Zwergdattelpalme, Phoenix Roebelenii: Pflege von A-Z

Zwergdattelpalme - Phoenix roebelenii
Steckbrief und Pflege-Infos öffnenschließen
Standort
Halbschatten, Sonnig, Vollsonne
Wuchsform
aufrecht, ausladend
Höhe
bis zu 2 Meter hoch, in Ausnahmefällen auch höher
Bodenart
sandig, lehmig
Bodenfeuchte
mäßig feucht
pH-Wert
neutral, schwach sauer
Kalkverträglichkeit
Kalkintolerant
Humus
humusarm
Giftig
Nein
Pflanzenfamilien
Palmengewächse, Arecaceae
Pflanzenarten
Kübelpflanzen, Zimmerpflanzen
Gartenstil
Terrassengarten, Wintergarten

Die Zwergdattelpalme ‚Phoenix Roebelenii‘ ist im Vergleich zu anderen Phoenix-Arten relativ klein. Sie hat einen oder mehrere Stämme und ist vermutlich die zarteste und eleganteste Art. Zudem ist sie pflegeleicht.

Auf den Punkt gebracht

  • Zwerg-Dattelpalme (Phoenix Roebelenii) ist eine in Südostasien heimische Palmenart
  • Wächst dort vor allem in tropischen Regionen, besonders häufig an den Ufern des Flusses Mekong
  • Wuchs ist in Kultur meist einstämmig
  • Blüht nur selten und erst ab einem gewissen Alter
  • Wedel dieser Palme im Vergleich zu anderen besonders fein und zart

Steckbrief

  • Pflanzenfamilie: Palmengewächse (Arecaceae)
  • Botanischer Name: Phoenix Roebelenii
  • Deutsche Namen: Zwergdattelpalme, Kanarische Dattelpalme, Dattelpalme
  • Herkunft: Südostasien
  • Wuchs: ein- oder mehrstämmige Palme
  • Wuchshöhe: 100-200, selten auch 300 cm hoch
  • Blüte: in Wohnungshaltung eher selten
  • Laub: bogige, 100-150 cm lange Wedel, Blattscheide faserig und rötlich-braun
  • Frucht: verkehrt eiförmig
  • Kalkverträglichkeit: kalkempfindlich
  • Giftigkeit: nicht giftig

Standort

Zwergdattelpalme - Phoenix roebelenii
Achten Sie von Anfang an auf bestmögliche Standortbedingungen.
Quelle: Photo by David J. Stang, Phoenix roebelenii 4zz, Bearbeitet von Gartenlexikon.de (MKr), CC BY-SA 4.0

Auch wenn diese attraktive Palme den einen oder anderen Fehler in der Pflege verzeiht, sind Schäden, die durch einen ungünstigen Standort entstehen, nur schwer wieder zu korrigieren. Der ideale Standort der Zwergdattelpalme sieht folgendermaßen aus:

  • Zwergdattelpalme benötigt viel Wärme und Licht
  • steht vom Frühjahr bis zum Frühherbst gerne im Freien
  • in Wohnräumen Heizungsnähe vermeiden
  • Platz mit viel Sonnenlicht optimal
  • im Freien vorzugsweise in den Halbschatten stellen
  • Sonne morgens und abends generell gut
  • direkte Sonne in den Mittagsstunden meiden, sowohl draußen als auch drinnen
  • ebenso wichtig ist eine hohe Luftfeuchtigkeit
  • idealerweise zwischen 60 und 70 Prozent
  • alternativ Wedel täglich mit kalkarmen, besser kalkfreiem, Wasser, einnebeln

Bevor man die Pflanze ins Freie bzw. in die Sonne stellt, ist es ratsam, sie erst an das Sonnenlicht zu gewöhnen. Anderenfalls kann es schnell zu Verbrennungen der Blätter kommen. Am besten stellt man sie erst für ein bis zwei Wochen an einen halbschattigen Platz. Danach kann sie an einen sonnigeren Standort umziehen.

Substrat

Palmenerde
Wählen Sie unbedingt ein tiefes Pflanzgefäß, da die Wurzeln der Zwergdattelpalme in die Tiefe wachsen.

Die Erde für die Zwergdattelpalme sollte über eine gute Durchlässigkeit verfügen, um eine optimale Drainage und Belüftung des Wurzelbereiches zu gewährleisten. Bewährt haben sich beispielsweise Gemische aus grobkörnigen Anteilen wie Kies, Lavagrus oder Blähtonbruch und einem Erdgemisch auf Kompostbasis. Auf reine Humuserde und insbesondere reinen Torf sollte man möglichst verzichten. Zum einen halten sie zu viel Wasser zurück und zum anderen zersetzt sich reine Humuserde relativ schnell und sackt zusammen. Folglich wäre keine ausreichende Belüftung mehr gegeben.

Hinweis: Auf Torf sollte man schon allein der Umwelt zuliebe verzichten.

Gießen

Ein wichtigster Teil der Pflege ist die Wasserversorgung. Auch hier ist Phoenix Roebelenii kaum kompromissbereit, denn der Bedarf ist hoch. Das liegt u. a. daran, dass sie an ihren natürlichen Standorten ihren Feuchtigkeitsbedarf auch aus der Luft zieht. Aufgrund der hier vorherrschenden niedrigen Luftfeuchtigkeit, insbesondere in Wohnräumen, muss diese durch ausreichende Wassergaben ausgeglichen werden.

  • Erde sollte immer gut durchfeuchtet sein
  • Ballen sollte zu keiner Zeit komplett austrocknen
  • Staunässe unbedingt zu vermeiden
  • zusätzlich häufiges Besprühen der Blätter und des Stammes
  • im Sommer und im Freien häufiger gießen
  • etwa alle ein bis drei Tage
  • Erde möglichst durchdringend wässern
  • dann oberste Substratschicht antrocknen lassen
  • erst gießen, wenn sich oberste Schicht trocken anfühlt
  • Reste von Gießwasser in Untersetzern kurz nach dem Wässern entfernen
  • zu viel Nässe hat Wurzelfäulnis zur Folge 

Tipp: Zum Wässern und Besprühen sollte man ausschließlich kalkarmes oder kalkfreies Wasser verwenden.

Düngen

Optimale Bedingungen sind hierzulande für diese Pflanze kaum zu erzielen. Mit dem maßvollen Einsatz geeigneter Dünger kann man die Zwergdattelpalme dennoch in ihrem Wachstum unterstützen. Bei der Wahl des Düngers ist darauf zu achten, dass er nur wenig Phosphor enthält. Aufgrund der Wurzelstruktur dieser Pflanze empfiehlt sich der Einsatz von Flüssigdüngern. Der Handel bietet diesbezüglich spezielle Palmendünger an. Die verabreicht man von April bis September alle ein bis zwei Wochen und immer nur auf feuchter oder nasser Erde, nie auf trockener.

Schneiden

Zwergdattelpalme - Phoenix roebelenii
Tragen Sie beim Schneiden Handschuhe, um schmerzhafte Begegnungen mit den Dornen zu vermeiden.

Grundsätzlich benötigt Phoenix Roebelenii, wie auch alle anderen Palmen, keinen Schnitt. Trotz allem können abgestorbene Palmwedel nahe dem Stamm abgeschnitten werden, sofern sie komplett vertrocknet sind. Man sollte möglichst nicht direkt am Stamm schneiden, sondern wenige Zentimeter davor. An Stamm und Palmenspitze sollte keine Schere angesetzt werden, das könnte das Absterben der Pflanze nach sich ziehen. Möchte man, dass die Palme weniger stark wächst, kann man ihre Wurzeln um wenige Zentimeter einkürzen. Der beste Zeitpunkt hierfür ist im Frühjahr, beispielsweise beim Umtopfen.

Überwintern

Da diese Palme nicht ausreichend winterhart ist, sollte sie vor dem ersten Frost ins Haus geholt und frostfrei überwintert werden. Als Winterquartier eignen sich helle, frostfreie, unbeheizte Garagen, Gewächshäuser und Wintergärten sowie Flure, Treppenhäuser und Keller mit Fenster.

  • bei Räumlichkeiten ohne Fenster, Einsatz von Pflanzenlampen sinnvoll
  • Winterquartier idealerweise zwischen fünf und zehn Grad kühl
  • Temperaturen deutlich über zehn Grad können Pflanze schädigen
  • Substrat auch im Winter nicht austrocknen lassen
  • dennoch weniger gießen und nicht düngen
  • regelmäßiges Besprühen mit kalkarmem Wasser
  • ins Freie, sobald Nachttemperaturen nicht mehr unter fünf Grad fallen
  • langsam wieder ans Sonnenlicht gewöhnen

Umtopfen

Zwergdattelpalme - Phoenix roebelenii
Zur Pflege dieser Palme gehört auch das regelmäßige Umtopfen.
Quelle: Forest & Kim Starr, Starr 080117-2194 Phoenix roebelenii, Bearbeitet von Gartenlexikon.de (MKr), CC BY 3.0

In der Regel sollten Sie die Pflanze alle drei bis vier Jahre umtopfen. Spätestens dann, wenn der Topf stark durchwurzelt ist oder die Wurzeln bereits oben aus dem Topf wachsen. Der beste Zeitpunkt ist im Frühjahr, unmittelbar nach der Überwinterung. Der neue Topf oder Kübel sollte mindestens 20 Prozent größer sein als der alte und wie bereits erwähnt, vor allem tief.

Die Palme wird vorsichtig aus dem Topf gehoben, möglichst ohne die Wurzeln zu verletzen. Gegebenenfalls kann die Wurzel etwas zurückgeschnitten werden. Ist das neue Pflanzgefäß mit einer entsprechenden Drainage ausgestattet, kann die Palme wieder in frisches Substrat eingesetzt werden. Anschließend die Erde andrücken und angießen.

Tipp: Die Zwergdattelpalme lässt sich übrigens auch gut in Hydrokultur halten.

Vermehren

Zur Vermehrung von Phoenix Roebelenii empfehlen sich grundsätzlich zwei Wege:

  • über Schösslinge
  • über Samen

Schösslinge

  • einfachste und erfolgversprechendste Variante
  • Schösslinge treiben seitlich am Stamm aus
  • Frühjahr bester Zeitpunkt
  • vorsichtig nahe dem Stamm abschneiden
  • einzeln in kleine Töpfe in Mischung aus Humus und Sand setzen
  • Erde andrücken, befeuchten und bis zur Bewurzelung gleichmäßig feucht halten
  • Staunässe unbedingt vermeiden
  • Töpfe brauchen mindestens 20 Grad Raumtemperatur und 60 Prozent Luftfeuchtigkeit
  • etwa drei Monate bis zur Wurzelbildung

Tipp: In den ersten fünf bis sechs Monaten sollte auf Dünger komplett verzichtet werden.

Aussaat

Auch für eine Aussaat ist das Frühjahr der beste Zeitpunkt. Eine Vermehrung über Samen ist allerdings deutlich langwieriger und nicht immer von Erfolg gekrönt. Je frischer die Samen, desto wahrscheinlicher die Keimung. Als Anzuchtsubstrat eignen sich handelsübliches Kokossubstrat oder Kakteenerde.

  • Samen zunächst für ein bis zwei Tage in handwarmem Wasser vorquellen
  • danach in kleine Töpfe mit Anzuchterde aussäen
  • Saattiefe von ein bis zwei Zentimetern empfehlenswert
  • Erde gleichmäßig feucht halten
  • Keimung erfolgt unregelmäßig
  • frühestens nach sechs bis acht Wochen
  • kann teilweise auch mehrere Monate bis drei Jahre dauern
  • ein bis zwei Jahre alte Sämlinge in größere Töpfe und geeignetes Substrat umtopfen

Alternativ zur Aussaat in Erde können die Samen auch in Druckverschlussbeuteln zusammen mit angefeuchtetem Substrat zum Keimen gebracht werden. Den Beutel samt Samen legt man auf die warme Fensterbank. Direkte Sonneneinstrahlung sollte vermieden werden.

Tipp: Besonders förderlich für die Keimung ist Wärme, die von unten kommt, beispielsweise in Form einer Wärmematte.

Krankheiten und Schädlinge

Zwergdattelpalme - Phoenix roebelenii
Verfärbungen an den Blättern weisen häufig auf eine gefährdete Pflanze hin.
Quelle: Photo by David J. Stang, Phoenix roebelenii 32zz, Bearbeitet von Gartenlexikon.de (MKr), CC BY-SA 4.0

Leider ist die Zwergdattelpalme bei aller Robustheit nicht vollends gegen Gefahren gefeit.

Pilzbefall

Gelegentlich kann sich bei Phoenix Roebelenii Pilzbefall einstellen, der sich an braunen Flecken an den Blattspitzen zeigt. Sind nur wenige Flecken zu sehen, kann es evtl. ausreichen, betroffene Spitzen abzuschneiden. Da Pilze aber sehr hartnäckig sind, kann der Einsatz eines geeigneten Fungizids hilfreich sein, dass meist mehrmals angewandt werden muss.

Spinnmilben

Auch wenn die Zwergdattelpalme relativ robust gegenüber Schädlingen ist, kann es unter ungünstigen Bedingungen zu einem Befall mit Spinnmilben kommen. Man erkennt ihn an feinen weißen Gespinsten an Blattachseln und Blatträndern. Zunächst sollte man die Pflanze isolieren. Dann kann man sie an mehreren Tagen hintereinander mit einer Mischung aus Alkohol und Seife oder reiner Seifenlauge abduschen bzw. tropfnass einsprühen, auch die Blattunterseiten.

Schildläuse

Zu einem Schildlausbefall kommt es vor allem im Winter, z. B. bei trockener Heizungsluft. Man erkennt ihn an kleinen braunen, nach oben gewölbten Schildchen an den Wedeln. Bei einem geringen Befall kann man die Tiere mit einem in Alkohol getränkten Tuch abwischen oder die Pflanze mit einer Lösung aus Wasser, Spiritus und Schmierseife mehrfach, in Abständen von zwei bis drei Tagen einsprühen. Es ist wichtig, keinen Schädling zu übersehen.

Häufig gestellte Fragen

Sind die Früchte der Zwergdattelpalme giftig?

Sofern diese Palme in Zimmerhaltung überhaupt Früchte ausbildet, sind die zwar nicht giftig aber aufgrund ihres stark herben Geschmacks ungenießbar.

Ist Hydrokultur besser als Erdkultur?

Eigentlich ist keines der beiden besser oder schlechter. Die Pflege in Hydrokultur bietet sich vor allem für Palmenarten an, die feuchten Boden lieben wie die Zwergdattelpalme. Die Vorteile liegen vor allem in der Wasserversorgung. So muss weniger gegossen werden und der Wasserstand ist an einem sogenannten Wasserstandsanzeiger jederzeit ablesbar. Da die Pflanze in Hydrokultur langsamer wurzelt, muss auch nicht so häufig umgetopft werden.

Warum bekommt die Pflanze braune Blätter? 

Braune Flecken oder Verfärbungen können auf Sonnenbrand, zu viel Wasser oder eine zu geringe Luftfeuchtigkeit hinweisen. Etwas seltener sind Pilzerkrankungen die Verursacher.