Akanthusgewächse, Acanthaceae – Steckbrief, Merkmale und Arten

Schwarzäugige Susanne mit gelber Blütenfarbe

Mit bis zu 4.000 Arten gehören die Akanthusgewächse (bot. Acanthaceae) zu den artenreichsten Pflanzenfamilien innerhalb der Ordnung Lamiales, den Lippenblütlerartigen. Diese gehören wiederum zur Untergruppe der Lamiiden (Euasteriden I) in der Gruppe der Asteriden und finden sich zum größten Teil in tropischen Gebieten der Erde. Ihre Verbreitung fokussiert sich vor allem auf Brasilien, Afrika, Zentralamerika und das Indomalayische Unterreich innerhalb der Paläotropis, ebenso wie Australien und seltener der Holarktis. Aufgrund der Artenvielfalt kommen viele Taxa der Familie als Heil-, Nutz- oder Zierpflanze zum Einsatz und viele Insekten wie Bienen oder Schmetterlinge besuchen die Blüten aufgrund des vorhandenen Nektars und der Pollen. Die tropische Familie gehört hierbei zu den wichtigsten Vertretern dieser Fortpflanzungsmethode.

Akanthusgewächse

Niedrigere Klassifizierungen

Aufgeführt wurde die Pflanzenfamilie erstmals im Jahr 1789 vom französischen Botaniker Antoine-Laurent de Jussieu, der die Acanthaceae damals noch Acanthi nannte. Aufgrund der Familiengröße finden sich zahlreiche Gattungen und Arten, die in die folgenden Unterfamilien und Triben eingeteilt werden.

  • Acanthoideae: 6 Triben, 2 Subtriben, bis zu 237 Gattungen, etwa 110 Gattungen nicht in Triebe untergeordnet, etwa 4.650 Arten
  • Nelsonioideae: 6 – 7 Gattungen, 170 Arten
  • Thunbergioideae: 5 Gattungen, 150 – 170 Arten
  • Avicennioideae: 1 Gattung, 8 Arten

Die wichtigste Unterfamilie der Akanthusgewächse stellen die Acanthoideae dar, in der sich ebenfalls die Typusgattung der Familie befindet: Akanthus (Acanthus). Die morphologischen Eigenschaften der Unterfamilie werden für den Großteil der Familie zur Beschreibung genutzt und präsentieren effektiver die Gemeinsamkeiten innerhalb der Acanthaceae, dessen weitere Bezeichnung Bärenklaugewächse ist. Diese Bezeichnung ist jedoch irreführend, da es sich bei Bärenklau (bot. Heracleum) um eine Gattung innerhalb der Doldenblütler (bot. Apiaceae) handelt, die zur Gruppe der Doldenblütlerartigen (bot. Apiales) und nicht den Lamiales gehört.

Vegetative Merkmale

Über die vegetativen Merkmale lassen sich die Pflanzen problemlos der Familie zuordnen. Auffällig an ihnen ist ihre bevorzugte Lebensweise als terrestrisches Gewächs, jedoch finden sich einige Taxa, die als Epiphyt, eine Aufsitzerpflanze, leben.

Die weiteren Merkmale wie folgt:

  • Wuchsform: meist krautig, seltener verholzend als Strauch, Halbstrauch, Baum, aufrecht, Kletterpflanze, niederliegend, seltener windend im Uhrzeigersinn
  • Dickenwachstum: sekundär, geht von einem Kambiumring aus
  • Luftwurzeln bei der Gattung Avicennia vorhanden
  • Form der Zweige und Stängel: stielrund, kantig, Nodien, seltener sind Dornen vorhanden
  • Dornen entwickelten sich aus Trag-, Deck- oder Laubblättern
  • Laubblätter: gegenständig, Rosetten (grundständig), seltener wirtelig oder wechselständig
  • Anordnung der Laubblätter: verteilt an der Sprossachse
  • gegenständig angeordnete Laubblätter isophyll oder anisophyll
  • Blattspreite: einfach, seltener geteilt
  • Blattnervatur: netznervig, fiedernervig
  • Blattoberfläche: gepunktet, drüsig
  • Blattrand: glatt, gekerbt, gewellt, gezähnt, gesägt
  • bilden keine Nebenblätter aus
  • Zystolithen beim Großteil der Taxa vorhanden
  • Inhaltsstoffe: fette Öle, Reservecellulose, Eiweiße, ätherische Öle, Alkaloide, Heteroside, Isopren-Verbindungen, Polyphenole

Generative Merkmale

Bei den generativen Merkmalen zeigt sich die Familie in all ihrer Vielfalt:

  • Blütenstand: meist mehrständig, in Büscheln, endständig, seitenständig, ährig, traubig, rispig, diachsial zymös, seltener einzeln, gestielt, ungestielt
  • Tragblatt bei manchen Taxa: klein und grün oder groß und in leuchtenden Farbtönen
  • Deckblätter unter der Blüte: zwei, selten fehlend
  • Blüten: fünfzählig, zwittrig, zygomorph
  • Kelchblätter: 4 -5, verwachsen an Basis
  • Kronblätter: 5, Kronröhre
  • Oberlippe: ganzrandig, zweilappig
  • Unterlippe: dreilappig
  • Fruchtblätter: 2
  • Fruchtknoten: oberständig
  • Früchte: Kapselfrüchte, loculicidal, je nach Taxa gestielt, seltener Steinfrucht
  • meist 2 Samen, mehr oder weniger sind möglich
  • werden explosionsartig verschossen
  • Fruchtoberfläche: kahl, flaumig behaart, glatt, aufgeraut, hygroskopische Trichome

Arten

  • Kalmegh (bot. Andrographis paniculata)
  • Indisches Lungenkraut (bot. Justicia adhatoda)
  • Mosaic plant (bot. Fittonia albivenis)
  • Indischer Wasserfreund (bot. Hygrophila polysperma)
  • Balsam-Wasserfreund (bot. Hygrophila balsamica)
  • Riesen-Wasserfreund (bot. Hygrophila corymbosa)
  • Indischer Wasserstern (bot. Hygrophila difformis)
  • Behaarte Ruellie (bot. Ruellia humilis)
  • Kahle Ruellie (bot. Ruellia strepens)
  • Schwarzäugige Susanne (bot. Thunbergia alata)
  • Großblütige Thunbergia (bot. Thunbergia grandiflora)
  • Schwarze Mangrove (bot. Avicennia germinans)
  • Whitelady (bot. Thunbergia fragrans)
  • Grey mangrove (bot. Avicennia marina)
  • Indian mangrove (bot. Avicennia officinalis)
  • Wahrer Bärenklau (bot. Acanthus mollis)
  • Malabarnuss (bot. Justicia adhatoda)
  • Nacedero (bot. Trichanthera gigantea)
  • Baphicacanthus cusia
  • Peristrophe japonica
  • Pilzkraut, Rungia klossii – Steckbrief und Bilder

    Pilzkraut ist eine mehrjährige Pflanze aus der Familie der Akanthusgewächse. Die Pflanze stammt ursprünglich aus Papua Neuguinea, dort ist sie noch in 2000 Metern Höhe anzutreffen. Das Pilzkraut ist reich an wertvollen Vitaminen und wird gerade wegen dem speziellen Champignonaroma als Gewürzkraut verwendet.

  • Schwarzäugige Susanne, Thunbergia alata – Anzucht und Pflege

    Die Schwarzäugige Susanne, eine Kletterpflanze mit dekorativen kleinen Blüten, wird in den hiesigen Breitengraden immer beliebter in den Gärten. Denn nicht nur im Garten, auch in der Küche macht sie eine gute Figur. Die eigentlich einjährige, nicht giftige Pflanze kann im Kübel überwintert werden und ist so auch für Familien mit kleinen Kindern und Haustieren gut kultivierbar. Sehr dekorativ macht sie sich im Garten als Sommer-Sichtschutz vor einem Zaun oder auf Terrasse und Balkon im Kübel und auch hängend in einer Blumenampel.

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