Brennnesselgewächse, Urticaceae – Steckbrief, Merkmale und Arten

Die Brennnesselsuppe ist die bekannteste Speise dieser Pflanze

Die Brennnesselgewächse (bot. Urticaceae oder Urticaceen) gehören aufgrund ihrer Nesselhaare zu den bekanntesten Pflanzenfamilien in Europa. Sie gehören zur Ordnung der Rosenartigen (bot. Rosales) innerhalb der Gruppe der Fabiden (Eurosiden I) und gliedern sich in bis zu 56 Gattungen. Die über 2.600 Arten sind auf der ganzen Welt verbreitet, abgesehen von kühlen, arktischen Klimas, und viele der Arten haben sich invasiv vermehrt, was die Lebensräume zahlreicher anderer Pflanzenarten in Gefahr bringt. Dennoch werden sie vom Menschen häufig verwendet.

Brennnesselgewächse

Niedrigere Klassifizierungen

Mit den Brennnesselgewächsen findet sich eine Pflanzenfamilie, die erstmals vom französischen Botaniker Antoine-Laurent de Jussieu schriftlich erfasst wurde. Damals wurde auch der Name Urticaceae festgehalten. Sechs Gattungen wurden mit dem Aufkommen molekulargenetischer Untersuchen in die Brennnesselgewächse eingeteilt, die sich in der nicht mehr existierenden Ordnung der Brennnesselartigen (bot. Urticales) befunden haben.

Diese sind:

  • Cecropia
  • Coussapoa
  • Pourouma
  • Myrianthus
  • Musanga
  • Poikilospermum

Dadurch wurde der Artenumfang um etwa 200 Arten erhöht, doch hat sich die Anzahl der Unterfamilien nicht verändert. Die Familie wird seit dem Jahr 1830 in sechs Triben eingeteilt, die festgelegt sind.

  • Boehmerieae: 18 Gattungen
  • Cecropieae: 7 Gattungen
  • Elatostemeae: 12 Gattungen
  • Forsskaoleae: 4 Gattungen
  • Parietarieae: 3 Gattungen
  • Urticeae: 12 Gattungen
  • Einzelstellung: die Gattung Metatrophis

Die wichtigste Gattung der Familie sind die Brennnesseln (bot. Urtica), mit denen die meisten Menschen die Urticaceae identifizieren würden.

Vegetative Merkmale

Trotz ihres Bekanntheitsgrades sind die Brennnesselgewächse recht unterschiedlich in ihrer Morphologie, vor allem in Bezug auf die Blätter und Abwehrmechanismen. Ebenfalls sind sie in ihrer Wuchsform recht variantenreich und nicht jede Art verfügt über die gefürchteten Brennhaare, die vor allem Wanderer und Kinder beim Spielen im Freien schmerzhafte Quaddeln zufügen.

Die Merkmale im Überblick:

  • Wuchsform: krautig, Halbsträucher, Lianen, seltener Bäume, Epiphyten oder Sukkulenten, aufrecht
  • Lebenszyklus: einjährig, ausdauernd, verholzend mehrjährig, immergrün, laubabwerfend
  • Wuchshöhe: bis 18 m, typisch sind 1 – 3 m
  • Brennhaare: nicht bei allen Arten vorhanden, bleiben aufgrund der verkieselten Spitze in der Haut stecken
  • Inhaltsstoffe der Brennhaare: Histamin, Acetylcholin, Serotonin, Ameisensäure, Natriumformiat, unbekannter Stoff, der für die Bildung der Quaddeln verantwortlich ist
  • jedes Brennhaar ist ein Einzeltrichom
  • einige Arten bilden ungiftigen Milchsaft aus
  • alle Pflanzenteile, vor allem Blätter, ungiftig, abgesehen von den Brennhaaren
  • Laubblätter: wechselständig, selten gegenständig, zweizeilig, spiralig, Zystolithen vorhanden
  • Blattspreiten: einfach, selten zusammengesetzt,
  • Blattrand: glatt, gezähnt, gesägt
  • Nebenblätter: meist 2, verwachsen oder frei
  • Nutzung: Fasergewinnung, Nahrungsmittel, Teezubereitung, Zierpflanzen, Schädlingsbekämpfung im Garten

Generative Merkmale

Die vegetativen Merkmale sind meist das, woran die Brennnesselgewächse am leichtesten zu erkennen sind, doch sind die Blüten ebenso aufschlussreich über die Familie. Diese sind bei vielen Arten recht unauffällig, doch sind sie wichtig für die Pflanzen, damit sie sich vermehren können.

Folgend die Merkmale:

  • Blütenstand: ährig, traubig, seitenständig, endständig, rispig, zymös, verzweigt, viele Blüten stehen zusammen, weibliche Exemplare kopfig
  • Blüte: ein- oder zweihäusig, getrenntgeschlechtig, zwittrig, seltener zygomorph, radiärsymmetrisch, zwei – bis sechszählig,
  • Tragblätter hüllen die Blüte häufig ein
  • Blütenhüllblätter: Kreis, zwei- bis sechszählig, nicht jede Art trägt diese
  • Staubblätter bei zwittrigen und männlichen Pflanzen: 2 – 6, weibliche Pflanzen bilden diese nur selten, meist überhaupt nicht
  • nach innen gebogene Staubfäden
  • explosionsartiges Öffnen der Staubbeutel
  • Fruchtblatt bei weiblichen oder zwittrigen Blüten: 1, oberständig
  • Griffel: einfach
  • Narben: sitzend, pinselförmig, fadenförmig, pfriemlich, kopfig
  • Frucht: Nussfrüchte (Achäne), Steinfrüchte (fleischig), einsamig, Blütenhüllblätter sind vorhanden, Endosperm enthalten

Arten

  • Bubikopf (bot. Soleirolia soleirolii)
  • Sarcochlamys pulcherrima
  • Cecropia virgusa
  • Cecropia kavanayensis
  • Aufrechtes Glaskraut (bot. Parietaria officinalis)
  • Ausgebreitetes Glaskraut (bot. Parietaria judaica)
  • Parietaria cretica
  • Vietnamesische Kanonierblume (bot. Pilea cadierei)
  • Eingehüllte Kanonierblume (bot. Pilea involucrata)
  • Chinesischer Geldbaum (bot. Pilea peperomioides)
  • Kleinblättrige Kanonierblume (bot. Pilea microphylla)
  • Münzenblättrige Kanonierblume (bot. Pilea nummulariifolia)
  • Große Brennnessel (bot. Urtica dioica)
  • Kleine Brennnessel (bot. Urtica urens)
  • Ongaonga (bot. Urtica ferox)
  • Sibirische Hanfnessel (bot. Urtica cannabina)
  • Röhricht-Brennnessel (bot. Urtica kioviensis)
  • Ramie (bot. Boehmeria nivea)
  • Boehmeria japonica
  • Debregeasia wallichiana
  • Ufopflanze, Pilea peperomioides – Pflege + Hilfe bei Blattverlust

    Die Ufopflanze, botanisch Pilea peperomioides, ist eine seltene, aber äußerst dekorative Zierpflanze. Ihr Name stammt von den talerförmigen Blättern, die an Ufos erinnern, und auch ihren ganz besonderen Reiz ausmachen. Pilea peperomioides kann ganzjährig als Zimmerpflanze kultiviert werden. Die robuste Pflanze stellt keine großen Ansprüche an die Pflege, allerdings sollten Sie bei den Wassergaben vorsichtig sein. Da sie eine hohe Luftfeuchtigkeit verträgt, ist sie auch als Dekoration fürs Badezimmer prima geeignet.

  • Brennnessel, Urtica dioica – Steckbrief und Bilder

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