Balsaminengewächse, Balsaminaceae – Steckbrief, Merkmale und Arten

Fleißiges Lieschen richtig überwintern

Die Balsaminengewächse (bot. Balsaminaceae) sind eine artenreiche, bis zu 1.000 Taxa, Familie innerhalb der Ordnung der Heidekrautartigen (bot. Ericales), die zur Gruppe der Asteriden gehören. Die Arten sind aufgeteilt in zwei Gattungen und finden sich von Eurasien über Afrika bis nach Nordamerika, wobei die Tropen und Subtropen von den Pflanzen bevorzugt werden. In Europa ist der einzige Vertreter das Große Springkraut (bot. Impatiens noli-tangere), während die bergigen Regenwaldgebiete in Ostasien das Hauptverbreitungsgebiet der Balsaminaceae darstellen. Ihre wunderschönen Blüten machen die Taxa zu beliebten Zimmer- und Zierpflanzen.

Balsaminengewächse

Niedrigere Klassifizierungen

Bei den Balsaminengewächsen handelt es sich um eine Pflanzenfamilie, die ausschließlich aus zwei Gattungen besteht.

  • Springkräuter (bot. Impatiens): etwa 1.000 Arten
  • Hydrocera: 1 Art (Hydrocera triflora)

Bei der Gattung Hydrocera handelt es sich um eine monotypische Gattung, da in ihr nur eine Art vorhanden ist. Das macht die Springkräuter die wichtigere Gattung von den beiden und definiert die Morphologie der gesamten Familie erheblich. In der Gattung finden sich einige Arten, die wichtig für die Beschreibung der Familie sind.

  • Drüsiges Springkraut (bot. Impatiens glandulifera): invasiver Neophyt
  • Großes Springkraut (bot. Impatiens noli-tangere): einziges, in Europa heimisches Springkraut
  • Kleines Springkraut (bot. Impatiens parviflora): älteste nach Europa eingebürgerte Art (1830)
  • Fleißiges Lieschen (bot. Impatiens walleriana): Grundlage für eine Vielzahl von Zuchtsorten

Besonderes das Drüsige Springkraut ist eine problematische Pflanze, da sie die heimische Flora stark verdrängen kann. Aus diesem Grund darf in Deutschland kein Saatgut oder einzelne Pflanzen verkauft werden, da diese sich zu schnell vermehren könnten. Exemplare, die im Garten auftauchen, sollten daher entfernt werden.

Vegetative Merkmale

Da die Balsaminengewächse zum größten Teil aus einer Gattung bestehen, sind die vegetativen Merkmale innerhalb der Gattung Impatiens nicht unterschiedlich. Selbst die Merkmale der Hydrocera überschneiden sich stark mit denen der Springkräuter.

Die Merkmale im Überblick:

  • Wuchsform: krautig, sukkulent, halbaquatisch
  • Lebenszyklus: einjährig, mehrjährig, seltener verholzend
  • Stängel: kahl, durchscheinend, fleischig
  • Laubblätter: gegenständig, seltener wechselständig, spiral, 3 in einem Wirtel, gestielt, einfach
  • Blattrand und Stiel bilden je nach Art Höcker oder Zähne aus
  • Höcker und Zähne sind extraflorale Nektarien
  • Blattrand: meist glatt, gezähnt (scharf, fein)
  • Nebenblätter werden nicht gebildet
  • schwach giftig in allen Pflanzenteilen
  • Nutzen: Zierpflanzen

Generative Merkmale

In Bezug auf die generativen Merkmale glänzen die Balsaminengewächse mit ansprechenden Blüten, die den Status als beliebte Zierpflanze erklären. Dabei unterscheiden sich die beiden Gattungen nur wenig, bis auf die Frucht, die bei beiden komplett anders gestaltet ist und so den direkten Vergleich zwischen ihnen erleichtert. Dabei muss beachtet werden, dass viele der ausgeführten Merkmale etwas schwächer bei Hydrocera ausgeprägt sind, dafür aber noch voll erkennbar. Zudem kann sich die Anzahl der einzelnen Blätter manchmal etwas unterscheiden.

Die Merkmale wie folgt:

  • Blütenstand: einzeln, zymös
  • Blüten: fünfzählig, ausgeprägt zygomorph, zwittrig
  • die Blüten sind um 180 Grad gedreht
  • Kelchblätter: zwischen 3 – 5, das mittlere Blatt vergrößert, häufig gespornt, ähnelt farblich den Kronblättern, 1 – 2 der Kelchblätter schwach ausgebildet oder fehlend
  • Sporn: rund, sackförmig
  • Kronblätter: meist 5, seltener 4, 1 Blatt bildet Oberlippe, restliche verwachsen, bilden Unterlippe in 2 Teilen
  • Blütenform und Farbe variiert je nach Taxon
  • Staubblätter: 5 in 1 Kreis, frei, fertil, ungleich
  • Fruchtblätter: meist 5, seltener 4, verwachsen zu Fruchtknoten (oberständig)
  • Griffel: 1 oder 5 Narben
  • Vermehrung: Entomophilie
  • Früchte: Kapselfrüchte, Steinfrüchte

Arten

  • Marsh Henna (bot. Hydrocera triflora)
  • Orangerotes Springkraut (bot. Impatiens capensis)
  • Balsamine (bot. Impatiens balsamina)
  • Impatiens zombensis
  • Balfours Springkraut (bot. Impatiens balfourii)
  • Buntes Springkraut (bot. Impatiens edgeworthii)
  • Impatiens graciliflora
  • Hua feng xian (bot. Impatiens chinensis)
  • Indisches Springkraut (bot. Impatiens glandulifera)
  • Impatiens angustiflora
  • Rühr-mich-nicht-an, eigentlich Großes Springkraut (bot. Impatiens noli-tangere)
  • Impatiens denisonii
  • Kleinblütiges Springkraut (bot. Impatiens parviflora)
  • Impatiens letouzeyi
  • Fleißiges Lieschen (bot. Impatiens walleriana)
  • Impatiens villosocalcarata
  • Marsh Balsam (bot. Impatiens tomentosa)
  • Impatiens purpureoviolacea
  • Lesser Balsam (bot. Impatiens minor)
  • Impatiens minimiflora
  • Fleißiges Lieschen, Impatiens walleriana – Pflege-Anleitung

    In heimischen Beeten, Balkonkästen, Ampeln und Töpfen ist das Fleißige Lieschen ein äußerst beliebter Gast. Die dekorative Zierpflanze blüht lange und intensiv und belohnt eine gute Pflege mit einem wahren Blütenmeer. Die Pflege-Anleitung erklärt alles Wichtige zur fach- und artgerechten Haltung der Impatiens walleriana und zeigt, wie Sie das Wachstum und die Blühfreudigkeit mit geringem Aufwand optimal fördern können.

  • Kongo-Lieschen, Niamniam-Springkraut, Impatiens niamniamensis – Pflege

    Mit seinen auffälligen und zugleich bizarren Blüten setzt das Kongo-Lieschen, auch bekannt als Papageienschnabelblume nahezu ganzjährig farbliche Akzente. Aufgrund der fehlenden Winterhärte wird die zu den Springkräutern zählende Pflanze ausschließlich im Kübel oder Topf kultiviert und frostfrei überwintert. Sie ist immergrün, mehrjährig, gut verzweigt und sukkulent. Dennoch ist sie als Zimmerpflanze relativ selten anzutreffen, obgleich sie sehr pflegeleicht ist.

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