten

Die Venusfliegenfalle trägt die botanische Bezeichnung Dionaea muscipula und gehört zu der Familie der Sonnentau-Gewächse. Die Pflanze ist sehr außergewöhnlich, da diese zu den fleischfressenden Exemplaren zählt, den Karnivoren. Bei der Haltung, den Standortbedingungen und der Pflege stellt die Venusfliegenfalle ganz bestimmte Anforderungen. Diese müssen unbedingt eingehalten werden, damit sie gut gedeihen kann. Speziell bei den Gießeinheiten ist die Pflanze sehr eigen, darüber hinaus muss diese bei Bedarf gefüttert werden.

Steckbrief

  • gehört zur Pflanzenfamilie der Sonnentau-Gewächse
  • botanische Bezeichnung ist Dionaea muscipula
  • ideal sind Standorte mit voller Sonne
  • Wuchshöhe beträgt 20-25 cm
  • bevorzugt kalkfreies Pflanzsubstrat
  • nur kalkarmes Gießwasser verwenden
  • bildet im Frühling weiße Blüten aus
  • Blütenstiel bis zu 30 cm lang
  • Klappfallen sind etwa 4 cm groß, Durchmesser bis zu 5 cm
  • in Form eines Fangeisens
  • ernährt sich von lebendem Futter
  • leicht giftige Eigenschaften
  • immergrüne Pflanze, bedingt winterfest

Venusfliegenfalle ist eine fleischfressende Pflanze

Standort

Die Venusfliegenfalle ist eine extrem sonnenhungrige Pflanze, da diese ein subtropisches Klima aus ihrer Heimat gewöhnt ist. Je stärker die Sonnenbestrahlung, desto prächtiger entwickelt sich die Karnivore. Nur wenn die Pflanze im direkten Sonnenschein steht, bildet sie viele neue und große Fallen aus. Dazu entsteht durch die Sonne noch die rote und kräftig leuchtende Färbung auf der Innenseite der Fallen. Wenn der Standort zu dunkel ist, dann bildet die Venusfliegenfalle nur sehr kleine Fallen aus. Diese bleiben bei fehlender Sonne grün und sitzen an viel zu langen und aufragenden Stielen, dadurch besteht die Gefahr, dass sie abbrechen.

  • bevorzugt vollsonnige Standorte mit vielen Sonnenstunden
  • im Sommer ist ein sonniger Platz im Freien ideal, z.B. Balkon oder Terrasse
  • direkte Mittagshitze wird nach Eingewöhnung gut vertragen
  • mag keine extremen Schwankungen bei den Temperaturen
  • vor zu kalter Zugluft beschützen
  • toleriert keinen Halbschatten oder Schatten
  • an zu dunklen Standorten öffnen sich die Fallen nicht, bleiben grün

Pflege

Die Venusfliegenfalle ist eine fleischfressende Pflanze und von Natur aus nicht besonders empfindlich. Sie stellt keine großen Ansprüche an das Pflanzsubstrat und die Standortbedingungen. Die exotische Karnivore kann sich gut verschiedenen Umgebungen anpassen, allerdings stellt sie einige spezielle Anforderungen bei der Pflege.

Herkunft

Ihre Heimat sind die nordamerikanischen Bundesstaaten North und South Carolina, von dort aus hat sie sich auch in den Nordwesten von Florida verbreitet. In diesen Gebieten sind die Bodenqualitäten und die Wasserverhältnisse oft sehr karg, deshalb verfügt die Venusfliegenfalle über ausdauernde Eigenschaften. In dieser Region kommt es auch oft zu Buschbränden, welche die Karnivore normalerweise überleben kann, da ihre Wurzeln tief in den Erdboden hinein reichen.

Dionaea muscipula ist ein Sonnentau-Gewächs

  • bildet Rhizome mit faserigen Seitenwurzeln aus
  • ausgeklügeltes Wurzelsystem erlaubt eine gute Wasseraufnahme
  • Wurzeln ermöglichen festen Halt
  • Hauptwurzel stirbt schon nach der Keimung ab
  • danach bilden sich kleine und faserige Ausläufer aus
  • diese feinen Wurzeln liegen extrem tief in der Erde
  • bei Zerstörung der oberirdischen Pflanzenteile treibt diese erneut aus

Pflanzsubstrat

Die Venusfliegenfalle bevorzugt nährstoffarme Böden, ideal ist ein Gemisch aus Torf und Sand. Diese Mischung lässt sich gut in Eigenregie herstellen. Im Fachhandel gibt es spezielle Erde für Karnivore, diese Mischungen sind perfekt auf die Bedürfnisse von fleischfressenden Pflanzen zugeschnitten.

  • 2/3 Torferde mit 1/3 scharfem Sand mischen
  • Pflanzsubstrat sollte pH-Wert von 3,5- 4,5 innehaben
  • bevorzugt kalkfreies Substrat mit hoher Durchlässigkeit
  • guten Wasserabzug ermöglichen
  • vor dem Einfüllen Drainage anlegen
  • Schicht aus Tonscherben auf den Topfboden ausbringen

Gießen

Die Venusfliegenfalle kommt ursprünglich aus den Moorlandschaften von North und South Carolina. Dort gedeiht die Karnivore in einem dauerfeuchten und sumpfigen Milieu, mit sauren Eigenschaften. Das Gießen der Karnivore erfordert viel Fingerspitzengefühl, denn die Pflanze mag es gar nicht, von oben begossen zu werden. Das Gießwasser sollte in der Erde des Topfes von unten hochziehen können. Auf diese Weise können sich die Wurzeln die benötigte Wassereinheit selber entnehmen und bedarfsgerecht dosieren, genauso wie in der freien Natur. Als Alternative zum Leitungswasser ist destilliertes Wasser nicht zu empfehlen, dass dieses keinerlei Nährstoffe enthält.

Dionaea muscipula bevorzugt kalkfreies Pflanzsubstrat

  • Pflanzsubstrat stets leicht feucht halten
  • zwischen den Gießeinheiten nur leicht antrocknen lassen
  • nie komplett austrocknen lassen
  • Topf darf nicht vollständig durchnässt sein
  • Leitungswasser mit viel Kalk wird nicht vertragen
  • ideal ist kalkarmes Regenwasser zum Gießen
  • alternativ zu Regenwasser stilles Mineralwasser einsetzen
  • Pflanze für einige Tage in eine Schale stellen
  • diese mit etwa 2 cm Regen- oder Mineralwasser befüllen
  • danach Pause von 2- 3 Tagen einlegen
  • dann erneut Schale mit Wasser füllen

Luftfeuchtigkeit

Wenn die Raumluft zu trocken ist, dann verkümmert und vertrocknet die Venusfliegenfalle. In diesem Fall reicht das Einsprühen mit Wasser nicht aus. Besonders während der Winterzeit benötigt die Karnivore eine relativ hohe Luftfeuchte, wenn die andauernd laufenden Heizungen das Raumklima austrocknen.

  • bevorzugt Luftfeuchtigkeit von 40-55 %
  • leidet im Winter unter zu niedriger Luftfeuchte
  • genauer Wert lässt sich mit Hydrometer ermitteln
  • braucht für das Überwintern ein geeignetes Mikroklima
  • als Winterquartier sind geschlossene Vitrine, Terrarium oder Aquarium geeignet

Düngen

An ihrem natürlichen Standort wächst und gedeiht die Dionaea muscipula häufig auf sehr nährstoffarmen Böden. Deshalb hat die Pflanze nur einen geringen Nährstoffbedarf, darüber hinaus holt sie sich die benötigten Nährstoffe über die gefangenen Insekten. Bei zu hohen Düngergaben und extrem nährstoffhaltigen Böden kann die Venusfliegenfalle sogar eingehen. Der herkömmliche Dünger für Garten- und Zimmerpflanzen ist für die Karnivore nicht geeignet.

  • braucht normalerweise keine zusätzliche Düngung
  • bei Bedarf höchstens alle 4-5 Monate düngen
  • geringe Menge an Dünger einsetzen
  • Dünger für Karnivore mit extrem niedriger Konzentration verwenden

Dionaea muscipula mag einen vollsonnigen Standort

Fallen

Aufgrund der kargen Bodenverhältnisse in ihrer Heimat, bezieht die Venusfliegenfalle die benötigten Nährstoffe aus ihren Klappfallen. Diese haben sich aus den Blättern der Pflanze entwickelt und sind mit feinen Borsten ausgerüstet. Diese Sensoren befinden sich an den Rändern der Fallen und sorgen für das extrem schnelle Zuklappen, wenn sich ein Insekt in die Falle verirrt. Zwar ist der Appetit der Karnivore recht bescheiden, aber trotzdem verspeist diese regelmäßig Insekten. Die Innenseite der Klappe verfärbt sich durch intensive Sonneneinstrahlung, um einen Blütenstand zu simulieren. Darüber hinaus wird ergänzend eine Art Lockmittel ausgebildet, um Insekten zu ködern. Diese Kombination ist ein unwiderstehlicher Köder für Insekten.

  • Falle verfärbt sich durch Sonne leuchtend rot
  • bildet Nektar als Lockmittel für Insekten aus
  • Nektar verströmt süßlichen Duft
  • hohe Schnappgeschwindigkeit
  • liegt bei durchschnittlich 100 Millisekunden
  • Fangblätter mit Fühlborsten ausgestattet
  • Sensoren dienen der Selektion

Fütterung

Die Venusfliegenfalle bezieht die benötigten Nährstoffe aus ihrer Verwertung der lebend gefangenen Insekten. Dabei ist sie bei der Beute sehr wählerisch, jeder Fang wird vor dem Verzehr ausgiebig geprüft. Während der Sommerzeit fängt die Pflanze ihre Nahrung in der Regel selber, da sich genügend Insekten im Umlauf befinden. Während der eher kargen Winterzeit, sollte diese zusätzlich manuell per Hand gefüttert werden. Totes Futter nimmt die Karnivore fast gar nicht an. Die Rezeptoren im Inneren der Fangblätter überprüfen, ob das gefangene Insekt noch lebt und zappelt. Wenn das nicht der Fall ist, dann öffnet sich das Klappfalle wieder und entlässt die Beute.

  • zum Füttern geeignet sind nur lebende Insekten
  • dazu gehören: Ameisen, Asseln, Fliegen und Spinnen
  • Beute sollte maximal ein Drittel so groß sein wie das Volumen der Falle
  • bei zu großen Insekten kann die Falle sterben
  • Beute mit Pinzette vorsichtig greifen
  • Insekt auf das Fangblatt fallen lassen
  • Klappfalle schließt sich blitzschnell

Tipp: Wenn die reflexartige Schließfunktion nicht richtig funktioniert, dann kann diese durch das leichte Antippen mit einem Grashalm hervorgerufen werden.

Blüten

Neben den exotischen Fallen bildet die Dionaea muscipula auch Blüten aus. Diese sitzen auf extrem langen Stängeln, damit bestäubende Insekten nicht versehentlich in die Klappfalle geraten und verspeist werden. Auf diese Weise sichert die Venusfliegenfalle eine natürliche Vermehrung ihrer Art.

der Blütenstiel der Venusfliegenfalle ist bis zu 30 Zentimeter lang

  • Blüten sitzen auf bis zu 30 cm langen Stängeln
  • Durchmesser ist ca. 3 cm
  • apart weiße Blüten, wirken wie ein filigranes Kunstwerk
  • 5 kleine und leicht grüne Kelchblätter, die sogenannten Sepale
  • ergänzend dazu 5 weiße Kronblätter, die sogenannten Petale
  • Petale verfügen über feine grüne Adern

Überwintern

Die Venusfliegenfalle braucht im Winter eine Ruhephase mit niedrigen Temperaturen. Die Pflege kann sich in vielen Wohnungen während dieser Zeit etwas schwierig gestalten, da in den meisten Räumen die Heizungen laufen. Das Einläuten der Winterruhe lässt sich daran erkennen, dass die Karnivore nun lauter kleine Fallen ausbildet. Dann ist der Zeitpunkt gekommen, die Pflanze an einen deutlich kühleren Ort umzuziehen. Allerdings verträgt diese keinen Frost, deshalb darf es im Winterquartier nicht zu kalt sein. Dieses sollte auch nicht zu dunkel sein, deshalb sind Dachböden ohne Fenster und Garagen nicht geeignet.

Venusfliegenfalle wächst bis zu 25 Zentimeter hoch

  • Pflanze ist nicht frosthart
  • ideal sind Temperaturwerte von 5°-10° Celsius
  • es dürfen keine starken Temperaturschwankungen auftreten
  • optimal sind konstant temperierte Wintergärten
  • alternativ in hellen Fluren und Dachgeschossen überwintern
  • möglich sind auch unbenutzte Gästezimmer
  • nicht direkt in die Sonnenstrahlen stellen
  • Zugluft unbedingt vermeiden
  • nicht in unmittelbarer Nähe zu Lüftungsfenstern aufstellen
  • Wasserzufuhr einschränken
  • etwa einmal im Monat Gießwasser verabreichen

Vermehren

Die Venusfliegenfalle vermehrt sich bei guter Pflege und optimalen Standortbedingungen von selber. Allerdings braucht diese dafür ausreichend Platz in ihrem Pflanzgefäß. Die Pflanze teilt sich jedes Jahr von alleine, ohne dass hier nachgeholfen werden muss. Die Karnivore kann zusätzlich durch Blattstecklinge und eine manuelle Teilung vermehrt werden, wenn größerer Zuwachs erwünscht ist. Bei der Vermehrung durch Blattstecklinge dauert es einige Zeit, bis daraus eine richtige Pflanze entstanden ist. Bei der manuellen Teilung entstehen direkt komplette Pflanzen. Bis sich die frisch geteilten Pflanzen und jungen Blattstecklinge ein eigenes und kräftiges Wurzelsystem aufgebaut haben, dürfen diese auf keinen Fall der direkten Sonnenbestrahlung ausgesetzt werden. Die Wasseraufnahme funktioniert noch nicht reibungslos und die Jungpflanzen sind sehr empfindlich.

Blattsteckling

  • Blatt möglichst tief dicht an der Basis abknipsen
  • ein Stück des Rhizoms dranlassen
  • Topf mit nährstoffarmer Anzucht-Erde befüllen
  • ideal ist Gemisch aus Torf und Sand
  • bis zum Ausbilden von Wurzeln nur leicht benetzen
  • optimal ist Regenwasser geeignet
  • warten bis der Topf vollständig durchwurzelt ist
  • dann die junge Pflanze in normales Pflanzsubstrat umtopfen
  • keiner direkten Sonnenbestrahlung aussetzen

Manuelle Teilung

  • direkt nach der Winterpause durchführen
  • mit scharfem und sauberem Messer in mehrere Einzelteile schneiden
  • jedes Teilstück muss über Blätter, Rhizom und Wurzeln verfügen
  • neuen Pflanzen in getrennte Blumentöpfe einsetzen
  • von nun an wie erwachsene Venusfliegenfallen pflegen und behandeln
  • mit direkter Sonne aufpassen

Venusfliegenfalle ist eine sehr außergewöhnliche Pflanze

Krankheiten

Krankheiten & Schädlinge

Der Befall mit Schädlingen kann bei der Venusfliegenfalle zu schweren Problemen führen. Deshalb sollte die Karnivore regelmäßig auf einen Schädlingsbefall untersucht werden. Wenn die Pflanze zu trocken gehalten wird, dann macht diese schnell schlapp. In diesem Fall muss die Wasserversorgung behutsam erhöht werden. Bei der Einhaltung der richtigen Pflegeschritte kommt es normalerweise nicht zu Krankheiten.

  • anfällig für Blattläuse
  • diese per Hand abpflücken
  • danach Pflanze mit milder Seifenlauge abwaschen
  • Befall mit Thripsen und Trauermückenlarven möglich
  • in neuen Blumentopf umpflanzen
  • frisches Pflanzsubstrat vor dem Einsetzen gut wässern
  • vorher das Wurzelwerk unter reichlich Wasser abspülen
  • bei extrem starkem Befall hilft das chemische Mittel Lizetan
  • wirklich nur im Notfall einsetzen
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