Zimmerbambus, Pogonatherum paniceum – Pflege von A-Z

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Blütenfarbe
gelb, unscheinbar
Standort
Halbschatten, Sonnig
Blütezeit
Juni, Juli, August
Wuchsform
aufrecht, buschig, mehrjährig
Höhe
bis zu 60 cm hoch
Bodenart
sandig, lehmig
Bodenfeuchte
mäßig trocken, mäßig feucht, frisch
pH-Wert
neutral, schwach sauer
Kalkverträglichkeit
Kalktolerant
Humus
humusreich
Giftig
Ja
Pflanzenfamilien
Süßgräser, Poaceae
Pflanzenarten
Zimmerpflanzen, Topfpflanzen, Balkonpflanzen, Kübelpflanzen
Gartenstil
Chinagarten, Japangarten, Topfgarten, Wintergarten

Beim Zimmerbambus handelt es sich trotz des Namens nicht um ein Gewächs aus der Unterfamilie der Bambuseae. Der Name leitet sich von der Blattform her, die manchmal an Bambus erinnert und dem Gewächs ein fast ostasiatisches Aussehen verleiht. Pogonatherum paniceum ist ebenfalls unter dem Namen Seychellengras bekannt, was deutlicher auf die eigentliche Form der Pflanze hinweist. Die Pflege des Gewächses ist nicht ganz einfach, aber das Gras ist keine Mimose.

Steckbrief

  • botanischer Name: Pogonatherum paniceum
  • Gattung: Pogonatherum
  • gehört in die Pflanzenfamilie der Süßgräser (Poaceae)
  • Trivialnamen: Bonsai-Bambus, Seychellengras, Bambusgras
  • aufrecht wachsendes Süßgras, mehrjährig
  • Wuchshöhe: 30 – 60 cm
  • Blätter: sattgrüne, scharfkantige Halme, spitz zulaufend
  • Blüte: kleine, unscheinbare Ähren in gelblichem Farbton
  • Blütezeit: Juni bis August
  • Herkunft: von Saudi-Arabien und Afghanistan über Indien, China, Nepal bis zu den südostasiatischen Inseln wie Neuguinea und den Norden Australiens
  • nicht winterhart
  • kalktolerant
  • verzehrbar
  • ist trotz des Namens kein Bambus
  • Verwendungszweck: Katzengras
  • Jungpflanzen leicht giftig

Standort

Der Platz ist besonders wichtig bei der Haltung des Zimmerbambus. Werden alle Wünsche des Süßgrases erfüllt, ist sie resistent und wuchsfreudig. Die folgenden Eigenschaften sollte der Platz für die Pflanze aufweisen:

  • Lichtbedarf: sonnig bis hell
  • Mittagssonne wird nicht vertragen
  • Temperatur: dauerhafte 18°C – 25°C, ideal 21°C
  • ausreichend hohe Luftfeuchte

Am besten geeignet sind Wohnzimmer, Bäder, Küchen und Räume, die bewohnt und im Winter beheizt werden. Dem Gewächs darf es niemals zu kalt werden. Unter 15°C geht sie schnell ein, denn sie ist äußerst empfindlich auf Kälte.

Haltung im Freien

Bei 18°C Mindesttemperatur können Sie Pogonatherum paniceum problemlos in den Garten oder auf den Balkon transportieren. Jedoch müssen Sie darauf achten, dass die Temperaturen nicht unter 18°C fallen. Daher eignen sich Balkone oder Wände in Südausrichtung gut für den Ausflug ins Freie. Dort staut sich über den Tag die Wärme in der Wand und gibt sie über die Nacht an die Pflanze ab. Bei den ersten Anzeichen von nächtlichen Temperaturen unter 18°C wird der Zimmerbambus sofort wieder ins Haus geholt.

Vorgezogene Topfpflanzen kaufen

Zimmerbambus 3 Töpfe
In unseren Breiten wird der Zimmerbambus meist als Topfpflanze verkauft.

In den meisten Fällen werden Sie Pogonatherum paniceum als bereits ausgewachsene Pflanze erwerben. Dabei ist es notwendig zu schauen, ob es dem Gewächs gut geht. Überprüfen Sie, ob Halme nach unten hängen oder blass wirken, denn dann bekommt der Zimmerbambus zu wenig Wasser und es ist zu trocken. Checken Sie das Substrat, ob dieses trocken ist oder im Wasser steht. Häufig können Sie Schädlinge entdecken, wenn die Pflanze zu feucht steht oder es ist ein modriger Geruch bemerkbar, der aus dem Topf steigt. Dann sollten Sie auf einen Kauf verzichten, denn ein Aufpäppeln ist meist nicht mehr möglich.

Substrat

Das richtige Substrat für Pogonatherum paniceum ist recht schnell gefunden. Sie bevorzugen Topferde in hochwertiger Qualität, so durchlässig wie möglich sein sollte. Die Gewächse vertragen keine Staunässe und aus diesem Grund darf sich die Erde nicht zu schnell verdichten. Die Erde wird durch Zugabe der folgenden Bestandteile optimiert:

  • Sand
  • Kompost

Das sorgt für eine ausgezeichnete Durchlässigkeit und viele Nährstoffe, da das Gewächs sehr hungrig ist.

Tipp: Alternativ können Sie nährstoffreiche Gartenerde benutzen, die Sie jedoch etwas auflockern müssen, damit die Wurzeln nicht ersticken. Dafür eignen sich Sand, Kokosfasern oder Granulat.

Umtopfen

Das Umtopfen des Zimmerbambus ist ein wichtiger Pflegeschritt, der die Vitalität der Pflanze erhält. Umtopfen ist notwendig, wenn Sie ein neues Exemplar aus dem Handel kaufen und jährlich im Frühjahr, da Pogonatherum paniceum in kurzer Zeit die komplette Erde durchwurzelt. Gehen Sie beim Umtopfen wie folgt vor:

  1. Wählen Sie einen Topf aus, der mindestens eine Nummer größer wie der vorherige ist. Dadurch ermöglichen Sie der Pflanze viel Platz zum Wachsen. Der Topf sollte über Drainagelöcher und einen Untersetzer verfügen. Den Boden des Topfes füllen Sie mit Kies oder Blähton, um eine Drainageschicht zu ermöglichen, die das Wasserverhältnis optimiert.
  2. Nun füllen Sie den Topf mit frischem Substrat.
  3. Topfen Sie die Pflanze aus dem alten Gefäß und entfernen Sie die Erde vorsichtig von den Wurzeln. Checken Sie diese unbedingt auf Fäulnis und Knoten und schneiden Sie diese ab. Das ist ein wichtiger Aspekt der Zimmerbambus-Pflege. Falls Sie das Substrat nicht einfach so entfernen können, spülen Sie die Wurzeln ab.
  4. Pflanze in das frische Substrat setzen, auffüllen, angießen und gründlich düngen.

Pflege

Die Pflege von Pogonatherum paniceum ist problemlos umzusetzen und selbst Anfänger sind damit nicht überfordert. Solange der Standort stimmt, ist schon ein Großteil der Pflege des Seychellengrases einfacher, da sie Wärme und Licht für ein gesundes Wachstum benötigt. Ein wichtiger Aspekt bei der Pflege ist vor allem das Gießen, da das Substrat des Bonsai-Bambus nicht zu trocken, aber auch nicht zu feucht sein darf.

Gießen

Zimmerbambus Pflanze Wasser
Der Zimmerbambus bedarf regelmäßiger Wasserzufuhr.

Sobald Sie richtig gießen, geht es dem Zimmerbambus gut. Da er keine Trockenheit verträgt, müssen Sie folgendermaßen gießen:

  • Wurzelballen nie austrocknen lassen
  • regelmäßig gießen
  • mindestens einmal pro Woche
  • Häufigkeit abhängig von Luftfeuchtigkeit
  • kalkarmes Wasser verwenden

Für das Wässern sollten Sie abgestandenes Leitungswasser, Filterwasser oder Regenwasser verwenden. Wassermangel erkennen Sie an eingerollten Blattspitzen.

Tipp: Am Besten besprühen Sie den Zimmerbambus regelmäßig mit Wasser, da die Luftfeuchtigkeit erhöht, was ihm sehr gut kommt. Alternativ „duschen“ Sie die Pflanze und achten darauf, dass sich keine Staunässe bildet.

Düngen

Zimmerbambus ist recht hungrig. Die folgenden Hinweise helfen Ihnen beim Düngen:

  • Frühjahr bis Ende Herbst alle 14 Tage düngen
  • flüssigen Grünpflanzendünger verwenden
  • über Gießwasser verabreichen

Nährstoffmangel erkennen Sie an Blattverfärbungen und plötzlich auftretenden, welken Stellen.

Schneiden

Schneiden müssen Sie den Zimmerbambus an sich nicht. Es reicht, wenn Sie vertrocknete Halme über das Jahr entfernen und somit das Wachstum unterstützen. Nach Fäulnis oder wenn Ihnen das Gras über den Kopf wächst, können Sie ihn jedoch einkürzen. Dafür nutzen Sie eine Schere und trimmen das Süßgras auf die gewünschte Länge. Ziehen Sie dabei unbedingt Handschuhe an, damit Sie sich durch die scharfen Halme nicht an den Händen verletzen.

Überwintern

Ein Winterquartier benötigt Pogonatherum paniceum nicht. Im Winter reduzieren Sie jedoch die Wassermenge. Alternativ besprühen Sie die das Gewächs zweimal wöchentlich über die kalte Jahreszeit. Das hält zudem Spinnmilben fern. Düngezugaben erfolgen keine, außer die Pflanze leidet an einem Nährstoffmangel. Dann im Rhythmus von vier bis sechs Wochen düngen. Der Standort sollte weiterhin hell bleiben und Temperaturen von 15°C nicht unterschritten werden. Ideal sind 18°C bis 21°C.

Tipp: Die bisherige Pflege können Sie über den Winter weiterführen, wenn Sie Pflanzenlampen installieren. Dadurch erhalten sie genug Licht und legen keine Ruhepause ein.

Vermehren

Zimmerbambus mehrere Töpfe
Es gibt drei Möglichkeiten, um Zimmerbambus zu vermehren.

Das Vermehren des Seychellengrases gestaltet sich sehr einfach. Nicht nur stehen Ihnen hier drei verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung, sie können diese das gesamte Jahr über anwenden, da das Gewächs eh den Großteil des Jahres in Ihren Wohnräumen verbringt. In Mitteleuropa bietet sich dennoch das Frühjahr am besten für die Vermehrung an, da hier ausreichend Sonne zur Verfügung steht und Ende Frühling die Vegetationsphase der adulten Exemplare beginnt.

Teilung der Wurzelballen

Am besten hat sich beim Bambusgras die Vermehrung durch Teilung der Wurzelballen etabliert:

  1. Nehmen Sie ein scharfes Messer zur Hand, dass Sie zuvor gereinigt haben. Nehmen Sie nun die adulte Pflanze aus dem Topf, entsorgen Sie das alte Substrat und bereiten Sie neben dem bisherigen einen zweiten Topf vor. Beide werden mit frischem Substrat gefüllt.
  2. Nun halbieren Sie den Wurzelballen und topfen diese ins frische Substrat ein. Mehr Teilstücke verträgt das Gras nicht.
  3. Abschließend angießen und an einen geeigneten Standort stellen.

Der Vorteil an dieser Methode ist die Verjüngung der Pflanze. Die Teilung des Wurzelballens ist ein wahrer Energieschub für das Gewächs und sorgt für einen schnellen Wuchs und eine gute Nährstoffverteilung.

Aussaat

  1. Achten Sie über den Sommer darauf, ob Ihr Zimmerbambus Ähren ausbildet. Sammeln Sie diese vorsichtig ab und sähen Sie diese in Anzuchtgefäßen mit klassischer Anzuchterde aus. Nicht zu tief, denn bei den Samen handelt es sich nicht um Dunkelkeimer.
  2. Die Gefäße werden anschließend an einen warmen, sonnigen Platz gestellt. Spannen Sie Klarsichtfolie über die Gefäße und vergessen Sie nicht, die Erde leicht feucht zu halten und zwischendurch die Foliendeckel zu öffnen, damit frische Luft an die Keime gelangt.
  3. Das Saatgut benötigt nur einen Zeitraum von bis zu sechs Wochen, um zu keimen. Da die Keimung nicht immer garantiert ist, kann es passieren, dass einige der Anzuchtgefäße keine Keimlinge austreiben.
  4. Ab einer Höhe von zehn Zentimetern werden die Keimlinge umgetopft.

Wurzelausläufer

Diese funktioniert wie die Aussaat nicht immer, jedoch können Sie sich bei Erfolg früher über einen ausgewachsenen Zimmerbambus freuen:

  1. Sobald Sie beim Umtopfen Wurzelausläufer bemerken, trennen Sie diese mit einem scharfen, sauberen Messer ab, waschen diese und stellen Sie in ein Wasserglas.
  2. Positioniert wird das Glas an einem Standort, der dunkel, jedoch warm ist. Wechseln Sie das Wasser in regelmäßigen Abständen, damit die Ausläufer nicht faulen oder sich Schimmel bildet. Achten Sie beim Platz für das Wasserglas darauf, dass ausreichen Frischluft zur Verfügung steht.
  3. Sobald erste Wurzeln zu sehen sind, werden sie in Töpfe umgesiedelt und wie adulte Exemplare gepflegt.

Mit diesen drei Methoden haben Sie im Nu eine große Menge an Seychellengras zur Verfügung.

Krankheiten

Zimmerbambus Pogonatherum paniceum
Zimmerbambus erweist sich als wenig anfällig für Krankheiten und Schädlinge.

Pogonatherum paniceum ist wie viele andere Süßgräser gut resistent gegen eine Vielzahl von Krankheiten und Schädlinge. Schädlinge sind nicht wirklich interessiert am Gewächs und klassische Krankheitserreger befallen den Zimmerbambus nicht. Es gibt jedoch ein großes Problem, wenn sich Fäulnis am Gewächs bemerkbar macht. Fäulnis entsteht einzig durch Pflegefehler und kann innerhalb eines bestimmten Zeitraums zum Absterben der Wurzeln führen, was die Nährstoffversorgung der Halme unterbricht. Da Fäulnis nicht leicht erkennbar ist, müssen Sie sofort handeln, wenn die Pflanze dauerhaft die Halme hängen lässt:

  • Zimmerbambus austopfen
  • erkrankte Wurzeln entfernen
  • dafür scharfe, desinfizierte Schere nutzen
  • frisches Substrat vorbereiten
  • eintopfen
  • nicht sofort wässern

Je schneller Sie handeln, desto schneller kann sich das Seychellengras erholen und wieder austreiben, ohne zu verenden. Gerade im Winter, wenn es dem Zimmerbambus zu kühl ist, kann es zu Fäulnis kommen. Daher sollten Sie auf den Standort und das Wässern besonders gut achten, damit sie nicht zu nass oder zu kalt steht. Wird dies ermöglicht, können Sie sich lange an dem schmucken Gras erfreuen, ohne sich Sorgen machen zu müssen.

Tipp: Schädlinge sind an sich kein Problem für den Zimmerbambus und nutzen diesen nur als Zwischenstation, wenn Sie eine andere Pflanze in Ihrem Haushalt im Visier haben. Spinnmilben und Blattläuse können Sie schnell und effizient mit klassischen Hausmitteln bekämpfen.

Katzengras

Zimmerbambus Katze Gras
Da die Jungpflanzen giftig sind, bietet sich Zimmerbambus nicht als Nahrung für Katzen an.

Beim Zimmerbambus handelt es sich um eine Pflanze, die gerne als Katzengras verwendet wird. Die Dicke der Halme und die Form erwecken vor allem bei Katzen und Nagetieren ein großes Interesse, daran zu knabbern, was jedoch gefährlich werden kann. Zum einen sind die Halme wie oben beschrieben äußerst scharf und können zu Schnittwunden in der Mundhöhle führen. Zum anderen sind junge Pflanzen, vor allem Schösslinge, leicht giftig und können zu Erbrechen, Magenbeschwerden und allgemeinem Unwohl des Tieres führen. Daher sollte auf den Einsatz als Katzengras verzichtet und die Pflanze lieber unerreichbar für die Tiere platziert werden.

Tipp: Seychellengras ist im adulten Zustand ebenfalls nicht immer für Katzen zu empfehlen, da die Exemplare, die Sie im Handel erwerben können, meist stark gespritzt sind. Gründe dafür sind die Empfindlichkeit der Pflanze auf langen Transportwegen und der benötigte Schutz vor Schädlingen und Krankheiten während der Lagerung.

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