Zeder-Baum, Cedrus: Pflanzen und Pflege von A-Z

Libanon-Zeder
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Blütenfarbe
gelb, grün, blau
Standort
Absonnig, Sonnig
Blütezeit
August, September, Oktober
Wuchsform
aufrecht, ausladend
Höhe
bis zu 50 Meter hoch
Bodenart
sandig, lehmig
Bodenfeuchte
sehr trocken, mäßig trocken, mäßig feucht
pH-Wert
neutral, schwach alkalisch, schwach sauer
Kalkverträglichkeit
Kalktolerant
Humus
humusreich
Pflanzenfamilien
Kieferngewächse, Pinaceae
Pflanzenarten
Ziergehölze
Gartenstil
Parkanlage

Die Zeder. Sie ist bekannt für den aromatischen Duft, das Holz und den charakteristischen Wuchs, der sich ansprechend im Garten präsentiert. Die überschaubare Anzahl an Arten verfügt über zahlreiche Sorten, die für kleinere Gärten geeignet sind. Selbst im Winter zeigen sich Zedern von ihrer besten Seite, da die immergrünen Gewächse mit der richtigen Pflege problemlos die kalte Jahreszeit überstehen. Die Pflege von Zedern geht leicht von der Hand.

Steckbrief

  • Familie: Kieferngewächse (Pinaceae)
  • aufrecht wachsender Baum mit ausladender Krone und duftendem Holz
  • Wuchshöhe: 1 Meter bis zu 50 Meter (abhängig von Sorte und Art)
  • Blätter: in Büscheln angeordnete, 1,5 bis 2 cm lange grüne Nadeln
  • Blüte: 5 cm große, gelbe (männlich) oder 8 mm große, blaugrüne (weiblich) Blütenzapfen
  • Blütezeit: August bis Oktober
  • Herkunft: Atlas-Gebirge, Himalaya, Türkei bis Libanon, Zypern
  • winterhart bis etwa -18°C
  • kalktolerant
  • immergrün

Vorgezogene Pflanzen kaufen

Himalaya-Zeder
Die Himalaya-Zeder ist eine der nur drei weltweit vorkommenden Zedern-Arten.

Wenn Sie eine Zeder pflanzen wollen, müssen Sie sich zuvor ein geeignetes Exemplar aussuchen. Dabei müssen Sie auf den Gesundheitszustand der Pflanze achten, damit Sie keine bereits geschwächte Pflanze kaufen, die sich nur schwer etablieren wird. Auf folgende Punkte sollten Sie besonders schauen:

  • Nadeln vergilben
  • Nadelschütte
  • verstärkter Nadelverlust

Beim Nadelverlust müssen Sie auf Nummer sicher gehen, dass dieser durch Pflegefehler entstanden ist. Zedern verlieren im Rhythmus alle paar Jahre ihre Nadeln. Überprüfen Sie aus diesem Grund das Substrat oder den Standort der Pflanze auf Trockenheit oder intensive Staunässe. Einer der großen Vorteile an der Gattung Cedrus ist die geringe Artenvielfalt. Insgesamt finden sich nur drei Taxa, die auf der Welt gedeihen und die gesamte Gattung vertreten:

  • Atlas-Zeder (bot. Cedrus atlantica)
  • Himalaya-Zeder (C. deodara)
  • Libanon-Zeder (C. libani) mit zwei Varietäten: C. libani var. libani, C. libani var. brevifolia (Zypern-Zeder)

Die Bezeichnung der einzelnen Arten weist auf den Ursprung der Art hin, was die Zuordnung für Sie leichter machen wird. Alle diese Arten haben eine unterschiedlich große Zahl an Sorten, die für verschiedensten Gärten geeignet sind. Libanon-Zedern sind die größten Exemplare, haben aber einen maximalen Stammdurchmesser von zwei Metern, was bei Himalaya-Zedern ebenfalls der Fall ist. An sich unterscheiden sich die Bäume in ihrem Wachstum nicht so stark voneinander. Deutlich fällt dafür das Wachstum von C. deodara auf, denn bei dieser treiben die Äste horizontal aus dem Stamm aus, was ihnen einen asiatischen Stil verleiht. Wenn Sie sich dafür entscheiden, ein größeres Exemplar zu bestellen, sollten Sie eine Baumschule in der Nähe aufsuchen. Dadurch sparen Sie Lieferkosten, was je nach Baumgröße die Anschaffung deutlich günstiger macht.

Hinweis: Sie können sogar Zedern-Sorten für den Kübel wie die C. deodora ‚Feelin Blue‘ erwerben, die gerade einmal eine Höhe von 150 Zentimetern in ihrem Leben erreichen. Solche Sorten machen sich hervorragend auf dem Balkon, der Terrasse oder auf Grundstücken, die nicht über einen Garten verfügen.

Standort

Damit Ihre Zeder entspannt wachsen und sich entfalten kann, ist ein passender Standort wichtig. Dazu gehören ausreichend Platz und bestimmte Eigenschaften, die Sie der folgenden Liste entnehmen:

  • Lichtbedarf: sonnig bis absonnig
  • geschützt
  • besonders Schutz vor kalten Winden aus Ostrichtung wichtig
Atlas-Zeder
Zapfen und Nadelwerk der Atlas-Zeder.

Die Temperatur über den Sommer macht den Zedern nichts aus und selbst die intensive Mittagssonne halten die Gewächse aus. Ideal wäre ein Standort in einer Region mit ausreichend Niederschlägen, da die Bäume es gerne feucht mögen. Falls das nicht möglich ist, müssen Sie das über das Gießen der Pflanze ermöglichen. Wichtig ist zudem der Platz. Da Zedern sehr groß und ausladend werden, benötigen Sie viel Platz und eignen sich am besten als Solitärpflanze. Der Flachwurzler kann bei zu starken Winden schnell aus dem Boden gerissen werden und umfallen, was die Pflanzung abseits der folgenden Strukturen notwendig macht:

  • Gebäude
  • Zäune
  • Stromleitungen
  • andere Bäume
  • Parkplätzen

Bei der Standortauswahl dürfen Sie daher ebenfalls nicht vergessen, sie abseits von Nachbargrundstücken zu pflanzen, da der Baum sonst zu viel Schatten wirft oder selbst über der Grenze landet. Die empfohlene Entfernung zu anderen Grundstücken beträgt zwischen vier und acht Metern. Daher eignen sich nur kleinbleibende Sorten, wenn Sie einen Garten mit wenig Platz zur Verfügung haben, wie die C. libani ‚Nana‘ zum Beispiel, die sehr robust und maximal zwei Meter hoch wird. Der gewählte Standort unterscheidet sich nicht bei Zedern, die im Kübel gehalten werden.

Hinweis: Wenn Sie in einer äußerst windigen Gegend, zum Beispiel direkt an der Nordseeküste, wohnen, sollten Sie auf ausgepflanzte Zedern verzichten, da die Gefahr eines Windwurfs einfach zu hoch ist. Stattdessen sollten Sie Zedern im Kübel halten oder diese so effektiv vor Wind schützen wie möglich.

Boden

So wichtig wie der Standort ist die Bodenbeschaffenheit. Der Boden ist wichtig für die Versorgung der Pflanze mit Nährstoffen und Feuchtigkeit, sowie für ausreichend Halt, was die geeignete Beschaffenheit gerade bei Bäumen wie der Zeder essentiell macht. Da es sich bei Zedern um Bäume aus kühleren Höhenlagen handelt, muss der Boden die entsprechenden Eigenschaften aufweisen:

  • kalkhaltig
  • tiefgründig
  • humos
  • nährstoffreich
  • trocken bis leicht feucht
  • sandig
  • lehmig
  • pH-Wert: 6,0 bis 8,0

Der große Vorteil an den Cedrus-Arten ist ihre hohe Toleranz gegenüber ungeeigneten Böden. Zwar würde Ihr Exemplar mit weniger Kalk oder etwas feuchter klarkommen, doch ist das nicht ideal. Besonders wichtig ist die Durchlässigkeit, da die Bäume keine Staunässe vertragen und vor dieser unbedingt geschützt werden müssen.

Hinweis: Falls Sie Zedern im Kübel halten, müssen Sie diese im Rhythmus von zwei bis drei Jahren umtopfen, damit das Substrat nicht zu stark verdichtet. Als Substrat wählen Sie hier einfach Gartenerde, die wie der Boden am Standort von ausgepflanzten Exemplaren optimiert wird.

Pflanzen

Hornspäne
Hornspäne sind hervorragend zur Anreicherung des Erdaushubs geeignet.

Die Pflanzung der Zeder ist recht einfach im Vergleich zu anderen Bäumen, da sie ein Flachwurzler sind, der recht locker im Boden sitzt. Aus diesem Grund ist es kein Problem, die Bäume im hohen Alter umzupflanzen oder bei einer Baumschule zu erwerben und an den neuen Standort zu befördern. Dennoch müssen Sie wissen, dass die Bäume mit zunehmendem Alter deutlich an Gewicht zulegen und nur noch mit schwerem Gerät transportiert werden können. Selbst eine größere Gruppe an Menschen reicht hierfür nicht aus. Dennoch würde das Gewächs keinen Schaden nehmen. Der beste Zeitpunkt zum Anpflanzen der Zeder sind September bis in den Oktober hinein. Da der Großteil der Energie für die Bildung neuer Wurzeln genutzt wird, etabliert sie sich schneller am Standort. Gepflanzt wird wie folgt:

  • warmen Tag wählen
  • Bodentemperatur: 17°C bis 22°C
  • Pflanzloch ausheben
  • Größe entspricht doppeltem Wurzelballen
  • bei vielen Wurzeln etwas ausweiten
  • Erdaushub mit Dünger anreichern
  • geeignet sind reifer Kompost, Hornspäne, Herbstlaub, Rindenmulch
  • verdichtete Böden mit Sand durchlässig machen
  • kalkarme Böden mit Kalk anreichern
  • Erdaushub danach gründlich mischen
  • Drainage anlegen
  • Drainagematerial: Kies
  • Schichtdicke: 5 bis 10 cm
  • Pflanze im Pflanzloch platzieren
  • komplett mit Erdaushub füllen
  • gut festtreten
  • Stützpfahl an Standort befestigen
  • Baum festbinden
  • gut wässern

Sie könnten eine Zeder ebenfalls im Frühling anpflanzen, doch dabei müssen Sie darauf achten, dass dies erst nach den Eisheiligen im Mai geschieht. Da der Baum danach aber sofort anfängt, sich auf die Hauptvegetationszeit einzustellen, müssen Sie besonders gut auf die Nährstoff- und Wasserversorgung achten. Bis sich die Zeder etabliert hat, müssen Sie sie genau im Auge behalten. Falls Sie den Boden optimal gestalten wollen, sollten Sie zudem eine Analyse machen. So erfahren Sie genau, wie hoch der Kalk- und pH-Wert sind, um diese genau anzupassen.

Pflege

Libanon-Zeder
Ist die Pflanzung erfolgreich, erweist sich der Zeder-Baum als relativ pflegeleicht.

Im Gegensatz zu anderen Bäumen gehören Zedern aber nicht zu den „Selbstversorgern“ und müssen dauerhaft gepflegt werden. Besonders wichtig bei der Cedrus-Pflege sind die Wassergaben und der Winterschutz.

Gießen

Bei Zedern handelt es sich um äußerst durstige Bäume. Die Riesen halten längere Trockenperioden zwar gut aus, doch kann das auf Dauer zu Stress führen. Gießen müssen Sie die Bäume, sobald schon über einen anhaltenden Zeitraum kein Niederschlag gefallen ist. Überprüfen Sie dafür einfach den Boden oder das Substrat im Kübel mit einer Fingerprobe. Ist die oberste Substratschicht trocken, müssen Sie nachgießen. Verwenden Sie hierfür ruhig kalkhaltiges Leitungswasser, da die Zeder ein wahrer Kalkliebhaber ist. Zwischendurch können Sie ein wenig Regenwasser verabreichen, damit der Boden nicht zu kalklastig wird. Gegossen wird über das ganze Jahr. Im Winter sollten Sie nur gießen, wenn gerade kein Frost anwesend ist.

Düngen

Nährstoffe sind für die Bäume vor allem in jungen Jahren wichtig und sollten daher regelmäßig verabreicht werden, um den Wuchs zu unterstützen. Je nach Art der Haltung werden andere Dünger verwendet:

  • Freiland: reifer Kompost
  • Kübel: Grünpflanzendünger (flüssig)

Gedüngt wird ausschließlich in der hauptsächlichen Vegetationsphase, die von Mitte März bis Anfang September anhält. Verabreicht wird das jeweilige Düngemittel im Rhythmus von vier Wochen, wobei das beim Kompost nicht immer notwendig ist. Achten Sie bei der Einarbeitung von Kompost darauf, die Wurzeln nicht zu verletzen. Der Flüssigdünger wird über das Gießwasser verabreicht.

Schneiden

Libanon-Zeder
Die Zeder an sich bedarf keiner Schnittmaßnahmen. Im Gegenteil: An gut ausgebildeten Trieben können diese sogar zu schweren Wunden führen.

Als einzige Schnittmaßnahme kommt die Auffrischung der Krone zum Einsatz, die im Frühling ausgeführt wird, wenn keine Gefahr auf Frost besteht. Dafür die folgenden Jungtriebe entfernen:

  • vertrocknete
  • nach innen wachsenden
  • deutlich zu lange
  • über Kreuz wachsende

Eingesetzt werden kann dieser Schnitt ebenfalls, um das Volumen der Krone zu reduzieren, wenn diese zu groß geworden ist. Mehr ist bei einer Zeder nicht notwendig. Anders sieht es aus, wenn Sie Ihre Bäume als Bonsai halten. In diesem Fall müssen Sie den Baum entsprechend häufig schneiden.

Überwintern

Zedern sind trotz ihrer Winterhärte bis -18°C geeignet für die Haltung im Freiland, doch empfiehlt es sich immer auf Nummer sicher zu gehen. In harschen oder windigen Wintern hat es die Zeder schwer und kann sogar schwere Schäden davontragen, wenn sie nicht ausreichend geschützt ist. Ein allgemeiner Winterschutz ist daher immer empfehlenswert. Bei ins Freiland gepflanzten Exemplaren reicht es vollkommen aus, wenn Sie den Standort mit Reisig in einem Dicken von mindestens 20 Zentimetern bedecken. Die Krone wird je nach Bedarf noch in ein Gartenvlies eingepackt, um Beschädigungen durch die Wintersonne zu verhindern. Bei Kübelpflanzen sind die folgenden Maßnahmen notwendig:

  • Topf einpacken
  • Materialien: Jute, Gartenvlies, Noppenfolie
  • optional: Kübel auf Holz oder Styropor stellen

Eine Überwinterung im Haus ist nicht sinnvoll und könnte die Zeder in ihrem jährlichen Rhythmus verwirren.

Hinweis: Falls Sie in Einer Region wohnen, die sehr viel Schnee über den Winter verzeichnet, lohnt sich bei jungen oder kleinen Zedern, diese mit einer Überdachung zu versehen. Falls das nicht möglich ist, müssen Sie den Baum regelmäßig vom Schnee befreien, da sie stark unter Schneedruck leiden und dadurch schwächeln können.

Vermehren

Junge Atlas-Zeder
Zedern werden ausschließlich über die in den Zapfen liegenden Samen vermehrt.

Zedern lassen sich nach einem Alter von 20 bis 30 Jahren vermehren, da sie ab diesem Zeitpunkt mit der Ausbildung von Zapfen und somit Saatgut beginnen. Sobald Sie Zedernzapfen zur Verfügung haben, können Sie auf die folgende Weise Ihre eigenen Exemplare züchten:

  • Samen ernten
  • müssen sich leicht aus Zapfen lösen
  • für eine Weile trocknen lassen
  • nochmal abtrocknen
  • in Gläser mit Schraubdeckeln aufbewahren
  • in Kühlschrank stellen
  • Stratifizierung ab Februar
  • feuchten Sand ins Glas füllen
  • Wartezeit: vier bis acht Wochen
  • längere Wartezeit verbessert Keimfähigkeit
  • Samen in Anzuchtkisten mit geeignetem Substrat stecken
  • unter der Haube keimen lassen
  • Erde gut feucht halten
  • nach der Keimung pikieren
  • jeder Keimling in einen Topf

Sobald sich Keimlinge zeigen und diese pikiert wurden, müssen diese für einen Zeitraum von bis zu drei Jahren im Gewächshaus oder an einem anderen geeigneten Platz überwintern. Zedern benötigen sehr lange, bis die Jungpflanzen ins Freie gepflanzt werden können. Haben Sie Geduld.

Schädlinge und Krankheiten

Sie können sich glücklich schätzen, wenn Sie Zedern im Garten haben. Die Pflanzen leiden in den hiesigen Gefilden weder an Krankheiten, noch an Schädlingen. Es hat sich keiner der in Mitteleuropa heimischen Schädlinge oder Krankheitserreger auf die Gattung spezialisiert, was Ihnen viel Arbeit abnimmt. Das einzige Problem, was bei der Haltung von Zedern auftauchen kann, ist eine Überdosis Streusalz. Die Pflanzen sind zwar sehr robust, doch ist Streusalz sehr schädlich und sollte unbedingt vermieden werden. Zu erkennen ist eine Schwächung durch Streusalz an den folgenden Symptomen:

  • Blattränder braun
  • Blattränder vertrocknet oder abgestorben
  • Baum schwächelt

Streusalz wirkt sich durch den direkten Kontakt und durch die Versickerung im Boden auf den Baum aus. Im Boden verändert sich die Zusammensetzung der Nährstoffe und Mikroorganismen, was die Zeder über die kalte Jahreszeit regelrecht verhungern lässt. Zudem benötigt sie durch Streusalz viel mehr Wasser, was wiederum zu Frostschäden führen kann, wenn es zu kalt ist. Schützen Sie den Standort der Zedern so gut wie möglich vor Streusalz und Spritzwasser. Wenn kein Frost mehr droht, ist zudem eine Auffrischung des Bodens mit intensiver Bewässerung notwendig, um das Gewächs wieder auf Vordermann zu bringen.

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